Subskription Bordeaux 2017


Bordeaux 2017

Warmes Herz und kalte Füße

Verheerender Frost, Trockenheit und ein kühler Sommer klingen nicht nach dem optimalen Drehbuch für den 2017er Jahrgang in Bordeaux. Dennoch wurden einige außergewöhnliche Weine erzeugt, die in der Spitze fast an die Vorgänger aus 2015 und 2016 heran reichen und klar über den Gewächsen von 2012, 2013 und 2014 rangieren. Machen Sie sich auf Überraschungen gefasst: Auf Cos d’Estournel konnte man einen Grand Vin bestaunen, der mit geschlossenen Augen eigentlich schmeckt wie ein Lafite-Rothschild! Einer der überragenden Weine des Jahres. Vieles ist also wirklich richtig gut und manches eben groß, vor allem wenn Cabernet beteiligt ist. 2017 ist ein wahrhaft interessanter Jahrgang mit vielen Schattierungen. Daher lohnt es durchaus, sich damit zu beschäftigen.

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2017er Bordeaux – Unsere Subskriptions-Offerte

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BORDEAUX-SUBSKRIPTION 2017

WARMES HERZ UND KALTE FÜSSE

Bewertungen von Thomas Boxberger © 2018

Verheerender Frost, Trockenheit und ein kühler Sommer klingen nicht nach dem optimalen Drehbuch für den 2017er Jahrgang in Bordeaux. Dennoch wurden einige außergewöhnliche Weine erzeugt, die in der Spitze fast an die Vorgänger aus 2015 und 2016 heran reichen und klar über den Gewächsen von 2012, 2013 und 2014 rangieren. Machen Sie sich auf Überraschungen gefasst: Auf Cos d’Estournel konnte man einen Grand Vin bestaunen, der mit geschlossenen Augen eigentlich schmeckt wie ein Lafite-Rothschild! Einer der überragenden Weine des Jahres. Vieles ist also wirklich richtig gut und manches eben groß, vor allem wenn Cabernet beteiligt ist. 2017 ist ein wahrhaft interessanter Jahrgang mit vielen Schattierungen. Daher lohnt es durchaus, sich damit zu beschäftigen.
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Thomas Boxberger reiste vom 6. bis 13. April 2018 nach Bordeaux und verkostete 955 Fassmuster.


Médoc, Haut-Médoc, Moulis und Listrac

91 – 93 | D’AGASSAC | Haut-Médoc | Parker 86 – 88 | Suckling 88 – 89 |
Jean-Luc Zell hat die Vinifikation auf Agassac stark den Jahrgangsgegebenheiten angepasst und damit einen sehr guten, feinen und ausgewogenen Wein erzeugt. Bei Lesegut von Lehmböden reduzierte er die Remontage, das Überschwallen des Tresterhutes, auf ein mal pro Tag bis gar nicht, bei den anderen Terroirs auf ein bis zwei mal. 50 % reifen in Barriques, der Rest im Tank, um die Frische und Transparenz zu bewahren. Der feine, elegante Agassac verfügt über große Trinkfreude. Natürliche Farbe. Dichte, gute, stimmige Extraktion, sehr locker, mit viel Saft und langem Nachhall. Füllig lebendiges Mittelstück, rassige Säure und rotbeerige Fülle. Elegante Gerbstoffe mit viel Spiel und Finesse.

92 – 94 | BEAUMONT | Haut-Médoc |
Alle Jahre wieder trifft Beaumont das Auge des Bullen, so auch in 2017. Schwarze Farbe. Dicht und fleischig, ganz rund und weich, dennoch sehr kompakt und in sich fest verwoben. Dunkelbeerige, schokoladige, Frucht mit liköriger Fülle, sehr ausgewogen und druckvoll. Weit verteilte Gerbstoffe, weiche Säure. Ein klassischer, superreifer Haut-Médoc mit kraftvoller Würze und ausgezeichneter Länge.

91 – 93 | CAMBON LA PELOUSE | Haut-Médoc | Suckling 88 – 89 |
Der großartige Cambon la Pelouse besteht aus 54 % Cabernet Sauvignon, 40 % Merlot und 6 % Petit Verdot. Massive, viskose Farbe, lila, purpur. Dicht, stoffig, mit reichlich Fülle und fester, frischer Frucht, besitzt der Cambon la Pelouse eine ausgewogene, tiefgründig gestaffelte Struktur, mit engmaschigen, geschliffenen Gerbstoffen und ausgezeichneter Länge. Dunkelbeerig, mit viel Cassis, Teer, Graphit und Schokolade.

89 – 91 | LES GRANDS CHÊNES | Médoc | Parker 88 – 90 | Suckling 92 – 93 |
Die 38 Hektar des Les Grands Chênes sind mit 70 % Merlot und 30 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. In die Assemblage gelangten 60 % Merlot und 40 % Cabernet Sauvignon. Schwarze, viskose Farbe. Konzentriert und satt im Duft, mit reifer, krokanter Frucht. Dichter Auftakt, mit kühler Aromatik und viel Druck, kraftvoll und mit feinkörnigen, schmelzigen Gerbstoffen, sehr hochwertig verarbeitet und distinguiert. Großer kleiner Médoc mit Zug und Klasse.

92 – 94 | MAYNE-LALANDE | Listrac |
Suckling 87 – 88 |
Mayne-Lalande ist seit Jahren der beste Listrac. Schwarze Farbe. Dichte Frucht mit viel Stoff und Kern, sehr aromatisch, dunkelbeerig und konzentriert, Graphit, Teer und etwas Schokolade. Gute, rassige Struktur, tiefgründig, vollmundig und mit tollem, langen Nachhall.

92 – 94 | POTENSAC | Médoc | Parker 86 – 88 | Suckling 91 – 92 |
Der ausgezeichnete Potensac besteht aus 47 % Merlot, 35 % Cabernet Sauvignon, 17 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot. Er besitzt 13,17 % Alkohol. Die ausgedehnte Lese erfolgte vom 9. September bis 19. Oktober! Dunkle Farbe, lila. Enorm dichte Nase, ganz frisch und geschliffen mit sehr präziser Aromatik. Dunkelbeerig, fleischig, satt und massiv, sehr gut strukturiert und konzentriert, mit nussig, mandeliger Note. Tief und festfleischig, kühl und mit großer Spannung, reichhaltige, feinkörnige Gerbstoffe, weit gespannt und mit sehr guter Länge. Rassig distinguierter Potensac mit eleganter Säure und feinem Spiel.

89 – 91 | DU RETOUT | Haut-Médoc |
Dunkle, dichte Farbe. Süß, offensiv und mit viel Frucht in der Nase, likörig und opulent. Dicht und stoffig im Mund, körperreich, mit trockenem Finale, doch seine satte Fülle fängt das auf, rassige Gerbstoffe, gute Länge. Ein sehr solider, gelungener du Retout, der sonst gerne ein wenig an der Überextraktion kratzt.

93 – 95 | SOCIANDO-MALLET | Haut-Médoc | Parker 87 – 89 | Suckling 91 – 92 |
Der neue Direktor auf Sociando-Mallet Francois Hugueneau präsentierte auf dem Weingut einen ausgezeichneten Sociando, der aufgrund der Nähe zur Gironde keinen Frost erlitten hatte. Geerntet wurde vom 11. September bis 3. Oktober mit 46 hl/ha. Etwa 2/3 der Produktion wurde zum Grand Vin verarbeitet, der besteht aus 55 % Merlot, 40 % Cabernet Sauvignon und 5 % Cabernet Franc mit 13 % Alkohol, dieses Jahr nur mit 90 % statt der üblichen 100 % neuen Fässern. Schwarze, natürliche Farbe. Dicht, verschlossen, verhalten duftend mit viel Frucht im Fond. Rassiger Auftakt im Mund, stark verdichtet, mit stoffiger Textur, viel Druck, sehr kühl und frisch, lang und reif, ist er ein wenig schlanker als in ganz großen Jahren. Sehr gut strukturiert, energiegeladen und mit engmaschigen, dicht gestaffelten Gerbstoffen, besitzt der Sociando den gewohnten Durchzug und kompakte Intensität.


St.-Estèphe

96 – 98 | CALON-SÉGUR | St.-Estèphe | Parker 92 – 94 | Suckling 91 – 94 |
Auf Calon-Ségur gab es keinen Frost. 43,5 hl/ha konnten zwei Wochen vor dem Durchschnitt geerntet werden. Die Cabernets wachsen auf Lehm, daher hatten sie während der Trockenheit keinen Wassermangel. Sogar der Anteil der besten Pressweine konnte erhöht werden. Wenn sonst 20 % der besten Qualität überhaupt verwendet werden, konnten in 2017 sogar 38 % in die Assemblagen einfließen. Das sagt einiges über die Qualität der Gerbstoffe aus! Der Grand Vin besteht aus 76 % Cabernet Sauvignon, 13 % Merlot, 9 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot. Er erreichte 13,2 % Alkohol und reift 20 Monate in 100 % neuen Fässern. Die Mazeration war mit 20 Tagen auf der Maische normal. Leuchtend dunkle, natürliche Farbe. Verschlossenes Duftbild, tief, massiv und verdichtet, mit feiner, roter Frucht. Sehr elegant und finessenreich auf der Zunge, kompakt, mit ganz fein ausgereiften Gerbstoffen. Schmelzig, cremig, mit viel Spiel und Zug, lang anhaltend und mit großer Spannung, in der sich die extraktreiche Rotbeerigkeit weit am Gaumen widerspiegelt. Langer Nachhall mit dezent konfierten Noten.

94 – 96 | CAPBERN | St.-Estèphe | Parker 85 – 87 | Suckling 91 – 92 |
Capbern avancierte in den vergangenen Jahren zum zuverlässig besten Cru Bourgeois! In St.-Estèphe gab es keinen Frost. Der 2017er Capbern bekam etwas Cabernet Franc vom Schwestergut Calon-Ségur, somit brachte es die Assemblage auf 55 % Cabernet Sauvignon, 39 % Merlot, und je 3  % Cabernet Franc und Petit Verdot bei 13,3 % Alkohol und 60 % neuen Fässern. Dunkle, lockere Farbe. Fein, tief und finessenreich in der Nase, mit satter Frucht und eleganter Vielschichtigkeit. Drahtige, straffe Struktur im Mund, tiefgründige, vielschichtige Gerbstoffe, sehr engmaschig und komplex, mit rotbeeriger, klarer und kühl präziser Frucht. Geschliffen, mit extraktreichem Schmelz und viel Saft am Gaumen, extrem detailliert, konzentriert und lang. Das muss man haben.

97 – 99 | COS D’ESTOURNEL | St.-Estèphe | Parker 97 – 100 | Suckling 97 – 98 |
Ausgerechnet der 2017er sollte im 25sten Jahr meiner Primeur-Verkostungen zum besten Cos d’Estournel werden, den ich je als Jungwein probiert hatte. Besitzer Michel Reybier und Weinmacher Dominique Arangoits haben zudem eine der besten Kollektionen des Jahrgangs präsentiert, denn auch der weiße Cos ist absolut überragend. 55 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Reben. Die Ernte erfolgte früh vom 12. bis 30. September mit einem Ertrag von 43 hl/ha, die Maischestandzeit war mit drei bis vier Wochen normal. Mit 66 % Cabernet Sauvignon, 32 % Merlot und je 1 % Petit Verdot und Cabernet Franc kamen 40 % der Produktion in die Assemblage für den Grand Vin. Ausgebaut wurde er in 60 % neuen Fässern und duftet ansatzlos im ersten Moment, als habe man einen Lafite-Rothschild im Glas. Tatsächlich handelt es sich dabei ja um das benachbarte Weingut. Allerdings hatte Cos selten zuvor eine derart distinguierte, aristokratische, dunkelbeerige Cabernetfrucht wie in diesem Jahr. Offensiver, nobler Cos, groß, tief und pur in der Nase, mit einer Tiefe und Ausdruckskraft wie ein 1er Cru, Bleistift, Teer, Lakritz, ganz aristokratisch. Weit gefasst im Mund, ewig tief, mit großer Extraktion, ganz locker, sehr distinguiert und elegant. Grandiose, dreidimensionale, feinkörnige Gerbstoffstruktur, extrem finessenreich balanciert. Großer Charakter mit dunkelbeeriger, tiefgründiger Frucht, ausgezeichnetem Fluss und hervorragendem, extraktreichem Nachhall mit Graphit und Teer. Beim Abschied musste ich mich konzentrieren, damit ich nicht aus Versehen zu Michel Reybier »au revoire Monsieur Rothschild« sagte.

94 – 96 | MEYNEY | St.-Estèphe | Parker 86 – 88 | Suckling 92 – 93 |
Nach 2015 und 2016 hat Meyney das dritte Jahr in Folge einen ganz hervorragenden, unglaublich authentischen und langlebigen Wein produziert. Dieses ausgezeichnete Cru Bourgeois kann in 2017 qualitativ locker mit hochwertigeren und teureren Grand Crus mithalten. Wer das jetzt nicht kauft wird sich später ärgern! In die Assemblage gelangten 58 % Cabernet Sauvignon, 31 % Merlot und 11 % Petit Verdot mit 35 % neuen Fässern. Enorm komplexe, dichte, tiefe und hochattraktive Nase mit dunkelbeeriger, fleischiger Fülle, Schokolade, Graphit, Teer, Lakritze, sowie reichlich Cassis vom Cabernet und Holunder vom Petit Verdot. Im Mund erzeugt der ausgezeichnete Meyney eine grandiose Spannung und Tiefe, mit viel Extrakt bei einer verblüffenden Lockerheit, hervorragender Länge und Fluss, sowie lang anhaltendem, saftigem Spiel. Dabei bleibt er immer ein klassischer St.-Estèphe mit großer Rasse und kühl anmutender Dichte. Er ist nicht zu breit oder zu stark extrahiert. Hier passt einfach alles perfekt zusammen.

95 – 97 | MONTROSE | St.-Estèphe | Parker 96 – 99 | Suckling 96 – 97 |
Im frostfreien St.-Estèphe konnte Montrose 45 hl/ha vom 12. bis 29. September ernten. Bei der Vinifikation wurde die Maischestandzeit verkürzt und sanfter extrahiert, sowie weniger stark gepresst. So konnten die hervorragenden Pressweine mit 12 % in den Grand Vin integriert werden, der wiederum nur 37 % der Gesamtproduktion ausmacht. 70 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot, 3 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot werden in 60 % neuen Fässern ausgebaut bei 13,1 % Alkohol. Dunkle, lockere Farbe, viskos. Dunkelbeerig und stimmig in der Nase mit viel Körper und Kraft, jedoch nicht so offensiv wie Cos d’Estournel. Dicht, fleischig und dunkelbeerig kompakt im Mund, mit sehr ausgewogenem, geschliffenem und vielschichtigem Körper. Satt und kompakt, mit leicht gereiften Fruchtaromen, etwas ankonfiert, mit schöner Würze und schmelziger Süße. Feinkörnige, aufgeweichte Gerbstoffe mit großer Fülle und Reichhaltigkeit, likörig konzentrierter Nachhall mit sehr guter Intensität. Deutlich weniger frisch als Cos und Calon-Ségur, besitzt der Montrose in diesem Jahr einen ganz eigenen Charakter.

92 – 94 | LES PAGODES DE COS | St.-Estèphe | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Der Les Pagodes de Cos repräsentiert 60 % der Produktion, geerntet wurde vom 12. bis 30. September mit einem Ertrag von 43 hl/ha. Die Assemblage besteht aus 56 % Cabernet Sauvignon, 42 % Merlot, 1 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot mit 12,5 % Alkohol in 30 % neuen Fässern. Schwarze, dichte Farbe. Dunkelbeerig, dicht und mit ansprechender Stoffigkeit in der Nase. Sehr tief und elegant im Mund, mit sehr guter Würze und rassiger Struktur, klar und fein gewoben. Seine kühle, vielschichtige Frucht wirkt durch den geringen Alkohol sehr leicht und doch voll. Die Gerbstoffe sind fein und ausgewogen. Ein rundum toller Pagodes!

92 – 94 | PETIT BOCQ | St.-Estèphe |
Kernig-klassischer St.-Estèphe, satt strukturiert und voll, ganz locker, tief und fein, mit ausgezeichneter Würze und Länge, puristisch und klar. Ein sehr lohnenswerter Cru Bourgeois.


Pauillac

93 – 95 | BATAILLEY | Pauillac | Parker 91 – 93 | Suckling 92 – 93 |
Batailley entwickelt sich vom solide gearbeiteten Pauillac zu einem weit überdurchschnittlichen Klassiker, immer ein guter Kauf! Geerntet wurde vom 19. bis 27. September mit 52 hl/ha Ertrag. 80 % Cabernet Sauvignon, 17 % Merlot und 3 % Petit Verdot kamen in die Assemblage mit 13,6 % Alkohol und 60 % neuem Holz. Dicht und straff, mit schöner, kompakter Frucht, viel Cabernet-Druck und feiner Petit Verdot-Note. Liköriger Nachhall, fruchtig, klassisch. Ein großartiger, dichter, männlicher Pauillac mit Fleisch und Grip, leicht raue Gerbstoffe, die den kernigen Charakter unterstützen.

93 – 95 | FONBADET | Pauillac | Parker 88 – 90 | Suckling 91 – 92 |
Leider nur ein mal bei einem Négociant verkostet, das Muster war allerdings großartig. Schwarze Farbe. Likörig, massiv und üppig, mit rosinigem Touch, enorm kraftvoll im Geruch. Satt am Gaumen, mit viel Struktur, nicht so saftig und voll, wie es die Nase verspricht, enorm straff und distinguiert, mit leichter »Lafite-Nuance«, weit, komplex, erinnert er doch mehr und mehr an einen Duhart-Milon. Könnte einen Versuch wert sein.

94 – 96 | GRAND PUY LACOSTE | Pauillac | Suckling 92 – 93 |
Grand Puy Lacoste wurde vom Frost verschont. Geerntet wurde vom 15. bis 29. September mit 45 hl/ha. Aus 60 % der Ernte wurde Grand Vin erzeugt mit einem Alkoholgehalt von 13,2 %. Er besteht aus 80 % Cabernet Sauvignon und 20 % Merlot und wurde in 75 % neuen Fässern ausgebaut. Dunkle Farbe. Dicht und saftig, süß und fruchtig, natürlich, locker und weit strukturiert im Duft. Ganz feiner, stimmiger Pauillac mit großer Rasse und Frische im Mund. Elegante Struktur mit feinwürzigen Gerbstoffen, großer Extraktfülle und unaufgeregter Finesse. Die feine Frucht ist sehr vielschichtig und stilvoll, changiert zwischen rot- und dunkelbeerig, sein tiefgründiger Nachhall ist sehr mineralisch, sowie von großer Klarheit und Präzision. Trotz der leicht aufgerauten Tannine verspricht der Grand Puy Lacoste großes Spiel und Trinkigkeit in bereits 10-15 Jahren.

91 – 93 | LACOSTE-BORIE | Pauillac |
Auf Grand Puy Lacoste gab es keinen Frost erläutert Xavier Borie, auch war es weder zu heiß noch zu trocken. Der Lacoste Borie repräsentiert 40 % der Produktion und besteht aus 65 % Cabernet Sauvignon, 26 % Merlot und 9 % Cabernet Franc, 50 % der Fässer wurden neu verwendet. Dunkle, stoffige Farbe. Delikate Nase, leichte Reduktion, ganz feiner Duft. Dicht, frisch und fleischig im Mund, saftig und mit viel Stoff, sehr gute Rasse mit leicht grünlicher Spur und großem Rückgrat. Frisch und kernig, tief und straff, in weit gefasster Aromatik und mit Frucht erfüllter Nachhall, der immer nachsaftet.
95 – 97 | LAFITE-ROTHSCHILD | Pauillac | Parker 97 – 99 | Suckling 97 – 98 |
Der ehemalige Direktor von Cos d’Estournel, Jean-Guillaume Prats, verstärkt die Führungsebene bei DBR, den Domaines Baron de Rothschild mit großer Erfahrung und Detailkenntnis. Der noch sehr schamhafte Lafite-Rothschild braucht offenbar mehr Zeit als die anderen Premier Crus. Frost war kein Thema, der Ertrag lag dennoch nur bei 38 hl/ha, gelesen wurde vom 11. bis 29. September. Daraus wurden 40 % der Ernte für den Grand Vin verwendet, der mit 12,6 % Alkohol wie immer sehr zurückhaltend blieb. In die Assemblage gelangten 96 % Cabernet Sauvignon, 3,5 % Merlot und 0,5 % Petit Verdot, vinifiziert wurde in Holzbottichen, Edelstahl und Zementtanks, beim Ausbau kommen 90 % neue Fässer zum Einsatz. Recht helle, rote, dichte Farbe. Verhaltenes, noch wenig entwickeltes Duftbild, jugendlich verschlossen. Dicht und fein der Auftakt im Mund, mit viel Schmelz und finessenreicher Struktur am Gaumen. Die fleischige, rotbeerige Frucht wurde mit viel Kraft und Körper in Szene gesetzt, die Gerbstoffe sind noch leicht stumpf. Gereifte Aromen, wenig Lafite-typische Cassispräsenz, mehr auf Süße-Säurespiel mit weicher Fruchtkomponente und kraftvoller Statur gebaut. Die aristokratische Distinktion kommt derzeit noch nicht voll zur Geltung. Abwarten und Cos trinken, denn der Nachbar schmeckt dieses Jahr wie ein kleiner Lafite …

95 – 97 | LYNCH-BAGES | Pauillac | Suckling 95 – 96 |
Lynch-Bages hat in 2017 einen großen Wurf gelandet und muss sich im Duell der Spitzen-Pauillacs hinter den Premier Granden nur dem Pichon Baron – vielleicht – knapp geschlagen geben. Das wird später im direkten Vergleich spannend von der Flasche. Von den mittlerweile 100 Hektar kamen mit 13,06 % Alkohol 70 % Cabernet Sauvignon, 24 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot in 75 % neue Fässer. Schwarze, hochdichte Farbe, massiv, offen und dunkelbeerig im Duft, wirkt er ganz frisch und opulent, mit großem, teerig-likörigem Hintergrund und etwas Graphit im Obertonbereich. Tolle, dichte Struktur im Mund, männlich, groß strukturiert und urtypisch als Pauillac erkennbar. In der Jugend wirkte er derzeit noch etwas trocken, mit leicht hohlem Nachhall und nicht ganz so feinen Gerbstoffen wie Pichon Baron. Das wird in zehn Jahren ein spannendes Duell.

92 – 94 | LYNCH-MOUSSAS | Pauillac | Parker 89 – 91 | Suckling 92 – 93 |
Lynch-Moussas hat in den vergangen Jahren deutlich an Qualität zugelegt. Er besteht aus 78 % Cabernet Sauvignon und 22 % Merlot und reift in 60 % neuen Fässern bei 13,8 % Alkohol. Dunkle Farbe. Dicht und sauber, viel Saft und Stil, likörige Fülle, satt und kompakt, viel Cabernet-Aromatik, ganz klar, geschliffen, reif und sauber. Ganz saftig und rund, besitzt der Lynch Moussas erstaunlich viel Stoff und Würze, mit sehr gutem Körper und fleischiger, fülliger Struktur. Leicht konfierte Aromen schwingen mit, dahinter viel Frische und satte, geschliffene Gerbstoffe mit Grip.

96 – 98 | MOUTON-ROTHSCHILD | Pauillac | Parker 97 – 99 | Suckling 97 – 98 |
Auf Mouton-Rothschild wurde vom 7. bis 29. September geerntet mit einem Ertrag von 40 hl/ha. Frost gab es nur in zwei von fünf Parzellen des Weißweins Aile d’Argent. Stolze 51 % der Ernte gelangten in den Grand Vin, der 13,1 % Alkohol erreichte und aus 90 % Cabernet Sauvignon, 9 % Merlot und 1 % Petit Verdot besteht. Gereift wird der Mouton in 100 % neuen Fässern. Dunkler Farbkern mit roten und violetten Reflexen. Weiche, satte Frucht mit dunkelbeeriger, massiver Fülle und gereiften Noten. Sehr gute angetönte Tiefe, saturiert und sehr differenziert am Gaumen, vielschichtige Gerbstoffe mit großer Würze und weicher, anschmiegsamer Säure. Extraktreicher, rotbeeriger Mouton mit dunkelbeerigen Cassisreflexen und feinen Nuancen von Teer, Graphit und Lakritze im langen Abgang.

95 – 97 | PICHON BARON | Pauillac | Parker 95 – 97 | Suckling 95 – 96 |
Die Lese begann auf Pichon Baron am 13. September und dauerte drei Wochen. 79 % Cabernet Sauvignon und 21 % Merlot gelangten in den finalen Blend mit 80 % neuen Fässern und etwas mehr als 13 % Alkohol. Dunkle, dichte Farbe. Gereifte, satte, anziehend volumenreiche Aromen in der Nase mit viel Cabernet-Würze und offensiver Kraft. Kernig und kraftvoll auch der Auftakt im Mund, sehr frisch und männlich am Gaumen, mit viel Druck und feinkörnigen Gerbstoffen mit Fleisch und Fülle. Bei all seiner körperreich stoffigen Struktur wirkt er auch noch sehr elegant und übertrifft bei dieser jugendlichen Gegenüberstellung die feine Comtesse. Ein packender Pauillac mit beeindruckender Fülle.

94 – 96 | PICHON COMTESSE | Pauillac | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
Die jungen Merlots wurden auf Pichon Comtesse am 7. September und die älteren Anlagen vom 15. September bis 1. Oktober mit 36 hl/ha geerntet. In die Assemblage des Grand Vin (50 % der Produktion) gelangten 70 % Cabernet Sauvignon, 23 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot bei 13,2 % Alkohol und 50-60 % neuen Fässern. Dunkle, dichte Farbe. Fleischig, dunkelbeerig und stark verdichtet in der Nase, mit sattem Cassisaroma und feinem Holz. Stoffig und druckvoll im Mund, sehr rassig und mit warmer Frucht, ganz schmelzig, dennoch frisch, vielschichtig und klar. Engmaschige, elegante Gerbstoffe, feine spannende Säure, tief gestaffelt und mit puristischer Klarheit, besitzt die Comtesse deutlich feminine Nuancen gegenüber der männliche Baron von gegenüber. Mit Saft und Charme zieht sich die Comtesse distinguiert und finessenreich aus der Affäre während der Baron weiter mit dichteren Gerbstoffen die Stirn bietet. Eine reizvolle Begegnung in zehn Jahren …

94 – 96 | PONTET-CANET | Pauillac | Parker 96 – 98 | Suckling 96 – 97 |
Vom 18. September bis 4. Oktober wurde auf Pontet-Canet mit 34,5 hl/ha geerntet. Ein neuer Gärkeller mit amphorenförmigen Zementfässern wurde angebaut, in dem 30 % des 2017er vergoren wurde. Der Rest kam in normale, konische Zementtanks und Holzbottiche. In den Grand Vin gelangten 64 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und etwa 2 % Petit Verdot bei 50 % neuen Barriques. Dunkle, massive Farbe. Süß, offensiv, sehr üppig und voll in der Nase, mir satter, massiver Reichhaltigkeit. Dicht stumpf und trocken wirken zu Anfang die Gerbstoffe im Mund. Kraftvoll entwickelt er nach hinten viel Druck und einen extraktgetriebenen Körper. Sehr rassige Struktur, vielschichtig und charaktervoll gerbstoffbetont. Viel Stoff, klare Frucht mit leicht konfierten Noten, noch nicht sehr stark entwickelter Nachhall. Das braucht Zeit.


St.-Julien

93 – 95 | BRANAIRE DUCRU | St.-Julien | Parker 88 – 90 | Suckling 92 – 93 |
Auf Branaire gab es 20 % Frost, die Ernte zog sich vom 13. September bis 4. Oktober mit 40 hl/ha Ertrag. 65 % Cabernet Sauvignon, 24 % Merlot, 6,5 % Petit Verdot und 4,5 % Cabernet Franc mit 13,2 % Alkohol. Dunkle, dichte Farbe. Viel Fleisch, Kraft und Fülle im Geruch, rassige Struktur im Mund mit leicht helltöniger Frucht im Mittelstück und leicht spitzer Säure. Feine Gerbstoffe mit schmelziger Extraktfülle gepuffert, rotbeerige Saftigkeit, eher etwas schlank gehalten und mit gutem Druck und Länge. Ein sehr guter, noch extrem jugendlicher Branaire mit ausgezeichneten Anlagen.

96 – 98 | DUCRU-BEAUCAILLOU | St.-Julien | Parker 95 – 97+ | Suckling 97 – 98 |
Der Wachstumszyklus auf Ducru dauerte mit 110 Tagen ab der Blüte zehn Tage länger als es die goldene Regel besagt. Der Ducru-Beaucaillou 2017 besteht aus 90 % Cabernet Sauvignon und 10 % Merlot, brachte es auf 13,5 % Alkohol und reift in komplett neuen Fässern. Undurchdringliche, schwarze Farbe. Dicht und dunkel in der Nase, mit kompakten, beerigen Aromen und ausgezeichneter Tiefe. Süß, dicht und füllig im Mund, sehr fest und kernig, mit viel Stoff und weniger vordergründiger Süße als in den vergangenen Jahren. Vielmehr erinnert der 2017er an den klassischen Ducru-Stil mit sattem, kompaktem Mittelstück, großem Zug und ewig weit aufgespannter Struktur. Sehr frisch, elegant und perfekt balanciert. Ein Ducru, wie ich ihn liebe.

94 – 96 | LANGOA-BARTON | St.-Julien | Suckling 93 – 94 |
Der Langoa konnte sich in diesem Jahr bereits sehr früh ausgezeichnet in Szene setzen, während Léoville-Barton noch deutlich weiter zurück in der Entwicklung verharrt. Geerntet wurde vom 15. bis 29. September mit etwa 13 % Alkohol. Der Grand Vin besteht aus 54 % Cabernet Sauvignon, 38 % Merlot, sowie 8 % Cabernet Franc und reifte in 60 % neuen Fässern. Dunkle Farbe. Massiv, offen und locker in der Nase, mit sehr präsenter, rotbeerig fülliger Frucht und liköriger Komponente. Sehr weit gefasst und schmelzig im Mund, mit großer Saftigkeit und Tiefe, sehr körperbetont, mit saftiger, sehr lebendiger Säure und feinkörnigen Gerbstoffen, die weit verteilt am Gaumen bleiben. Tief, lang, fleischig und hochanimierend, mit fester Struktur. Erinnert an den ausgezeichneten 2005er!

95 – 97 | LÉOVILLE-BARTON | St.-Julien | Parker 91 – 93+ | Suckling 94 – 95 |
Der Léoville-Barton ist wie immer einer der lockersten und natürlichsten Weine des Médoc. In diesem Jahr präsentierte er sich noch ein wenig zugeknöpft, doch die großen Anlagen sind komplett vorhanden. Geerntet wurde vom 15. -29. September, 93 % Cabernet Sauvignon und 7 % Merlot kamen mit 13 % Alkohol in 60 % neue Fässer. Dunkle, lebendige Farbe. Dunkelbeerig und fleischig, mit viel Saft und Fülle setzt er sich kompakt am Gaumen fest und besitzt enorme Rasse und Zug. Der ungewöhnlich hohe Cabernet-Anteil lässt ihn noch ein wenig verschlossener und jugendlicher erscheinen, man benötigt vermutlich auch auf der Flasche ein wenig mehr Geduld. Dichte, feste, lockere Gerbstoffe mit viel Kraft und Druck, feines Säurespiel mit delikater Vielschichtigkeit und großartiger, langer Nachhall mit viel Cabernet-Aromen. Für Barton-Liebhaber ist diese seltene Cabernet-Dominanz eine reizvolle Ausnahmeerscheinung. Kaufen!

96 – 98 | LÉOVILLE LAS CASES | St.-Julien | Parker 96 – 98 | Suckling 96-97 |
Die Kernlage für den Léoville Las Cases liegt in einem ummauerten Clos unterhalb von Château Latour. Die Nähe zur Gironde verhinderte empfindliche Frostschäden. Geerntet wurde vom 15. September bis 4. Oktober mit 37 hl/ha. Der Grand Vin verfügt über 13,28 % Alkohol und besteht aus 79 % Cabernet Sauvignon, 11 % Cabernet Franc und 10 % Merlot, die in 90 % neuen Fässern reifen. Dunkle, natürlich viskose Farbe. Verschlossenes Duftbild mit dichter, voller Cassisfrucht, feine nussige Noten und große Distinktion in der Ausstrahlung. Hohe Intensität im Geruch mit ausgezeichneter Tiefe und von feinem Holz umwoben. Etwas aufgeweichte Fruchtaromen im Mund, immer noch frisch und pur, sehr tief und dicht am Gaumen, mit enorm feinkörnigen Gerbstoffen und großer Spannung. Ausgezeichneter, vielschichtiger Las Cases, der an den hervorragenden 2011er erinnert.

94 – 96 | LÉOVILLE POYFERRÉ | St.-Julien | Parker 93 – 95 | Suckling 95 – 96 |
Auf Léoville-Poyferré wurde spät gelesen, zwischen dem 20. September und 6. Oktober mit satten 50 hl/ha. In der Assemblage finden sich 68 % Cabernet Sauvignon, 27 % Merlot, 2 % Petit Verdot und 3 % Cabernet Franc bei 13 % Alkohol wieder, die in 80 % neuen Fässern ausgebaut wurden. Schwarze Farbe. Satt, süß und schmelzig, mit viel Druck und Fleisch, sowie cremiger extraktreicher Struktur, lang und stimmig. Massiver Poyferré, der nach hinten etwas hohl und weniger aromatisch wirkt, was möglicherweise vom weniger ausdrucksstarken Merlot herrührt. Wir immer ist der Poyferré sehr auf Kraft und Intensität durch hohe Extraktion ausgelegt, was in einem Jahrgang wie 2017 eher etwas schwieriger sein kann. Dennoch sind die Gerbstoffe sehr ausgewogen, abgerundet und keineswegs aggressiv.

94 – 96 | TALBOT | St.-Julien | Parker 87 – 89 | Suckling 92 – 93 |
Der sehr erfolgreiche Talbot besteht aus 68 % Cabernet Sauvignon, 26 % Merlot und 6 % Petit Verdot bei 50 % neuem Holz und 13,5 % Alkohol. Dunkle, dichte Farbe. Satt und offensiv in der Nase, sehr locker und konzentriert, mit viel Saft und Würze. Fruchtig, offensiv und mit großem Schmelz überwältigt der hervorragende Talbot im Mund. Lang, schwelgerisch, intensiv, komplex und vielschichtig, bringt er ein Gewicht auf die Waage wie schon lange nicht mehr. Sehr fein, mit finessenreichen Gerbstoffen und reichlich Energie.


Margaux

94 – 96 | ALTER EGO | Margaux | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Der Alter Ego ist in 2017 ein absolut beeindruckender Wein. Er besteht aus 53 % Merlot, 41 % Cabernet Sauvignon und 6 % Petit Verdot, besitzt 13,1 % Alkohol und wird in 25-30 % neuen Fässern ausgebaut. Massive, dunkle Farbe. Saftige, offensive, frische Frucht im Geruch, rotbeerig, kühl und einladend. Fruchtbetront im Mund, mit sehr kühler, weit gefächerter Struktur, die noch leicht stumpf wirkt, likörig, reif und mehr auf präsente Saftigkeit gebaut als auf Tiefe und Komplexität. Dicht, körperreich, mit satter Merlotfrucht und weit gespannter Cabernet-Aromatik darum. Im Finale kommt der Petit Verdot mit kühler Dunkelbeerigkeit hervor und verleiht Reichhaltigkeit und Tiefe, die Mitte wirkt leicht hohl. Ganz hervorragender Alter Ego, der mit Kirwan, Brane-Cantenac, Rauzan-Seglà und Malescot-St.-Exupéry zu den besten Margaux’ hinter Palmer und Château Margaux zählt.

94 – 96 | BRANE-CANTENAC | Margaux | Suckling 92 – 93 |
Auf Brane-Cantenac musste man 40 % Frostschäden hinnehmen, glücklicherweise nicht in den Lagen für den Grand Vin. 74 % Cabernet Sauvignon, 21 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot werden in 70 % neuen Fässern ausgebaut. Rassige Struktur mit viel Saft und Körper, sehr weit gespannt, noch leicht scharf und streng, was für Brane-Cantenac durchaus normal ist in diesem jugendlichen Stadium. Feine Gerbstoffe mit delikater Frucht und guter Länge, die durch die feine Säure und präzise Aromenführung zu einem vielschichtig schimmernden Spiel avanciert. Weit gefasst, finessenreich und anziehend, mit klassischer Margaux-Typizität und großartiger Terroir-Prägung. Ein hervorragender, langlebiger 2e Grand Cru mit Stil und Klasse.

89 – 91 | LE COTEAU | Margaux |
Dunkler Farbkern. Verhaltene, neutrale Nase. Gutes Kernaroma im Mund, mit viel Kraft und Fülle, sehr sauber, mit festen, straffen Gerbstoffen, lang, kompakt, satt und voll.

94 – 96 | KIRWAN | Margaux | Parker 90 – 92 | Suckling 89 – 90 |
Seit dem Jahrgang 2015 wird Kirwan in einem neuen Keller vinifiziert und konnte die Qualitäten dramatisch steigern. Der 2017er ist daher wieder einer der empfehlenswertesten, preiswertesten Grand Cru des Médoc! Auch Kirwan musste 30 % Frostschäden hinnehmen. Der Grand Vin besteht aus 55 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 10 % Cabernet Franc und 5 % Petit Verdot, ausgebaut in 52 % neuen Fässern. Dunkle, lebendige Farbe. Dicht und stimmig, mit viel Druck und Saft am Gaumen, satte Extraktion, süß und weit aufgespannt, mit hoher Intensität und schmelzigen Gerbstoffen, die große Würze in sich tragen. Tief, lang und finessenreich, mit eleganter Struktur, feiner Säure und außerordentlich saftigem Spiel und Länge. Hervorragend!

94 – 96 | MALESCOT ST.-EXUPÉRY | Margaux | Parker 91 – 93 | Suckling 95 – 96 |
Auf Malescot hatte auch der Frost mit 30 % zugeschlagen. Die Lese erfolgte spät vom 20. September bis 9. Oktober. 58 % Cabernet Sauvignon und 42 % Merlot bilden die Assemblage bei 13,1 % Alkohol und 72 % neuem Holz. Dunkle, satte Farbe, viskos. Feine, distinguierte, tiefe Nase mit delikater, rotbeeriger, konzentrierter Frucht und feinen Blütenaromen, nicht zu üppig oder massiv, vielmehr anziehend und finessenreich. Satt und fruchtbetont im Mund, mit viel Stoff und Körper, saftige Struktur mit gutem Durchzug und Würze. Sehr feine Gerbstoffe, die gut mit der hohen Konzentration verbunden sind und die ausgezeichnete Margaux-Typizität unterstützen. Vollmundig, mit sehr guter Länge und viel Schmelz.

96 – 98 | MARGAUX | Margaux | Parker 96 – 98 | Suckling 97 – 98 |
Das Château Margaux erlitt im April 10 % Frostschäden bei den roten Rebsorten und erreichte einen Ertrag von 35 hl/ha. Davon gelangten nur 37 % in den Grand Vin, der aus 89 % Cabernet Sauvignon, 8 % Merlot, 2 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot besteht. Ausgezeichnete dunkle Farbe. Zurückhaltendes Duftbild mit feinem Holz, sehr dicht gestaffelte Fruchtkomponente, distinguiert und jugendlich reserviert. Weit gefasst im Mund, mit viel Kraft und noch rauen Gerbstoffen, sehr auf die Zungenmitte konzentriert, wirkt noch gedrungen und jugendlich verschlossen. Ein Rohdiamant, der noch auf den Schliff wartet. In seinem noch sehr unentwickelten Stadium wirkte der Grand Vin noch außerordentlich verschlossenen und stumpf. Die schlummernde Terroirprägung und die aufmerksame Pflege wird dem 2017er Château Margaux sicherlich noch zuträglich sein.

96 – 98 | PALMER | Margaux | Parker 96 – 98 | Suckling 97 – 98 |
Auf dem biodynamisch geführten Château Palmer gingen 15 von 66 Hektar an den Frost verloren. Erfreulicherweise trugen die »überlebenden« Reben viel, sodass dennoch 38 hl/ha geerntet werden konnten. Die Lese ging vom 20. bis 29. September rasant von statten. Kurioserweise wurde der Petit Verdot vor dem Cabernet Franc reif, die Trauben der 2. Generation von frostgeschädigten Reben wurden nicht verarbeitet. Vom Grand Vin werden 11.000 Kisten produziert, vom Alter Ego 9.000. In der Assemblage finden sich 54 % Merlot, 42 % Cabernet Sauvignon und 4 % Petit Verdot. Palmer ist in diesem Jahr der eindeutige Nasen-Weltmeister. Seine burgundisch anmutende, reichhaltig berauschende Duftigkeit erinnert in ihrer Fülle an einen Richebourg und bekommt in dieser Ausprägung nur von Le Pin in Pomerol Konkurrenz. Schwarze, massive Farbe, betörend tiefe Merlot-Opulenz im Geruch mit liköriger Kopfnote und dunkelbeerigem Kernaroma, ganz klar und dicht, extrem frisch und explosiv aromatisch, Minze im Hintergrund. Dicht und weit gefasst im Mund mit grandioser, tiefer Struktur und großer Würze, vielschichtig, lang und frisch, dennoch etwas weniger wuchtig als 2016. Sehr reif und durchgängig, mit feinem Säurespiel und finessenreich feinkörnigen Gerbstoffen. Ewig lang, nicht ganz so weit verteilt am Gaumen wie ganz große Jahrgänge und doch ein Riesenwein in sich. Ein Fest am Gaumen.

93 – 95 | PAVILLON ROUGE | Margaux | Parker 91 – 93 | Suckling 94 – 95 |
Der Pavillon Rouge entspricht 22 % der Produktion von Château Margaux, 37 % gingen in den Grand Vin, der Rest wurde deklassiert. 76 % Cabernet Sauvignon, 17 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und 3 % Petit Verdot erreichten 13,5 % Alkohol und kamen in 60 % neue Fässer. Dunkle Farbe. Verschlossene Nase, viel Druck und Körper im Mund, dicht am Gaumen, mit viel Stoff und feinen Gerbstoffen, gute Länge und große Finesse. Sehr klar, leicht grünliche Note darin, druckvoll, frisch und straff, leicht raue, dennoch feinkörnige Gerbstoffe. Ein distinguierter Pavillon Rouge, der mit weiterem Ausbau noch an Fleisch und Schmelz gewinnt.

94 – 96 | RAUZAN-SÉGLA | Margaux | Parker 94 – 96 | Suckling 94 – 95 |
Auf Rauzan-Seglà kam der Frost gleich zweimal am 21. und 27. April. Geerntet wurde vom 12. September bis 2. Oktober mit einem Ertrag von 40 hl/ha. In der Assemblage finden sich 62 % Cabernet Sauvignon, 36 % Merlot und 2 % Petit Verdot mit 13,2 % Alkohol bei 60 % neuen Fässern. Dunkle, dichte, lila Farbe. Süß, konzentriert und dunkelbeerig in der Nase, offensiv, mit feinem Holz, frisch, voluminös und mit guter Tiefe. Weit gefasst, sehr stoffig und körperreich im Mund, bietet er eine elegante, feine Struktur mit dunkelbeeriger intensiver Frucht und ausgezeichneter Transparenz. Die fein dosierte Süße mit extraktreichem Nachhall lässt dennoch viel Margaux-Charakter zu.

 

Graves und Péssac-Léognan – Rotweine

94 – 96 | HAUT-BAILLY | Péssac-Léognan rouge | Parker 94 – 96 | Suckling 94 – 95 |
Haut-Bailly wurde zu 30 % von Frost heimgesucht. Die Trauben der 2. Generation wurden nicht verwendet, weil nichts gewachsen war. Geerntet wurde dann vom 13. bis 29. September mit 28-29 hl/ha. Der Grand Vin besteht aus 60 % Cabernet Sauvignon, 32 % Merlot, sowie je 4 % Cabernet Franc und Petit Verdot und wurde zur Hälfte in neuen Fässern ausgebaut. Dunkler Farbkern, wässriger Rand. Dunkelbeerige, likörige Kopfnote im Geruch, nicht ganz so intensives Kernaroma, angetönte Tiefe. Dicht und schmelzig zum Auftakt im Mund, dann kommt eine leicht raue Prägung durch, mit kühler und frischer Aromatik und rassiger Säure. Noch jugendliche, scharfkantig raue Gerbstoffe, braucht noch viel Zeit. Sehr vielschichtig, mit gutem Durchzug und kompaktem Körper, ganz auf Frische gebaut, sehr stimmig im Nachhall, mit großer Finesse und der typischen, in sich gewachsenen Harmonie von Haut-Bailly.

97 – 99 | HAUT-BRION | Péssac-Léognan rouge | Parker 95 – 97 | Suckling 95 – 96 |
Frost war nicht das Gesprächsthema auf Haut-Brion, denn schon alleine aufgrund der Nähe zur Stadt, ist es hier bedeutend wärmer als um Léognan. Die Lese begann zehn Tage vor dem Durchschnitt am 31. August bis 29. September, nur 2003 und 2011 wurden noch früher mit der Ernte begonnen! 56 % Merlot, 40,7 % Cabernet Sauvignon und 6,3 % Cabernet Franc kamen in den großartigen Grand Vin. 9.900 Kisten entsprechen 45 % der Produktion von den 48 Hektar dieses berühmten Premier Cru. Der Rest kam in den ebenfalls sehr gelungenen Zweitwein Le Clarence (93 – 95). Mit etwa 14 % Alkohol fiel der 2017er vergleichsweise mittelgewichtig aus, denn Haut-Brion erreicht gerne mal um die 15 Grad ohne dabei auffällig zu werden. Dunkle, massive Farbe. Distinguierte, dunkelbeerige Nase mit kühler Frucht, schokoladigen Noten und Graphit. Dicht und straff im Mund, mit saftiger Tiefe und weit gefasstem, feinstem Gerbstoffgerüst. Die dunkelbeerige, likörig vollreife Frucht ist immer präsent mit feinem Tiefgang und großer Dichte. Sehr vollmundiges Mittelstück, lang und aristokratisch, setzt sich eine feine rote Beerigkeit mit dunklem aromatischem Hintergrund am Gaumen fest. Finessenreich und tiefsinnig, wird sich dieser elegante, große Haut-Brion hervorragend entwickeln, mittelgewichtig und mit großartigem Feinschliff.

94 – 96 | LA MISSION HAUT-BRION | Péssac-Léognan rouge | Parker 95 – 97 | Suckling 95 – 96 |
Der Ertrag lag mit 49,6 hl/ha im Normalbereich bei La Mission, sodass aus den 25 Hektar etwa 6.700 Kisten gefüllt werden. 56 % Merlot, 4,4 % Cabernet Franc und 39,6 % Cabernet Sauvignon kamen in den Grand Vin, der 51 % der Produktion repräsentiert. Der Ausbau erfolgt in 70 bis 80 % neuen Fässern bei etwa 14 % Alkohol. Granatrot, etwas hellere Farbe. Verhaltene, warm anmutende Nase mit reifer, tiefer Frucht im Hintergrund. Voll und weit aufgespannt im Mund, mit weicher Struktur, sehr transparent und vielschichtig, mit leicht rauen Gerbstoffen. Sehr charmant und etwas weniger dicht im Kern, bringt der elegante La Mission seinen reizvollen, rotbeerigen Körper mit sehr guter Länge in Stellung. Während Haut-Brion schon deutlich ausdrucksstärker erscheint, muss sich der La Mission erst noch finden. Das Potenzial zur Steigerung hat er in jedem Fall.

93 – 95 | LATOUR-MARTILLAC | Péssac-Léognan rouge | Suckling 91 – 92 |
Etwa 35 % Frostschäden gab es in den roten Anlagen auf Latour-Martillac. Geerntet wurde vom 12. bis 29. September mit 34 hl/ha. 63 % Cabernet Sauvignon, 5 % Petit und Verdot und 30 % Merlot reifen in 40 % neuen Fässern mit 13,75 % Alkohol. Schwarze, natürliche Farbe. Schokoladige, satte Nase, sehr kompakt und füllig. Stoffiger Auftakt im Mund, sehr klar, schokoladig kirschig und extraktreich, mit festen, rassigen Gerbstoffen. Enorm voll und kernig, mit guter, tiefgründiger Würze, ausgewogen und mit ausgezeichnetem Schmelz.

94 – 96 | PAPE-CLÉMENT | Péssac-Léognan rouge | Parker 92 – 94 | Suckling 91 – 94 |
Auf dem frostgeschädigten Pape-Clément wurde vom 15. September bis zum 3. Oktober geerntet. 55 % Cabernet Sauvignon und 45 % Merlot kamen mit etwas mehr als 14 % Alkohol in den Grand Vin, der 78 % der Produktion darstellt. Massive Farbe, viskos. Satt, süß, tief und würzig in der Nase mit kühler, reifer Frucht und großem, fülligem Hintergrund. Dicht und stoffig im Mund, mit viel Druck, sehr frisch und klar, kraftvolle Gerbstoffe mit leicht rauer Prägung, mineralische, feste Struktur mit satter Frucht und viel Extraktrückhalt. Ganz frisch und fleischig, mit sehr guter Vielschichtigkeit und massiver Extraktion mit leichten Amarena-Noten, sehr lang. Um ganz groß zu sein müsste er noch etwas mehr Lockerheit besitzen, die in Péssac dieses Jahr nicht sehr leicht zu erreichen war.


Pomerol

93 – 95 | BOURGNEUF | Pomerol | Parker 91 – 93 |
Bourgneuf ist der direkte Nachbar von Trotanoy, die Qualitäten wurden in den vergangen Jahren deutlich gesteigert und das Profil geschärft. 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc werden auf neun Hektar kultiviert, der Ausbau erfolgt in 35 % neuen Fässern. Lebendige, dunkle Farbe. Dunkelbeerige, typische Bourgneuf-Frucht mit großer Saftigkeit im Geruch, voll, mit viel Spiel und Würze. Stoffig, saftig und reif auch im Mund, sehr stimmig, mit viel Fleisch und sattem Kernaroma, ganz frisch, knackig und außerordentlich lang. Die kühle Art des Jahrgangs steht dem Bourgneuf ganz besonders gut. Distinguierte Gerbstoffe mit feinem Schmelz und intensiver Süße. Puristisch, langlebig und in diesem Jahrgang eher etwas langsamer in der Entwicklung.

93 – 95 | LE CHEMIN | Pomerol | Suckling 85 – 86 |
Der Le Chemin ist seit dem 2015er ein kleiner Geheimtipp in Pomerol. Knapp ein Hektar ist die Lage von Francois Despagne groß. Er wächst auf Kies und sandigem Lehm, ist mit 100 % Merlot bepflanzt und wird in 100 % neuen Fässern ausgebaut. Massive, dichte, viskose Farbe. Volumenreich und cremig, sehr voll, frisch und reif. Sehr gute Spannung, ganz klar und saftig, mit ausgezeichneter verdichteter Konzentration und leicht rohem, krokanten Nachhall, der ihn sehr jugendlich erscheinen lässt. Die geschmeidigen Gerbstoffe sind gut integriert, wieder ist der Le Chemin einer der erfolgreichsten, reinsortigen Merlots, obschon diese Rebsorte in den vergangenen Jahren leichte Artikulationsprobleme aufweist (siehe Jahrgangsbericht).

95 – 97 | LA CONSEILLANTE | Pomerol | Parker 95 – 97 | Suckling 94 – 95 |
Auf Conseillante gab es 15 % Frost in den Cabernet Franc-Anlagen zu Cheval Blanc, der Ertrag kam auf 34 hl/ha. In der Assemblage finden sich 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc mit 13,5 % Alkohol in 70 % neuen Fässern. Dunkle, dichte Farbe. Satt, saftig und fruchtbetont im Duft, mit viel Stoff und großer Kraft. Dicht, satt und körperreich im Mund, noch etwas streng und stumpf, jedoch mit viel Saft und dichter, satter Struktur, sehr schmelzig im Fond. Tiefgründig, mit großer Spannung und ausgezeichnetem Rückaroma. Ein sehr guter La Conseillante mit sehr gutem Potenzial.

95 – 97 | CERTAN DE MAY | Pomerol | Parker 89 – 91 | Suckling 94 – 95 |
Erwartungsgemäß stach der Certan de May mit 60 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon, die auf kieseligem Lehm wachsen, unter den Pomerols heraus. Dichte, natürliche Farbe. Duftig, fein, unglaublich cremig und likörig, mit fetter, stoffiger Frucht und ausgezeichneter Konzentration, zeigt er sich enorm feinkörnig in den ausgereiften Gerbstoffen, mit viel Saft und Eleganz. Enorm viel Druck und Schubkraft nach hinten, mit grandiosem Rückaroma und großer Tiefenstaffelung, sowie weite Verteilung der Aromen, süß und schwelgerisch. Einer der großen, eigenständigen Charakterweine! Und dennoch deutlich weniger bekannt als seine Nachbarn Vieux Château Certan, Hosanna, Pétrus und La Fleur Pétrus.

93 – 95 | DOMAINE DE L’EGLISE | Pomerol | Parker 88 – 90 | Suckling 92 – 93 |
Zur Domaine de l’Eglise gehören beachtliche sieben Hektar die mit 97 % Merlot und 3 % Cabernet Franc bepflanzt sind, der Ertrag lag bei 32 hl/ha, der Ausbau erfolgt in 45 % neuen Fässern. Dunkelbeerig, verdichtet und fleischig, präsentiert sich der Domaine de l’Eglise mit viel Saft und Körper, sehr intensiv, schöner Würze und ausgezeichnetem Fluss. Saftig konzentriertes, sattes Mittelstück, großartige füllige Struktur, sehr ausdrucksstark für einen fast reinsortigen Merlot dieses Jahrgangs, lang und balanciert, mit hervorragendem Nachhall. Einer der empfehlenswertesten, preiswerten Pomerols.

95 – 97 | L’EGLISE-CLINET | Pomerol | Parker 96 – 98+ | Suckling 97 – 98 |
Auf l’Eglise-Clinet gab es erfreulicherweise keinen Frost. Gelesen wurde früh vom 12. bis 22. September. In die Assemblage gelangten 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc bei 14,3 % Alkohol, die in 70 % neuen Fässern ausgebaut wurden. Dunkelbeeriger, likörig reichhaltiger Duft mit Graphit und etwas Schokolade. Dicht und dunkel präsentiert sich der l’Eglise-Clinet im Mund mit massiger, gerbstoffbetonter Struktur, sehr straff, ewig weit und lang, sehr intensiv am Gaumen, mit viel Druck und grandioser Dichte. Der 2017er wirkte im jetzigen Stadium deutlich jünger als es damals der 2015 und 2016 waren. Wie immer ein großartig lebendiges Unikat mit unglaublichem Spaßfaktor und emotionaler Ansprache.

95 – 97 | EVANGILE | Pomerol | Parker 93 – 95 | Suckling 94 – 95 |
Auf Evangile kämpfte man mit 50 % Frost und hatte dreifache Arbeit bei halbem Ertrag. Von den 20 Hektar wurden 50 % ab dem 4. September mit 40 hl/ha gelesen, auf der anderen Hälfte wurden die Trauben der 2. Generation mit drei hl/ha bis zum 3. Oktober eingebracht. Vor allem der Cabernet Franc wurde getroffen, daher besteht der Grand Vin 2017 aus reinem, ungefrostetem Merlot. Ausgebaut wird der beeindruckende Evangile in 100 % neuen Fässern bei üppigen, dennoch unmerklichen 14,6 % Alkohol. Schwarze Farbe. Dicht, offensiv und frisch in der Nase, weniger balsamisch als sonst, satt und feingliedrig. Straff und rassig im Mund, nicht zu breit und sehr fein erinnert er an den grandiosen 2006er. Schokoladige Noten findet man nur im Finale, nicht in der Mitte, denn der Evangile zieht mit großer Energie durch und ist dabei mit cremigem Extrakt erfüllt, sehr auf Frische und Linearität gearbeitet. Feingliedrige, elegant geschliffene Gerbstoffe und großartige Länge. Ein ausgezeichneter, reiner Merlot.

95 – 97 | FEYTIT-CLINET | Pomerol | Parker 90 – 92 | Suckling 91 – 92 |
Bei fünf Verkostungen setzte sich der Feytit-Clinet immer besser in Szene. Die frühen Muster wirkten etwas gereift, in der zweiten Hälfte der Primeur-Woche waren sie wesentlich frischer und präziser. Das liegt daran, dass Jérémy Chasseuil einen kleinen Betrieb leitet, der die Bemusterung nicht immer optimal arrangieren kann. Daher wird dieser Wein sicherlich von vielen Verkostern verkannt werden. Dunkle, dichte Farbe. Frisch, satt, dunkelbeerig und konzentriert, mit liköriger, hochverdichteter Kopfnote. Schokoladige Fülle mit Teer und Graphit, ganz tief und reichhaltig auf der Zunge. Ein grandioser, vielschichtiger, nahezu reinsortiger Merlot, der in diesem Jahrgang zu den größten Verführern mit hedonistischer Trinkfreude zählt. Seit 2004 ist dies der beste bezahlbare Pomerol weit und breit!

95 – 97 | LA FLEUR DE GAY | Pomerol | Parker 88 – 90 | Suckling 91 – 92 |
La Fleur de Gay war auch einer der Merlot-betonten Weine, die sich bei den beginnenden Proben schwer taten. Zuerst erlangte er nur 92 Punkte, auf dem Weingut in der Wochenmitte und am Freitag darauf brillierte dieser großartige Pomerol. Im neuen Keller wurde er in modernen, organisch geformten Zementtanks vergoren. Mittlerweile besteht er nicht mehr aus reinem Merlot, 8 % Cabernet Franc haben sich dazu gesellt, die in der Nähe von Le Pin wachsen. Der Ausbau erfolgt in 80 % neuen Fässern bei 13,8 % Alkohol. Dichte, kompakte Farbe. Ganz feine, tiefe Nase mit großer Distinktion, viel Duft und offensive Kraft. Sehr satt und saftig im Mund, mit viel Schmelz und weit gefassten feingliedrigen Gerbstoffen mit süßem Nachhall. Große Konzentration mit ebenso großer Tiefe und grandioser Dichte. Dunkelbeerige, extraktreiche Akzente, vielschichtig, seidig und mit ausgezeichnetem Fluss, ist dieses einer der trinkigsten unter den anspruchsvollen Pomerols.

96 – 98 | LA FLEUR PÉTRUS | Pomerol | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
La Fleur Pétrus, Le Pin und Lafleur sind in Pomerol die direkten, üppig geratenen Verfolger der finessenreich eleganten Spitzenreiter Trotanoy und Pétrus. 91 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 3 % Petit Verdot sind auf den 18,7 Hektar gepflanzt. Dunkle, natürliche Farbe, dicht und recht dunkelbeerig auch in der Nase, tief, massiv und kompakt. Deutlich fetter und dichter als erwartet, berauscht der La Fleur Pétrus mit groß angelegter Struktur, schmelzig reifen Gerbstoffen, viel Druck und einer likörig intensiven Frucht mit ausgezeichnetem, verschwenderisch üppigem Nachhall.

95 – 97 | HOSANNA | Pomerol | Parker 96 – 98 | Suckling 95 – 96 |
Auf den 4,5 Hektar von Hosanna sind 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc in direkter Nachbarschaft zu Pétrus, La Fleur Pétrus, Lafleur, Vieux Château Certan und Certan de May gepflanzt. Tief, dicht und süß, erscheint der Hosanna in gewohnter massiver, runder und schmelziger Art mit großer schokoladiger Fülle und unterscheidet sich dadurch zu seinen umliegenden Konkurrenten. Dunkelbeerig, fleischig und wollüstig bereichert er den Gaumen mit weit gefasster Gerbstoffstruktur und breiter Bereifung. Ein üppiger, hedonistisch anmachender Pomerol mit Stil und ausgezeichnetem Terroir.

94 – 96 | LATOUR A POMEROL | Pomerol | Parker 92 – 94 | Suckling 92 – 93 |
Der Latour a Pomerol konnte in den vergangenen Jahren sein Profil deutlich schärfen und wuchs zu einem sehr verlässlichen Wert in Pomerol heran. Auf acht Hektar wachsen 100 % Merlot mit einem besonders fleischig-würzigen Charakter. Dicht, tief, saftig und likörig, gibt sich der Latour a Pomerol gewohnt fleischig und mit ganz feinen Gerbstoffen ausgestattet. Seine rotbeerige Aromatik ist mit feinen dunkelbeerigen Reflexen durchzogen. Sehr gute Frucht und Fülle, große Delikatesse, mit ausgezeichnetem Druck und charaktervoller Eigenständigkeit.

97 – 99 | PÉTRUS | Pomerol | Parker 93 – 95 | Suckling 97 – 98 |
Etwas Frost musste man auf Pétrus hinnehmen und schaffte daraufhin große Heizkanonen mit Propellern an, um künftigen Frostnächten entschieden entgegen zu treten. Bei der Blüte trat Verrieselung auf, was die Erntemenge weiter einschränkte und die Trockenheit im August hinterließ ebenfalls ihre Spuren. Mit 20 Tagen wurden die 11,5 Hektar reinem Merlot vom 8. bis 28. September recht lange und im Detail mit 30 hl/ha Ertrag aufwändig gelesen. Mit drei Wochen war auch der Maischestand deutlich länger als üblich, denn die Extraktion wurde sehr sanft und langsam angegangen. 14,5 % Alkohol erreichte der hervorragende Pétrus 2017 und wirkt dabei keineswegs breit. Zu 50 % gelangte der Jungwein in neue Fässer, der Rest war bereits ein Jahr gebraucht. Dunkler Farbkern, sehr natürlich, leicht viskos. Likörig, tief, klar und puristisch duftet der finessenreiche Pétrus mit vielschichtiger, großer Dichte und ausgezeichneter Komplexität. Sehr elegant anziehend und aus einem Guss, ist der Geruch mit grandioser Tiefenstaffelung, ganz ausgreift und mit distinguierter Zurückhaltung aufgefächert. Auch auf der Zunge entfaltet sich die puristische, nachhaltige und sehr schmelzige Aromatik mit großer Intensität und enorm viel Druck. Sehr kraftvoll, mit feiner, liköriger Rotbeerigkeit und lebendiger Säure, besitzt er ein extraktreich frisches Mittelstück mit Noten von Kirschen, Pflaumen und Teer. Seine vielschichtig facettenreichen Gerbstoffe sind cremig feinkörnig, tiefgründig und weit verteilt am Gaumen. Bei all seiner Kraft und Wucht wirkt dieser hochanziehend puristische Merlot niemals massiv oder schwer. Eine grandiose Symbiose von feingliedriger Finesse und engelsleichter Fülle. Durch Präzision und Detailschärfe ist dieser Pétrus angesichts des eigentlich schwachen Merlot-Jahrgangs mustergültig gelungen.

92 – 94 | PLINCE | Pomerol | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Der kleine Plince wuchs in 2017 über sich hinaus! Auf den 8,5 Hektar sind 79 % Merlot und 21 % Cabernet Franc gepflanzt. Dunkel, dicht und konzentriert, besitzt der Plince viel Frucht und Fülle, ein ausgeprägt intensives Kernaroma, er ist saftig, voll ausgereift und lang. Seine Lockerheit, dunkelbeerige Fülle, Frische und Knackigkeit, sowie rassige Struktur und cremige Gerbstoffe machen ihn zu einem der attraktivsten unter den günstigen Pomerols!

97 – 99 | TROTANOY | Pomerol | Parker 96 – 98 | Suckling 96 – 97 |
Gemeinsam mit Pétrus steht der Trotanoy ganz oben auf dem Treppchen in Pomerol . Beide 2017er sind sich in ihrer auf Delikatesse, Tiefe und Vielschichtigkeit ausgerichteten Art recht ähnlich. La Fleur Pétrus, Lafleur und Le Pin sind dagegen etwas fülliger und schwelgerischer. Dichte Farbe, etwas dunkler als La Fleur Pétrus, der daneben in der Verkostung stand. Dicht und weit gefasst im Geruch mit rotbeeriger, reifer und anziehend duftiger Frucht von grandioser Delikatesse. Sehr saftig, fein und elegant im Mund, mit cremiger Struktur und viel Frucht. Tiefgründig, sehr frisch und sogar dieser Momentaufnahme einen Tick länger als Pétrus, wenn er nicht gar den längsten Nachhall aller 2017er Pomerols besitzt.

95 – 97 | VIEUX CHÂTEAU CERTAN | Pomerol | Parker 96 – 98 | Suckling 97 – 98 |
Nur um ein halbes Grad Celsius schlüpfte Vieux Certan am Frost vorbei und erlebte eine der frühesten Ernten aller Zeiten vom 12. September bis 2. Oktober. Das war vor allem für die in 2012 neu gepflanzten Cabernet Sauvignon-Stöcke sehr erfreulich. Knappe 37 hl/ha kamen mit 14,2 % Alkohol in 70 % neue Fässer. Der Grand Vin besteht aus 81 % Merlot, 14 % Cabernet Franc und erstmals 5 % Cabernet Sauvignon. Schwarze, natürliche Farbe. Likörige, frische, dunkle Frucht im Geruch, mit kirschigen Reflexen, nicht ganz so bombastisch wie in superreifen Jahren, mehr auf Präzision, Tiefe und Frische gebaut. Dichte Attacke im Mund mit satter Würze, sehr massiv aber nicht fett, ganz frisch und knackig. Die feinkörnige, reichhaltige Gerbstoffstruktur erscheint wie aus einem warmen Jahr, die kühle Frucht und Frische wie aus einem kühlen. Sehr tief, mit viel Durchzug und Länge, zeigt er ganz leicht grobere Gerbstoffe als Nachbar Pétrus. Hervorragend!


St.-Emilion

96 – 98 | ANGÉLUS | St.-Emilion | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
Das Terroir des Grand Vin wurde mit etwa 20 % vom Frost betroffen, daher liegt die Produktionsmenge mit 32 hl/ha in diesem Jahr nur bei etwa 85.000 Flaschen. In der Assemblage finden sich 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc mit 13,8 % Alkohol in 100 % neuen Barriques. Massive, dunkle Farbe. Reduktive, verschlossene Nase mit viel Druck und dunklem Extrakt im Fond. Satt und schmelzig im Mund, sehr distinguierte und weit verteilte, extrem feinkörnige Gerbstoffe, dunkelbeerige Aromen, Graphit und Schokolade. Druckvoll, finessenreich, sehr konzentriert und geschmeidig, ewig weit und lang, unglaublich aromatisch, aus einem Guss gehoben. Ein großer Angélus, der freilich an den überragenden 2016er nicht heran reichen kann.

97 – 99 | AUSONE | St.-Emilion | Parker 97 – 99 | Suckling 96 – 97 |
Die Familie Vauthier musste bei den Weingütern Simard, Haut-Simard und de Fonbel einen Komplettausfall wegen Frost hinnehmen. Der grandiose Ausone wurde glücklicherweise vom Frost verschont. 55 % Cabernet Franc und 45 % Merlot ergeben die Assemblage, der Ausbau erfolgt in komplett neuen Fässern, der Ertrag lag bei nur 35 hl/ha. Lila Farbe, massiv und viskos. Ganz dicht und tief im Geruch, weit gefasst mit dunkelbeerigem Kernaroma, liköriger Kopfnote, Graphit und Teer. Grandiose, tiefe Struktur im Mund, hochfein und vielschichtig, mit ausgezeichneter Frische und likörig extraktreichem Nachhall. Durch den weniger ausdrucksstarken Merlot, schmeckt der Ausone als sei er zu drei Vierteln aus Cabernet Franc erzeugt, mit kühler, sehr tiefgestaffelter Würze und grandioser Tiefe. Da der Merlot seine Fülle nicht ausspielt kommt auch das feinste Holz mehr zum Vorschein. Wie immer ein hochkomplexer, aristokratisch anmutender Wein, der in diesem Jahr groß, aber nicht ganz groß geworden ist. Für Liebhaber von großen Cabernet Francs ist er als Musterbeispiel dennoch ein Muss!

94 – 96 | BEAUSÉJOUR DUFFAU LAGAROSSE | St.-Emilion | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
Innerhalb der Hierarchie der Weine unter der Leitung von Nicolas Thienpont liegt der Beauséjour Duffau 2017 gleichauf mit dem Pavie-Macquin knapp hinter dem überragenden Larcis-Ducasse. Die hervorragende Plateaulage verhinderte Frostschäden. 88 % Merlot und 12 % Cabernet Franc kamen mit 55 % neuen Fässern in den Grand Vin, der 64 % der Produktion repräsentiert. Gelesen wurde vom 22. September bis 2. Oktober mit 38 hl/ha bei etwa 14 % Alkohol was in 1.500 Kisten resultiert. Schwarze Farbe, dichte, dunkelbeerige, schokoladige Aromen, sehr voll und stoffig, mit viel Würze und leicht hohler Mitte. Dicht gewobene Struktur von mittelfeinem Korn, leicht rauere Gerbstoffe als Larcis-Ducasse, viel Wucht und Körper mit warmherziger Fülle.

97 – 99 | BÉLAIR-MONANGE | St.-Emilion | Parker 96 – 98 | Suckling 94 – 95 |
Für Bélair-Monange, den direkten Nachbarn von Ausone, ist 2017 ein geradezu riesiger Erfolg. Einerseits konnte der Wein in diesem Jahr qualitativ mit Ausone gleich ziehen, andererseits übertrifft der neue Jahrgang seine eigenen Vorgänger aus 2015 und 2016, denn es ist schlicht der bislang beste Wein dieses großartigen Terroirs! 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc sind auf den 23,5 Hektar gepflanzt. Während viele Merlot-betonte Weine in 2017 etwas weniger aromatisch sind, zeigen sich die Merlots von Bélair-Monange in voller Pracht. Dunkle, viskose Farbe. Tief, offen, fruchtig und finessenreich duftet der BM mit likörig-rotbeeriger, sehr lebendiger Aromatik, hochkomplex und fein geschliffen. Dicht, schmelzig und weit gefasst, wirkt er ganz locker, schokoladig und reif auf der Zunge, mit enormem Druck und endloser Fülle. Seine noblen Gerbstoffe sind weit und vielschichtig gefächert, die krokante Säure verleiht ihm große Spannung und ausgezeichnete Länge. Dies ist kein üppiger, breiter Kraftprotz, sondern vielmehr ein schlanker, feinsinniger 1er Grand Cru mit großer Klasse und ewigem Nachhall.

94 – 96 | BELLEFONT-BELCIER | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 93 – 94 |
Bellefont-Belcier ist eine hervorragende Lage an den südlichen Hängen des Kalksteinplateau zwischen Tertre-Rôteboeuf und Larcis-Ducasse, bepflanzt mit 70 % Merlot, 25 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon. Seit drei Jahren gehört es zu den Vignobles K, hinter denen ein qualitätsorientierter Investor aus Hong-Kong steht. Der 2017er Bellefont-Belcier ist hervorragend gelungen. Leuchtende, massive Farbe. Satt, dicht und fleischig, mit viel Stoff und Kraft, hoher Intensität und üppiger Anmutung. Sehr frisch, mit großartiger Tiefe und Spannung, feinkörnigen Gerbstoffen und körperreicher Fülle. Die leicht hohle Mitte wird mit balsamischer Süße, sehr guter Länge und weit gespannter Struktur aufgefangen.

93 – 95 | BELLEVUE | St.-Emilion | Parker 93 – 95 |
Das Schwestergut von Angélus wird aus reinem Merlot erzeugt. Dunkle, lebendige Farbe. Dicht und distinguiert im Duft, mit feiner balsamischer Note und Tiefgang. Satt, dunkelbeerig und schmelzig süß im Mund, Graphit und wenig Frucht, kompakt, mit guter Textur und feinen Gerbstoffen, rassig und lang. Sehr voll und stoffig, wenig Säure, dennoch frisch und mit sehr guter Spanung.

95 – 97 | CANON | St.-Emilion | Parker 94 – 96 | Suckling 94 – 95 |
Canon konnte man auf dem Weingut eindeutig am besten probieren, bei drei anderen Gelegenheiten gab es auch etwas weniger präzise Flaschenmuster. Die perfekten Plateaulagen von Canon sorgten dafür, dass es keinen Frost auf diesem Gut gab, der Ertrag war mit 42 hl/ha normal. Der Merlot wurde vom 4. bis 15. und der Cabernet Franc bis 24. September geerntet. Von ersterem gelangten 77 % in die Assemblage, der Rest ist Cabernet in 55 % neuen Fässern bei 14 % Alkohol. Dunkle, dichte Farbe. Tief, satt und offensiv in der Nase mit fleischiger, frischer, stark verdichteter Frucht, nicht so tief und komplex wie erwartet, aber das kann sich mit dem weiteren Ausbau noch ergeben. Unglaublich distinguiert, seidig und elegant im Mund, vielschichtig, mit enormem Tiefgang, sehr lang und geschliffen. Grandioser, frischer, feinsinniger St.-Emilion und eigentlich einer der jahrgangsbesten Merlot-betonten Weine dieser Appellation, denn hier findet diese Rebsorte ihren puristischen Ausdruck und ursprünglichen Charakter, den man bei vielen Merlots vom rechten Ufer ein wenig vermisst. Dunkelbeerige Nuancen vom Cabernet mit delikat ansetzendem Amarena-Kirscharoma dabei, keine Schokonuancen, alles auf Frische und Finesse gebaut.

93 – 95 | CANON LA GAFFELLIÈRE | St.-Emilion | Parker 91 – 93+ | Suckling 94 – 95 |
Nach 60 % Frostschaden hat man sich auf Canon-la-Gaffelière mit größtem Aufwand um die Triebe der 2. Generation bemüht und in den Grand Vin integriert. Am Ende wurde vom 18. September bis 10. Oktober geerntet mit einem spärlichen Ertrag von 16 hl/ha. Graf Stephan bemerkte süffisant, hätte er die 2. Generation nicht hochgepäppelt, hätte er die Weinbergsarbeiter für den Rest des Jahres in Urlaub schicken können, das wäre ja auch keine Lösung gewesen. Die Cuvée besteht aus 60 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Franc mit 13,8 % Alkohol, 55 % neuen Holzfässer kamen zum Einsatz. Dunkle Farbe, Duftig, tief und saftig in der Nase, sehr frisch und delikat. Weit gefächert im Mund, mit gutem Volumen und Kraft, feine, delikate Säure, die dem Wein einen gewissen Lift verleiht. Körperreich, mit mächtigen Gerbstoffen, die rotbeerigen Aromen erscheinen etwas helltöniger als gewöhnlich. Die Säure bleibt pikant auf der Zungenspitze stehen und muss noch mit der Frucht und Struktur über den weiteren Ausbau zusammenwachsen. Sehr junger, entwicklungsfähiger Canon-la-Gaffelière.

96 – 98 | CHEVAL BLANC | St.-Emilion | Parker 93 – 95 | Suckling 97 – 98 |
Einer der wesentlichen Charakterzüge von Cheval Blanc beruht auf alten Cabernet Franc-Reben, die auf Lehm wachsen. Genau diese wurden hart vom Frost getroffen, insgesamt 30 % der Triebe auf Lehmböden waren erfroren. Um den Cheval Blanc nicht zu sehr in Richtung Merlot ‚abdriften‘ zu lassen, hat man sich der Herausforderung gestellt, die Triebe der 2. Generation aufwändig groß zu ziehen. Am Ende gelangten 5 % davon in die Assemblage des Grand Vin, der final aus 30 % Cabernet Franc, 14 % Cabernet Sauvignon und 56 % Merlot besteht. Massive Farbe, dicht und natürlich. Rassige, tiefe und vielschichtig feine Frucht im Duft, delikate Holzwürze (100 % neu), puristisch und mit großer Konzentration. Dicht und offensiv im Mund, sehr geradlinige Struktur mit viel Saft, sehr geschliffen und präzise, puristisch und fleischig, mit kühler Ausstrahlung. Sehr frisch und fest, in sich verwoben, sehr lang und charaktervoll. Trotz seiner Fülle besitzt er auch Transparenz in der rotbeerigen, kühlen Aromatik, mit leicht raueren Gerbstoffen als gewöhnlich und guter Länge.

95 – 97 | CROIX DE LABRIE | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 93 – 94 |
Der Croix de Labrie ist einer der besten reinsortigen Merlots des Jahrgangs 2017. Auch hier gab es Frost, mit großem Pflegeaufwand wurden die verschonten Trauben zu maximaler Reife gebracht. Etwa 6.000 Flaschen wird es nur geben, ausgebaut wird er in Barriques und Tonneaux. Grandiose Tiefe, unglaubliche Transparenz und enorme Reife. Mit großartigem Purismus und berstender Intensität bringt er eine rotbeerige, reichhaltige Frucht hervor, die mit explosiver Frische und feinen blaubeerigen Reflexen versehen ist. Feinste Gerbstoffe und eine weit gefasste Struktur bleiben finessenreich, schmelzig, lang und schwelgerisch im Nachhall zurück. Ein wirklich einzigartiger St.-Emilion der große Trinkfreude bereitet und im Vergleich unglaublich preiswert erscheint.

95 – 97 | FIGÉAC | St.-Emilion | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
Auf Figéac erwischte es meist Cabernet Franc in den tieferen Lagen, dabei wurden 50 % der Weinberge mit Frost befallen. Mit einer Drohne wurden die Schäden im Weinberg analysiert und anschließend 20.000 Stöcke markiert. Aus der 2. Generation wurden von jedem dieser Traubenhenkel einzelne Beeren zur Lese probiert, insgesamt 150.000 Stück. Vom 7. September bis zum 3. Oktober wurde geerntet mit 22 hl/ha Ertrag. Daher werden statt 100.000 Flaschen nur 50.000 produziert. In den Grand Vin gelangten 47 % Cabernet Sauvignon, 10 % Cabernet Franc und 33 % Merlot der ersten Generation, 10 % Merlot der 2. Generation, ausgebaut in 100 % neuen Fässern. Dichte, natürliche Farbe. Verhaltene, noch etwas hohle Nase mit feiner süßer Kopfnote und dunkelbeerigem Aroma. Satt, dicht und offensiv im Mund mit viel extraktreichem Schmelz und leicht strengen, stumpfen, jugendlichen Gerbstoffen. Straffe, etwas spitze Säure mit feiner kräuteriger Würze. Klassisch strenger Figéac mit etwas kargerer Struktur als die moderneren, üppigen Weine aus 2015 und 2016. Die Trauben der 2. Generation gaben Frische und Frucht, der Cabernet steuerte die dunkelbeerigen Aromen bei. Schöner Nachgeschmack mit guter Frische und feiner, rotbeeriger Frucht mit den typischen, leicht rustikalen Gerbstoffen wie früher. Ein Muss für Figéac-Fans.

91 – 93 | FOMBRAUGE | St.-Emilion | Parker 92 – 94 | Suckling 91 – 92 |
Die 58 Hektar von Fombrauge sind mit 89 % Merlot, 8 % Cabernet Franc, 2 % Malbec und 1 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. In den Grand Vin schafften es 93 % Merlot und 7 % Cabernet Franc. Bei vier Verkostungen konnte sich Fombrauge konstant behaupten. Dunkle Farbe. Offen, weit und locker präsentiert sich die Nase sehr vielschichtig. Dicht, süß, rund und schmelzig im Mund. Mit viel Saft und Fülle, sehr reif und mit viel Spiel, kraftvoll und lang mit likörigem, fülligem Nachhall.

94 – 96 | LA CLOTTE | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 93 – 94 |
La Clotte gehört seit 2014 der Familie Vauthier von Ausone und konnte in 2017 erstmals sein Potenzial besser ausspielen, daher übertrifft dieser Jahrgang auch den 2015er und 2016er! In der Assemblage finden sich 85 % Merlot, 10 % Cabernet Sauvignon und 5 % Cabernet Franc, ausgebaut wird er in 100 % neuen Fässern. Dunkle, massive Farbe. Unglaublich dichte Nase, ganz massiv, konzentriert und vielschichtig. Grandioses Holz mit schokoladigen Graphit-Reflexen, sehr präzise und frisch. Viel Saft und Tiefe im Mund, ewig weit aufgespannt, lang und intensiv. Großer Terroirausdruck und Charakter, sehr frisch, druckvoll und von ausgezeichneter Tiefenstaffelung. Er trägt die Ausone-Handschrift in sich und ist verfügbar, das sollte man sich nicht entgehen lassen. 10.000 Flaschen Produktion

95 – 97 | LARCIS-DUCASSE | St.-Emilion | Parker 92 – 94 | Suckling 94 – 95 |
Von den drei noblen Gewächsen aus St.-Emilion, die der Regie von Nicolas Thienpont unterstehen, sticht der Larcis-Ducasse in diesem Jahr heraus und lässt Beauséjour Duffau und Pavie-Macquin klar hinter sich. Grund sind die berstende Frische und große Präzision, die dem Larcis eine strahlende Erscheinung verleihen. Von den 11,15 Hektar sind 10,41 in Produktion und erlitten dank der hervorragenden Hanglage neben Pavie keinen Frost. Gelesen wurde vom 18. September bis zum 2. Oktober, was zu einem Ertrag von 34 hl/ha führte. Zu 92 % kam der Merlot mit 8 % Cabernet Franc in die Assemblage, gemeinsam erreichten sie 14 % Alkohol und wurden in 55 % neuen Fässern ausgebaut. 73 % der Produktion wird für den Grand Vin verwendet, das werden etwa 3.000 Kisten sein. Schwarze, dichte Farbe. Mit großer Tiefe und berstender Frische präsentiert der Larcis eine reife, sehr präzise Frucht im Geruch vor einem üppig-likörigem Hintergrund. Satt, feingliedrig, frisch und mit ganz großer Struktur erfüllt er den Mund, sehr engmaschig, enorm tief und aus einem Guss gehoben. Finessenreiche Gerbstoffe mit kristalliner Säure und schmelziger Fülle, sehr lang und immer frisch. Das wird großartig.

93 – 95 | MOULIN ST. GEORGES | St.-Emilion | Parker 87 – 89 | Suckling 89 – 90 |
Auf den sieben Hektar des Moulin St.-Georges wurden 80 % Merlot am 26. und 20 % Cabernet Franc am 29. September gelesen und in 100 % neuen Fässern ausgebaut. Großartige, dunkelbeerige, tiefe und vielschichtig Art, mit schokoladigen Reflexen, feinstem Holz und Graphit. Viel Saft und Fülle, sehr viel Frucht dabei, ausgezeichnete Rasse und finessenreiche, kristalline Säure, sehr konzentriert, mit distinguierten, geschliffenen Gerbstoffen und feiner Süße im langen Nachhall. Wie immer ist das Schwestergut vom Ausone einer der besten Werte in St.-Emilion!

94 – 96 | PAVIE | St.-Emilion | Parker 97 – 99 | Suckling 96 – 97 |
Auf Pavie wurde vom 25. September bis 3. Oktober gelesen mit 32 hl/ha. In den Grand Vin kamen 60 % Merlot mit 22 % Cabernet Franc und 18 % Cabernet Sauvignon mit 14,61 % Alkohol bei 80 % neuem Holz. Massive, viskose Farbe. Dichte, satte, massive Kopfnote im Geruch, dunkelbeerig, undurchdringlich tief und konzentriert. Satt, massiv und mit viel Struktur auf der Zunge, besitzt der Pavie weit verteilte feinkörnige Gerbstoffe, die intensiv austrocknen und die Zunge wie ein Korsett ummanteln. Metallische Säure, wenig Schmelz trotz eindringlicher Extraktsüße, stumpf, streng und trocken. Mit weiterem Ausbau besänftigt sich dieser wilde Pavie hoffentlich und wird etwas zahmer.

94 – 96 | PAVIE-MACQUIN | St.-Emilion | Parker 95 – 97 | Suckling 94 – 95 |
Innerhalb der Hierarchie der Weine unter der Leitung von Nicolas Thienpont liegt der Pavie-Macquin 2017 gleichauf mit dem Beauséjour Duffau knapp hinter dem überragenden Larcis-Ducasse. Die hervorragende Plateaulage verhinderte Frostschäden. 80 % Merlot, 18 % Cabernet Franc und 2 % Cabernet Sauvignon kamen mit 55 % neuen Fässern in den Grand Vin, von dem etwa 4.800 Kisten erzeugt werden. Gelesen wurde spät vom 20. September bis 9. Oktober mit 34 hl/ha bei etwa 14 % Alkohol. Dichte, satte Farbe. Tief, likörig und fett in der Nase, reifer und deutlich ‚wärmer‘ als Larcis. Dicht, lang und schmelzig im Mund, leicht grobere, immer noch feine Gerbstoffe, likörig-breiter Körper, fett, leicht trockene Spur. Hier fehlt etwas Frische, sodass die Gerbstoffe diesen Wein später dominieren werden. Zum Steak wird das dennoch ideal sein!

93 – 95 | DE PRESSAC | St.-Emilion | Suckling 91 – 92 |
De Pressac ist in den letzten Jahren zu einem der verlässlichsten Werte in St.-Emilion heran gewachsen. Geerntet wurde vom 14. September bis 4. Oktober. Die Assemblage besteht aus 74,5 % Merlot, 16 % Cabernet Franc, 7 % Cabernet Sauvignon, 1,5 % Carmenère und 1 % Malbec, der hier traditionell Noir de Pressac genannt wird. Schwarze, massive Farbe. Balsamische, süße Kopfnote im Duft, mit angetönter Tiefe, noch jugendlich verschlossen. Dicht, dunkel, saftig und fleischig im Mund, mit viel Stoff und Körper. Kerniger, frischer St.-Emilion mit dunkelbeeriger Fülle und stilvoller Rasse, die sicherlich auch vom Malbec herrührt. Vielschichtig und lang, mit großer Gerbstoffausbeute, tollem Biss und eigenwilligem Charakter. Kraftvoller Wein mit enormem Spiel und großer Präsenz.

95 – 97 | QUINTUS | St.-Emilion | Parker 93 – 95 | Suckling 93 – 94 |
Quintus ist das beeindruckende St.-Emilion-Gut von Haut-Brion. Es sitzt auf der westlichen Zunge des Kalksteinplateau und besitzt eine einzigartige, teils terrassierte, zusammenhängende Hanglage in 270° von Nord bis Süd-Ost um das Château. Die Fortschritte der letzten Jahre sind gewaltig, der hervorragenden 2017er wurde ausschließlich auf Quintus gemeinsam mit den Jahrgängen 2014, 2015 und 2016 präsentiert. Hört, hört … eine neue Macht bahnt sich den Weg an die Spitze in St.-Emilion! Von Mal zu Mal steigert sich der 2016er Quintus bei der Nachverkostung und auch der 2017er steigt auf diesem Niveau ein, denn der hohe Cabernet-Anteil spielt ihm in die Karten. Frost gab es für den Grand Vin keinen, 30 hl/ha wurden vom 14. bis 29. September geerntet. Die 54,4 % Merlot und 45,6 % Cabernet Franc brachten es auf satte 14,45 % Alkohol und reifen in 30 % neuen Fässern. Leuchtende, dunkle Farbe. Feine, distinguierte Nase, sehr tief, poliert und anziehend nobel. Finessenreich und straff auf der Zunge, mit sehr eleganten, feinkörnigen Gerbstoffen, großer Tiefenstaffelung und aristokratischem Antlitz. Die ganz leicht hohle Mitte wird von reichhaltigem Extrakt und großem Schmelz aufgefangen. Dunkelbeerig und kühl, mit druckvoll geschliffener Struktur, muss der feine Quintus lediglich die kleine Delle im Mund verkraften und landet innerhalb der Appellation nach den beiden Spitzenreitern Bélair-Monange und Ausone knapp hinter den Verfolgern Cheval Blanc und Angélus. Das ist mehr als ein Achtungserfolg!

91 – 93 | SAINTAYME | St.-Emilion | Parker 87 – 89 |
Bei Saintayme gab es ein wenig Frost. Er besteht aus reinem Merlot und wird in gebrauchten Barriques ausgebaut. Dicht und stoffig, mit viel Saft und rassigem Tiefgang. Satt im Mund, mit enormer Frucht und Würze, sehr ausdrucksstarkes Kernaroma mit frischen und leicht gereiften, sowie konfierten Nuancen. Hochreif und konzentriert, ausgewogene Gerbstoffe mit sehr guter Länge. Toller einfacher St.-Emilion für sehr adäquates Geld.

92 – 94 | LA SERRE | St.-Emilion | Parker 86 – 88 | Suckling 89 – 90 |
Auf den sieben Hektar von La Serre sind 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc gepflanzt. Dunkle Farbe. Feine, offene, rotbeerig vielschichtige Frucht in der Nase. Üppig, vollmundig und mit rassigen Gerbstoffen ausgestattet, besitzt der La Serre einen sehr aromatischen Auftritt im Mund, mit schokoladiger Nussigkeit und karamelliger Süße. Tiefgründig strukturiert, lang und kompakt, zeigt sich sein hervorragendes Terroir in seinem weit gefassten Rahmen und der nachhaltigen, reichhaltigen Fülle.

95 – 97 | TERTRE-RÔTEBOEUF | St.-Emilion | Parker 96 – 98 |
Nina Mitjavile leitet seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit ihrem Vater Francois das berühmte Tertre-Rôteboeuf in St.-Emilion und Roc de Cambes in Bourg. Die kalk- und lehmhaltigen Terroirs sind sehr ähnlich, die Erziehung, Vinifikation und Ausbau sind gleich. Sechs Hektar in Hanglagen und auf dem Plateau sind mit etwa 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc bestockt. Mit 14,2 % ist der Alkoholgehalt des 2017er Tertre für seine Verhältnisse eher moderat. Ganz feine, delikate Nase mit finessenreicher, überwältigender Frucht und großer Tiefe. Wie immer besteht die bombastische Aromatik aus frischen Fruchtakzenten die bis zu delikat kompottigen Aromen feinsinnig durchdekliniert wurden. Francois spricht hier gerne von »degenerierten« oder »denaturierten« Fruchtaromen. Für diese hochpräzise Ausdruckskraft ist der perfekte Lesezeitpunkt die alles entscheidende Frage. Nur so kann man diese differenzierte Abbildung der nuancierten Geschmacksnoten erzeugen. Im Mund ist er wie immer enorm kraftvoll, mit schwelgerischer Süße, feinem Holz und großer Spannung und Intensität. Sehr tief und rassig, mit schmelziger, gerbstoffreicher Struktur, viel Saft und salziger Mineralität. Sehr üppig, wenig Säure, viel Extrakt. Ein rauschender Wein mit gewaltigem Nachhall.

94 – 96 | TROTTE VIEILLE | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 94 – 95 |
Das Herzstück des Trotte Vieille ist eine uralte über 150jährigen Parzelle Cabernet Franc. In die Assemblage kamen 56 % dieser Rebsorte, 43 % Merlot und 1 % Cabernet Sauvignon bei 34 hl/ha. Distinguierte und tiefe, sehr feine Nase mit viel Cabernet Franc-Würze und der entsprechenden, vielschichtigen Transparenz, Graphit, etwas Schokolade und Teer. Tiefgründig, elegant, ganz natürlich und unaufgeregt, denn die Vinifikation ist nach ganz klassischem Muster ohne ChiChi, zu viel neues Holz oder ähnliches. Feine, weite Struktur im Mund, leicht aufgeraute Gerbstoffe mit sehr schönem Charakter und Würze, fleischige Fülle am Gaumen mit liköriger Süße, feiner Säure und großer Distinktion. Das ist ein ausgezeichneter Charakterwein mit Stil und Klasse, wie er im Bordeaux-Bilderbuch steht.


Satelliten: Bourg, Blaye, Canon-Fronsac, Castillon, Francs, Fronsac, Lalande de Pomerol, Lussac-St.-Emilion, Montagne-St.-Emilion, Premières Côtes de Bordeaux, Puisseguin-St.-Emilion, St.-Georges-St.-Emilion

92 – 94 | AURAGE | Castillon |
Wieder ist Aurage gemeinsam mit Montlandrie der beste Wein aus Castillon in 2017. Grandiose, dichte, stoffige Art. Enorm voll und reichhaltig, ein wirklich überwältigender, beeindruckender Castillon. Nicht ganz so voll und schokoladig wie 2016, aber sehr gut und dadurch sogar ein wenig differenzierter am Gaumen, lang, rassig und traumhaft strukturiert.

92 – 94 | CLOS DE BOÜARD | Montagne-St.-Emilion | Parker 88 – 90 | Suckling 89 – 90 |
Carolie de Boüard de Laforest, Tochter von Angélus-Besitzer Hubert de Boüard de Laforest, betreibt auf 30 Hektar das Château Clos de Boüard in Montagne-St.-Emilion. 2016 war der gelungene Debut-Jahrgang und 2017 ist wieder sehr erfolgreich, denn wieder ist es der beste Montagne-St.-Emilion. Dunkle, viskose Farbe. Satte, üppige Nase mit verschlossener Fruchtaromatik. Kraftvoll stimmig im Mund, sehr energiereich und dicht am Gaumen mit hoher Konzentration und massiven, runden Gerbstoffen, Graphit und Schokolade im tiefen Nachhall.

91 – 93 | MARSAU | Francs | Suckling 92 – 93 |
Dunkle, dichte, lockere Farbe. Offene, lockere Nase, sehr sauber, mit etwas Grenache-Aroma. Dicht, schmelzig und ganz präzise im Mund, feine, gereifte Frucht mit frischen Akzenten, sehr tief und lang, feine, vielschichtige Gerbstoffe. Ein hervorragender Wein von der Côte de Francs.

92 – 94 | LA PRADE | Francs | Parker 90 – 92+ | Suckling 90 – 91 |
Auf La Prade sind von sieben Hektar nur 4,5 nicht erfroren. 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc wurden vom 27. September bis 3. Oktober mit 35 hl/ha geerntet und reifen in 50 % neuen Fässern. Dunkle Farbe, reservierte Nase mit massiver Konzentration. Dicht, frisch und cremig im Mund, ganz feine Gerbstoffe mit gutem Schmelz und perfekter Verbindung zu Frucht, Säure und Struktur, viel Saft und gute Länge. Ein hervorragender La Prade.

93 – 95 | ROC DE CAMBES | Bourg | Parker 90 – 92 |
Auf Roc de Cambes gab es keinen Frost. Die Böden ähneln sehr denen des Schwestergutes Tertre-Rôteboeuf in St.-Emilion. 80 % Merlot, 15 % Malbec und 5 % Cabernet Sauvignon werden jedes Jahr in 100 % neuen Fässern ausgebaut. Schwarze Farbe. Dichte, verschlossene Nase, etwas reservierter und zurückhaltender als sonst, mehr auf Distinktion und Rasse ausgelegt in 2017. Daher kommt die feine Terroirwürze mehr zum Vorschein. Rassige Gerbstoffe mit Klasse und Stil, sehr tief und lang, mit feinem Säurespiel. Er besitzt die gleiche Fruchtkomponente wie immer, nur etwas weniger reichhaltig und üppig, etwas kühler und differenzierter, mit viel Würze, immer noch voll und körperreich. So zeigt sich der Roc de Cambes in diesem Jahr weniger fleischig und massiv, eher ewig lang und drahtig. Ganz natürlich und wie üblich mit grandioser Intensität.

89 – 91 | REYNON | Cadillac | Parker 83 – 85 | Suckling 87 – 89 |
Für den roten Reynon sind 20,5 Hektar mit 81 % Merlot, 6 % Cabernet Sauvignon und 13 % Petit Verdot bepflanzt. Dunkle Farbe, lila Reflexe. Dunkelbeeriger, fleischiger Ansatz im Duft, tief, frisch und lebendig. Dicht am Gaumen, mit viel Saft und Fleisch, schmelzige Struktur mit voller Frucht und sattem Kernaroma, kühl und beherrscht, mit sehr gutem Druck und Charakter.

89 – 91 | VEYRY | Castillon | Suckling 89 – 90 |
Die vier Hektar von Veyry sind mit 95 % Merlot und 5 % Cabernet Franc bepflanzt. Dunkle, dichte Farbe. Dumpf und indifferent in der Nase, leicht oxidierte Aromen und spanische Süße. Viel Stoff im Mund, sehr gute Fülle, stimmig am Gaumen, teeartige Gerbstoffe, kirschige Extraktsüße, kraftvoll und kompakt. Leider nur ein Mal beim Grand Cercle verkostet. Das Muster scheint nicht optimal gewesen zu sein. Sehr gutes Potenzial.


Bordeaux, Graves und Péssac-Léognan – Weißweine

94 – 96 | LA CLARTÉ | Péssac-Léognan blanc | Parker 90 – 92 | Suckling 93 – 94 |
Der weiße Zweitwein La Clarté von La Mission und Haut-Brion ist in 2017 absolut überragend, wenn nicht der beste bislang. Normalerweise werden 1.000 Kisten produziert, in diesem Jahr sind es erfreuliche 1.700 Kisten geworden, von den beiden Grand Vins gibt es jeweils nur rund 500 Stück. Geerntet wurde vom 22. bis 31. August mit 30,6 % Sauvignon Blanc und 69,4 % Sémillon bei 14 % Alkohol, ausgebaut in 20 % neuen Fässern. Fruchtig, tief und finessenreich, mit delikater Citrus-Frucht, ganz fein in sich verdichtet und straff, mit finessenreicher Kräuterwürze. Feine exotische Frucht im Hintergrund mit beißender Säure und massivem Extrakt gepuffert, ewig lang. Dieser spannungsgeladene Weißwein ist selbst für deutsche Riesling-Winzer ein beeindruckendes Erlebnis!

94 – 96 | COS D’ESTOURNEL | Bordeaux blanc | Parker 90 – 92 | Suckling 96 – 97 |
Der weiße Cos d’Estournel war einer der beeindruckendsten Weißweine des Jahrgangs. Seine Natürlichkeit, innere Spannung und packende Aromatik ließ einen nach der morgendlichen Probe bis zum Abendessen nicht mehr los und wurde zum Gesprächsthema. Stephan Attmann vom Weingut Von Winning wertete ihn noch deutlich höher als ich. Gespannt darf man sein, wie sich dieser große Wein von der Flasche präsentiert. Geerntet wurde er mit 26 hl/ha bei 12,9 % Alkohol aus 80 % Sauvignon Blanc und 20 % Sémillon, vergoren wurde er in 60 % neuen Fässern. Tief, saftig und frisch, unglaublich knackig, mit einer grandiosen saftigen Stoffigkeit und fleischiger Fülle mit exotischer Limettenfrucht. Ganz vielschichtig, poliert, wie aus einem Guss gehoben mit irrer Spannung und cremigem Extrakt am Gaumen. Im ewig langen, immer nachsaftenden Nachhall kommen reife Mango und delikate Minzaromen hervor. Wirklich beeindruckend, tief und lang.

98 – 100 | HAUT-BRION | Péssac-Léognan blanc | Parker 97 – 100 | Suckling 94 – 95 |
Ob man nun dem weißen Haut-Brion oder dem La Mission den Vorzug gibt, ist im Jahrgang 2017 eine reine Stilfrage. Für uns war der Haut-Brion etwas länger und rassiger. Frost war nicht das Gesprächsthema auf Haut-Brion, denn schon alleine aufgrund der Nähe zur Stadt, ist es hier bedeutend wärmer als um Léognan. 56,2 % Sauvignon und 43,8 % Sémillon kamen in den großartigen Grand Vin. Nur 520 Kisten wird es davon geben, obwohl der Ertrag bei 46,5 hl/ha lag. Zu rigoros war die Selektion zugunsten der Qualität. Geerntet wurde bereits vom 22. bis 30. August, der Most erreichte 14,3 % Alkohol, was für Haut-Brion eher ein mittlerer Wert und ohnehin nicht schmeckbar ist. Leuchtend gelbe Farbe mit grünlichen Reflexen. Ganz tiefe und aristokratisch anziehende Nase mit ganz feinem Hauch von Akazienhonig und frischen Kräutern, verhaltene Frucht mit Citrus, dabei auch exotische Akzente wie Ananas, delikat und vielschichtig. Im Mund zeigt er sich sehr weit gefasst, dicht und stoffig, cremig und komplex, ohne dabei schwer oder breit zu sein. Hinten packt der Säuregrip mineralisch beißend zu, ganz lang, mit grandioser Spannung und berauschender Fülle im Nachhall. Ganz locker und leicht wirkt er bei all seiner Kraft, kein Holz ist spürbar, obwohl knapp 50 % neu zum Einsatz gelangt waren. Dieser weiße Haut-Brion ist einfach ewig lang und einfach grandios.

94 – 96 | LATOUR-MARTILLAC | Péssac-Léognan blanc | Suckling 92 – 93 |
Der weiße Latour-Martillac konnte in den vergangenen Jahren zuverlässig zu den besten Péssacs aufschließen. Der 2017er besteht aus je 50 % Sauvignon und Sémillon, ausgebaut wurde er in 25 % neuen Fässern bei 13,3 % Alkohol. Leuchtend, dichte, gelbe Farbe. Tief, reif und gelbfruchtig in der Nase, animierend und fleischig. Schmelzig und reif im Mund, mit viel Druck und Körper, sehr füllig und klar, abgerundet und frisch. Sehr gute, tiefe, rassige Citrussäure, die großen Zug, satte Spannung und Länge erzeugt.

92 – 94 | LUNE D’ARGENT – CLOS DES LUNES | Bordeaux blanc |
Feine, distinguierte, cremige Nase, tief und reif, mit schöner Fülle und geradliniger Struktur mit Citrusaromen. Melone und Honig, vielschichtig, mit viel Schliff und Schmelz, lang und dicht gewoben, rassiges Spiel, feine Exotik und süßliches Extrakt bilden den Nachhall, ewig lang und tolle Spannung.

95 – 97 | PAPE-CLÉMENT | Péssac-Léognan blanc | Parker 94 – 96+ | Suckling 94 – 96 |
Während es bei La Mission und Haut-Brion kaum Frost gab, musste man auf dem nah gelegenen Pape-Clément ganze 40 % Schäden hinnehmen. Bei fünf Verkostungen erreichte der weiße Pape-Clément dreimal nur 93 – 95 Punkte, weil die Muster weniger frisch gewirkt hatten. Auf dem Weingut rückte er sich ins rechte Licht. 55 % Sauvignon Blanc und 45 % Sémillon erreichten 13,5 % Alkohol, 90 % der Produktion wurde für den Grand Vin verwendet. Neben Barriques wurden auch 15 % des Mostes in Zementeiern vergoren und gereift. Deutlich frischer als bei den anderen Verkostungen besitzt er viel Saft und eine vollmundige, weite und offene Struktur, sehr mineralisch, schmelzig und spannungsgeladen. Extraktreich, mit feiner Citrusaromatik und exotischen Nuancen, besitzt er eine beißende Säure und lang nachsaftende Struktur. In diesem Jahrgang geht der Pape-Clément mit großer Durchschlagskraft mehr in die Breite und Fülle.

96 – 98 | PAVILLON BLANC | Bordeaux blanc | Parker 93 – 95 | Suckling 97 – 98 |
Mit dem Jahrgang 2017 ist einer der besten Pavillon Blanc aller Zeiten gelungen. Dieser reinsortige Sauvignon erreichte 14 % Alkohol, etwa 12.000 Flaschen wird es davon geben. Tiefe, reduktive Fruchtaromen im Geruch, sehr fein und vielschichtig, extrem frisch und klar, was den puristischen Sauvignon-Charakter monumental empor hebt. Sehr komprimiert und grandios spannungsgeladen am Gaumen, mit Limetten und Citrusaromen besitzt er eine bebende Säure und vollmundig weit gefasste Struktur mit grünlich beißenden Noten und enormem Grip. Ewig weit gespannt und lang mineralisch anhaltend. Nach 17 Jahren Testphase hat man sich nun entschlossen diesen Jahrgang erstmals mit einem Diam-Korken zu verschließen, da er bei längerer Lagerung bessere Ergebnisse erzielt hat als Naturkorken.

95 – 97 | SMITH HAUT LAFITTE | Péssac-Léognan blanc | Parker 96 – 98 | Suckling 94 – 97 |
Der beeindruckende, weiße Smith Haut Lafitte besteht aus 90 % Sauvignon Blanc und je 5 % Sémillon und Sauvignon Gris. Die Hälfte reift in neuen Fässern der gutseigenen Tonnellerie. Frost gab es nur in den Lagen für den Zweitwein. Tief und kompakt, jugendlich verschlossen, mit ausgezeichneter, hoher Konzentration und grandioser Tiefe, bleibt er immer frisch und mit großer Strahlkraft präsent. Ewig lang am Gaumen, mit sehr fokussierten, vielschichtigen Aromen und ausgezeichneter Spannung. Nach Haut-Brion, La Mission Haut-Brion und Pavillon Blanc der beste weiße 2017er Bordeaux, auf Augenhöhe mit Pape-Clément. Bravo!

91 – 93 | GRAND ENCLOS DE CÉRONS | Graves blanc
Der Grand Enclos besteht aus etwa 47 % Sémillon und 43 % Sauvignon. Ausgebaut wird er zu 40 % in Stahltanks, der Rest in gebrauchten Barriques. Distinguiert und tief, schmelzig, extraktreich und intensiv, besitzt der Grand Enclos viel Citruswürze und etwas Exotik, mit guter, fester Struktur. Unglaublich dicht gewoben und lang am Gaumen. Ein hervorragender, preiswerter weißer Bordeaux.


Sauternes und Barsac – Süßweine

95 – 97 | COUTET | Barsac | Parker 95 – 97 | Suckling 93 – 94 |
Vielschichtig, delikat, ewig weit und mit feiner Kräuterwürze ausgestattet, besitzt der grandiose Coutet eine hervorragende Transparenz mit vibrierender Säure und übertrifft mit seiner Konzentration und Charakterstärke viele der großen Sauternes.

95 – 97 | GUIRAUD | Sauternes | Parker 91 – 93 | Suckling 94 – 95 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. 2017 entstand ein typischer, hedonistisch einladender Guiraud. Dicht, stoffig und intensiv, mit kompakter Struktur und großer Rasse und Spannung in der Säure. Weniger verführerisch duftig als Doisy Védrines, dafür voller und konzentrierter.

94 – 96 | RIEUSSEC | Sauternes | Parker 96 – 98 | Suckling 97 – 98 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Ganz saubere, klare Nase, satt, dicht und fruchtbetont. Tief und saftig im Mund, mit beißender, vibrierender Säure und guter Fülle. Dicht am Gaumen, mit ausgezeichneter Länge.

98 – 100 | D’YQUEM | Sauternes | Parker 97 – 99 |
105 Hektar Reben von 113 sind auf d’Yquem in Produktion, davon gab es auf nur drei Hektar Frost. Der Ertrag war mit 17 hl/ha eigentlich recht hoch, doch für die Selektion des Grand Vin wurden über 50 % der Ernte deklassiert. Statt der üblichen 100.000 Flaschen werden voraussichtlich nur 80.000 produziert. Da sich die Botrytis nach der Feuchtigkeit in der ersten Septemberhälfte rasch ausgebreitet hatte, konnte die Ernte in nur zwei Lesegängen vollzogen werden. Sonst sind meist drei bis vier »tries« erforderlich. Da auf d’Yquem seit 1896 die Wetterdaten erfasst werden, sieht Weinmacherin Valérie Lailheugue die Daten am ehesten mit 1947 in Übereinstimmung. Geschmacklich vergleicht sie 2017 lieber mit dem legendären 2001er! Da der Sauvignon zum Ende der Vegetationsphase etwas müde wurde, wie Madame Lailheugue erläuterte, kam er mit einer kleineren Proportion in die Assemblage. Der Grand Vin erreichte 13,9 % Alkohol und 148 Gramm Restzucker, gereift wurde er in 100 % neuen Fässern. Vollgelbe, hochintensive Farbe. Sehr frisch und reif im Duft, mit intensiver Fruchtaromatik in Richtung Mango, Pfirsich und Aprikose. Ganz fein und tief, verschwenderisch und verdichtet, mit explosiver Fülle im Geruch. Reichhaltig, cremig und offensiv im Mund, besitzt er viel Säurespannung und eine dichte, viskose Struktur, puristisch, vielschichtig und körperreich. Kraftvoller d’Yquem mit großartiger Stoffigkeit, die mich an den 1998er erinnert. Dennoch schwebt er irgendwie, ist nicht schwer, mit lebendiger Säure in der Zungenmitte und ewig langem Nachhall. Einzig die Säurespannung hielt der 2001er damals noch länger bis in den Abgang und sticht in diesem Punkt den 2017er knapp aus. Vielleicht hatte damals der Sauvignon etwas mehr auf der Pfanne?!

Bewertungen in rot und alle Beschreibungen von Thomas Boxberger © 2018.
Weitere Bewertungen: Suckling = James Suckling | Parker = Robert Parker Wine Advocate


2017er Bordeaux Primeur ausführliche Verkostungsnotizen

Unsere ausführlichen Verkostungsnotizen zum 2017er Bordeaux Primeur.
(32 Seiten ohne Bilder)

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BORDEAUX 2017

WARMES HERZ UND KALTE FÜSSE

Eindrücke und Bewertungen von Thomas Boxberger


Bordeaux, Bordeaux Supérieur

92 – 94 | GOULÉE | Bordeaux | Parker 87 – 89 |
Der Goulée war bislang ein eher international getrimmter Wein. Mit 2017 besitzt er erstmals einen authentischen Bordeaux-Charakter. 72 % Merlot, 24 % Cabernet Sauvignon und 4 % Cabernet Franc kamen in die Assemblage. Frisch und saftig, mit viel Stoff und guter Struktur zeigt sich der Goulée elegant und vielschichtig, deutlich schlanker als sonst, mit sehr guter Rasse und Transparenz, kühl und mit viel Kraft, sowie einer feinen Säure, die eine große Spannung erzeugt. Bravo!

91 – 93 | ACTE 9 DE GRAND VILLAGE | Bordeaux | Parker 90 – 92 |
Von der neunten Edition dieser Einzellage gibt es nur 1.000 Flaschen, in denen erstmals kein Cabernet Franc enthalten ist. Der reine Merlot kommt von einer Klonselektion von Schwestergut Lafleur in Pomerol. Leuchtende Farbe. Duftige, feine Frucht, poliert und klar, mit viel Spannung und sehr gutem Tiefgang. Sehr rassig, leicht rau und grünlich schimmernd, mit helltönigem Aroma, unglaublich tief und geschliffen.

89 – 91 | BALTHUS DE REIGNAC | Bordeaux | Suckling 88 – 89 |
Schwarze Farbe, dicht, viskos. Offensiv im Geruch, mit süßlich-liköriger Kopfnote, kühl, wenig Kernaroma. Massive, feste Struktur im Mund, wie in Stein gemeißelt, wenig Fluss und Schmelz, wirkt wie ein hohler Kokon. Stumpfe Gerbstoffe, wenig Extraktsüße oder Frucht im Nachhall, dennoch wirkt er massiv und konzentriert.

89 – 91 | GRAND VILLAGE | Bordeaux | Parker 89 – 91 |
Vom Grand Village 2017 werden nur etwa 6.000 Flaschen erzeugt, die aus 97 % Merlot und 3 % Cabernet Franc bestehen. Dicht und cremig, mit rassiger Struktur, etwas scharfkantig und hart. Leicht hohle Mitte, recht lang, mit geschliffenen Gerbstoffen, sehr elegant, weniger fett, eher lang.

89 – 91 | REIGNAC | Bordeaux |
Dunkel, viskos. Stumpfer, dichter Ansatz im Geruch, wenig Aroma, verschlossen, massiv, mit dunkelbeerigem Hintergrund. Dichte Struktur im Mund, weniger fleischig als sonst. Straff und engmaschig am Gaumen, sehr drahtig und mit großem Schliff in den kernigen Gerbstoffen, satt, sauber, lang.

89 – 91 | SAINTE-MARIE VIEILLES VIGNES | Bordeaux |
Für den roten Sainte-Marie sind 31 Hektar mit 68 % Merlot, 27 % Cabernet Sauvignon und 5 % Petit Verdot bepflanzt. Dunkle, natürliche Farbe. Zart, süßlich und rotbeerig im Duft, sehr saftig, kein Petit Verdot wahrnehmbar. Lebendig und weit gefasst im Mund, locker und stimmig, sehr gut balanciert mit gemäßigter Extraktion. Satte, reife und stimmige Gerbstoffe, gute Länge, wieder rotbeerig und frisch im Nachhall.

88 – 90 | COUR D’ARGENT | Bordeaux Supérieur | DAME DE COEUR DE PEYFAURES | FRANCS MAGNUS | MARJOSSE | MONT-PÉRAT | PENIN | LE PIN BEAUSOLEIL | SAINTE BARBE | Bordeaux Supérieur | GIROLATE | THIEULEY | Bordeaux

87 – 89 | BAD BOY | Bordeaux Supérieur | CROIX MOUTON | ESPRIT DE PAVIE | PEY LATOUR RESERVE | Bordeaux Supérieur

86 – 88 | PEYFAURES | SUBILAUX | Bordeaux

 

Médoc, Haut-Médoc, Moulis und Listrac

93 – 95 | SOCIANDO-MALLET | Haut-Médoc | Parker 87 – 89 | Suckling 91 – 92 |
Der neue Direktor auf Sociando-Mallet Francois Hugueneau präsentierte auf dem Weingut einen ausgezeichneten Sociando, der aufgrund der Nähe zur Gironde keinen Frost erlitten hatte. Geerntet wurde vom 11. September bis 3. Oktober mit 46 hl/ha. Etwa 2/3 der Produktion wurde zum Grand Vin verarbeitet, der besteht aus 55 % Merlot, 40 % Cabernet Sauvignon und 5 % Cabernet Franc mit 13 % Alkohol, dieses Jahr nur mit 90 % statt der üblichen 100 % neuen Fässern. Schwarze, natürliche Farbe. Dicht, verschlossen, verhalten duftend mit viel Frucht im Fond. Rassiger Auftakt im Mund, stark verdichtet, mit stoffiger Textur, viel Druck, sehr kühl und frisch, lang und reif, ist er ein wenig schlanker als in ganz großen Jahren. Sehr gut strukturiert, energiegeladen und mit engmaschigen, dicht gestaffelten Gerbstoffen, besitzt der Sociando den gewohnten Durchzug und kompakte Intensität.

92 – 94 | BEAUMONT | Haut-Médoc |
Alle Jahre wieder trifft Beaumont das Auge des Bullen, so auch in 2017. Schwarze Farbe. Dicht und fleischig, ganz rund und weich, dennoch sehr kompakt und in sich fest verwoben. Dunkelbeerige, schokoladige, Frucht mit liköriger Fülle, sehr ausgewogen und druckvoll. Weit verteilte Gerbstoffe, weiche Säure. Ein klassischer, superreifer Haut-Médoc mit kraftvoller Würze und ausgezeichneter Länge.

92 – 94 | LA LAGUNE | Haut-Médoc | Parker 88 – 90 | Suckling 89 – 90 |
Leider bei einem Négociant nur auf die Schnelle verkostet präsentierte La Lagune einen sehr guten Jungwein. Dichte Farbe. Leicht reduktive, jugendliche Nase, sehr stimmig und frisch. Leichtfüßig im Mund, mit viel Spannung, etwas helltönigere Aromatik als sonst, aber sehr klar und poliert. Sehr ausgewogen strukturiert, tiefgründig und würzig. Guter, geradliniger La Lagune mit Stoff, kühler, frischer Frucht und gut gebauten, reifen Gerbstoffen.

92 – 94 | LA TOUR CARNET | Haut-Médoc | Parker 87 – 89 | Suckling 92 – 93 |
La Tour Carnet liegt in einer der kühlsten Ecken des nördlichen Médoc. Geerntet wurde vom 21. September bis 5. Oktober. 60 % Merlot, 37 % Cabernet Sauvignon und 3 % Cabernet Franc kamen in die Assemblage.Rotbeerig, frisch und stoffig, besitzt der Tour Carnet viel Kraft und würzige, weit gefasste, massive Gerbstoffe. Dicht und kompakt, sehr engmaschig und extraktreich agiert er in diesem Jahr mit etwas weniger ausdrucksstarken Kernaroma.

92 – 94 | MAYNE-LALANDE | Listrac | Suckling 87 – 88 |
Mayne-Lalande ist seit Jahren der beste Listrac. Schwarze Farbe. Dichte Frucht mit viel Stoff und Kern, sehr aromatisch, dunkelbeerig und konzentriert, Graphit, Teer und etwas Schokolade. Gute, rassige Struktur, tiefgründig, vollmundig und mit tollem, langen Nachhall.

92 – 94 | POTENSAC | Médoc | Parker 86 – 88 | Suckling 91 – 92 |
Der ausgezeichnete Potensac besteht aus 47 % Merlot, 35 % Cabernet Sauvignon, 17 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot. Er besitzt 13,17 % Alkohol. Die ausgedehnte Lese erfolgte vom 9. September bis 19. Oktober! Dunkle Farbe, lila. Enorm dichte Nase, ganz frisch und geschliffen mit sehr präziser Aromatik. Dunkelbeerig, fleischig, satt und massiv, sehr gut strukturiert und konzentriert, mit nussig, mandeliger Note. Tief und festfleischig, kühl und mit großer Spannung, reichhaltige, feinkörnige Gerbstoffe, weit gespannt und mit sehr guter Länge. Rassig distinguierter Potensac mit eleganter Säure und feinem Spiel.

91 – 93 | BELGRAVE | Haut-Médoc | Suckling 90 – 91 |
Dichte, massive Farbe. Noch jugendlich verschlossene Nase, viel Stoff im Mund, mit guter dichter, fester Struktur, kraftvoll und engmaschig, mit gutem Druck und ausgezeichnetem Nachhall.

91 – 93 | CAMBON LA PELOUSE | Haut-Médoc | Suckling 88 – 89 |
Der großartige Cambon la Pelouse besteht aus 54 % Cabernet Sauvignon, 40 % Merlot und 6 % Petit Verdot. Massive, viskose Farbe, lila, purpur. Dicht, stoffig, mit reichlich Fülle und fester, frischer Frucht, besitzt der Cambon la Pelouse eine ausgewogene, tiefgründig gestaffelte Struktur, mit engmaschigen, geschliffenen Gerbstoffen und ausgezeichneter Länge. Dunkelbeerig, mit viel Cassis, Teer, Graphit und Schokolade.

91 – 93 | CHASSE-SPLEEN | Moulis | Parker 81 – 84 | Suckling 88 – 89 |
Wie immer etwas hellere Farbe. Viel Holz, zarte Fruchtaromen mit likörigem Hintergrund und delikater Kräuterwürze im Geruch. Straffe Struktur und gute Fülle im Mund, rassige Gerbstoffe, leicht karge Mitte mit wenig Schmelz, hinten wird er dann recht füllig und süß.

91 – 93 | D’AGASSAC | Haut-Médoc | Parker 86 – 88 | Suckling 88 – 89 |
Jean-Luc Zell hat die Vinifikation auf Agassac stark den Jahrgangsgegebenheiten angepasst und damit einen sehr guten, feinen und ausgewogenen Wein erzeugt. Bei Lesegut von Lehmböden reduzierte er die Remontage, das Überschwallen des Tresterhutes, auf ein mal pro Tag bis gar nicht, bei den anderen Terroirs auf ein bis zwei mal. 50 % reifen in Barriques, der Rest im Tank, um die Frische und Transparenz zu bewahren. Der feine, elegante Agassac verfügt über große Trinkfreude. Natürliche Farbe. Dichte, gute, stimmige Extraktion, sehr locker, mit viel Saft und langem Nachhall. Füllig lebendiges Mittelstück, rassige Säure und rotbeerige Fülle. Elegante Gerbstoffe mit viel Spiel und Finesse.

91 – 93 | LANESSAN | Haut-Médoc | Parker 85 – 87 | Suckling 89 – 90 |
Lanessan konnte bei mehreren Proben deutlich punkten. Dicht und stoffig, sehr ausgewogen, druckvoll und mit guter Fülle ausgestattet, Graphit und Schokolade. Stimmig und fleischig, kompakte Struktur, schöne Länge, feine Säure und gutes Spiel. Satte, dichte Gerbstoffe.

89 – 91 | CITRAN | Haut-Médoc | Suckling 89 – 90 |
Dicht und stimmig, mit viel Kraft und Körper, sehr saftig und fleischig, mit süßem, rotbeerigem Extrakt. Dennoch wenig Fluss, viel Holz und etwas stumpfe Gerbstoffe mit guter Tiefe.

89 – 91 | CLARKE | Listrac |
Schwarze Farbe. Dicht und fleischig, mit guter, kraftvoller Struktur, sehr viel Fleisch und Fülle für einen Listrac. Satte, leicht raue Gerbstoffe mit Charakter und Tiefe.

89 – 91 | CLOS MANOU | Médoc | Parker 85 – 87 |
Hellere Farbe, viskos. Dicht und würzig, sehr auf Rasse gebaut, gute, füllige Struktur, saftiger Verlauf, körperreich, mit feiner Citrussäure und dicht gewebten Gerbstoffen. Handwerklich guter Wein.

89 – 91 | DU RETOUT | Haut-Médoc |
Dunkle, dichte Farbe. Süß, offensiv und mit viel Frucht in der Nase, likörig und opulent. Dicht und stoffig im Mund, körperreich, mit trockenem Finale, doch seine satte Fülle fängt das auf, rassige Gerbstoffe, gute Länge. Ein sehr solider, gelungener du Retout, der sonst gerne ein wenig an der Überextraktion kratzt.

89 – 91 | LA CARDONNE | Médoc |
Die 35 Hektar des La Cardonne sind mit 50 % Merlot, 45 % Cabernet Sauvignon und 5 % Cabernet Franc bepflanzt. Dunkler Farbkern. Dunkeltönige Nase mit süßlicher Kopfnote, reifer Frucht und etwas Graphit. Dicht und stoffig, mit viel Kraft und Fülle, straffer Verlauf, sauber gearbeitet, kühl, satt und klar.

89 – 91 | LA DEMOISELLE DE SOCIANDO | Haut-Médoc | Suckling 89 – 90 |
Die Demoiselle besteht aus 65 % Merlot und 35 % Cabernet Sauvignon mit etwa 13 % Alkohol. Schwarze Farbe. Dicht, süß, opulent und kühl. Satte Attacke im Mund, mit viel Kraft, feinen Gerbstoffen, etwas helltöniger Mitte und auch ein wenig Alkohol ist spürbar. Warmes Finale mit klarer Frucht.

89 – 91 | LES GRANDS CHÊNES | Médoc | Parker 88 – 90 | Suckling 92 – 93 |
Die 38 Hektar des Les Grands Chênes sind mit 70 % Merlot und 30 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. In die Assemblage gelangten 60 % Merlot und 40 % Cabernet Sauvignon. Schwarze, viskose Farbe. Konzentriert und satt im Duft, mit reifer, krokanter Frucht. Dichter Auftakt, mit kühler Aromatik und viel Druck, kraftvoll und mit feinkörnigen, schmelzigen Gerbstoffen, sehr hochwertig verarbeitet und distinguiert. Großer kleiner Médoc mit Zug und Klasse.

89 – 91 | MALESCASSE | Haut-Médoc | Parker 82 – 84 | Suckling 92 – 93 |
Massive Farbe. Offensive Nase mit viel neuem Holz, möglicherweise ein Muster von neuen Barriques. Dicht und stoffig, mit viel Saft und dunkelbeeriger, fleischiger Frucht, sehr voll, breit und schmelzig. Beeindruckende Struktur, sehr überzeugender Haut-Médoc.

89 – 91 | PALOUMEY | Haut-Médoc | Parker 82 – 84 |
Schwarze, dichte Farbe, viskos. Satt und kompakt, wenig Säure, fette Frucht, fleischig und hohl, raue Gerbstoffe, füllige Struktur.

89 – 91 | POUJEAUX | Moulis | Parker 83 – 85 | Suckling 91 – 92 |
Leider bei einer Panel-Verkostung nur auf die Schnelle verkostet. Dunkle, dichte Struktur mit guter Frucht. Breit gemacht, mit üppiger Mitte, etwas weniger tief als früher, dennoch sehr ehrlicher und grundsolider Moulis.

89 – 91 | TOUR HAUT-CAUSSAN | Haut-Médoc |
Lebendige, etwas hellere Farbe. Süß, offensiv und likörig im Geruch, sehr voll, etwas helltönigere Frucht mit angetönter Tiefe, satt und süßlich im Obertonbereich. Dicht und stoffig im Mund, mittlere Fülle, straffe Struktur, hinten etwas schlank strukturiert, dennoch dunkelbeeriges, sattes Aroma mit gutem Retro und rauen Gerbstoffen. Sauberer, lebendiger Charakterwein.

89 – 91 | VIEUX ROBIN | Médoc |
Hellere Farbe, rotbeerige, tiefe Nase, ganz fein und aromatisch. Superlocker, rassig, cremig und sehr kraftvoll im Mund, mit viel Würze und Kern. Ausgezeichneter Vieux Robin, von dem man länger nichts mehr gehört hatte.

88 – 90 | BELLE-VUE | Haut-Médoc | Parker 87 – 89 |

88 – 90 | CANTEMERLE | Haut-Médoc | Parker 89 – 91 | CANTEMERLE | DU CARTILLON | CHARMAIL | CLÉMENT PICHON | LARRIVAUX | MALESCASSE | MILLE ROSES | PETIT VERDOT DE BELLE-VUE | Haut-Médoc | FOURCAS-BORIE | FOURCAS-DUPRÉ | FOURCAS-HOSTEN | Listrac | LA CHAPELLE DE POTENSAC | ESCURAC | GREYSAC | GRIVIÈRE | HAUT CONDISSAS | LOUSTEAUNEUF | POITEVIN | ROLLAN DE BY | LA TOUR DE BY | TOUR ST. BONNET | Médoc | BRANAS GRAND POUJEAUX | MAUCAILLOU | Moulis |

87 – 89 | D’ARCINS | D’AURILHAC | CARONNE ST.-GEMME | DE MALLERET | PEYRABON | PEYREDON LAGRAVETTE | PONTOISE CABARRUS | REYSSON | Haut-Médoc | CAP LEON VEYRIN | DUCLUZEAU | FONRÉAUD | MOULIN BORIE | Listrac | RAMAFORT | TOUR PRIGNANC GRANDE RÉSERVE | TOUR SÉRAN | Médoc | BRILLETTE | LA GARRICQ | Moulis |

86 – 88 | COUFRAN | Parker 86 – 88 | LESTAGE SOMIN | ST. PAUL | VERDIGNAN | Haut-Médoc | LESTAGE | Listrac | L’INCLASSABLE BIO | Médoc |

85 – 87 | L’INCLASSABLE | Médoc | St.-Estèphe

97 – 99 | COS D’ESTOURNEL | St.-Estèphe | Parker 97 – 100 | Suckling 97 – 98 |
Ausgerechnet der 2017er sollte im 25sten Jahr meiner Primeur-Verkostungen zum besten Cos d’Estournel werden, den ich je als Jungwein probiert hatte. Besitzer Michel Reybier und Weinmacher Dominique Arangoits haben zudem eine der besten Kollektionen des Jahrgangs präsentiert, denn auch der weiße Cos ist absolut überragend. 55 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Reben. Die Ernte erfolgte früh vom 12. bis 30. September mit einem Ertrag von 43 hl/ha, die Maischestandzeit war mit drei bis vier Wochen normal. Mit 66 % Cabernet Sauvignon, 32 % Merlot und je 1 % Petit Verdot und Cabernet Franc kamen 40 % der Produktion in die Assemblage für den Grand Vin. Ausgebaut wurde er in 60 % neuen Fässern und duftet ansatzlos im ersten Moment, als habe man einen Lafite-Rothschild im Glas. Tatsächlich handelt es sich dabei ja um das benachbarte Weingut. Allerdings hatte Cos selten zuvor eine derart distinguierte, aristokratische, dunkelbeerige Cabernetfrucht wie in diesem Jahr. Offensiver, nobler Cos, groß, tief und pur in der Nase, mit einer Tiefe und Ausdruckskraft wie ein 1er Cru, Bleistift, Teer, Lakritz, ganz aristokratisch. Weit gefasst im Mund, ewig tief, mit großer Extraktion, ganz locker, sehr distinguiert und elegant. Grandiose, dreidimensionale, feinkörnige Gerbstoffstruktur, extrem finessenreich balanciert. Großer Charakter mit dunkelbeeriger, tiefgründiger Frucht, ausgezeichnetem Fluss und hervorragendem, extraktreichem Nachhall mit Graphit und Teer. Beim Abschied musste ich mich konzentrieren, damit ich nicht aus Versehen zu Michel Reybier »au revoire Monsieur Rothschild« sagte.

96 – 98 | CALON-SÉGUR | St.-Estèphe | Parker 92 – 94 | Suckling 91 – 94 |
Auf Calon-Ségur gab es keinen Frost. 43,5 hl/ha konnten zwei Wochen vor dem Durchschnitt geerntet werden. Die Cabernets wachsen auf Lehm, daher hatten sie während der Trockenheit keinen Wassermangel. Sogar der Anteil der besten Pressweine konnte erhöht werden. Wenn sonst 20 % der besten Qualität überhaupt verwendet werden, konnten in 2017 sogar 38 % in die Assemblagen einfließen. Das sagt einiges über die Qualität der Gerbstoffe aus! Der Grand Vin besteht aus 76 % Cabernet Sauvignon, 13 % Merlot, 9 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot. Er erreichte 13,2 % Alkohol und reift 20 Monate in 100 % neuen Fässern. Die Mazeration war mit 20 Tagen auf der Maische normal. Leuchtend dunkle, natürliche Farbe. Verschlossenes Duftbild, tief, massiv und verdichtet, mit feiner, roter Frucht. Sehr elegant und finessenreich auf der Zunge, kompakt, mit ganz fein ausgereiften Gerbstoffen. Schmelzig, cremig, mit viel Spiel und Zug, lang anhaltend und mit großer Spannung, in der sich die extraktreiche Rotbeerigkeit weit am Gaumen widerspiegelt. Langer Nachhall mit dezent konfierten Noten.

95 – 97 | MONTROSE | St.-Estèphe | Parker 96 – 99 | Suckling 96 – 97 |
Im frostfreien St.-Estèphe konnte Montrose 45 hl/ha vom 12. bis 29. September ernten. Bei der Vinifikation wurde die Maischestandzeit verkürzt und sanfter extrahiert, sowie weniger stark gepresst. So konnten die hervorragenden Pressweine mit 12 % in den Grand Vin integriert werden, der wiederum nur 37 % der Gesamtproduktion ausmacht. 70 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot, 3 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot werden in 60 % neuen Fässern ausgebaut bei 13,1 % Alkohol. Dunkle, lockere Farbe, viskos. Dunkelbeerig und stimmig in der Nase mit viel Körper und Kraft, jedoch nicht so offensiv wie Cos d’Estournel. Dicht, fleischig und dunkelbeerig kompakt im Mund, mit sehr ausgewogenem, geschliffenem und vielschichtigem Körper. Satt und kompakt, mit leicht gereiften Fruchtaromen, etwas ankonfiert, mit schöner Würze und schmelziger Süße. Feinkörnige, aufgeweichte Gerbstoffe mit großer Fülle und Reichhaltigkeit, likörig konzentrierter Nachhall mit sehr guter Intensität. Deutlich weniger frisch als Cos und Calon-Ségur, besitzt der Montrose in diesem Jahr einen ganz eigenen Charakter.

94 – 96 | CAPBERN | St.-Estèphe | Parker 85 – 87 | Suckling 91 – 92 |
Capbern avancierte in den vergangenen Jahren zum zuverlässig besten Cru Bourgeois! In St.-Estèphe gab es keinen Frost. Der 2017er Capbern bekam etwas Cabernet Franc vom Schwestergut Calon-Ségur, somit brachte es die Assemblage auf 55 % Cabernet Sauvignon, 39 % Merlot, und je 3  % Cabernet Franc und Petit Verdot bei 13,3 % Alkohol und 60 % neuen Fässern. Dunkle, lockere Farbe. Fein, tief und finessenreich in der Nase, mit satter Frucht und eleganter Vielschichtigkeit. Drahtige, straffe Struktur im Mund, tiefgründige, vielschichtige Gerbstoffe, sehr engmaschig und komplex, mit rotbeeriger, klarer und kühl präziser Frucht. Geschliffen, mit extraktreichem Schmelz und viel Saft am Gaumen, extrem detailliert, konzentriert und lang. Das muss man haben.

94 – 96 | MEYNEY | St.-Estèphe | Parker 86 – 88 | Suckling 92 – 93 |
Nach 2015 und 2016 hat Meyney das dritte Jahr in Folge einen ganz hervorragenden, unglaublich authentischen und langlebigen Wein produziert. Dieses ausgezeichnete Cru Bourgeois kann in 2017 qualitativ locker mit hochwertigeren und teureren Grand Crus mithalten. Wer das jetzt nicht kauft wird sich später ärgern! In die Assemblage gelangten 58 % Cabernet Sauvignon, 31 % Merlot und 11 % Petit Verdot mit 35 % neuen Fässern. Enorm komplexe, dichte, tiefe und hochattraktive Nase mit dunkelbeeriger, fleischiger Fülle, Schokolade, Graphit, Teer, Lakritze, sowie reichlich Cassis vom Cabernet und Holunder vom Petit Verdot. Im Mund erzeugt der ausgezeichnete Meyney eine grandiose Spannung und Tiefe, mit viel Extrakt bei einer verblüffenden Lockerheit, hervorragender Länge und Fluss, sowie lang anhaltendem, saftigem Spiel. Dabei bleibt er immer ein klassischer St.-Estèphe mit großer Rasse und kühl anmutender Dichte. Er ist nicht zu breit oder zu stark extrahiert. Hier passt einfach alles perfekt zusammen.

92 – 94 | COS LABORY | St.-Estèphe | Parker 90 – 92 | Suckling 90 – 91 |
Der Cos Labory konnte sich in den vergangenen Jahren immer wieder sehr positiv in Szene setzen. 57 % Cabernet Sauvignon, 38 % Merlot und 5 % Petit Verdot wurden mit 55 hl/ha geerntet und gelangten in 50 % neues Holz. Der Alkohol blieb mit 13,1 % moderat. Dunkle, lebendige Farbe. Tiefe, satte Nase mit viel Frucht und liköriger Kopfnote. Opulent und rund auf der Zunge, mit italienisch anmutender Süße, sehr kernig, mit leicht angetönter, hohler Mitte, dennoch viel Zug und Tiefgang, sehr stimmig und ausgewogen.

92 – 94 | LAFON-ROCHET | St.-Estèphe | Parker 85 – 87 | Suckling 92 – 93 |
Der Lafon-Rochet besteht aus 55 % Cabernet Sauvignon, 34 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 5 % Petit Verdot und reift in 50 % neuen Fässern. Helle Farbe. Reduktive, verschlossene Nase. Dicht und fleischig am Gaumen, mit viel Kraft und Druck, sowie groß angelegter Struktur, die schmelzige Gerbstoffe mit cremigem Extrakt verbindet. Gutes rassiges Spiel und Tiefe, etwas trockene Ausstrahlung, mittelgewichtig, nicht zu stark extrahiert, um die Balance zu wahren.

92 – 94 | LES PAGODES DE COS | St.-Estèphe | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Der Les Pagodes de Cos repräsentiert 60 % der Produktion, geerntet wurde vom 12. bis 30. September mit einem Ertrag von 43 hl/ha. Die Assemblage besteht aus 56 % Cabernet Sauvignon, 42 % Merlot, 1 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot mit 12,5 % Alkohol in 30 % neuen Fässern. Schwarze, dichte Farbe. Dunkelbeerig, dicht und mit ansprechender Stoffigkeit in der Nase. Sehr tief und elegant im Mund, mit sehr guter Würze und rassiger Struktur, klar und fein gewoben. Seine kühle, vielschichtige Frucht wirkt durch den geringen Alkohol sehr leicht und doch voll. Die Gerbstoffe sind fein und ausgewogen. Ein rundum toller Pagodes!

92 – 94 | ORMES DE PEZ | St.-Estèphe |
Der Les Ormes de Pez wurde mit 40 hl/ha geerntet. In die Assemblage gelangten 51 % Merlot, 42 % Cabernet Sauvignon, 6 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot mit 45 % neuen Fässern. Dunkle Farbe, lila, etwas viskos. Satt, reif, dicht und schmelzig präsentiert der Ormes de Pez eine kühle, klare Frucht mit viel Kraft und Körper. Sehr transparent und fleischig, die leicht stumpfe Gerbstoffprägung wird mit viel Extraktsüße und guter Länge abgefangen.

92 – 94 | PETIT BOCQ | St.-Estèphe |
Kernig-klassischer St.-Estèphe, satt strukturiert und voll, ganz locker, tief und fein, mit ausgezeichneter Würze und Länge, puristisch und klar. Ein sehr lohnenswerter Cru Bourgeois.

91 – 93 | BEAU-SITE | St.-Estèphe | Parker 86 – 88 |
Der einladende Beau-Site wurde mit 40 hl/ha gearbeitet und besteht aus 70 % Cabernet Sauvignon, 25 % Merlot, 3 % Petit Verdot und 2 % Cabernet Franc. Sehr tief und fein, mit distinguierter Frucht, frisch, klar und kraftvoll. Jugendlich verschlossen, mit sehr guten Anlagen und ausgezeichneter, geradlinig, animierender Struktur.

91 – 93 | DE PEZ | St.-Estèphe |
Der de Pez wurde mit 46 hl/ha geerntet und besteht aus 51 % Cabernet Sauvignon, 46 % Merlot und je 1,5 % Cabernet Franc und Petit Verdot bei 13,1 % Alkohol. Recht helle Farbe. Offene, saftig, dichte Nase. Viel Kraft am Gaumen mit trockener Ausstrahlung und spitzer Säure. Gute rassige Struktur, dabei tief und finessenreich.

91 – 93 | HAUT MARBUZET | St.-Estèphe | Suckling 90 – 91 |
Feinstes Holz in der Nase, dicht und tief, stimmig, mit viel Saft und Würze. Leicht rappige Note, viel Kraft und Fleisch, nicht so distinguiert wie sonst. Gute Gerbstoffstruktur, dennoch wenig Fluss und am Ende etwas zu viel Holz.

91 – 93 | LAFITE CARCASSET | St.-Estèphe |
Schwarze Farbe, viskos. Sehr konzentriertes, dunkles Duftbild, Cabernet-orientiert mit Cassis und etwas Rauch. Hochverdichtet und massiv im Mund, extraktreich, etwas stumpf und trocken, Graphit und Teer im Nachhall, sehr kompakt und gepuscht.

91 – 93 | MAGREZ LA PEYRE | St.-Estèphe | Parker 88 – 90 |
Dieser St.-Estèphe gehört zu dem breiten Portfolio von Bernard Magrez von Pape-Clément. Schlank und dicht, mit dunkler Frucht, viel Schokolade, Graphit und hohe Intensität. Wenig Primärfrucht, stumpfe Gerbstoffe.

89 – 91 | LA DAME DE MONTROSE | St.-Estèphe |
Der La Dame de Montrose repräsentiert 42 % der Produktion. Dichte, satte, viskose Farbe. Straff und kraftvoll, mit guter Tiefe und gereifter, stumpfer Frucht, spitze Säure, etwas abweisend.

89 – 91 | LE BOSCQ | St.-Estèphe |
Der Le Boscq besteht aus 64 % Cabernet Sauvignon, 34 % Merlot und 2 % Petit Verdot. Dunkle, massive Farbe, wie alle Rotweine von Dourthe. Dunkle Frucht in der satten Nase, gute Tiefe. Straff und würzig im Mund, kernig und kompakt, mit feinem Säurespiel im Abgang und schokoladig likörigem Nachhall.

89 – 91 | MARQUIS DE CALON | St.-Estèphe |
Der Maquis de Calon besteht aus 57 % Merlot, 38 % Cabernet Sauvignon und 5 % Cabernet Franc. Schwarze Farbe, massiv und üppig, viel Druck und Dichte, enorme Kraft, etwas breit, mit stumpfen Gerbstoffen. Dicht und offen, viel Saft und Frucht, rassige, reife Struktur.

89 – 91 | PHÉLAN-SÉGUR | St.-Estèphe | Parker 87 – 89 | Suckling 92 – 93 |
Der Phélan-Ségur besteht aus 65 % Cabernet Sauvignon, 34 % Merlot und 1 % Cabernet Franc. Er wurde vom 14. September bis 4. Oktober geerntet mit 45 hl/ha bei 13,2 % Alkohol. Dunkle Farbe. Dichte, stoffige Art, etwas stumpfe Gerbstoffe, kantig und trocken, spitze Säure, viel Extrakt und wenig Eleganz, trocknet aus, gutes Kernaroma.

89 – 91 | SÉRILHAN | St.-Estèphe | Suckling 91 – 92 |
Die 18 Hektar von Sérilhan sind mit 50 % Merlot, 7 % Cabernet Franc und 43 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. Dicht und stoffig, mit viel Kraft, sehr kompakt und in sich verdichtet, mit großer Gerbstoffausbeute und satter Frucht. Der 2017er wirkt etwas weniger schmelzig als sonst, mit harten Kanten, kernig im Nachhall.

89 – 91 | TOUR DE PEZ | St.-Estèphe |
Hellere, natürliche Farbe. Dicht und körperreich, viel Druck und Kern, aber wenig Frucht, trocken, etwas streng und hohl.

89 – 91 | TRONQUOY-LALANDE | St.-Estèphe | Parker 90 – 92 | Suckling 91 – 92 |
Das Schwestergut von Montrose besteht aus 55 % Merlot, 37 % Cabernet Sauvignon, 6 % Petit Verdot und 2 % Cabernet Franc. Dunkle Farbe, kraftvolle Nase mit Dichte und Stoffigkeit. Straff und druckvoll im Mund, verdichtete Konzentration, leicht scharfkantige Säure, stumpfe Gerbstoffe mit viel Druck und klarer Struktur.

88 – 90 | GERMAN MARBUZET | LA HAYE | LILIAN LADOUYS | PETIT BOCQ | SAINT PIERRE DE CORBIAN | SÉGUR DE CABANAC | TOUR DES TERMES | St.-Estèphe |

87 – 89 | CLAUZET | St.-Estèphe |

 

Pauillac

98 – 100 | LATOUR | Pauillac | Parker 97 – 99 | Suckling 98 – 99 |
Auf Latour wurde der beste rote Bordeaux des Jahrgangs 2017 erzeugt. Da er nicht in Subskription verkauft wird, muss man sich wohl in Geduld üben, bis er in etwa zehn Jahren auf den Markt kommt. Die Kernlage aus dem der Château Latour gewonnen wird hatte nur kleine Frostschäden an manchen abfallenden Rändern des Kieselsteinplateaus. Die Rebsortenzusammensetzung ist mit 92,1 % Cabernet Sauvignon recht normal, 7,8 % Merlot und 0,1 % Petit Verdot. Nur 30,3 % der Produktion gelangten in den Grand Vin bei 13,3 % Alkohol und 6,4 % Anteil von Presswein. Schwarze, viskose Farbe mit Lilastich. Verschlossenes Duftbild, stark verdichtet, ganz finessenreich, mit nussiger Kopfnote. Satt und weit im Mund, sehr stoffig und kompakt, mit enormer Spannung und großartigen, tiefgründigen Gerbstoffen mit viel Schmelz und sehr guter Distinktion. Die dunkelbeerig vollreifen Fruchtaromen sind sehr fein und vielschichtig, die Struktur ist elegant und doch leicht aufgeraut, mit extrem feinem, langem Nachhall mit Teer, Lakritz und Graphit.

96 – 98 | MOUTON-ROTHSCHILD | Pauillac | Parker 97 – 99 | Suckling 97 – 98 |
Auf Mouton-Rothschild wurde vom 7. bis 29. September geerntet mit einem Ertrag von 40 hl/ha. Frost gab es nur in zwei von fünf Parzellen des Weißweins Aile d’Argent. Stolze 51 % der Ernte gelangten in den Grand Vin, der 13,1 % Alkohol erreichte und aus 90 % Cabernet Sauvignon, 9 % Merlot und 1 % Petit Verdot besteht. Gereift wird der Mouton in 100 % neuen Fässern. Dunkler Farbkern mit roten und violetten Reflexen. Weiche, satte Frucht mit dunkelbeeriger, massiver Fülle und gereiften Noten. Sehr gute angetönte Tiefe, saturiert und sehr differenziert am Gaumen, vielschichtige Gerbstoffe mit großer Würze und weicher, anschmiegsamer Säure. Extraktreicher, rotbeeriger Mouton mit dunkelbeerigen Cassisreflexen und feinen Nuancen von Teer, Graphit und Lakritze im langen Abgang.

95 – 97 | LAFITE-ROTHSCHILD | Pauillac | Parker 97 – 99 | Suckling 97 – 98 |
Der ehemalige Direktor von Cos d’Estournel, Jean-Guillaume Prats, verstärkt die Führungsebene bei DBR, den Domaines Baron de Rothschild mit großer Erfahrung und Detailkenntnis. Der noch sehr schamhafte Lafite-Rothschild braucht offenbar mehr Zeit als die anderen Premier Crus. Frost war kein Thema, der Ertrag lag dennoch nur bei 38 hl/ha, gelesen wurde vom 11. bis 29. September. Daraus wurden 40 % der Ernte für den Grand Vin verwendet, der mit 12,6 % Alkohol wie immer sehr zurückhaltend blieb. In die Assemblage gelangten 96 % Cabernet Sauvignon, 3,5 % Merlot und 0,5 % Petit Verdot, vinifiziert wurde in Holzbottichen, Edelstahl und Zementtanks, beim Ausbau kommen 90 % neue Fässer zum Einsatz. Recht helle, rote, dichte Farbe. Verhaltenes, noch wenig entwickeltes Duftbild, jugendlich verschlossen. Dicht und fein der Auftakt im Mund, mit viel Schmelz und finessenreicher Struktur am Gaumen. Die fleischige, rotbeerige Frucht wurde mit viel Kraft und Körper in Szene gesetzt, die Gerbstoffe sind noch leicht stumpf. Gereifte Aromen, wenig Lafite-typische Cassispräsenz, mehr auf Süße-Säurespiel mit weicher Fruchtkomponente und kraftvoller Statur gebaut. Die aristokratische Distinktion kommt derzeit noch nicht voll zur Geltung. Abwarten und Cos trinken, denn der Nachbar schmeckt dieses Jahr wie ein kleiner Lafite …

95 – 97 | LYNCH-BAGES | Pauillac | Suckling 95 – 96 |
Lynch-Bages hat in 2017 einen großen Wurf gelandet und muss sich im Duell der Spitzen-Pauillacs hinter den Premier Granden nur dem Pichon Baron -vielleicht- knapp geschlagen geben. Das wird später im direkten Vergleich spannend von der Flasche. Von den mittlerweile 100 Hektar kamen mit 13,06 % Alkohol 70 % Cabernet Sauvignon, 24 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot in 75 % neue Fässer. Schwarze, hochdichte Farbe, massiv, offen und dunkelbeerig im Duft, wirkt er ganz frisch und opulent, mit großem, teerig-likörigem Hintergrund und etwas Graphit im Obertonbereich. Tolle, dichte Struktur im Mund, männlich, groß strukturiert und urtypisch als Pauillac erkennbar. In der Jugend wirkte er derzeit noch etwas trocken, mit leicht hohlem Nachhall und nicht ganz so feinen Gerbstoffen wie Pichon Baron. Das wird in zehn Jahren ein spannendes Duell.

95 – 97 | PICHON BARON | Pauillac | Parker 95 – 97 | Suckling 95 – 96 |
Die Lese begann auf Pichon Baron am 13. September und dauerte drei Wochen. 79 % Cabernet Sauvignon und 21 % Merlot gelangten in den finalen Blend mit 80 % neuen Fässern und etwas mehr als 13 % Alkohol. Dunkle, dichte Farbe. Gereifte, satte, anziehend volumenreiche Aromen in der Nase mit viel Cabernet-Würze und offensiver Kraft. Kernig und kraftvoll auch der Auftakt im Mund, sehr frisch und männlich am Gaumen, mit viel Druck und feinkörnigen Gerbstoffen mit Fleisch und Fülle. Bei all seiner körperreich stoffigen Struktur wirkt er auch noch sehr elegant und übertrifft bei dieser jugendlichen Gegenüberstellung die feine Comtesse. Ein packender Pauillac mit beeindruckender Fülle.

94 – 96 | GRAND PUY LACOSTE | Pauillac | Suckling 92 – 93 |
Grand Puy Lacoste wurde vom Frost verschont. Geerntet wurde vom 15. bis 29. September mit 45 hl/ha. Aus 60 % der Ernte wurde Grand Vin erzeugt mit einem Alkoholgehalt von 13,2 %. Er besteht aus 80 % Cabernet Sauvignon und 20 % Merlot und wurde in 75 % neuen Fässern ausgebaut. Dunkle Farbe. Dicht und saftig, süß und fruchtig, natürlich, locker und weit strukturiert im Duft. Ganz feiner, stimmiger Pauillac mit großer Rasse und Frische im Mund. Elegante Struktur mit feinwürzigen Gerbstoffen, großer Extraktfülle und unaufgeregter Finesse. Die feine Frucht ist sehr vielschichtig und stilvoll, changiert zwischen rot- und dunkelbeerig, sein tiefgründiger Nachhall ist sehr mineralisch, sowie von großer Klarheit und Präzision. Trotz der leicht aufgerauten Tannine verspricht der Grand Puy Lacoste großes Spiel und Trinkigkeit in bereits 10-15 Jahren.

94 – 96 | LES FORTS DE LATOUR | Pauillac | Parker 92 – 94 | Suckling 94 – 95 |
Da man auf Palmer im Falle des Alter Ego nicht von einem Zweitwein spricht, ist der Les Forts de Latour eindeutig der beste dieser Kategorie. Er repräsentiert 45,5 % der Produktion von Latour, besitzt 13,3 % Alkohol und besteht aus 65,2 % Cabernet Sauvignon, 33 % Merlot, 0,8 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot. Dunkle, massive Farbe. Nicht sehr offensiv im Geruch, satt und verdichtet in dieser jugendlichen Phase. Dicht, saftig und ganz frisch im Mund, besitzt er enorm viel Frucht, ist in sich unglaublich stimmig und locker, mit hoher Intensität und etwas Amarena-Kirschen, fleischig, weit gefasst und ewig lang. Ein grandioser Pauillac, der vermutlich erst in fünf Jahren in den Verkauf kommt.

94 – 96 | PICHON COMTESSE | Pauillac | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
Die jungen Merlots wurden auf Pichon Comtesse am 7. September und die älteren Anlagen vom 15. September bis 1. Oktober mit 36 hl/ha geerntet. In die Assemblage des Grand Vin (50 % der Produktion) gelangten 70 % Cabernet Sauvignon, 23 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot bei 13,2 % Alkohol und 50-60 % neuen Fässern. Dunkle, dichte Farbe. Fleischig, dunkelbeerig und stark verdichtet in der Nase, mit sattem Cassisaroma und feinem Holz. Stoffig und druckvoll im Mund, sehr rassig und mit warmer Frucht, ganz schmelzig, dennoch frisch, vielschichtig und klar. Engmaschige, elegante Gerbstoffe, feine spannende Säure, tief gestaffelt und mit puristischer Klarheit, besitzt die Comtesse deutlich feminine Nuancen gegenüber der männliche Baron von gegenüber. Mit Saft und Charme zieht sich die Comtesse distinguiert und finessenreich aus der Affäre während der Baron weiter mit dichteren Gerbstoffen die Stirn bietet. Eine reizvolle Begegnung in zehn Jahren …

94 – 96 | PONTET-CANET | Pauillac | Parker 96 – 98 | Suckling 96 – 97 |
Vom 18. September bis 4. Oktober wurde auf Pontet-Canet mit 34,5 hl/ha geerntet. Ein neuer Gärkeller mit amphorenförmigen Zementfässern wurde angebaut, in dem 30 % des 2017er vergoren wurde. Der Rest kam in normale, konische Zementtanks und Holzbottiche. In den Grand Vin gelangten 64 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und etwa 2 % Petit Verdot bei 50 % neuen Barriques. Dunkle, massive Farbe. Süß, offensiv, sehr üppig und voll in der Nase, mir satter, massiver Reichhaltigkeit. Dicht stumpf und trocken wirken zu Anfang die Gerbstoffe im Mund. Kraftvoll entwickelt er nach hinten viel Druck und einen extraktgetriebenen Körper. Sehr rassige Struktur, vielschichtig und charaktervoll gerbstoffbetont. Viel Stoff, klare Frucht mit leicht konfierten Noten, noch nicht sehr stark entwickelter Nachhall. Das braucht Zeit.

93 – 95 | BATAILLEY | Pauillac | Parker 91 – 93 | Suckling 92 – 93 |
Batailley entwickelt sich vom solide gearbeiteten Pauillac zu einem weit überdurchschnittlichen Klassiker, immer ein guter Kauf! Geerntet wurde vom 19. bis 27. September mit 52 hl/ha Ertrag. 80 % Cabernet Sauvignon, 17 % Merlot und 3 % Petit Verdot kamen in die Assemblage mit 13,6 % Alkohol und 60 % neuem Holz. Dicht und straff, mit schöner, kompakter Frucht, viel Cabernet-Druck und feiner Petit Verdot-Note. Liköriger Nachhall, fruchtig, klassisch. Ein großartiger, dichter, männlicher Pauillac mit Fleisch und Grip, leicht raue Gerbstoffe, die den kernigen Charakter unterstützen.

93 – 95 | CLERC-MILON | Pauillac | Parker 93 – 95 | Suckling 92 – 93 |
Der Clerc-Milon besteht aus 60 % Cabernet Sauvignon, 23 % Merlot, 14 % Cabernet Franc, 2 % Petit Verdot und 1 % Carmenerebei 13,1 % Alkohol und 50 % neuem Holz. Wie immer besitzt der Clerc-Milon eine rotbeerige Ausstrahlung, die in diesem Jahr etwas dunkeltöniger ausfällt. Sehr intensiv und fleischig, mit feiner, eleganter Säure, viel Saft und schöner, dichter Struktur mit straffen Gerbstoffen. Mittelgewichtig, rassig und kompakt, ein sehr gelungener Clerc-Milon.

93 – 95 | CROIZET-BAGES | Pauillac | Suckling 90 – 91 |
Der sehr gelungene Croize Bages besteht aus 65 % Cabernet Sauvignon und 33 % Merlot mit 13 % Alkohol und 50 % neuen Fässern. Dunkel, dicht und massiv in der Frucht, sehr weit und sauber, mit saftiger Fülle und straffen Gerbstoffen mit Zug und Würze. Die fast kalkig trockene Struktur wird vom schmelzig süßen Extrakt gepuffert. Sehr guter, kernig rassiger Pauillac.

93 – 95 | FONBADET | Pauillac | Parker 88 – 90 | Suckling 91 – 92 |
Leider nur ein mal bei einem Négociant verkostet, das Muster war allerdings großartig. Schwarze Farbe. Likörig, massiv und üppig, mit rosinigem Touch, enorm kraftvoll im Geruch. Satt am Gaumen, mit viel Struktur, nicht so saftig und voll, wie es die Nase verspricht, enorm straff und distinguiert, mit leichter »Lafite-Nuance«, weit, komplex, erinnert er doch mehr und mehr an einen Duhart-Milon. Könnte einen Versuch wert sein.

93 – 95 | LE PETIT MOUTON | Pauillac | Parker 89 – 91+ | Suckling 93 – 94 |
Der Le Petit Mouton repräsentiert 21 % der Produktion, 51 % gingen in den Grand Vin, der Rest wurde deklassiert. Er besteht aus 81 % Cabernet Sauvignon, 17 % Merlot und 2 % Cabernet Franc mit 13,2 % Alkohol in 50 % neuen Fässern. Schwarze Farbe, viskos. Offensiv und fleischig im Duft, dunkelbeerig, mit viel Saft und Extrakt zeichnet er mit etwas Bleistift eine kleine Mouton-Nase. Dicht, rund und schmelzig im Mund, mit viel Saft und Rasse, sehr lang und fein, distinguierte Gerbstoffe, druckvoll und würzig, sehr lang. Ausgezeichneter Petit Mouton mit Stil Klasse.

92 – 94 | D’ARMAILHAC | Pauillac | Parker 90 – 92 | Suckling 93 – 94 |
Der Armailhac besteht aus 68 % Cabernet Sauvignon, 22 % Merlot, 7 % Cabernet Franc und 3 % Petit Verdot. Dunkler Farbkern, aufhellender Rand. Dicht, dunkelbeerig, etwas stumpf und weniger expressiv. Sehr dicht am Gaumen, tiefgründig, rassig und mit viel Druck, besitzt der kernige Armailhac viel Stoff und gute Konzentration. Er wirkt sehr drahtig und weiter zurück in der Entwicklung als Clerc-Milon.

92 – 94 | LYNCH-MOUSSAS | Pauillac | Parker 89 – 91 | Suckling 92 – 93 |
Lynch-Moussas hat in den vergangen Jahren deutlich an Qualität zugelegt. Er besteht aus 78 % Cabernet Sauvignon und 22 % Merlot und reift in 60 % neuen Fässern bei 13,8 % Alkohol. Dunkle Farbe. Dicht und sauber, viel Saft und Stil, likörige Fülle, satt und kompakt, viel Cabernet-Aromatik, ganz klar, geschliffen, reif und sauber. Ganz saftig und rund, besitzt der Lynch Moussas erstaunlich viel Stoff und Würze, mit sehr gutem Körper und fleischiger, fülliger Struktur. Leicht konfierte Aromen schwingen mit, dahinter viel Frische und satte, geschliffene Gerbstoffe mit Grip.

92 – 94 | PAUILLAC DE LATOUR | Pauillac |
Der Grand Vin Château Latour ist der beste Rotwein des Jahrgangs und auch der Zweitwein ist hervorragend gelungen. Der Les Forts de Latour repräsentiert 45,4 % der Produktion und besteht aus 65,2 % Cabernet Sauvignon, 33 % Merlot, 1 % Petit Verdot und 0,8 % Cabernet Franc bei 13,3 % Alkohol. Dunkle, massive Farbe. Verschlossene Nase, satt und verdichtet. Saftig, ganz frisch und intensiv der Auftakt im Mund, mit viel Frucht, etwas Amarena-Würze und fleischiger Struktur. Weit gefasst und lang, sehr distinguierte, ausgewogene Gerbstoffe, ewig lang.

92 – 94 | PEDESCLAUX | Pauillac | Parker 89 – 91 | Suckling 93 – 94 |
Der Pedesclaux präsentierte sich bei vier Verkostungen auf gleichbleibend hohem Niveau. 65 % Cabernet Sauvignon, 25 % Merlot, 7 % Cabernet Franc und 3 % Petit Verdot in 40 % neuen Fässern ausgebaut. Dunkle Farbe. Dicht, süß und offensiv, mit straffer, ausgezeichneter, cremiger Struktur. Tief und lang, sehr kompakt und extraktreich, mit massiver, frischer Frucht, präzise und klar. Weit gefasst, wird der Pedesclaux von seiner rassigen Säure auf der Zunge katapultiert mit fleischiger Fülle und guter Länge. Pedesclaux zeigt, dass man aus einem ordentlichen Terroir mit Top-Winemaking einen sehr sehr guten Wein machen kann.

91 – 93 | BELLEGRAVE | Pauillac | Suckling 91 – 92 |
Massive Farbe, süß und intensiv im Duft. Dicht und stoffig, mit viel Druck, sehr kompakt, dunkelbeerig und fest. Gehaltvolle, kraftvolle Gerbstoffstruktur, mineralisch und mit guter Länge.

91 – 93 | CARRUADES DE LAFITE | Pauillac | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Der Carruades wurde vom 13. bis 29. September gelesen. Er besteht aus 60 % Cabernet Sauvignon, 35 % Merlot und 5 % Cabernet Franc. Helle Farbe. Jugendlich verschlossene, neutrale Nase. Dicht und satt im Mund, mit rassiger Struktur, klar und tiefgründig, leicht dumpf und matt, mit weich gemachten, rotbeerigen Fruchtaromen. Weit gefasstes Gerbstoffgerüst mit leicht beißender Säure. Da muss man nach der Füllung noch mal nachverkosten.

91 – 93 | GRAND PUY DUCASSE | Pauillac | Parker 85 – 87 | Suckling 91 – 92 |
Der Grand Puy Ducasse besteht aus 57 % Cabernet Sauvignon und 43 % Merlot. Dicht und weich, rund und schmelzig, mit viel Stoff und Kraft. Fleischige, kernige Art ohne die große Finesse oder Distinktion manch anderer Grand Crus aus Pauillac, leicht stumpfe Gerbstoffe und harte Säure.

91 – 93 | HAUT-BAGES MONPELOU | Pauillac | Parker 88 – 90 |
62 % Cabernet Sauvignon, 33 % Merlot und 5 % Cabernet Franc wurden mit 52 hl/ha geerntet. Dicht und stämmig, leicht raue, füllige Gerbstoffe, viel Druck und Körper. Klassische Interpretation ohne ChiChi, mit viel Spiel und Länge, liköriger Nachhall. Sehr solider Pauillac.

91 – 93 | LACOSTE-BORIE | Pauillac |
Auf Grand Puy Lacoste gab es keinen Frost erläutert Xavier Borie, auch war es weder zu heiß noch zu trocken. Der Lacoste Borie repräsentiert 40 % der Produktion und besteht aus 65 % Cabernet Sauvignon, 26 % Merlot und 9 % Cabernet Franc, 50 % der Fässer wurden neu verwendet. Dunkle, stoffige Farbe. Delikate Nase, leichte Reduktion, ganz feiner Duft. Dicht, frisch und fleischig im Mund, saftig und mit viel Stoff, sehr gute Rasse mit leicht grünlicher Spur und großem Rückgrat. Frisch und kernig, tief und straff, in weit gefasster Aromatik und mit Frucht erfüllter Nachhall, der immer nachsaftet.

91 – 93 | RÉSERVE DE LA COMTESSE | Pauillac | Suckling 92 – 93 |
Die Réserve de la Comtesse repräsentiert 50 % der Produktion. Sie besteht aus 60 % Cabernet Sauvignon, 36 % Merlot und je 2 % Cabernet Franc und Petit Verdot. Schwarze Farbe. Dicht und massiv, mit viel Druck, kompakt strukturiert, dunkelbeerig und stoffig, kraftvoll, sehr festfleischig und klar. Ein echter Pauillac mit weniger femininer Ausstrahlung als der Grand Vin.

89 – 91 | DUHART-MILON | Pauillac | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Der noch sehr junge Duhart-Milon hat auf den ersten Blick etwas enttäuscht, aber es steckt noch viel Potenzial in diesem Wein. Leuchtende, hellere Farbe. Verschlossene Nase, dicht und fest attackierend im Mund. Etwas abweisend und stumpf, sehr klar, aufgeweichte Aromen, leicht konfiert, mit stumpfen Gerbstoffen, süß und irgendwie breitgeklopft. Abwarten.

89 – 91 | HAUT-BAGES LIBÉRAL | Pauillac | Suckling 94 – 95 |
Der Haut Bages Libéral besteht aus 80 % Cabernet Sauvignon und 20 % Merlot, ausgebaut in 50 % neuen Barriques. Druckvoll und rassig, mit dunkelbeeriger, liköriger Extraktsüße mit gleichzeitig grünlichem Antlitz, ein paradoxer Wein. Dabei besitzt er eine spitze, lebendige Säure, quasi ein Riesling-Pauillac.

89 – 91 | LA FLEUR PEYRABON | Pauillac |
Gute Farbe, eher hell. Feine, zarte Frucht in der Nase. Dicht und stimmig, mit viel Saft, cremige Fülle, leicht hohle Mitte dahinter, gute Schmelzigkeit und viel Spiel

89 – 91 | LALANDE-BORIE | Pauillac | Parker 88 – 90 | Suckling 91 – 92 |
Dicht und offensiv, leicht hohle Struktur, alles auf Fülle und Intensität gebaut, viel Stoff, körperreich und üppig, etwas hohl.

89 – 91 | TOUR SIEUJEAN | Pauillac |
Dunkelbeerig, dicht und straff, etwas streng und gedrungen, mit trockenen Gerbstoffen und metallischer Säure. Guter, fester Charakter mit eigenständiger Fruchtaussage, trockenes Finale mit likörigem Nachhall.

87 – 89 | LIONS DE BATAILLEY | Pauillac | St.-Julien

96 – 98 | DUCRU-BEAUCAILLOU | St.-Julien | Parker 95 – 97+ | Suckling 97 – 98 |
Der Wachstumszyklus auf Ducru dauerte mit 110 Tagen ab der Blüte zehn Tage länger als es die goldene Regel besagt. Der Ducru-Beaucaillou 2017 besteht aus 90 % Cabernet Sauvignon und 10 % Merlot, brachte es auf 13,5 % Alkohol und reift in komplett neuen Fässern. Undurchdringliche, schwarze Farbe. Dicht und dunkel in der Nase, mit kompakten, beerigen Aromen und ausgezeichneter Tiefe. Süß, dicht und füllig im Mund, sehr fest und kernig, mit viel Stoff und weniger vordergründiger Süße als in den vergangenen Jahren. Vielmehr erinnert der 2017er an den klassischen Ducru-Stil mit sattem, kompaktem Mittelstück, großem Zug und ewig weit aufgespannter Struktur. Sehr frisch, elegant und perfekt balanciert. Ein Ducru, wie ich ihn liebe.

96 – 98 | LÉOVILLE LAS CASES | St.-Julien | Parker 96 – 98 | Suckling 96 – 97 |
Die Kernlage für den Léoville Las Cases liegt in einem ummauerten Clos unterhalb von Château Latour. Die Nähe zur Gironde verhinderte empfindliche Frostschäden. Geerntet wurde vom 15. September bis 4. Oktober mit 37 hl/ha. Der Grand Vin verfügt über 13,28 % Alkohol und besteht aus 79 % Cabernet Sauvignon, 11 % Cabernet Franc und 10 % Merlot, die in 90 % neuen Fässern reifen. Dunkle, natürlich viskose Farbe. Verschlossenes Duftbild mit dichter, voller Cassisfrucht, feine nussige Noten und große Distinktion in der Ausstrahlung. Hohe Intensität im Geruch mit ausgezeichneter Tiefe und von feinem Holz umwoben. Etwas aufgeweichte Fruchtaromen im Mund, immer noch frisch und pur, sehr tief und dicht am Gaumen, mit enorm feinkörnigen Gerbstoffen und großer Spannung. Ausgezeichneter, vielschichtiger Las Cases, der an den hervorragenden 2011er erinnert.

95 – 97 | LÉOVILLE-BARTON | St.-Julien | Parker 91 – 93+ | Suckling 94 – 95 |
Der Léoville-Barton ist wie immer einer der lockersten und natürlichsten Weine des Médoc. In diesem Jahr präsentierte er sich noch ein wenig zugeknöpft, doch die großen Anlagen sind komplett vorhanden. Geerntet wurde vom 15. -29. September, 93 % Cabernet Sauvignon und 7 % Merlot kamen mit 13 % Alkohol in 60 % neue Fässer. Dunkle, lebendige Farbe. Dunkelbeerig und fleischig, mit viel Saft und Fülle setzt er sich kompakt am Gaumen fest und besitzt enorme Rasse und Zug. Der ungewöhnlich hohe Cabernet-Anteil lässt ihn noch ein wenig verschlossener und jugendlicher erscheinen, man benötigt vermutlich auch auf der Flasche ein wenig mehr Geduld. Dichte, feste, lockere Gerbstoffe mit viel Kraft und Druck, feines Säurespiel mit delikater Vielschichtigkeit und großartiger, langer Nachhall mit viel Cabernet-Aromen. Für Barton-Liebhaber ist diese seltene Cabernet-Dominanz eine reizvolle Ausnahmeerscheinung. Kaufen!

94 – 96 | LANGOA-BARTON | St.-Julien | Suckling 93 – 94 |
Der Langoa konnte sich in diesem Jahr bereits sehr früh ausgezeichnet in Szene setzen, während Léoville-Barton noch deutlich weiter zurück in der Entwicklung verharrt. Geerntet wurde vom 15. bis 29. September mit etwa 13 % Alkohol. Der Grand Vin besteht aus 54 % Cabernet Sauvignon, 38 % Merlot, sowie 8 % Cabernet Franc und reifte in 60 % neuen Fässern. Dunkle Farbe. Massiv, offen und locker in der Nase, mit sehr präsenter, rotbeerig fülliger Frucht und liköriger Komponente. Sehr weit gefasst und schmelzig im Mund, mit großer Saftigkeit und Tiefe, sehr körperbetont, mit saftiger, sehr lebendiger Säure und feinkörnigen Gerbstoffen, die weit verteilt am Gaumen bleiben. Tief, lang, fleischig und hochanimierend, mit fester Struktur. Erinnert an den ausgezeichneten 2005er!

94 – 96 | LÉOVILLE POYFERRÉ | St.-Julien | Parker 93 – 95 | Suckling 95 – 96 |
Auf Léoville-Poyferré wurde spät gelesen, zwischen dem 20. September und 6. Oktober mit satten 50 hl/ha. In der Assemblage finden sich 68 % Cabernet Sauvignon, 27 % Merlot, 2 % Petit Verdot und 3 % Cabernet Franc bei 13 % Alkohol wieder, die in 80 % neuen Fässern ausgebaut wurden. Schwarze Farbe. Satt, süß und schmelzig, mit viel Druck und Fleisch, sowie cremiger extraktreicher Struktur, lang und stimmig. Massiver Poyferré, der nach hinten etwas hohl und weniger aromatisch wirkt, was möglicherweise vom weniger ausdrucksstarken Merlot herrührt. Wir immer ist der Poyferré sehr auf Kraft und Intensität durch hohe Extraktion ausgelegt, was in einem Jahrgang wie 2017 eher etwas schwieriger sein kann. Dennoch sind die Gerbstoffe sehr ausgewogen, abgerundet und keineswegs aggressiv.

94 – 96 | TALBOT | St.-Julien | Parker 87 – 89 | Suckling 92 – 93 |
Der sehr erfolgreiche Talbot besteht aus 68 % Cabernet Sauvignon, 26 % Merlot und 6 % Petit Verdot bei 50 % neuem Holz und 13,5 % Alkohol. Dunkle, dichte Farbe. Satt und offensiv in der Nase, sehr locker und konzentriert, mit viel Saft und Würze. Fruchtig, offensiv und mit großem Schmelz überwältigt der hervorragende Talbot im Mund. Lang, schwelgerisch, intensiv, komplex und vielschichtig, bringt er ein Gewicht auf die Waage wie schon lange nicht mehr. Sehr fein, mit finessenreichen Gerbstoffen und reichlich Energie.

93 – 95 | BEYCHEVELLE | St.-Julien | Parker 90 – 92 | Suckling 93 – 94 |
Auf Beychevelle gab es keinen Frost, daher konnte mit 54 hl/ha die größte Ernte seit 1999 eingebracht werden. Der modern, neue Gärkeller sorgt für mehr Präzision und Klarheit in den Aromen. In die Assemblage gelangten 50 % Cabernet Sauvignon, 45 % Merlot, 1 % Cabernet Franc und 4 % Petit Verdot mit 13,5 % Alkohol bei 60 % neuen Fässern. Dunkle, massive Farbe. Fruchtig und krokant in der Nase, kirschig likörig, sehr fleischig und mit angetönter Tiefe. Dunkelbeerig, leicht stumpf, mit fleischiger, dichter Frucht und transparenter Struktur. Gute Fülle mit liköriger Note und ausgezeichneter Vielschichtigkeit, ganz sauber und straff, dennoch leicht hohle Mitte und nicht ganz so schmelzig wie die Nachbarn Branaire und Ducru.

93 – 95 | BRANAIRE DUCRU | St.-Julien | Parker 88 – 90 | Suckling 92 – 93 |
Auf Branaire gab es 20 % Frost, die Ernte zog sich vom 13. September bis 4. Oktober mit 40 hl/ha Ertrag. 65 % Cabernet Sauvignon, 24 % Merlot, 6,5 % Petit Verdot und 4,5 % Cabernet Franc mit 13,2 % Alkohol. Dunkle, dichte Farbe. Viel Fleisch, Kraft und Fülle im Geruch, rassige Struktur im Mund mit leicht helltöniger Frucht im Mittelstück und leicht spitzer Säure. Feine Gerbstoffe mit schmelziger Extraktfülle gepuffert, rotbeerige Saftigkeit, eher etwas schlank gehalten und mit gutem Druck und Länge. Ein sehr guter, noch extrem jugendlicher Branaire mit ausgezeichneten Anlagen.

93 – 95 | GRUAUD-LAROSE | St.-Julien | Suckling 92 – 93 |
Der erfolgreiche Gruaud-Larose besteht aus 67 % Cabernet Sauvignon, 31,5 % Merlot und 1,5 % Cabernet Franc mit 85 % neuen Fässern. Geerntet wurde vom 15. September bis 3. Oktober bei erfreulich niedrigen 12,88 % Alkohol. Etwas hellere Farbe wie immer. Cremige, geschmeidige und polierte Struktur, tief und fein, mit sehr weichen und frischen Gerbstoffen. Ganz locker und saftig, mit viel Fleisch, mittelgewichtig und langlebig. Die Extraktion wurde zugunsten der Balance und Finesse zurück genommen. Ein sehr empfehlenswerter Gruaud-Larose.

93 – 95 | SAINT-PIERRE | St.-Julien | Parker 91 – 93 | Suckling 91 – 92 |
Auf Saint-Pierre wurden 73 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot und 7 % Cabernet Franc in 50 % neuen Fässer ausgebaut. Dunkle, massive Farbe. Sehr dicht und dunkelbeerig likörig in der Nase. Satt, massiv und kraftvoll, mit viel Extrakt und Fülle im Mund, sehr straff organisiert, wirkt er etwas kühl und technisch. Schmelzige Gerbstoffe, gute Länge mit schokoladigem Nachhall, leicht metallisch. Der Saint-Pierre wirkt etwas glatter in Frucht und Stilistik als Schwestergut Gloria, besitzt aber das distinguiertere Terroir.

92 – 94 | CLOS DU MARQUIS | St.-Julien | Parker 91 – 93 |
Der Clos du Marquis wurde vom 15. September bis 4. Oktober gelesen, 72 % Cabernet Sauvignon, 27 % Merlot und 1 % Cabernet Franc erreichten 13,48 % Alkohol und reifen in 55 % neuen Fässern. Dicht und fleischig, mit viel Frucht, dunkelbeerig und kompakt, ganz locker und mit rotbeerigen Reflexen, feiner Säure und, guter Tiefe und Länge. Er zeigt sich sehr straff, vielschichtig, schmelzig, außerordentlich frisch, druckvoll und aromatisch anhaltend.

92 – 94 | GLORIA | St.-Julien | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Auf Gloria kamen 61 % Cabernet Sauvignon, 26 % Merlot, 5 % Cabernet Franc und satte 8 % Petit Verdot mit 40 % neuem Holz in die Assemblage. Dunkle, massive Farbe. Volle, satte Nase mit guter Dichte. Satt, tief, opulent und voll auch im Mund, mit viel Kraft und kalkulierter Kühle, sehr präzise und fleischig, mit ordentlich Saft und Durchzug. Toller, kompakter, stoffiger Gloria, der mehr Spiel besitzt als der große Bruder Saint-Pierre aber ein weniger feines Terroir zur Verfügung hat.

92 – 94 | LAGRANGE | St.-Julien | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Geerntet wurde recht lang vom 13. September bis zum 4. Oktober auf Lagrange. Die Assemblage besteht aus 78 % Cabernet Sauvignon, 18 % Merlot und 4 % Petit Verdot mit 60 % neuem Holz bei 13,2 % Alkohol. Dunkle, dichte Farbe. Satt und dicht in der Nase, mit viel Stoff und etwas Wachs, offensiv und breit. Dichte, straffe Frucht im Mund, satt und dunkelbeerig, sehr geschliffen, körperreich, mit massivem, festem Gerbstoffgerüst. Wie immer sehr gut gebaut und kompakt strukturiert, etwas glatt.

91 – 93 | CROIX DE BEAUCAILLOU | St.-Julien |
Der Croix de Beaucaillou besteht aus 58 % Merlot, 39 % Cabernet Sauvignon und 3 % Petit Verdot mit 50 % neuen Fässern und 13,6 % Alkohol. Dicht und stoffig, mit viel Frucht und süßem Extrakt, satte Fülle, cremiges Holz.

89 – 91 | DU GLANA | St.-Julien | Suckling 89 – 90 |
Die knapp 60 Hektar von du Glana sind mit 56 % Cabernet Sauvignon und 44 % Merlot bepflanzt. Viskose Farbe, dunkel. Dicht und schmelzig, jugendlich reduktiv, mit viel Saft und Fülle, etwas dumpf und derb, wenig Schmelz und Tiefe, strenge Gerbstoffe, kühle Frucht. Sehr gutes Potenzial, wenn das alles weiter ausreift.

89 – 91 | LA BRIDANE | St.-Julien | Suckling 91 – 92 |
Dunkle, massive Farbe. Süß und offensiv in der Nase, etwas Bierhefe, leicht dumpf, mit süßem Extrakt im Hintergrund. Stumpf, stoffig und satt im Mund, voluminös, nicht lang, adstringent. Gute feste Statur.

89 – 91 | LA PETITE MARQUISE DU CLOS DE MARQUIS | St.-Julien | Suckling 91 – 92 |
Die La Petite Marquise besteht aus 74 % Merlot und 26 % Cabernet Sauvignon mit 30 % neuen Barriques. Dicht und weit, viel Aroma für 74 % Merlot, sehr tief und ausgewogen.

89 – 91 | LE PETIT LION DE LÉOVILLE LAS CASES | St.-Julien | Parker 83 – 85 |
Der Zweitwein von Las Cases besteht aus 52 % Cabernet Sauvignon, 34 % Merlot und 14 % Cabernet Franc mit 30 % neuen Fässern bei 13,26 % Alkohol. Dunkel, dicht und stoffig, viel Kraft, etwas streng und stumpf, leicht hart und hohl im Nachhall.

88 – 90 | CONNETABLE DE TALBOT | St.-Julien | LES FIEFS DE LAGRANGE | St.-Julien | Margaux

96 – 98 | MARGAUX | Margaux | Parker 96 – 98 | Suckling 97 – 98 |
Das Château Margaux erlitt im April 10 % Frostschäden bei den roten Rebsorten und erreichte einen Ertrag von 35 hl/ha. Davon gelangten nur 37 % in den Grand Vin, der aus 89 % Cabernet Sauvignon, 8 % Merlot, 2 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot besteht. Ausgezeichnete dunkle Farbe. Zurückhaltendes Duftbild mit feinem Holz, sehr dicht gestaffelte Fruchtkomponente, distinguiert und jugendlich reserviert. Weit gefasst im Mund, mit viel Kraft und noch rauen Gerbstoffen, sehr auf die Zungenmitte konzentriert, wirkt noch gedrungen und jugendlich verschlossen. Ein Rohdiamant, der noch auf den Schliff wartet. In seinem noch sehr unentwickelten Stadium wirkte der Grand Vin noch außerordentlich verschlossenen und stumpf. Die schlummernde Terroirprägung und die aufmerksame Pflege wird dem 2017er Château Margaux sicherlich noch zuträglich sein.

96 – 98 | PALMER | Margaux | Parker 96 – 98 | Suckling 97 – 98 |
Auf dem biodynamisch geführten Château Palmer gingen 15 von 66 Hektar an den Frost verloren. Erfreulicherweise trugen die »überlebenden« Reben viel, sodass dennoch 38 hl/ha geerntet werden konnten. Die Lese ging vom 20. bis 29. September rasant von statten. Kurioserweise wurde der Petit Verdot vor dem Cabernet Franc reif, die Trauben der 2. Generation von frostgeschädigten Reben wurden nicht verarbeitet. Vom Grand Vin werden 11.000 Kisten produziert, vom Alter Ego 9.000. In der Assemblage finden sich 54 % Merlot, 42 % Cabernet Sauvignon und 4 % Petit Verdot. Palmer ist in diesem Jahr der eindeutige Nasen-Weltmeister. Seine burgundisch anmutende, reichhaltig berauschende Duftigkeit erinnert in ihrer Fülle an einen Richebourg und bekommt in dieser Ausprägung nur von Le Pin in Pomerol Konkurrenz. Schwarze, massive Farbe, betörend tiefe Merlot-Opulenz im Geruch mit liköriger Kopfnote und dunkelbeerigem Kernaroma, ganz klar und dicht, extrem frisch und explosiv aromatisch, Minze im Hintergrund. Dicht und weit gefasst im Mund mit grandioser, tiefer Struktur und großer Würze, vielschichtig, lang und frisch, dennoch etwas weniger wuchtig als 2016. Sehr reif und durchgängig, mit feinem Säurespiel und finessenreich feinkörnigen Gerbstoffen. Ewig lang, nicht ganz so weit verteilt am Gaumen wie ganz große Jahrgänge und doch ein Riesenwein in sich. Ein Fest am Gaumen.

94 – 96 | ALTER EGO | Margaux | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Der Alter Ego ist in 2017 ein absolut beeindruckender Wein. Er besteht aus 53 % Merlot, 41 % Cabernet Sauvignon und 6 % Petit Verdot, besitzt 13,1 % Alkohol und wird in 25-30 % neuen Fässern ausgebaut. Massive, dunkle Farbe. Saftige, offensive, frische Frucht im Geruch, rotbeerig, kühl und einladend. Fruchtbetront im Mund, mit sehr kühler, weit gefächerter Struktur, die noch leicht stumpf wirkt, likörig, reif und mehr auf präsente Saftigkeit gebaut als auf Tiefe und Komplexität. Dicht, körperreich, mit satter Merlotfrucht und weit gespannter Cabernet-Aromatik darum. Im Finale kommt der Petit Verdot mit kühler Dunkelbeerigkeit hervor und verleiht Reichhaltigkeit und Tiefe, die Mitte wirkt leicht hohl. Ganz hervorragender Alter Ego, der mit Kirwan, Brane-Cantenac, Rauzan-Seglà und Malescot-St.-Exupéry zu den besten Margaux’ hinter Palmer und Château Margaux zählt.

94 – 96 | BRANE-CANTENAC | Margaux | Suckling 92 – 93 |
Auf Brane-Cantenac musste man 40 % Frostschäden hinnehmen, glücklicherweise nicht in den Lagen für den Grand Vin. 74 % Cabernet Sauvignon, 21 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot werden in 70 % neuen Fässern ausgebaut. Rassige Struktur mit viel Saft und Körper, sehr weit gespannt, noch leicht scharf und streng, was für Brane-Cantenac durchaus normal ist in diesem jugendlichen Stadium. Feine Gerbstoffe mit delikater Frucht und guter Länge, die durch die feine Säure und präzise Aromenführung zu einem vielschichtig schimmernden Spiel avanciert. Weit gefasst, finessenreich und anziehend, mit klassischer Margaux-Typizität und großartiger Terroir-Prägung. Ein hervorragender, langlebiger 2e Grand Cru mit Stil und Klasse.

94 – 96 | KIRWAN | Margaux | Parker 90 – 92 | Suckling 89 – 90 |
Seit dem Jahrgang 2015 wird Kirwan in einem neuen Keller vinifiziert und konnte die Qualitäten dramatisch steigern. Der 2017er ist daher wieder einer der empfehlenswertesten, preiswertesten Grand Cru des Médoc! Auch Kirwan musste 30 % Frostschäden hinnehmen. Der Grand Vin besteht aus 55 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 10 % Cabernet Franc und 5 % Petit Verdot, ausgebaut in 52 % neuen Fässern. Dunkle, lebendige Farbe. Dicht und stimmig, mit viel Druck und Saft am Gaumen, satte Extraktion, süß und weit aufgespannt, mit hoher Intensität und schmelzigen Gerbstoffen, die große Würze in sich tragen. Tief, lang und finessenreich, mit eleganter Struktur, feiner Säure und außerordentlich saftigem Spiel und Länge. Hervorragend!

94 – 96 | MALESCOT ST.-EXUPÉRY | Margaux | Parker 91 – 93 | Suckling 95 – 96 |
Auf Malescot hatte auch der Frost mit 30 % zugeschlagen. Die Lese erfolgte spät vom 20. September bis 9. Oktober. 58 % Cabernet Sauvignon und 42 % Merlot bilden die Assemblage bei 13,1 % Alkohol und 72 % neuem Holz. Dunkle, satte Farbe, viskos. Feine, distinguierte, tiefe Nase mit delikater, rotbeeriger, konzentrierter Frucht und feinen Blütenaromen, nicht zu üppig oder massiv, vielmehr anziehend und finessenreich. Satt und fruchtbetont im Mund, mit viel Stoff und Körper, saftige Struktur mit gutem Durchzug und Würze. Sehr feine Gerbstoffe, die gut mit der hohen Konzentration verbunden sind und die ausgezeichnete Margaux-Typizität unterstützen. Vollmundig, mit sehr guter Länge und viel Schmelz.

94 – 96 | RAUZAN-SÉGLA | Margaux | Parker 94 – 96 | Suckling 94 – 95 |
Auf Rauzan-Seglà kam der Frost gleich zweimal am 21. und 27. April. Geerntet wurde vom 12. September bis 2. Oktober mit einem Ertrag von 40 hl/ha. In der Assemblage finden sich 62 % Cabernet Sauvignon, 36 % Merlot und 2 % Petit Verdot mit 13,2 % Alkohol bei 60 % neuen Fässern. Dunkle, dichte, lila Farbe. Süß, konzentriert und dunkelbeerig in der Nase, offensiv, mit feinem Holz, frisch, voluminös und mit guter Tiefe. Weit gefasst, sehr stoffig und körperreich im Mund, bietet er eine elegante, feine Struktur mit dunkelbeeriger intensiver Frucht und ausgezeichneter Transparenz. Die fein dosierte Süße mit extraktreichem Nachhall lässt dennoch viel Margaux-Charakter zu.

93 – 95 | D’ISSAN | Margaux | Parker 90 – 92 | Suckling 93 – 94 |
Lebendige Farbe. Offenes Duftbild in ganz klassischer Ausrichtung, mit leicht grünlicher Nuance, großer Würze und Delikatesse. Süß, likörig und satt der Auftakt im Mund, mit finessenreicher tief gestaffelter Fruchtkomponente, sehr klar und eingängig stoffig. Extrem stimmig, füllig und körperreich, frisch und vielschichtig, lang und ausgewogen, bietet dieser Issan eine ganz große Margaux-Typizität.

93 – 95 | MARQUIS D’ALESME | Margaux | Parker 92 – 94 | Suckling 91 – 92 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet zeigte der einige interessante Ansätze.Dunkle, viskose Farbe. Satte, stoffige Nase, dunkelbeerig und fett, Teer, Graphit, wenig Frucht. Straff und kompakt im Mund, viel Säurezug, druckvoll und würzig, mit großer Tiefe. Feinkörnige, distinguierte Gerbstoffe, intensiv und stark verdichtet. Ein Hochdruck-Margaux mit der Brechstange in der Hand.

93 – 95 | PAVILLON ROUGE | Margaux | Parker 91 – 93 | Suckling 94 – 95 |
Der Pavillon Rouge entspricht 22 % der Produktion von Château Margaux, 37 % gingen in den Grand Vin, der Rest wurde deklassiert. 76 % Cabernet Sauvignon, 17 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und 3 % Petit Verdot erreichten 13,5 % Alkohol und kamen in 60 % neue Fässer. Dunkle Farbe. Verschlossene Nase, viel Druck und Körper im Mund, dicht am Gaumen, mit viel Stoff und feinen Gerbstoffen, gute Länge und große Finesse. Sehr klar, leicht grünliche Note darin, druckvoll, frisch und straff, leicht raue, dennoch feinkörnige Gerbstoffe. Ein distinguierter Pavillon Rouge, der mit weiterem Ausbau noch an Fleisch und Schmelz gewinnt.

92 – 94 | DAUZAC | Margaux | Suckling 92 – 93 |
Auf Dauzac gab es keinen Frost. 69 % Cabernet Sauvignon und 31 % Merlot reifen in 65 % neuen Fässern. Dunkle, satte Farbe. Dicht, fruchtig, mit viel Kernaroma und stoffiger, guter, saftiger Struktur. Fein zurecht gemachter, leicht geschminkter Margaux, der sehr gute Gefälligkeit zeigt.

92 – 94 | FERRIÈRE | Margaux | Suckling 93 – 94 |
Beim Merlot musste auf Ferrière leichter Frost verschmerzt werden. Die Assemblage besteht aus 79 % Cabernet Sauvignon, 19 % Merlot und 2 % Petit Verdot, die in 40 % neuen Fässern reifen. Dunkle, lebendige Farbe. Rassige, feinsinnig tiefe Art, viel Kraft und Stoff, mit sehr delikaten Gerbstoffen, reif, elegant und schmelzig, mit guter Extraktsüße.

92 – 94 | LASCOMBES | Margaux | Parker 92 – 95 | Suckling 90 – 91 |
Auch auf Lascombes gab es 30 % Frost, der Ertrag lag bei 25 hl/ha. Der Grand Vin besteht aus 57 % Cabernet Sauvignon, 40 % Merlot und 3 % Petit Verdot mit 50 % neuen Fässern. Dichte Farbe, viskos. Likörige, üppige Nase, dicht und süß, viel Frucht im Hintergrund, etwas Bananenschale. Dunkel, massiv, dicht und kernig, sehr intensiv, leicht überextrahiert und dumpf, viel Holz, Amarenakirschen, straffe Gerbstoffe, leicht bitter. Wenig Finesse oder Margaux-Typizität.

92 – 94 | MARQUIS DE TERME | Margaux | Parker 88 – 90+ | Suckling 90 – 91 |
Auf Marquis de Terme gab es 20 % Frost, geerntet wurde von Mitte September bis Mitte Oktober. Die Assemblage besteht aus 60 % Cabernet Sauvignon, 35 % Merlot und 5 % Petit Verdot mit 50 % neuen Fässern. Dunkle Farbe, viskos. Dicht, schokoladig und kraftvoll, satt und stoffig in der Aromatik, leicht stumpfe Gerbstoffe, viel Druck, wenig Eleganz, trockenes Finale, massiv und körperreich.

92 – 94 | MONBRISON | Margaux |
Auf Monbrison gab es etwa 30 % Frost. Der Grand Vin besteht aus 75 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot und 5 % Petit Verdot, die in 40 % neuen Fässern reifen. Fein und delikat mit rotbeeriger Frucht, sehr elegant und vielschichtig, mit geschmeidigen, vielschichtigen Gerbstoffen. Etwas trocken und stumpf, viel Kraft, sehr ausgewogen und tief. Klassischer, zarter Margaux mit Kern und stimmiger Struktur.

91 – 93 | CANTENAC-BROWN | Margaux | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Auf Cantenac-Brown hat es etwas Frost gegeben. Der Grand Vin besteht aus 67 % Cabernet Sauvignon und 33 % Merlot mit 60 % neuem Holz. Saftig und dicht, kraftvoll, cremig und kompakt, mit vielschichtiger Struktur, viel Druck und Fülle, transparente, klare Art. Dunkelbeerig, fleischig und likörig breit.

91 – 93 | GISCOURS | Margaux | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Giscours hatte 40 % Frost erlitten. Die Assemblage besteht aus 71 % Cabernet Sauvignon, 24 % Merlot und 5 % Petit Verdot mit 50 % neuen Fässern. Am letzten Verkostungstag zeigte sich der Giscours dichter und üppiger als zuvor. Da wirkte er gezehrt, spröde und bitter. Viel Schmelz und Fülle, sehr feine Struktur, etwas hohle Mitte, leicht grünliche Spur darin, wenig Fluss.

91 – 93 | LABÉGORCE | Margaux | Parker 89 – 91 | Suckling 92 – 93 |
Labégorce hatte 30 % Frost erlitten. Der Labégorce besteht aus 46 % Cabernet Sauvignon, 40 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 8 % Petit Verdot reift in 45 % neuen Barriques. Dunkle, massive Farbe. Süß und karamellig, offensiv in der Nase, mit guter Würze, nicht sehr tief. Straff und dicht gebaut im Mund, mit viel Stoff und Körper, druckvoller Mitte, sehr viel Saft aber auch viel Holz. Oder war dieses Muster aus einem neuen Barrique entnommen?

91 – 93 | PRIEURÉ-LICHINE | Margaux | Parker 88 – 90+ | Suckling 93 – 94 |
Prieuré-Lichine hat sich bei den offiziellen Verkostungen rar gemacht. Süßlich und stoffig, breit angelegt, mit satter, dumpfer Art, üppig, voluminös, mit viel Holz. Erst mal abwarten.

91 – 93 | RAUZAN-GASSIES | Margaux | Suckling 91 – 92 |
Rauzan-Gassies konnte in diesem Jahr mit seinem Schwestergut aus dem klimatisch begünstigten Pauillac, Croizet-Bages, deutlich nicht mithalten. Dicht und würzig, mit viel Saft und Intensität. Stoffige Textur und gute Länge, etwas rustikaler Charakter. Kraftvoller Margaux mit guter, fülliger Mitte.

91 – 93 | SÉGLA | Margaux | Suckling 91 – 92 |
Rund und schmelzig, ganz ausgewogen und weich, mit sehr guter Frische und dunkler Frucht. Toller Zweitwein mit dunkelbeeriger, klarer Frucht, ausgezeichneter Fülle und Tiefe.

89 – 91 | BOYD-CANTENAC | Margaux | Parker 86 – 88 | Suckling 90 – 91 |
Dunkle Farbe. Verschlossene Nase mit viel Stoff. Dicht, jugendlich und intensiv im Mund, körperreich, mit hohler Mitte und wenig Kernaroma, harte Gerbstoffe, deutlich überextrahiert, leicht derb. Zum Steak kann das gehen.

89 – 91 | LA TOUR DE MONS | Margaux | Parker 87 – 89 |
Recht stoffiger, linearer La Tour des Mons, dicht gewoben, würzig, mit leicht grünlichem Schimmer, satte Konzentration und angetönter Schmelz in der rotbeerigen Frucht.

89 – 91 | LE COTEAU | Margaux |
Dunkler Farbkern. Verhaltene, neutrale Nase. Gutes Kernaroma im Mund, mit viel Kraft und Fülle, sehr sauber, mit festen, straffen Gerbstoffen, lang, kompakt, satt und voll.

89 – 91 | OR NOME TAYAC | Margaux |
Der Or Nome gehört zum Château Tayac. Dicht und konzentriert, sehr verdichtet und kompakt, trocken und stumpf, gute Anlagen.

89 – 91 | PONTAC-LYNCH | Margaux |
Der Pontac-Lynch ist ein 10-Hektar-Gut in Margaux mit sehr interessantem Terroir. 45 % Merlot, 45 % Cabernet Sauvignon und je 5 % Cabernet Franc und Petit Verdot. Dicht und stämmig, mit viel Schmelz, sehr finessenreich und zart, sehr Margaux-typisch. Klassisch ausgerichteter, tiefer Wein mit eleganter Anmutung und festen Gerbstoffen.

88 – 90 | D’ARSAC | Margaux | Suckling 89 – 90 | CHEVALIER DE LASCOMBES | MAROJALLIA | MONGRAVEY | TAYAC | TOUR DE BESSAN | Margaux |

87 – 89 | CLOS MARGALAINE | Margaux | Parker 88 – 90+ | DESMIRAIL | DEYREM VALENTIN | HAUT BRETON LARIGAUDIÈRE | MARSAC SEGUINEAU | L’ORME DE RAUZAN GASSIES | SIRAN | DU TERTRE | Margaux |

85 – 87 | BLASON D’ISSAN | Margaux | Suckling 91 – 92 |

 

Graves und Péssac-Léognan – Rotweine

97 – 99 | HAUT-BRION | Péssac-Léognan rouge | Parker 95 – 97 | Suckling 95 – 96 |
Frost war nicht das Gesprächsthema auf Haut-Brion, denn schon alleine aufgrund der Nähe zur Stadt, ist es hier bedeutend wärmer als um Léognan. Die Lese begann zehn Tage vor dem Durchschnitt am 31. August bis 29. September, nur 2003 und 2011 wurden noch früher mit der Ernte begonnen! 56 % Merlot, 40,7 % Cabernet Sauvignon und 6,3 % Cabernet Franc kamen in den großartigen Grand Vin. 9.900 Kisten entsprechen 45 % der Produktion von den 48 Hektar dieses berühmten Premier Cru. Der Rest kam in den ebenfalls sehr gelungenen Zweitwein Le Clarence (93 – 95). Mit etwa 14 % Alkohol fiel der 2017er vergleichsweise mittelgewichtig aus, denn Haut-Brion erreicht gerne mal um die 15 Grad ohne dabei auffällig zu werden. Dunkle, massive Farbe. Distinguierte, dunkelbeerige Nase mit kühler Frucht, schokoladigen Noten und Graphit. Dicht und straff im Mund, mit saftiger Tiefe und weit gefasstem, feinstem Gerbstoffgerüst. Die dunkelbeerige, likörig vollreife Frucht ist immer präsent mit feinem Tiefgang und großer Dichte. Sehr vollmundiges Mittelstück, lang und aristokratisch, setzt sich eine feine rote Beerigkeit mit dunklem aromatischem Hintergrund am Gaumen fest. Finessenreich und tiefsinnig, wird sich dieser elegante, große Haut-Brion hervorragend entwickeln, mittelgewichtig und mit großartigem Feinschliff.

95 – 97 | SMITH HAUT LAFITTE | Péssac-Léognan rouge | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
Fabien Teitgen hat eine beeindruckende Kollektion vorgestellt. Denn trotz 10 % Frost bei den Weißen und 5 % bei den Roten konnten alle Weine, auch die Zweitweine, absolut beeindrucken. Die Gerbstoffe waren rund, reif und geschmeidig, die Frucht frisch und die vollmundige Extraktion ganz natürlich, mit traumhafter Balance. Das zeugt von großem Fingerspitzengefühl im Zusammenhang mit der biodynamischen Bewirtschaftung! 60 % Cabernet Sauvignon, 35 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und 1 % Petit Verdot kamen mit 13,5 % in den Grand Vin bei 60 % neuen Fässern. Schwarze Farbe. Ganz distinguierte, tiefgründig-lebendige Cabernet-Nase, superreif und kühl, mit feiner Kräuterwürze, gar etwas Eukalyptus im Ansatz. Dicht und schmelzig im Auftakt, mit kraftvoller, üppiger Mitte und cremiger Fülle. Satt, mit feinen, geschliffenen Gerbstoffen und viel Kraft, die sich bis lang in den Abgang durchziehen und fest mit nachsaftender Süße am Gaumen stehen bleiben.

94 – 96 | HAUT-BAILLY | Péssac-Léognan rouge | Parker 94 – 96 | Suckling 94 – 95 |
Haut-Bailly wurde zu 30 % von Frost heimgesucht. Die Trauben der 2. Generation wurden nicht verwendet, weil nichts gewachsen war. Geerntet wurde dann vom 13. bis 29. September mit 28-29 hl/ha. Der Grand Vin besteht aus 60 % Cabernet Sauvignon, 32 % Merlot, sowie je 4 % Cabernet Franc und Petit Verdot und wurde zur Hälfte in neuen Fässern ausgebaut. Dunkler Farbkern, wässriger Rand. Dunkelbeerige, likörige Kopfnote im Geruch, nicht ganz so intensives Kernaroma, angetönte Tiefe. Dicht und schmelzig zum Auftakt im Mund, dann kommt eine leicht raue Prägung durch, mit kühler und frischer Aromatik und rassiger Säure. Noch jugendliche, scharfkantig raue Gerbstoffe, braucht noch viel Zeit. Sehr vielschichtig, mit gutem Durchzug und kompaktem Körper, ganz auf Frische gebaut, sehr stimmig im Nachhall, mit großer Finesse und der typischen, in sich gewachsenen Harmonie von Haut-Bailly.

94 – 96 | LA MISSION HAUT-BRION | Péssac-Léognan rouge |

Parker 95 – 97 | Suckling 95 – 96 |
Der Ertrag lag mit 49,6 hl/ha im Normalbereich bei La Mission, sodass aus den 25 Hektar etwa 6.700 Kisten gefüllt werden. 56 % Merlot, 4,4 % Cabernet Franc und 39,6 % Cabernet Sauvignon kamen in den Grand Vin, der 51 % der Produktion repräsentiert. Der Ausbau erfolgt in 70 – 80 % neuen Fässern bei etwa 14 % Alkohol. Granatrot, etwas hellere Farbe. Verhaltene, warm anmutende Nase mit reifer, tiefer Frucht im Hintergrund. Voll und weit aufgespannt im Mund, mit weicher Struktur, sehr transparent und vielschichtig, mit leicht rauen Gerbstoffen. Sehr charmant und etwas weniger dicht im Kern, bringt der elegante La Mission seinen reizvollen, rotbeerigen Körper mit sehr guter Länge in Stellung. Während Haut-Brion schon deutlich ausdrucksstärker erscheint, muss sich der La Mission erst noch finden. Das Potenzial zur Steigerung hat er in jedem Fall.

94 – 96 | PAPE-CLÉMENT | Péssac-Léognan rouge | Parker 92 – 94 | Suckling 91 – 94 |
Auf dem frostgeschädigten Pape-Clément wurde vom 15. September bis zum 3. Oktober geerntet. 55 % Cabernet Sauvignon und 45 % Merlot kamen mit etwas mehr als 14 % Alkohol in den Grand Vin, der 78 % der Produktion darstellt. Massive Farbe, viskos. Satt, süß, tief und würzig in der Nase mit kühler, reifer Frucht und großem, fülligem Hintergrund. Dicht und stoffig im Mund, mit viel Druck, sehr frisch und klar, kraftvolle Gerbstoffe mit leicht rauer Prägung, mineralische, feste Struktur mit satter Frucht und viel Extraktrückhalt. Ganz frisch und fleischig, mit sehr guter Vielschichtigkeit und massiver Extraktion mit leichten Amarena-Noten, sehr lang. Um ganz groß zu sein müsste er noch etwas mehr Lockerheit besitzen, die in Péssac dieses Jahr nicht sehr leicht zu erreichen war.

93 – 95 | DOMAINE DE CHEVALIER | Péssac-Léognan rouge | Parker 93 – 95+ | Suckling 93 – 94 |
Auf der Domaine de Chevalier gab es 30 % Frost. Der rote Grand Vin besteht aus 75 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot und 5 % Petit Verdot mit 13 % Alkohol in 30 % neuen Fässern. Dunkel und dicht, sehr stoffiger, fester, cabernet-getriebener Domaine de Chevalier mit delikater Süße vom intensiven Extrakt. Vollmundig, männlich, leicht rau und stumpf wirken die massiven Gerbstoffe, doch die viele Kraft und der große Körper fangen das auf. Zeigt noch wenig Fluss, braucht Zeit, endet trocken mit feiner Säure und beerigem Nachhall.

93 – 95 | LATOUR-MARTILLAC | Péssac-Léognan rouge | Suckling 91 – 92 |
Etwa 35 % Frostschäden gab es in den roten Anlagen auf Latour-Martillac. Geerntet wurde vom 12. bis 29. September mit 34 hl/ha. 63 % Cabernet Sauvignon, 5 % Petit und Verdot und 30 % Merlot reifen in 40 % neuen Fässern mit 13,75 % Alkohol. Schwarze, natürliche Farbe. Schokoladige, satte Nase, sehr kompakt und füllig. Stoffiger Auftakt im Mund, sehr klar, schokoladig kirschig und extraktreich, mit festen, rassigen Gerbstoffen. Enorm voll und kernig, mit guter, tiefgründiger Würze, ausgewogen und mit ausgezeichnetem Schmelz.

93 – 95 | LE CLARENCE DE HAUT-BRION | Péssac-Léognan rouge | Parker 89 – 91 |
Dies ist einer der besten roten Zweitweine von Haut-Brion bislang. 55 % Merlot, 5,3 % Cabernet Franc, 38 % Cabernet Sauvignon und 1,7 % Petit Verdot kamen in die Assemblage. Dunkle, dichte Farbe. Dunkeltönige, verdichtete Nase mit viel Kraft. Sehr kompakt und fleischig im Mund, mit viel Druck und Finesse, jugendlich, vielschichtig, tief. Sehr feine, charaktervoll geschliffene Gerbstoffe, rassige Säure, zupackende Struktur.

93 – 95 | LES CARMES HAUT-BRION | Péssac-Léognan rouge | Parker 91 – 93+ | Suckling 94 – 95 |
In der kleinen, ummauerten Kernlage von Les Carmes Haut-Brion nahe der Stadt gab es keinen Frost. In der Assemblage sind je 40 % Cabernet Franc und Merlot mit 20 % Cabernet Sauvignon vereint bei 13,25 % Alkohol in 65 % neuen Fässern. Dicht und stoffig, ganz tief und fein, mit viel Kraft und schmelziger Struktur mit rassigen, reifen Gerbstoffen. Geschmeidig und fleischig spielt dieser kernige Péssac ganz locker mit Süße und Extrakt. Man könnte ihm auch vorwerfen, dass er zu wenig Terroir-Charakter besitzt, allerdings war Les Carmes schon immer anders als alle Anderen.

92 – 94 | LARRIVET HAUT-BRION | Péssac-Léognan rouge | Parker 89 – 91 | Suckling 91 – 92 |
Larrivet wurde stark vom Frost getroffen. So konnten beim Weißwein nur 6,5 und beim Rotwein 11,5 hl/ha geerntet werden. Letzterer besteht aus 65 % Cabernet Sauvignon, 23 % Cabernet Franc und 12 % Merlot und reift in 75 % neuen Fässern. Dunkle, dichte Farbe, viskos. Kraftvoll, rund und stoffig, präsentiert sich der Larrivet mit viel Kraft und Würze. Leicht raue Gerbstoffe, gute Tiefe mit feiner Frucht und schönem Spiel von schokoladiger Süße und Holz.

92 – 94 | LE PETIT HAUT-LAFITTE | Péssac-Léognan rouge | Parker 88 – 90 | Suckling 91 – 92 |
Fabien Teitgen hat die beste Kollektion des Jahres präsentiert, denn die Grand Vins waren ebenso perfekt gelungen wie die Deuxième Vins in blanc und rouge. Die Lockerheit und Natürlichkeit der Gerbstoffstrukturen war dabei besonders bemerkenswert, eine Folge der biodynamischen Bewirtschaftung?! Auf den Markt kommen die Zweitweine für Gewöhnlich erst einige Zeit nach der Abfüllung, voraussichtlich in 2019 oder 2020. 60 % Cabernet Sauvignon und 40 % Merlot von jungen Reben reifen in 20 % neuen Fässern. Schwarze, massive Farbe. Offener Duft, dunkelbeerig, natürlich, straff und voll. Satt, dicht und kompakt im Mund, vielschichtig und engmaschig strukturiert, mit feinen Gerbstoffen, seine energiereiche Säure verleiht ihm große Lebendigkeit, außerordentlich tiefgründig und geschliffen.

92 – 94 | MALARTIC-LAGRAVIÈRE | Péssac-Léognan rouge | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 93 |
Die Lese begann bei Malartic sehr spät am 29. September und dauerte bis 20. Oktober. 65 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot, 3 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot kamen in die Assemblage. Schwarze Farbe. In der Nase präsentierte er sich einmal als leere Hülle mit massivem Rahmen und wenig Kernaroma mit schokoladigem Hintergrund. Ein weiteres Mal war er deutlich offener und zugänglich. Ganz massiv im Mund, mit kirschiger Fülle und viel Saft, leicht stumpfe Gerbstoffe und trockenem Verlauf, wenig Frucht, viel schokoladige Süße, verschlossen.

92 – 94 | OLIVIER | Péssac-Léognan rouge | Suckling 90 – 91 |
Der Olivier zeigte sich in weiß und rot sehr erfolgreich. Der Rouge besteht aus 58 % Cabernet Sauvignon, 40 % Merlot und 2 % Petit Verdot mit 13,5 % Alkohol und reift in 33 % neuen Fässern. Dunkle, natürliche Farbe. Offene, feine Nase mit viel Frucht und klarer Aromatik. Rund und dunkelbeerig im Mund, würzig, satt und füllig, nicht ganz so finessenreich, jedoch sehr stimmig und mit sehr guter Gerbstoffausbeute. Groß gewachsener, aufrechter Olivier.

91 – 93 | CARBONNIEUX | Péssac-Léognan rouge | Parker 85 – 87 | Suckling 91 – 92 |
Der Carbonnieux besteht aus 65 % Cabernet Sauvignon, 25  % Merlot und je 5 % Cabernet Franc und Petit Verdot, wird in 30 % neuen Fässern ausgebaut und besitzt 13,2 % Alkohol. Dunkle Farbe. Dunkelbeerig, mit cremig extraktreicher Frucht, die knackig und etwas roh erscheint, gut strukturiert mit viel Süße im Nachhall. Leicht stumpfe Adstringenz von den Gerbstoffen. Sehr guter Péssac.

91 – 93 | LA CHAPELLE DE LA MISSION | Péssac-Léognan rouge | Parker 88 – 90 | Suckling 92 – 93 |
Der La Chapelle de La Mission wurde vom 4. bis 29. September geerntet und besteht aus 49,2 %Merlot, 41 % Cabernet Sauvignon und 8,9 % Cabernet Franc. Dunkle, satte Farbe. Delikat feinfruchtig im Duft, sehr finessenreich mit üppigem Merlot. Rassiger, schlanker Auftakt im Mund, feingliedrig, jugendlich scharf und brillant, ausgewogen und langlebig, braucht Zeit.

91 – 93 | LA GARDE | Graves rouge |
Der rote La Garde ist aus 66 % Cabernet Sauvignon, 31 % Merlot und 3 % Petit Verdot komponiert. Dunkle Farbe. Stoffig, mit viel Kraft und Körper, sehr rassige, kernige Gerbstoffe, tief und lang, mit gutem Zug und Druck.

91 – 93 | LA LOUVIÈRE | Péssac-Léognan rouge | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Der rote la Louvière hatte keinen Frost abbekommen. Er besteht aus 75 % Cabernet Sauvignon, und 25 % Merlot und reift in 50 % neuen Fässern. Etwa 15-20 % des Weines wurden per ‚vinification integrale‘ in neuen aufrecht gestellten Barriques vergoren und anschließend liegend darin gereift. Dunkle Farbe. Dicht und klar, mit dunkler, satter Süße von der vinification integrale. Viel Stoff, schokoladig, leicht raue, harte Gerbstoffe, nach hinten schroff, roh und trocken.

91 – 93 | RAHOUL | Péssac-Léognan rouge |
Rahoul hatte 20-30 % Frost. 69 % Merlot, 20 % Cabernet Sauvignon und 11 % Malbec reifen in 40 % neuen Barriques. Dunkle Farbe. Dunkelbeerig, süß und etwas vordergründig holzig karamellig in der Nase. Satte, dichte Frucht im Mund, mit stumpfen Gerbstoffen, metallischer Säure und viel Kraft, wirkt etwas roh und ungeschliffen im Nachhall.

89 – 91 | BOUSCAUT | Péssac-Léognan rouge | Suckling 91 – 92 |
Bouscaut hatte 30 % Frost. Der rote Grand Vin besteht aus 69 % Merlot, 11 % Malbec und 20 % Cabernet Sauvignon in 40 % neuen Fässern. Dunkle Farbe. Dunkelbeerig, süß, holzig, etwas Karamell und insgesamt eher vordergründig. Satte, dichte Frucht mit viel Kraft, stumpfe Gerbstoffe, metallische Säure. Leicht rohe Aromen.

89 – 91 | CLÉMENTIN DE PAPE-CLÉMENT | Péssac-Léognan rouge | Suckling 91 – 92 |
Der Zweitwein von Pape-Clément ist solide gearbeitet und besteht aus 60 % Merlot und 40 % Cabernet Sauvignon. Dunkelbeerig, fleischig, dicht und kompakt, mit viel Saft und feiner, leicht strenger Säure. Etwas stumpf und trocken.

89 – 91 | CLOS FLORIDÈNE | Graves rouge | Parker 87 – 89 |
Der Clos Floridène ist mit 72 % Cabernet Sauvignon und 28 % Merlot bepflanzt. Reif, offen, mit viel Frucht und Fülle, straffer Struktur und satter, kerniger Frucht, sehr ausgewogen, mit fülligem Schmelz.

89 – 91 | CLOS MARSALETTE | Péssac-Léognan rouge | Parker 87 – 89 |
Der Clos Marsalette gehört zum Portfolio der Domaines Neipperg und besteht aus 70 % Cabernet Sauvignon, 25 % Merlot und 5 % Cabernet Franc. Dicht und dunkelbeerig, fleischig, etwas roh und kühl, gute, feste Gerbstoffe, reif, leicht stumpf, etwas schlanker als sonst.

89 – 91 | COUHINS | Péssac-Léognan rouge | Parker 86 – 88 | Suckling 92 – 93 |
Dunkle Farbe, viskos. Offensiver Duft, sehr dunkelbeerig. Satt, intensiv, etwas kühl und konstruiert im Mund, viel Extrakt, aber wenig Fluss.

89 – 91 | DE CÉRONS | Graves rouge |
Dicht und stoffig, mit viel Saft und Fülle, kernig strukturiert und tiefgründig. Sehr distinguierter Wein für einen kleinen Graves, kompakt, intensiv und lang.

89 – 91 | DE FRANCE | Péssac-Léognan rouge |
70 % Frost musste de France erleiden und besteht nun aus je 50 % Merlot und Cabernet Sauvignon mit 12,8 % Alkohol und 30 % neuen Fässern. Dichte, dunkle Frucht, etwas Holz, süßer Extrakt, weiche Nuancen, mit guter straffer Struktur, etwas raue Gerbstoffe. Schokoladiges Finale, wenig Fluss.

89 – 91 | GAZIN-ROCQUENCOURT | Péssac-Léognan rouge | Parker 88 – 90 | Suckling 91 – 92 |
Dicht und stoffig, etwas Banane, intensiv, mit viel Körper und Dichte am Gaumen. Trockener Verlauf, stumpfes Finale, distinguierte, tiefe Frucht.

89 – 91 | LA PARDE DE HAUT-BAILLY | Péssac-Léognan rouge | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Der La Parde de Haut-Bailly besteht aus 65 % Merlot und 35 % Cabernet Sauvignon in 30 % neuen Fässern. Dicht, gut gebaut, mit stumpfen Gerbstoffen, etwas streng und grobmaschig, gute saftige Frucht und viel Würze. Das große Terroir kommt auch im La Parde wieder zum Vorschein

89 – 91 | LE PAPE | Péssac-Léognan rouge | Parker 88 – 90 |
Durch die umliegenden Wälder erlitten die Reben keinen Frost auf Le Pape. 80 % Merlot und 20 % Cabernet Sauvignon kamen in die Assemblage. Dunkle Farbe. Satt, fruchtig, offensiv, üppig und mit breiter, deftiger Frucht. Satt und offensiv, mit lockerer Struktur, etwas einfach und fruchtbetont, mit schöner Saftigkeit und Extraktsüße, rassige Struktur.

89 – 91 | PICQUE CAILLOU | Péssac-Léognan rouge | Suckling 89 – 90 |
Dicht, stoffig, viel Kraft und Würze, leicht metallische Säure, dunkelbeerige Frucht, etwas raue Gerbstoffe, streng und etwas stumpf. Dennoch ein sehr gelungener Picque-Caillou.

88 – 90 | BROWN | Péssac-Léognan rouge |

88 – 90 | COUHINS-LURTON | PÉSSAC-LÉOGNAN ROUGE | Parker 87 – 89 | Suckling 90 – 91 | FERRAND | HAURA | LESPAULT-MARTILLAC | ROCQUETAILLADE LA GRANGE | DE ROUILLAC | Péssac-Léognan rouge |

87 – 89 | BARET | Suckling 89 – 90 | CRUZEAU | HAUT NOUCHET | Péssac-Léognan rouge | LESPARRE | Graves rouge |

86 – 88 | FERRAN | Péssac-Léognan rouge |

 

Pomerol

97 – 99 | PÉTRUS | Pomerol | Parker 93 – 95 | Suckling 97 – 98 |
Etwas Frost musste man auf Pétrus hinnehmen und schaffte daraufhin große Heizkanonen mit Propellern an, um künftigen Frostnächten entschieden entgegen zu treten. Bei der Blüte trat Verrieselung auf, was die Erntemenge weiter einschränkte und die Trockenheit im August hinterließ ebenfalls ihre Spuren. Mit 20 Tagen wurden die 11,5 Hektar reinem Merlot vom 8. bis 28. September recht lange und im Detail mit 30 hl/ha Ertrag aufwändig gelesen. Mit drei Wochen war auch der Maischestand deutlich länger als üblich, denn die Extraktion wurde sehr sanft und langsam angegangen. 14,5 % Alkohol erreichte der hervorragende Pétrus 2017 und wirkt dabei keineswegs breit. Zu 50 % gelangte der Jungwein in neue Fässer, der Rest war bereits ein Jahr gebraucht. Dunkler Farbkern, sehr natürlich, leicht viskos. Likörig, tief, klar und puristisch duftet der finessenreiche Pétrus mit vielschichtiger, großer Dichte und ausgezeichneter Komplexität. Sehr elegant anziehend und aus einem Guss, ist der Geruch mit grandioser Tiefenstaffelung, ganz ausgreift und mit distinguierter Zurückhaltung aufgefächert. Auch auf der Zunge entfaltet sich die puristische, nachhaltige und sehr schmelzige Aromatik mit großer Intensität und enorm viel Druck. Sehr kraftvoll, mit feiner, liköriger Rotbeerigkeit und lebendiger Säure, besitzt er ein extraktreich frisches Mittelstück mit Noten von Kirschen, Pflaumen und Teer. Seine vielschichtig facettenreichen Gerbstoffe sind cremig feinkörnig, tiefgründig und weit verteilt am Gaumen. Bei all seiner Kraft und Wucht wirkt dieser hochanziehend puristische Merlot niemals massiv oder schwer. Eine grandiose Symbiose von feingliedriger Finesse und engelsleichter Fülle. Durch Präzision und Detailschärfe ist dieser Pétrus angesichts des eigentlich schwachen Merlot-Jahrgangs mustergültig gelungen.

97 – 99 | TROTANOY | Pomerol | Parker 96 – 98 | Suckling 96 – 97 |
Gemeinsam mit Pétrus steht der Trotanoy ganz oben auf dem Treppchen in Pomerol . Beide 2017er sind sich in ihrer auf Delikatesse, Tiefe und Vielschichtigkeit ausgerichteten Art recht ähnlich. La Fleur Pétrus, Lafleur und Le Pin sind dagegen etwas fülliger und schwelgerischer. Dichte Farbe, etwas dunkler als La Fleur Pétrus, der daneben in der Verkostung stand. Dicht und weit gefasst im Geruch mit rotbeeriger, reifer und anziehend duftiger Frucht von grandioser Delikatesse. Sehr saftig, fein und elegant im Mund, mit cremiger Struktur und viel Frucht. Tiefgründig, sehr frisch und sogar dieser Momentaufnahme einen Tick länger als Pétrus, wenn er nicht gar den längsten Nachhall aller 2017er Pomerols besitzt.

96 – 98 | LA FLEUR PÉTRUS | Pomerol | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
La Fleur Pétrus, Le Pin und Lafleur sind in Pomerol die direkten, üppig geratenen Verfolger der finessenreich eleganten Spitzenreiter Trotanoy und Pétrus. 91 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 3 % Petit Verdot sind auf den 18,7 Hektar gepflanzt. Dunkle, natürliche Farbe, dicht und recht dunkelbeerig auch in der Nase, tief, massiv und kompakt. Deutlich fetter und dichter als erwartet, berauscht der La Fleur Pétrus mit groß angelegter Struktur, schmelzig reifen Gerbstoffen, viel Druck und einer likörig intensiven Frucht mit ausgezeichnetem, verschwenderisch üppigem Nachhall.

96 – 98 | LAFLEUR | Pomerol | Parker 97 – 100 | Suckling 97 – 98 |
Auf Lafleur wurden in der Nacht vom 27. auf den 28. April um 3:30 morgens 1.500 Kerzen entzündet, die Frostschäden glücklicherweise verhindern konnten. Im anderen Weingut der Familie Guinaudeau, Grand Village im Fronsac, fielen 60 % dem Frost zum Opfer. 53 % Cabernet Franc und 47 % Merlot reifen in maximal 20 % neuen Fässern, die allerdings zuvor für ein paar Monate auf Grand Village benutzt wurden. Dunkle, leuchtende Farbe. Jugendlicher Duft mit leichter Reduktion, sehr tief und voll, nicht ganz so wuchtig wie sonst, ausgezeichnete puristische Klarheit und Frische. Sehr schmelzige und cremige Gerbstoffe, die man tatsächlich als seidig bezeichnen kann. Voll und üppig im Auftakt, nach hinten viel Rasse und Druck mit sehr gut balancierten 14,4 % Alkohol. Das reichhaltige, kirschige Kernaroma mit dunkelbeerigen Reflexen wird von der mineralischen Struktur sehr lang und schmelzig getragen. Fetter als Pétrus, zeigt sich der Lafleur ähnlich voll wie La Fleur Pétrus und Le Pin.

96 – 98 | LE PIN | Pomerol | Parker 94 – 96 | Suckling 96 – 97 |
Auf dem kleinen Gut Le Pin gab es erfreulicherweise keinen Frost, dennoch hat man die Maischestandzeit verkürzt und die Extraktion doucement absolviert. Die Lese erfolgte früh vom 12. bis 21. September bei 32 hl/ha, der reinsortige Merlot erreichte 13,9 % Alkohol. Gemeinsam mit Palmer ist Le Pin der duftigste und vor allem burgundischste 2017er Bordeaux. Leuchtend rote Farbe, viskos. Sehr saftiger, satter, offensiver Dufteindruck, blumig, feine Blüten dabei, rote Früchte, opulent kirschig, juicy und einladend. Dicht und stoffig der Auftakt im Mund, viel Saft und Fülle, sehr frisch und klar, mit feinstem Holz und rassig lebendiger Säure ausgestattet. Pinot-artige, spannungsgeladene Struktur, sehr komplex und schmelzend cremig, von ganz feinkörnigen Gerbstoffen umspült, sehr ausgewogen und lang. Ein großartiger Le Pin, der den wenigen Liebhabern, die ihn kaufen dürfen, mit seiner Brillanz und puristischen Unbeschwertheit viel Freude bereiten wird.

95 – 97 | CERTAN DE MAY | Pomerol | Parker 89 – 91 | Suckling 94 – 95 |
Erwartungsgemäß stach der Certan de May mit 60 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon, die auf kieseligem Lehm wachsen, unter den Pomerols heraus. Dichte, natürliche Farbe. Duftig, fein, unglaublich cremig und likörig, mit fetter, stoffiger Frucht und ausgezeichneter Konzentration, zeigt er sich enorm feinkörnig in den ausgereiften Gerbstoffen, mit viel Saft und Eleganz. Enorm viel Druck und Schubkraft nach hinten, mit grandiosem Rückaroma und großer Tiefenstaffelung, sowie weite Verteilung der Aromen, süß und schwelgerisch. Einer der großen, eigenständigen Charakterweine! Und dennoch deutlich weniger bekannt als seine Nachbarn Vieux Château Certan, Hosanna, Pétrus und La Fleur Pétrus.

95 – 97 | EVANGILE | Pomerol | Parker 93 – 95 | Suckling 94 – 95 |
Auf Evangile kämpfte man mit 50 % Frost und hatte dreifache Arbeit bei halbem Ertrag. Von den 20 Hektar wurden 50 % ab dem 4. September mit 40 hl/ha gelesen, auf der anderen Hälfte wurden die Trauben der 2. Generation mit drei hl/ha bis zum 3. Oktober eingebracht. Vor allem der Cabernet Franc wurde getroffen, daher besteht der Grand Vin 2017 aus reinem, ungefrostetem Merlot. Ausgebaut wird der beeindruckende Evangile in 100 % neuen Fässern bei üppigen, dennoch unmerklichen 14,6 % Alkohol. Schwarze Farbe. Dicht, offensiv und frisch in der Nase, weniger balsamisch als sonst, satt und feingliedrig. Straff und rassig im Mund, nicht zu breit und sehr fein erinnert er an den grandiosen 2006er. Schokoladige Noten findet man nur im Finale, nicht in der Mitte, denn der Evangile zieht mit großer Energie durch und ist dabei mit cremigem Extrakt erfüllt, sehr auf Frische und Linearität gearbeitet. Feingliedrige, elegant geschliffene Gerbstoffe und großartige Länge. Ein ausgezeichneter, reiner Merlot.

95 – 97 | FEYTIT-CLINET | Pomerol | Parker 90 – 92 | Suckling 91 – 92 |
Bei fünf Verkostungen setzte sich der Feytit-Clinet immer besser in Szene. Die frühen Muster wirkten etwas gereift, in der zweiten Hälfte der Primeur-Woche waren sie wesentlich frischer und präziser. Das liegt daran, dass Jérémy Chasseuil einen kleinen Betrieb leitet, der die Bemusterung nicht immer optimal arrangieren kann. Daher wird dieser Wein sicherlich von vielen Verkostern verkannt werden. Dunkle, dichte Farbe. Frisch, satt, dunkelbeerig und konzentriert, mit liköriger, hochverdichteter Kopfnote. Schokoladige Fülle mit Teer und Graphit, ganz tief und reichhaltig auf der Zunge. Ein grandioser, vielschichtiger, nahezu reinsortiger Merlot, der in diesem Jahrgang zu den größten Verführern mit hedonistischer Trinkfreude zählt. Seit 2004 ist dies der beste bezahlbare Pomerol weit und breit!

95 – 97 | HOSANNA | Pomerol | Parker 96 – 98 | Suckling 95 – 96 |
Auf den 4,5 Hektar von Hosanna sind 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc in direkter Nachbarschaft zu Pétrus, La Fleur Pétrus, Lafleur, Vieux Château Certan und Certan de May gepflanzt. Tief, dicht und süß, erscheint der Hosanna in gewohnter massiver, runder und schmelziger Art mit großer schokoladiger Fülle und unterscheidet sich dadurch zu seinen umliegenden Konkurrenten. Dunkelbeerig, fleischig und wollüstig bereichert er den Gaumen mit weit gefasster Gerbstoffstruktur und breiter Bereifung. Ein üppiger, hedonistisch anmachender Pomerol mit Stil und ausgezeichnetem Terroir.

95 – 97 | L’EGLISE-CLINET | Pomerol | Parker 96 – 98+ | Suckling 97 – 98 |
Auf l’Eglise-Clinet gab es erfreulicherweise keinen Frost. Gelesen wurde früh vom 12. bis 22. September. In die Assemblage gelangten 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc bei 14,3 % Alkohol, die in 70 % neuen Fässern ausgebaut wurden. Dunkelbeeriger, likörig reichhaltiger Duft mit Graphit und etwas Schokolade. Dicht und dunkel präsentiert sich der l’Eglise-Clinet im Mund mit massiger, gerbstoffbetonter Struktur, sehr straff, ewig weit und lang, sehr intensiv am Gaumen, mit viel Druck und grandioser Dichte. Der 2017er wirkte im jetzigen Stadium deutlich jünger als es damals der 2015 und 2016 waren. Wie immer ein großartig lebendiges Unikat mit unglaublichem Spaßfaktor und emotionaler Ansprache.

95 – 97 | LA CONSEILLANTE | Pomerol | Parker 95 – 97 | Suckling 94 – 95 |
Auf Conseillante gab es 15 % Frost in den Cabernet Franc-Anlagen zu Cheval Blanc, der Ertrag kam auf 34 hl/ha. In der Assemblage finden sich 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc mit 13,5 % Alkohol in 70 % neuen Fässern. Dunkle, dichte Farbe. Satt, saftig und fruchtbetont im Duft, mit viel Stoff und großer Kraft. Dicht, satt und körperreich im Mund, noch etwas streng und stumpf, jedoch mit viel Saft und dichter, satter Struktur, sehr schmelzig im Fond. Tiefgründig, mit großer Spannung und ausgezeichnetem Rückaroma. Ein sehr guter La Conseillante mit sehr gutem Potenzial.

95 – 97 | LA FLEUR DE GAY | Pomerol | Parker 88 – 90 | Suckling 91 – 92 |
La Fleur de Gay war auch einer der Merlot-betonten Weine, die sich bei den beginnenden Proben schwer taten. Zuerst erlangte er nur 92 Punkte, auf dem Weingut in der Wochenmitte und am Freitag darauf brillierte dieser großartige Pomerol. Im neuen Keller wurde er in modernen, organisch geformten Zementtanks vergoren. Mittlerweile besteht er nicht mehr aus reinem Merlot, 8 % Cabernet Franc haben sich dazu gesellt, die in der Nähe von Le Pin wachsen. Der Ausbau erfolgt in 80 % neuen Fässern bei 13,8 % Alkohol. Dichte, kompakte Farbe. Ganz feine, tiefe Nase mit großer Distinktion, viel Duft und offensive Kraft. Sehr satt und saftig im Mund, mit viel Schmelz und weit gefassten feingliedrigen Gerbstoffen mit süßem Nachhall. Große Konzentration mit ebenso großer Tiefe und grandioser Dichte. Dunkelbeerige, extraktreiche Akzente, vielschichtig, seidig und mit ausgezeichnetem Fluss, ist dieses einer der trinkigsten unter den anspruchsvollen Pomerols.

95 – 97 | LA VIOLETTE | Pomerol | Parker 94 – 96 | Suckling 94 – 95 |
La Violette liegt zwischen Trotanoy und Le Pin. Der 2017er besteht aus reinem Merlot, wurde nicht entrappt und zu 100 % per »vinification integrale« in neuen aufrecht gestellten Barriques vergoren und anschließend liegend darin gereift. Massive, schwarze Farbe, ebenso massiv, dicht und schokoladig in Nase und Mund. Rassig, hochkonzentriert, mit geradlinigen Gerbstoffen, sehr körperreich, cremig und ewig schmelzig süß, erzeugt die feine, rassige Säure eine gute Länge im üppigen Aromenspiel. Breit und fett, weniger auf Tiefe und Spannung gebaut, ist dies der intellektuelle Bodybuilder unter den Spitzen-Pomerols.

95 – 97 | VIEUX CHÂTEAU CERTAN | Pomerol | Parker 96 – 98 | Suckling 97 – 98 |
Nur um ein halbes Grad Celsius schlüpfte Vieux Certan am Frost vorbei und erlebte eine der frühesten Ernten aller Zeiten vom 12. September bis 2. Oktober. Das war vor allem für die in 2012 neu gepflanzten Cabernet Sauvignon-Stöcke sehr erfreulich. Knappe 37 hl/ha kamen mit 14,2 % Alkohol in 70 % neue Fässer. Der Grand Vin besteht aus 81 % Merlot, 14 % Cabernet Franc und erstmals 5 % Cabernet Sauvignon. Schwarze, natürliche Farbe. Likörige, frische, dunkle Frucht im Geruch, mit kirschigen Reflexen, nicht ganz so bombastisch wie in superreifen Jahren, mehr auf Präzision, Tiefe und Frische gebaut. Dichte Attacke im Mund mit satter Würze, sehr massiv aber nicht fett, ganz frisch und knackig. Die feinkörnige, reichhaltige Gerbstoffstruktur erscheint wie aus einem warmen Jahr, die kühle Frucht und Frische wie aus einem kühlen. Sehr tief, mit viel Durchzug und Länge, zeigt er ganz leicht grobere Gerbstoffe als Nachbar Pétrus. Hervorragend!

94 – 96 | CLINET | Pomerol | Parker 92 – 94 | Suckling 92 – 93 |
Auf Clinet gab es 15 % Frost. Der Grand Vin besteht aus 92 % Merlot und 8 % Cabernet Franc, erreichte 13,1 % Alkohol und wird in 72 % neuen Fässern ausgebaut, wovon 15 % 500-Liter-Tonneaux sind. Dicht, schmelzig, tief und finessenreich, mit viel Frucht und geschmeidiger Struktur. Guter Fluss und schöne Extraktfülle mit ausgezeichneter Tiefenstaffelung.

94 – 96 | LATOUR A POMEROL | Pomerol | Parker 92 – 94 | Suckling 92 – 93 |
Der Latour a Pomerol konnte in den vergangenen Jahren sein Profil deutlich schärfen und wuchs zu einem sehr verlässlichen Wert in Pomerol heran. Auf acht Hektar wachsen 100 % Merlot mit einem besonders fleischig-würzigen Charakter. Dicht, tief, saftig und likörig, gibt sich der Latour a Pomerol gewohnt fleischig und mit ganz feinen Gerbstoffen ausgestattet. Seine rotbeerige Aromatik ist mit feinen dunkelbeerigen Reflexen durchzogen. Sehr gute Frucht und Fülle, große Delikatesse, mit ausgezeichnetem Druck und charaktervoller Eigenständigkeit.

93 – 95 | BOURGNEUF | Pomerol | Parker 91 – 93 |
Bourgneuf ist der direkte Nachbar von Trotanoy, die Qualitäten wurden in den vergangen Jahren deutlich gesteigert und das Profil geschärft. 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc werden auf neun Hektar kultiviert, der Ausbau erfolgt in 35 % neuen Fässern. Lebendige, dunkle Farbe. Dunkelbeerige, typische Bourgneuf-Frucht mit großer Saftigkeit im Geruch, voll, mit viel Spiel und Würze. Stoffig, saftig und reif auch im Mund, sehr stimmig, mit viel Fleisch und sattem Kernaroma, ganz frisch, knackig und außerordentlich lang. Die kühle Art des Jahrgangs steht dem Bourgneuf ganz besonders gut. Distinguierte Gerbstoffe mit feinem Schmelz und intensiver Süße. Puristisch, langlebig und in diesem Jahrgang eher etwas langsamer in der Entwicklung.

93 – 95 | CLOS DE LA VIEILLE ÉGLISE | Pomerol |
Der Clos de la Vieille Eglise ist eine 1,5 Hektar-Parzelle mit kieseligem Lehm, die mit 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc bestockt ist. Es ist das Schwestergut des Clos Dubreuil in St.-Emilion der Familie Trocard. Der Ausbau erfolgt in 100 % neuen Fässern. Sehr dicht und klar in der Frucht, mit feiner Cabernet Franc-Würze, tiefgründig und rassig. Sehr lang und finessenreich, mit ausgezeichnetem Feinschliff, rotbeeriger Extraktsüße und lebendig präziser Säure. Sehr eleganter, markanter Pomerol mit Charme.

93 – 95 | CLOS DU CLOCHER | Pomerol | Parker 90 – 92 |
Leider bei einem Négociant nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Clos du Clocher einige interessante Ansätze. Dicht, schmelzig und hefig viskos, offensiv, mit viel Extrakt und guter Spannung. Massive Gerbstoffe, die etwas austrocknen, kompakte Struktur, druckvoll, etwas zu stark extrahiert. Ein Wein mit breitem Kreuz und viel Muskulatur.

93 – 95 | CLOS L’EGLISE | Pomerol | Parker 90 – 92 |
Leider bei einem Négociant nur auf die Schnelle verkostet zeigte der einige interessante Ansätze. Dunkle, massive Farbe. Dunkelbeerig und etwas streng, viskose Textur mit Hefepräsenz, maximale, fette Extraktion, ewig dicht und lang. Derzeit schwer zu sagen, wie dieser Wein auf die Flasche kommt.

93 – 95 | DOMAINE DE L’EGLISE | Pomerol | Parker 88 – 90 | Suckling 92 – 93 |
Zur Domaine de l’Eglise gehören beachtliche sieben Hektar die mit 97 % Merlot und 3 % Cabernet Franc bepflanzt sind, der Ertrag lag bei 32 hl/ha, der Ausbau erfolgt in 45 % neuen Fässern. Dunkelbeerig, verdichtet und fleischig, präsentiert sich der Domaine de l’Eglise mit viel Saft und Körper, sehr intensiv, schöner Würze und ausgezeichnetem Fluss. Saftig konzentriertes, sattes Mittelstück, großartige füllige Struktur, sehr ausdrucksstark für einen fast reinsortigen Merlot dieses Jahrgangs, lang und balanciert, mit hervorragendem Nachhall. Einer der empfehlenswertesten, preiswerten Pomerols.

93 – 95 | GAZIN | Pomerol | Parker 89 – 91+ | Suckling 94 – 95 |
Mit 5 % Frost kam Gazin glimpflich davon. Geerntet wurde vom 15. September bis 10. Oktober mit 45 hl/ha. 95 % Merlot und 5 % Cabernet Franc wurden in 50 % neuen Fässern untergebracht. Satte, dichte Frucht, viel Kraft und Fülle, sehr schmelzig und druckvoll. Kristalline Säure mit leicht stumpfen Gerbstoffen und kompakter Struktur, wenig Finesse.

93 – 95 | LE CHEMIN | Pomerol | Suckling 85 – 86 |
Der Le Chemin ist seit dem 2015er ein kleiner Geheimtipp in Pomerol. Knapp ein Hektar ist die Lage von Francois Despagne groß. Er wächst auf Kies und sandigem Lehm, ist mit 100 % Merlot bepflanzt und wird in 100 % neuen Fässern ausgebaut. Massive, dichte, viskose Farbe. Volumenreich und cremig, sehr voll, frisch und reif. Sehr gute Spannung, ganz klar und saftig, mit ausgezeichneter verdichteter Konzentration und leicht rohem, krokanten Nachhall, der ihn sehr jugendlich erscheinen lässt. Die geschmeidigen Gerbstoffe sind gut integriert, wieder ist der Le Chemin einer der erfolgreichsten, reinsortigen Merlots, obschon diese Rebsorte in den vergangenen Jahren leichte Artikulationsprobleme aufweist (siehe Jahrgangsbericht).

93 – 95 | MAILLET | Pomerol | Suckling 92 – 93 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Maillet einige interessante Ansätze. Schwarze Farbe. Dicht und konzentriert, mit viel Druck und Fülle, sehr straff organisiert am Gaumen, mit Wucht und Fülle, limitiertes Kernaroma, raue Gerbstoffe. Extraktreicher, massiver, modernen Pomerol mit großer Struktur und weit gefasst.

93 – 95 | PENSÉES DE LAFLEUR | Pomerol | Parker 90 – 92 | Suckling 94 – 95 |
Der Pensees de Lafleur besteht aus 52 % Merlot und 48 % Cabernet Franc mit maximal 20 % neuem Holz. Tief, vielschichtig und schmelzig, besitzt er viel Stoff, große Klarheit und Transparenz, mit rassiger Struktur und viel Saft. Sehr würzige, straffe Struktur, vielschichtig und elegant im Nachhall, ganz fein und geschliffen, mit polierten, hochdistinguierten, feinfruchtigen roten Beeren, finessenreich und lang. Eine burgundische Interpretation mit Delikatesse und Fingerspitzengefühl.

93 – 95 | VRAY CROIX DE GAY | Pomerol | Parker 85 – 87 |
Die 3,36 Hektar von Vray Croix de Gay sind mit 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc bepflanzt, der Ausbau erfolgt in 40 % neuen Fässern. Dicht, stoffig und klar, körperreich und mit viel Druck, sehr gute Saftigkeit und Durchzug. Er besitzt distinguierte, engmaschige Gerbstoffe mit einer etwas kühl anmutenden Aromatik, auch ein wenig Rohheit in der Frucht, aber mit großem Stil und Klasse.

92 – 94 | BEAUREGARD | Pomerol | Parker 86 – 88 | Suckling 92 – 93 |
Der Merlot wurde auf Beauregard etwas vom Frost geschädigt, daher kamen davon nur 60 % mit 40 % Cabernet Franc in den Grand Vin. Der sehr natürlich gewachsene Beauregard lebt von seinem Fleisch und seiner Fülle. Ganz dicht und saftig, mit viel Stoff und Kraft, und wie immer etwas raueren Gerbstoffen. Das gehört einfach zu Beauregard dazu.

92 – 94 | LA CROIX DE GAY | Pomerol | Parker 88 – 90 | Suckling 89 – 90 |
Der Croix de Gay besteht aus 93 % Merlot und 7 % Cabernet Franc, er reift in 60 % neuen Fässern. Dicht und stoffig, mit viel Saft und Kern, sehr traditionell und präzise, mit ausgezeichneter, frischer Frucht und rassigem Körper. Die feinen Gerbstoffe lassen sogar noch mehr erwarten, obwohl sie derzeit etwas trocken wirken. Potenzial 94+/100.

92 – 94 | LA PETITE EGLISE | Pomerol | Parker 90 – 92 | Suckling 90 – 91 |
Auf l’Eglise-Clinet gab es keinen Frost. 41 hl/ha reiner Merlot wurden für den Zweitwein geerntet und reifen in 50 % neuen Fässern. Dunkler Farbkern, viskos. Satt, dicht und dunkelbeerig fruchtig, mit enormer, reifer Fülle in der Nase. Reichhaltige Gerbstoffe im Mund, mit großer Rasse und Tiefgang, sehr harmonisch und kompakt am Gaumen, mit saftiger Extraktsüße und viel Kraft. Nicht ganz so lang, dennoch berauschend.

92 – 94 | LA RENAISSANCE | Pomerol |
La Renaissance gehört zum Château Martinet der Familie Pradel de Lavaux. Es verfügt über drei Hektar, die mit 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc bepflanzt sind. Dicht, kompakt und fest, körperreich und wuchtig, ewig weit gefasst und lang. Sehr gut gebauter, muskulöser Pomerol.

92 – 94 | LE BON PASTEUR | Pomerol | Parker 91 – 93 | Suckling 94 – 95 |
Auf den 6,6 Hektar von Bon Pasteur sind 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc gepflanzt. Dicht, satt, körperreich und frisch, mit rassiger Säure und leicht stumpfen Gerbstoffen wirkt er etwas überextrahiert. Auf der Flasche nachverkosten.

92 – 94 | LE CLOS DE BEAU-PÈRE | Pomerol | Parker 87 – 89 |
Leider bei Jean-Luc Thunevin nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Clos de Beau-Père einige interessante Ansätze. Satt und dicht, mit schöner Frucht und viel neuem Holz. Dann trocknet er aus und stumpft ein wenig ab. Stoffiger, intensiver Pomerol mit dunkelbeeriger Frucht, viel Kraft und jugendlich ungestümer Struktur.

92 – 94 | LE GAY | Pomerol | Parker 93 – 95+ | Suckling 93 – 94 |
Die Lagen von Le Gay auf dem Plateau hatten keinen Frost, der Manoir de Gay wurde zu 100 % geschädigt. 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc wurden mit 25 hl/ha geerntet und in komplett neuen, aufrecht gestellten Barriques vergoren und danach darin liegend ausgebaut. Dunkle, dichte, viskose Farbe. Dicht, fleischig und dunkelbeerig in der Nase, mit balsamischer Süße, massiv und auf Fülle und Stoffigkeit gebaut. Dicht, kompakt und dunkelbeerig auch im Mund, fleischig, schokoladig, mit massiver Struktur, wenig Tiefgang, etwas marmeladige Noten, begrenzte Länge, da sich alles im vorderen Wahrnehmungsbereich abspielt.

92 – 94 | MAZEYRES | Pomerol | Suckling 88 – 89 |
Mazeyres ist mit 73 % Merlot, 24,4 % Cabernet Franc und 2,6 % Petit Verdot bepflanzt, ausgebaut wird er in 33 % neuen Fässern, 40 % gebrauchten Barriques und 27 % reifen im Tank. Viel Holz, feines, konzentriert rotbeeriges Aroma mit cremiger Extraktfülle. Likörige Süße, sehr geschliffene Gerbstoffe, cremige Textur und ausgezeichnete Länge durch eine feingliedrig, tiefgründige Säure. Ein sehr geschliffener und polierter in sich stimmiger Pomerol.

92 – 94 | NENIN | Pomerol | Parker 87 – 89 | Suckling 93 – 94 |
Nenin ist das Schwestergut von Léoville Las Cases in Pomerol. Auf Nenin gab es 70 % Frost im Zweitwein und 10 % beim Grand Vin. 58 % Merlot, 41 % Cabernet Franc und 1 % Cabernet Sauvignon kamen in den Grand Vin, geerntet wurde vom 12. bis 29. September. Sehr saftig und voll, mit viel Stoff und Frucht, satt am Gaumen, mit leicht scharfer Säure und kraftvoll kerniger Struktur. Trotz seine schmelzig dunkelbeerigen Frucht, wirkt er ein wenig hart, mit stumpfen Gerbstoffen im Finale und gutem Druck.

92 – 94 | PLINCE | Pomerol | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Der kleine Plince wuchs in 2017 über sich hinaus! Auf den 8,5 Hektar sind 79 % Merlot und 21 % Cabernet Franc gepflanzt. Dunkel, dicht und konzentriert, besitzt der Plince viel Frucht und Fülle, ein ausgeprägt intensives Kernaroma, er ist saftig, voll ausgereift und lang. Seine Lockerheit, dunkelbeerige Fülle, Frische und Knackigkeit, sowie rassige Struktur und cremige Gerbstoffe machen ihn zu einem der attraktivsten unter den günstigen Pomerols!

92 – 94 | ROUGET | Pomerol | Parker 89 – 91 | Suckling 92 – 93 |
Rouget verfügt über 17 Hektar, die mit 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc bepflanzt sind. Likörig süß, sehr schmelzig und weich, etwas Brotrinde, viel Saft und Länge, etwas weniger frisch.

92 – 94 | TAILLEFER | Pomerol | Parker 89 – 91 |
Taillefer gehört Catherine Moueix und verfügt über zwölf Hektar, die mit 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc bepflanzt sind. Schwarze, massive Farbe. Dunkelbeeriges, balsamisches Duftbild, sehr kraftvoll und undurchdringlich. Kompakt am Gaumen, wieder balsamische Noten, schwarzer Tee, Lakritze und Röstaromen. Wenig Frucht, dunkelbeerig, dicht und stoffig, mit guter, fester Struktur, viel Druck und Körper. Massiver Pomerol schokoladig und karamellig, mit etwas Amarenakirschen ist er im Mund weniger wuchtig als er in der Nase erscheint.

92 – 94 | VIEUX MAILLET | Pomerol |
Auf den 7,8 Hektar von Vieux Maillet sind 73 % Merlot, 19 % Cabernet Franc und 8 % Cabernet Sauvignon gepflanzt. Dicht und stoffig, mit viel Druck und Fülle. Kompakter Pomerol in würziger, frischer Art, süß, intensiv und kraftvoll, mit sehr geschliffenen Gerbstoffen, kernig und körperreich, tief und lang. Bei einer Verkostung wirkte er leicht hart und stumpf.

91 – 93 | CHÊNE LIÈGE | Pomerol |
Die knapp zwei Hektar von Chêne Liège sind mit 95 % Merlot und 5 % Cabernet Franc bepflanzt, 70 % werden in neuen Barriques ausgebaut. Helltönige Frucht, viel Kraft, etwas schlank gehalten, mit guter Rasse. Wirkt im Nachhall etwas mager, gute Terroirwürze.

91 – 93 | CLOS RENÉ | Pomerol |
Die 15 Hektar des Clos René sind mit 70 % Merlot, 20 % Cabernet Franc und 10 % Malbec bepflanzt. Likörig, vordergründig, satt und weich, präsentiert er sich etwas schroff in den Gerbstoffen, nach hinten wird er üppig und sogar schmelzig im Finale.

91 – 93 | DE SALES | Pomerol | Parker 85 – 87 |
De Sales ist mit 47,61 Hektar das größte Weingut in Pomerol. Bepflanzt ist es mit 78,5 % Merlot, 9 % Cabernet Franc und 12,5 % Cabernet Sauvignon. Stimmig, strukturiert und dicht für de Sales, sehr kompakt und kernig, guter Fluss und klare Aromatik. Kraftvoller, sauberer Pomerol, der die übliche Rustikalität abgelegt hat.

91 – 93 | L’ENCLOS | Pomerol | Suckling 91 – 92 |
Die neun Hektar des l’Enclos sind mit 85 % Merlot, 12 % Cabernet Franc und 3 % Malbec bepflanzt, der Ausbau erfolgt in 40 % neuen Fässern. Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet . Simpel gereifte, satte Frucht mit viel Fleisch und stumpfem Holz.

91 – 93 | LA CLÉMENCE | Pomerol | Parker 89 – 91 | Suckling 91 – 92 |
Die drei Hektar von La Clémence sind mit 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc bepflanzt. Massive, dunkle Farbe, viskos. Süßlich, likörig und etwas vordergründig im Duft, cremiges Holz, wenig Tiefe, glatt und modern geschminkt. Dicht im Mund, mit viel Holz und hoher Extraktion, jedoch wenig Fluss und Schmelz. Stumpfe Gerbstoffe und kristalline Säure mit harter Ausstrahlung, kühl und technisch. Passt gut zum Steak.

91 – 93 | LA FLEUR DU ROY | Pomerol |
Die 3,21 Hektar des Lafleur du Roy sind mit 85 % Merlot, 10 % Cabernet Franc und 5 % Malbec bepflanzt, der Ausbau erfolgt in 40 % neuen Fässern. Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Dunkel, viskos und dicht, sehr stimmig, modern, geschliffen und saftig, mit leicht stumpfen Gerbstoffen.

91 – 93 | LA GRAVE | Pomerol | Parker 90 – 92 | Suckling 89 – 90 |
La Grave ist auf acht Hektar mit 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc bepflanzt. Dicht und saftig frisch, sehr füllig, mit viel Stoff und guter Rasse, besitzt der La Grave viel Druck und Zug, mit sattem Verlauf am Gaumen. Etwas rau und stumpf im Nachhall.

91 – 93 | LAFLEUR-GAZIN | Pomerol | Suckling 89 – 90 |
Die 8,5 Hektar von Lafleur-Gazin sind mit 100 % Merlot bepflanzt. Satt und stoffig, mit viel Frucht und Finesse, nicht ganz so dicht wie Plince, wirkt er derzeit noch etwas stumpf und angestrengt.

91 – 93 | LAGRANGE | Pomerol |
Die neun Hektar von Lagrange in Pomerol sind mit 100 % Merlot bepflanzt. Dicht und stoffig, mit viel Saft und Fülle, rassige Gerbstoffe mit viel Druck am Gaumen, recht voll und kernig.

91 – 93 | LE MOULIN | Pomerol | Suckling 89 – 90 |
Die 2,4 Hektar des Le Moulin sind mit 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc bepflanzt. Schwarzer Farbkern, gereifter Rand. Neutrale, dumpfe Nase ohne Kernaroma, dafür mit etwas karamelligem Holz, Gewürzen und liköriger Süße. Dicht und stumpf am Gaumen, sehr kraftvoll, Teer, Lakritz und Röstaromen. Kompakt, kaum Frucht, süßliches Finale. Massiver, voll ausgereifter, wuchtiger Wein mit metallischem Antlitz.

91 – 93 | LÉCUYER | Pomerol |
Die 3,5 Hektar von Lécuyer sind mit 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc bepflanzt, ausgebaut wird er in einem Drittel neuer Fässern. Dunkler Farbkern. Dicht, saftig und mit viel Stoff, gutes, volles Mittelstück, nach hinten verliert er ein wenig Druck. Schöne Frucht, aber es fehlt an Fülle und Länge, viel Würze, gute Struktur, stumpfe Gerbstoffe.

91 – 93 | PORTE CHIC | Pomerol |
Die zwei Hektar des Porte Chic sind mit 70 % Merlot, 25 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon bepflanzt, der Ausbau erfolgt in 100 % neuen Barriques. Etwas hellere Farbe. Gute, klare Frucht, sauber, satt und straff am Gaumen. Körperreich und voll, viel Gerbstoffe, leicht rau, das neue Holz ist kaum zu spüren.

91 – 93 | SAINT-PIERRE | Pomerol | Parker 92 – 94 |
Die drei Hektar des Saint-Pierre sind mit 75 % Merlot und 25 % Cabernet Franc bepflanzt, der Ausbau erfolgt in 50 % neuen Fässern. Dicht, süß und breit, mit Schokolade und Graphit, leicht stumpfe Gerbstoffe, trockener Abgang. Wirkt gemacht und nicht natürlich gewachsen.

91 – 93 | TOUR MAILLET | Pomerol | Parker 90 – 92 | Suckling 91 – 92 |
Die 2,2 Hektar des Tour Maillet sind mit reinem Merlot bepflanzt. Süß und opulent, mit viel Schokolade und Schmelz, erinnert der Duft an die Machart von Michel Rolland. Harte Säure, stumpfe Gerbstoffe im Mund, wirkt konstruiert und glatt.

89 – 91 | BEL-AIR | Pomerol |
Die 13 Hektar des Bel-Air sind mit 100 % Merlot bepflanzt. Dicht, satt und stoffig, rund und mit viel Fleisch, sauber gearbeitet, etwas Brotrinde.

89 – 91 | BONALGUE | Pomerol | Parker 89 – 91 | Suckling 88 – 90 |
Die 9,5 Hektar des Bonalgue sind mit 95 % Merlot und 5 % Cabernet Franc bepflanzt. Dicht, dunkelbeerig und schmelzig, viel Saft, körperreich und intensiv. Ein guter Bonalgue.

89 – 91 | CLOS DE LA VIEILLE CURE | Pomerol |
Die 1,5 Hektar von Benoit Trocard sind mit 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc bepflanzt. Dunkle Farbe. Delikat, fein und cremig in der Nase, mit rotbeeriger Frucht, viel Würze und Finesse, weit gefasst, mit guter Tiefe. Stoffig und stumpf auf der Zunge, mit viel Kraft, nicht üppig, eher schlank und rassig, mit guter Frische und kompakten Gerbstoffen.

89 – 91 | GOMBAUDE-GUILLOT | Pomerol | Suckling 92 – 93 |
Der Gombaude-Guillot wird in 50 % Tank, 40 % neuen Barriques und 10 % Amphoren ausgebaut. Die 6,5 Hektar sind mit 75 % Merlot und 25 % Cabernet Franc bepflanzt. Dicht und rassig, mit dunkler Frucht, fleischig, etwas dumpf und mit hohler Mitte.

89 – 91 | LA CROIX DU CASSE | Pomerol | Parker 89 – 91 | Suckling 88 – 89 |
Der Croix du Casse wurde mit 94 % Merlot und 6 % Cabernet Franc geerntet bei 23 hl/ha. Helltönige Frucht, stimmig, wenig Fülle und Tiefgang, dennoch gute Struktur, sehr klar, mit scharfkantiger Säure und kernigen Gerbstoffen, trocken, sehr kompakt.

89 – 91 | LA CROIX ST. GEORGES | Pomerol |
Leider bei einem Négociant nur auf die Schnelle verkostet zeigte der La Croix St. Georges einige interessante Ansätze. Schwarze, massive Farbe. Dicht, süß, intensiv und kräftig, mit viel Würze und Körper.

89 – 91 | MONREGARD LA CROIX | Pomerol | Parker 86 – 88 | Suckling 89 – 90 |
Likörig, süß, balsamische Nuancen und oxidierte Frucht, massive Extraktion, wenig Fluss, stumpfe Gerbstoffe, hohl, leer.

89 – 91 | PLINCETTE | Pomerol | Suckling 91 – 92 |
Die zwei Hektar von Plincette sind mit 100 % Merlot bepflanzt. Schmalbrüstig, schmelzig saubere Struktur, wenig Frucht, mit guter Rasse, sehr kompakt und klar.

89 – 91 | VIEUX PLATEAU CERTAN | Pomerol |
Gemeinsam mit den Boüard de Laforests von Angélus ist die Familie Pradel de Lavaux Eigentümer von Bellevue. Ihr gehören unter anderem die Güter Martinet, La Renaissance und Saint-Pierre. Diese kleine Lage ist mit 75 % Merlot und 25 % Cabernet Franc bepflanzt. Dicht und straff, mit viel Saft und Kern, gutem, rassigem Verlauf und etwas angerauten, feinkörnigen Gerbstoffen.

88 – 90 | LA CABANNE | LA CROIX | LA CROIX TAILLEFER | LA FLEUR DE PLINCE | HAUT MAILLET | HAUT-FERRAND | SAINT PIERRE | DE VALOIS | Pomerol |

87 – 89 | CLOS 56 | LA COMMANDERIE | LA TRIBUNE | Pomerol |

86 – 88 | LE CAILLOU | GRAND BEAUSÉJOUR | Pomerol |

 

St.-Emilion

97 – 99 | AUSONE | St.-Emilion | Parker 97 – 99 | Suckling 96 – 97 |
Die Familie Vauthier musste bei den Weingütern Simard, Haut-Simard und de Fonbel einen Komplettausfall wegen Frost hinnehmen. Der grandiose Ausone wurde glücklicherweise vom Frost verschont. 55 % Cabernet Franc und 45 % Merlot ergeben die Assemblage, der Ausbau erfolgt in komplett neuen Fässern, der Ertrag lag bei nur 35 hl/ha. Lila Farbe, massiv und viskos. Ganz dicht und tief im Geruch, weit gefasst mit dunkelbeerigem Kernaroma, liköriger Kopfnote, Graphit und Teer. Grandiose, tiefe Struktur im Mund, hochfein und vielschichtig, mit ausgezeichneter Frische und likörig extraktreichem Nachhall. Durch den weniger ausdrucksstarken Merlot, schmeckt der Ausone als sei er zu drei Vierteln aus Cabernet Franc erzeugt, mit kühler, sehr tiefgestaffelter Würze und grandioser Tiefe. Da der Merlot seine Fülle nicht ausspielt kommt auch das feinste Holz mehr zum Vorschein. Wie immer ein hochkomplexer, aristokratisch anmutender Wein, der in diesem Jahr groß, aber nicht ganz groß geworden ist. Für Liebhaber von großen Cabernet Francs ist er als Musterbeispiel dennoch ein Muss!

97 – 99 | BÉLAIR-MONANGE | St.-Emilion | Parker 96 – 98 | Suckling 94 – 95 |
Für Bélair-Monange, den direkten Nachbarn von Ausone, ist 2017 ein geradezu riesiger Erfolg. Einerseits konnte der Wein in diesem Jahr qualitativ mit Ausone gleich ziehen, andererseits übertrifft der neue Jahrgang seine eigenen Vorgänger aus 2015 und 2016, denn es ist schlicht der bislang beste Wein dieses großartigen Terroirs! 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc sind auf den 23,5 Hektar gepflanzt. Während viele Merlot-betonte Weine in 2017 etwas weniger aromatisch sind, zeigen sich die Merlots von Bélair-Monange in voller Pracht. Dunkle, viskose Farbe. Tief, offen, fruchtig und finessenreich duftet der BM mit likörig-rotbeeriger, sehr lebendiger Aromatik, hochkomplex und fein geschliffen. Dicht, schmelzig und weit gefasst, wirkt er ganz locker, schokoladig und reif auf der Zunge, mit enormem Druck und endloser Fülle. Seine noblen Gerbstoffe sind weit und vielschichtig gefächert, die krokante Säure verleiht ihm große Spannung und ausgezeichnete Länge. Dies ist kein üppiger, breiter Kraftprotz, sondern vielmehr ein schlanker, feinsinniger 1er Grand Cru mit großer Klasse und ewigem Nachhall.
96 – 98 | ANGÉLUS | St.-Emilion | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
Das Terroir des Grand Vin wurde mit etwa 20 % vom Frost betroffen, daher liegt die Produktionsmenge mit 32 hl/ha in diesem Jahr nur bei etwa 85.000 Flaschen. In der Assemblage finden sich 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc mit 13,8 % Alkohol in 100 % neuen Barriques. Massive, dunkle Farbe. Reduktive, verschlossene Nase mit viel Druck und dunklem Extrakt im Fond. Satt und schmelzig im Mund, sehr distinguierte und weit verteilte, extrem feinkörnige Gerbstoffe, dunkelbeerige Aromen, Graphit und Schokolade. Druckvoll, finessenreich, sehr konzentriert und geschmeidig, ewig weit und lang, unglaublich aromatisch, aus einem Guss gehoben. Ein großer Angélus, der freilich an den überragenden 2016er nicht heran reichen kann.

96 – 98 | CHEVAL BLANC | St.-Emilion | Parker 93 – 95 | Suckling 97 – 98 |
Einer der wesentlichen Charakterzüge von Cheval Blanc beruht auf alten Cabernet Franc-Reben, die auf Lehm wachsen. Genau diese wurden hart vom Frost getroffen, insgesamt 30 % der Triebe auf Lehmböden waren erfroren. Um den Cheval Blanc nicht zu sehr in Richtung Merlot ‚abdriften‘ zu lassen, hat man sich der Herausforderung gestellt, die Triebe der 2. Generation aufwändig groß zu ziehen. Am Ende gelangten 5 % davon in die Assemblage des Grand Vin, der final aus 30 % Cabernet Franc, 14 % Cabernet Sauvignon und 56 % Merlot besteht. Massive Farbe, dicht und natürlich. Rassige, tiefe und vielschichtig feine Frucht im Duft, delikate Holzwürze (100 % neu), puristisch und mit großer Konzentration. Dicht und offensiv im Mund, sehr geradlinige Struktur mit viel Saft, sehr geschliffen und präzise, puristisch und fleischig, mit kühler Ausstrahlung. Sehr frisch und fest, in sich verwoben, sehr lang und charaktervoll. Trotz seiner Fülle besitzt er auch Transparenz in der rotbeerigen, kühlen Aromatik, mit leicht raueren Gerbstoffen als gewöhnlich und guter Länge.

95 – 97 | CANON | St.-Emilion | Parker 94 – 96 | Suckling 94 – 95 |
Canon konnte man auf dem Weingut eindeutig am besten probieren, bei drei anderen Gelegenheiten gab es auch etwas weniger präzise Flaschenmuster. Die perfekten Plateaulagen von Canon sorgten dafür, dass es keinen Frost auf diesem Gut gab, der Ertrag war mit 42 hl/ha normal. Der Merlot wurde vom 4. bis 15. und der Cabernet Franc bis 24. September geerntet. Von ersterem gelangten 77 % in die Assemblage, der Rest ist Cabernet in 55 % neuen Fässern bei 14 % Alkohol. Dunkle, dichte Farbe. Tief, satt und offensiv in der Nase mit fleischiger, frischer, stark verdichteter Frucht, nicht so tief und komplex wie erwartet, aber das kann sich mit dem weiteren Ausbau noch ergeben. Unglaublich distinguiert, seidig und elegant im Mund, vielschichtig, mit enormem Tiefgang, sehr lang und geschliffen. Grandioser, frischer, feinsinniger St.-Emilion und eigentlich einer der jahrgangsbesten Merlot-betonten Weine dieser Appellation, denn hier findet diese Rebsorte ihren puristischen Ausdruck und ursprünglichen Charakter, den man bei vielen Merlots vom rechten Ufer ein wenig vermisst. Dunkelbeerige Nuancen vom Cabernet mit delikat ansetzendem Amarena-Kirscharoma dabei, keine Schokonuancen, alles auf Frische und Finesse gebaut.

95 – 97 | CROIX DE LABRIE | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 93 – 94 |
Der Croix de Labrie ist einer der besten reinsortigen Merlots des Jahrgangs 2017. Auch hier gab es Frost, mit großem Pflegeaufwand wurden die verschonten Trauben zu maximaler Reife gebracht. Etwa 6.000 Flaschen wird es nur geben, ausgebaut wird er in Barriques und Tonneaux. Grandiose Tiefe, unglaubliche Transparenz und enorme Reife. Mit großartigem Purismus und berstender Intensität bringt er eine rotbeerige, reichhaltige Frucht hervor, die mit explosiver Frische und feinen blaubeerigen Reflexen versehen ist. Feinste Gerbstoffe und eine weit gefasste Struktur bleiben finessenreich, schmelzig, lang und schwelgerisch im Nachhall zurück. Ein wirklich einzigartiger St.-Emilion der große Trinkfreude bereitet und im Vergleich unglaublich preiswert erscheint.

95 – 97 | FIGÉAC | St.-Emilion | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
Auf Figéac erwischte es meist Cabernet Franc in den tieferen Lagen, dabei wurden 50 % der Weinberge mit Frost befallen. Mit einer Drohne wurden die Schäden im Weinberg analysiert und anschließend 20.000 Stöcke markiert. Aus der 2. Generation wurden von jedem dieser Traubenhenkel einzelne Beeren zur Lese probiert, insgesamt 150.000 Stück. Vom 7. September bis zum 3. Oktober wurde geerntet mit 22 hl/ha Ertrag. Daher werden statt 100.000 Flaschen nur 50.000 produziert. In den Grand Vin gelangten 47 % Cabernet Sauvignon, 10 % Cabernet Franc und 33 % Merlot der ersten Generation, 10 % Merlot der 2. Generation, ausgebaut in 100 % neuen Fässern. Dichte, natürliche Farbe. Verhaltene, noch etwas hohle Nase mit feiner süßer Kopfnote und dunkelbeerigem Aroma. Satt, dicht und offensiv im Mund mit viel extraktreichem Schmelz und leicht strengen, stumpfen, jugendlichen Gerbstoffen. Straffe, etwas spitze Säure mit feiner kräuteriger Würze. Klassisch strenger Figéac mit etwas kargerer Struktur als die moderneren, üppigen Weine aus 2015 und 2016. Die Trauben der 2. Generation gaben Frische und Frucht, der Cabernet steuerte die dunkelbeerigen Aromen bei. Schöner Nachgeschmack mit guter Frische und feiner, rotbeeriger Frucht mit den typischen, leicht rustikalen Gerbstoffen wie früher. Ein Muss für Figéac-Fans.

95 – 97 | LARCIS-DUCASSE | St.-Emilion | Parker 92 – 94 | Suckling 94 – 95 |
Von den drei noblen Gewächsen aus St.-Emilion, die der Regie von Nicolas Thienpont unterstehen, sticht der Larcis-Ducasse in diesem Jahr heraus und lässt Beauséjour Duffau und Pavie-Macquin klar hinter sich. Grund sind die berstende Frische und große Präzision, die dem Larcis eine strahlende Erscheinung verleihen. Von den 11,15 Hektar sind 10,41 in Produktion und erlitten dank der hervorragenden Hanglage neben Pavie keinen Frost. Gelesen wurde vom 18. September bis zum 2. Oktober, was zu einem Ertrag von 34 hl/ha führte. Zu 92 % kam der Merlot mit 8 % Cabernet Franc in die Assemblage, gemeinsam erreichten sie 14 % Alkohol und wurden in 55 % neuen Fässern ausgebaut. 73 % der Produktion wird für den Grand Vin verwendet, das werden etwa 3.000 Kisten sein. Schwarze, dichte Farbe. Mit großer Tiefe und berstender Frische präsentiert der Larcis eine reife, sehr präzise Frucht im Geruch vor einem üppig-likörigem Hintergrund. Satt, feingliedrig, frisch und mit ganz großer Struktur erfüllt er den Mund, sehr engmaschig, enorm tief und aus einem Guss gehoben. Finessenreiche Gerbstoffe mit kristalliner Säure und schmelziger Fülle, sehr lang und immer frisch. Das wird großartig.

95 – 97 | QUINTUS | St.-Emilion | Parker 93 – 95 | Suckling 93 – 94 |
Quintus ist das beeindruckende St.-Emilion-Gut von Haut-Brion. Es sitzt auf der westlichen Zunge des Kalksteinplateau und besitzt eine einzigartige, teils terrassierte, zusammenhängende Hanglage in 270° von Nord bis Süd-Ost um das Château. Die Fortschritte der letzten Jahre sind gewaltig, der hervorragenden 2017er wurde ausschließlich auf Quintus gemeinsam mit den Jahrgängen 2014, 2015 und 2016 präsentiert. Hört, hört … eine neue Macht bahnt sich den Weg an die Spitze in St.-Emilion! Von Mal zu Mal steigert sich der 2016er Quintus bei der Nachverkostung und auch der 2017er steigt auf diesem Niveau ein, denn der hohe Cabernet-Anteil spielt ihm in die Karten. Frost gab es für den Grand Vin keinen, 30 hl/ha wurden vom 14. bis 29. September geerntet. Die 54,4 % Merlot und 45,6 % Cabernet Franc brachten es auf satte 14,45 % Alkohol und reifen in 30 % neuen Fässern. Leuchtende, dunkle Farbe. Feine, distinguierte Nase, sehr tief, poliert und anziehend nobel. Finessenreich und straff auf der Zunge, mit sehr eleganten, feinkörnigen Gerbstoffen, großer Tiefenstaffelung und aristokratischem Antlitz. Die ganz leicht hohle Mitte wird von reichhaltigem Extrakt und großem Schmelz aufgefangen. Dunkelbeerig und kühl, mit druckvoll geschliffener Struktur, muss der feine Quintus lediglich die kleine Delle im Mund verkraften und landet innerhalb der Appellation nach den beiden Spitzenreitern Bélair-Monange und Ausone knapp hinter den Verfolgern Cheval Blanc und Angélus. Das ist mehr als ein Achtungserfolg!

95 – 97 | TERTRE-RÔTEBOEUF | St.-Emilion | Parker 96 – 98 |
Nina Mitjavile leitet seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit ihrem Vater Francois das berühmte Tertre-Rôteboeuf in St.-Emilion und Roc de Cambes in Bourg. Die kalk- und lehmhaltigen Terroirs sind sehr ähnlich, die Erziehung, Vinifikation und Ausbau sind gleich. Sechs Hektar in Hanglagen und auf dem Plateau sind mit etwa 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc bestockt. Mit 14,2 % ist der Alkoholgehalt des 2017er Tertre für seine Verhältnisse eher moderat. Ganz feine, delikate Nase mit finessenreicher, überwältigender Frucht und großer Tiefe. Wie immer besteht die bombastische Aromatik aus frischen Fruchtakzenten die bis zu delikat kompottigen Aromen feinsinnig durchdekliniert wurden. Francois spricht hier gerne von »degenerierten« oder »denaturierten« Fruchtaromen. Für diese hochpräzise Ausdruckskraft ist der perfekte Lesezeitpunkt die alles entscheidende Frage. Nur so kann man diese differenzierte Abbildung der nuancierten Geschmacksnoten erzeugen. Im Mund ist er wie immer enorm kraftvoll, mit schwelgerischer Süße, feinem Holz und großer Spannung und Intensität. Sehr tief und rassig, mit schmelziger, gerbstoffreicher Struktur, viel Saft und salziger Mineralität. Sehr üppig, wenig Säure, viel Extrakt. Ein rauschender Wein mit gewaltigem Nachhall.

94 – 96 | BEAUSÉJOUR DUFFAU LAGAROSSE | St.-Emilion | Parker 94 – 96 | Suckling 95 – 96 |
Innerhalb der Hierarchie der Weine unter der Leitung von Nicolas Thienpont liegt der Beauséjour Duffau 2017 gleichauf mit dem Pavie-Macquin knapp hinter dem überragenden Larcis-Ducasse. Die hervorragende Plateaulage verhinderte Frostschäden. 88 % Merlot und 12 % Cabernet Franc kamen mit 55 % neuen Fässern in den Grand Vin, der 64 % der Produktion repräsentiert. Gelesen wurde vom 22. September bis 2. Oktober mit 38 hl/ha bei etwa 14 % Alkohol was in 1.500 Kisten resultiert. Schwarze Farbe, dichte, dunkelbeerige, schokoladige Aromen, sehr voll und stoffig, mit viel Würze und leicht hohler Mitte. Dicht gewobene Struktur von mittelfeinem Korn, leicht rauere Gerbstoffe als Larcis-Ducasse, viel Wucht und Körper mit warmherziger Fülle.

94 – 96 | BELLEFONT-BELCIER | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 93 – 94 |
Bellefont-Belcier ist eine hervorragende Lage an den südlichen Hängen des Kalksteinplateau zwischen Tertre-Rôteboeuf und Larcis-Ducasse, bepflanzt mit 70 % Merlot, 25 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon. Seit drei Jahren gehört es zu den Vignobles K, hinter denen ein qualitätsorientierter Investor aus Hong-Kong steht. Der 2017er Bellefont-Belcier ist hervorragend gelungen. Leuchtende, massive Farbe. Satt, dicht und fleischig, mit viel Stoff und Kraft, hoher Intensität und üppiger Anmutung. Sehr frisch, mit großartiger Tiefe und Spannung, feinkörnigen Gerbstoffen und körperreicher Fülle. Die leicht hohle Mitte wird mit balsamischer Süße, sehr guter Länge und weit gespannter Struktur aufgefangen.

94 – 96 | CHAPELLE D’AUSONE | St.-Emilion | Parker 91 – 93 | Suckling 93 – 94 |
Der grandiose, seltene Zweitwein von Ausone wurde mit 35 hl/ha vom 23. September bis 2. Oktober gelesen. Die 5.500 Flaschen repräsentieren 20 % der Produktion bestehend aus 50 % Merlot, 40 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon, ausgebaut in 100 % neuen Fässern. Ganz fein und tief, mit enormer Finesse und grandioser Spannung. Fantastische, feinkörnig tiefgründige Gerbstoffe, wie dies so typisch für Ausone ist, delikates Säuregerüst, ewig weit gespannt und mit distinguierter, vielschichtiger Frucht erfüllt. Graphit, Teer und süßer Extrakt im langen Nachhall. Schade, dass man das nicht einfach so kaufen kann.

94 – 96 | LA CLOTTE | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 93 – 94 |
La Clotte gehört seit 2014 der Familie Vauthier von Ausone und konnte in 2017 erstmals sein Potenzial besser ausspielen, daher übertrifft dieser Jahrgang auch den 2015er und 2016er! In der Assemblage finden sich 85 % Merlot, 10 % Cabernet Sauvignon und 5 % Cabernet Franc, ausgebaut wird er in 100 % neuen Fässern. Dunkle, massive Farbe. Unglaublich dichte Nase, ganz massiv, konzentriert und vielschichtig. Grandioses Holz mit schokoladigen Graphit-Reflexen, sehr präzise und frisch. Viel Saft und Tiefe im Mund, ewig weit aufgespannt, lang und intensiv. Großer Terroirausdruck und Charakter, sehr frisch, druckvoll und von ausgezeichneter Tiefenstaffelung. Er trägt die Ausone-Handschrift in sich und ist verfügbar, das sollte man sich nicht entgehen lassen. 10.000 Flaschen Produktion

94 – 96 | LA MONDOTTE | St.-Emilion | Parker 96 – 98+ | Suckling 96 – 97 |
Aufgrund der Hanglage gab es bei La Mondotte nur wenig Frost. Der Ertrag lag dennoch niedrig bei 26 hl/ha, immerhin mehr als 2014, da gab es nur 18. In die Assemblage gelangten 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc mit 60 % neuen Fässern bei 14 % Alkohol. Die Mazeration war mit 30 Tagen nur minimal verkürzt. Schwarze Farbe. Dunkelbeeriges Duftbild, frisch und konzentriert, mit feinem Holz durchwoben. Dicht, stoffig, reif und fruchtbetont im Mund, besitzt der La Mondotte viel Saftigkeit und Körper, mit kerniger Fruchtaromatik und reichlich Struktur. Die feine Säure ist gut integriert und generiert ein sehr lebendiges Spiel. Insgesamt wirkt er etwas schlanker als erwartet und muss noch etwas Körper und Fülle zulegen. Gute distinguierte Gerbstoffe mit extraktreichem Schmelz.

94 – 96 | LE DÔME | St.-Emilion | Parker 94 – 96 | Suckling 92 – 93 |
Le Dôme liegt in der Nähe von Angélus und ist mit 80 % Cabernet Franc und 20 % Merlot bepflanzt. Dunkler, satter Farbkern. Likörig und massiv in der Nase, viel Kraft, gute Frische und Tiefenstaffelung. Satt, schmelzig und weit verteilt auf der Zunge. Dezent hohle Mitte mit stumpfer Ausstrahlung, was sich im Laufe des Ausbaus noch glätten etwas auffüllen kann. Dicht, fein und druckvoll, leicht raue Gerbstoffe, wie es für 2017 durchaus typisch ist. Reife, intensive Fruchtaromen, etwas weniger üppig als sonst.

94 – 96 | MAGREZ-FOMBRAUGE | St.-Emilion | Parker 91 – 93 | Suckling 92 – 93 |
Der rote Magrez-Fombrauge kommt von einer kleinen, 1,96 Hektar umfassenden Parzelle mit den ältesten Reben des Château Fombrauge. Er besteht aus 75 % Merlot und 25 % Cabernet Franc bepflanzt sind. Schwarze Farbe. Likörige, dunkelbeerige Aromen in der Kopfnote, weniger ausdrucksstarkes Kernaroma im Duft. Süß, massiv, weit und offensiv im Mund, sehr konzentriert und festfleischig. Satt, vollmundig und extraktreich, mit dichter, kraftvoller Mitte, straffer Struktur und großer Fülle. Schokolade, Graphit, viel Rasse und Zug mit guter Distinktion und langem Nachhall. Wirkt nicht ganz so locker und natürlich, etwas konstruiert.

94 – 96 | PAVIE | St.-Emilion | Parker 97 – 99 | Suckling 96 – 97 |
Auf Pavie wurde vom 25. September bis 3. Oktober gelesen mit 32 hl/ha. In den Grand Vin kamen 60 % Merlot mit 22 % Cabernet Franc und 18 % Cabernet Sauvignon mit 14,61 % Alkohol bei 80 % neuem Holz. Massive, viskose Farbe. Dichte, satte, massive Kopfnote im Geruch, dunkelbeerig, undurchdringlich tief und konzentriert. Satt, massiv und mit viel Struktur auf der Zunge, besitzt der Pavie weit verteilte feinkörnige Gerbstoffe, die intensiv austrocknen und die Zunge wie ein Korsett ummanteln. Metallische Säure, wenig Schmelz trotz eindringlicher Extraktsüße, stumpf, streng und trocken. Mit weiterem Ausbau besänftigt sich dieser wilde Pavie hoffentlich und wird etwas zahmer.

94 – 96 | PAVIE-MACQUIN | St.-Emilion | Parker 95 – 97 | Suckling 94 – 95 |
Innerhalb der Hierarchie der Weine unter der Leitung von Nicolas Thienpont liegt der Pavie-Macquin 2017 gleichauf mit dem Beauséjour Duffau knapp hinter dem überragenden Larcis-Ducasse. Die hervorragende Plateaulage verhinderte Frostschäden. 80 % Merlot, 18 % Cabernet Franc und 2 % Cabernet Sauvignon kamen mit 55 % neuen Fässern in den Grand Vin, von dem etwa 4.800 Kisten erzeugt werden. Gelesen wurde spät vom 20. September bis 9. Oktober mit 34 hl/ha bei etwa 14 % Alkohol. Dichte, satte Farbe. Tief, likörig und fett in der Nase, reifer und deutlich ‚wärmer‘ als Larcis. Dicht, lang und schmelzig im Mund, leicht grobere, immer noch feine Gerbstoffe, likörig-breiter Körper, fett, leicht trockene Spur. Hier fehlt etwas Frische, sodass die Gerbstoffe diesen Wein später dominieren werden. Zum Steak wird das dennoch ideal sein!

94 – 96 | TROPLONG-MONDOT | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 93 – 94 |
Unter dem neuen Besitzer ist Troplong erfreulicherweise weg von den Alkoholexzessen, denen dieser Wein wie ein Drogenjunkie unkontrolliert ergeben war. Geerntet wurde entsprechend früher als sonst vom 18. bis 29. September, dabei ergab sich ein Alkoholgehalt von 14-14,5 %. Nur 5 % der Reben wurde von Frost betroffen, der Ertrag lag bei 44 hl/ha. In den Grand Vin gelangten 85 % Merlot, 13 % Cabernet Sauvignon und 2 % Cabernet Franc bei 65 % neuen Fässern. Ausgewogen, tief und vielschichtig, präsentiert sich der Troplong, sehr frisch und tief, immer noch sehr voll und üppig, denn die Trauben werden auf dem Plateau eben sehr reif. Aber er ist nicht mehr so überextrahiert, vielmehr zeigt er wesentlich mehr Tiefe und Transparenz, sowie eine feine rotbeerige, lebendige Frucht, die eine sehr gute Verbindung mit den reichhaltigen Gerbstoffen und der feinen Säure besitzt.

94 – 96 | TROTTE VIEILLE | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 94 – 95 |
Das Herzstück des Trotte Vieille ist eine uralte über 150jährigen Parzelle Cabernet Franc. In die Assemblage kamen 56 % dieser Rebsorte, 43 % Merlot und 1 % Cabernet Sauvignon bei 34 hl/ha. Distinguierte und tiefe, sehr feine Nase mit viel Cabernet Franc-Würze und der entsprechenden, vielschichtigen Transparenz, Graphit, etwas Schokolade und Teer. Tiefgründig, elegant, ganz natürlich und unaufgeregt, denn die Vinifikation ist nach ganz klassischem Muster ohne ChiChi, zu viel neues Holz oder ähnliches. Feine, weite Struktur im Mund, leicht aufgeraute Gerbstoffe mit sehr schönem Charakter und Würze, fleischige Fülle am Gaumen mit liköriger Süße, feiner Säure und großer Distinktion. Das ist ein ausgezeichneter Charakterwein mit Stil und Klasse, wie er im Bordeaux-Bilderbuch steht.

94 – 96 | VALANDRAUD | St.-Emilion | Parker 93 – 95 | Suckling 93 – 94 |
Jean-Luc Thunevins Valandraud besteht aus dem klassischen Rebsortenschnitt 80/20 Merlot zu Cabernet Franc. Er reift in 100 % neuen Fässern und erreichte 14,9 % Alkohol. Dicht, reichhaltig und füllig, mit enormer, weit gefasster Struktur, sehr klar und druckvoll, mit viel Schokolade, Kraft und Extraktsüße. Sehr strukturiert im Mund, etwas Alkohol ist spürbar, Graphit und Teer im Nachhall. Die leicht groberen Gerbstoffe wirken in diesem jugendlichen Stadium wie ein Brechstangen-St.-Emilion. Das kann sich mit dem weiteren Ausbau aber noch verfeinern.

93 – 95 | BEAU SÉJOUR BÉCOT | St.-Emilion | Parker 92 – 94 | Suckling 91 – 92 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Beau Séjour Bécot einige interessante Ansätze.Schwarze Farbe. Jugendliche Frucht im Geruch, wirkt schlank, mit wenig Fleisch. Dicht und würzig im Mund, mit rassiger Struktur und dunkelbeeriger Würze, leicht hohle Mitte, sehr kernig und mit guter Gerbstoff-DNA, satt, mit ordentlichem Schmelz im Abgang.

93 – 95 | BELLEVUE | St.-Emilion | Parker 93 – 95 |
Das Schwestergut von Angélus wird aus reinem Merlot erzeugt. Dunkle, lebendige Farbe. Dicht und distinguiert im Duft, mit feiner balsamischer Note und Tiefgang. Satt, dunkelbeerig und schmelzig süß im Mund, Graphit und wenig Frucht, kompakt, mit guter Textur und feinen Gerbstoffen, rassig und lang. Sehr voll und stoffig, wenig Säure, dennoch frisch und mit sehr guter Spanung.

93 – 95 | CANON LA GAFFELLIÈRE | St.-Emilion | Parker 91 – 93+ | Suckling 94 – 95 |
Nach 60 % Frostschaden hat man sich auf Canon-la-Gaffelière mit größtem Aufwand um die Triebe der 2. Generation bemüht und in den Grand Vin integriert. Am Ende wurde vom 18. September bis 10. Oktober geerntet mit einem spärlichen Ertrag von 16 hl/ha. Graf Stephan bemerkte süffisant, hätte er die 2. Generation nicht hochgepäppelt, hätte er die Weinbergsarbeiter für den Rest des Jahres in Urlaub schicken können, das wäre ja auch keine Lösung gewesen. Die Cuvée besteht aus 60 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Franc mit 13,8 % Alkohol, 55 % neuen Holzfässer kamen zum Einsatz. Dunkle Farbe, Duftig, tief und saftig in der Nase, sehr frisch und delikat. Weit gefächert im Mund, mit gutem Volumen und Kraft, feine, delikate Säure, die dem Wein einen gewissen Lift verleiht. Körperreich, mit mächtigen Gerbstoffen, die rotbeerigen Aromen erscheinen etwas helltöniger als gewöhnlich. Die Säure bleibt pikant auf der Zungenspitze stehen und muss noch mit der Frucht und Struktur über den weiteren Ausbau zusammenwachsen. Sehr junger, entwicklungsfähiger Canon-la-Gaffelière.

93 – 95 | CLOS FOURTET | St.-Emilion | Parker 92 – 94 |
Auf Clos Fourtet fielen 30 % dem Frost zum Opfer. In der Assemblage befinden sich 86 % Merlot, 4 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon mit 13,5 % Alkohol und 50 % neuen Fässern. Tief und weit gefasst, mit sehr guter Transparenz, wie es für Clos Fourtet typisch ist. Noble, feine Gerbstoffe werden von dunkelbeerigem Extrakt umwoben. Ein sehr guter, kein großer Clos Fourtet.

93 – 95 | DE PRESSAC | St.-Emilion | Suckling 91 – 92 |
De Pressac ist in den letzten Jahren zu einem der verlässlichsten Werte in St.-Emilion heran gewachsen. Geerntet wurde vom 14. September bis 4. Oktober. Die Assemblage besteht aus 74,5 % Merlot, 16 % Cabernet Franc, 7 % Cabernet Sauvignon, 1,5 % Carmenère und 1 % Malbec, der hier traditionell Noir de Pressac genannt wird. Schwarze, massive Farbe. Balsamische, süße Kopfnote im Duft, mit angetönter Tiefe, noch jugendlich verschlossen. Dicht, dunkel, saftig und fleischig im Mund, mit viel Stoff und Körper. Kerniger, frischer St.-Emilion mit dunkelbeeriger Fülle und stilvoller Rasse, die sicherlich auch vom Malbec herrührt. Vielschichtig und lang, mit großer Gerbstoffausbeute, tollem Biss und eigenwilligem Charakter. Kraftvoller Wein mit enormem Spiel und großer Präsenz.

93 – 95 | DESTIEUX | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 91 – 92 |
Auf den acht Hektar von Destieux sind 66 % Merlot, 17 % Cabernet Franc und 11 % Cabernet Sauvignon gepflanzt. Schwarze, massive Farbe. Bei drei Proben war der Destieux sehr unterschiedlich bewertet. Ein Muster schien sogar Restzucker aufzuweisen. Fruchtbetonte, offensive Nase, viel neues Holz, intensive Extraktsüße, wenig Tiefe. Rassig und strukturiert im Mund, sehr massiv und kompakt, groß angelegte Struktur mit feinem Säurezug und balsamischer Süße. Vielleicht eher abwarten, wie dieser Wein von der Flasche schmeckt.

93 – 95 | GRAND CORBIN DESPAGNE | St.-Emilion |
Auf 28,8 Hektar sind 75 % Merlot, 24 % Cabernet Franc und 1 % Cabernet Sauvignon gepflanzt. Dunkle, lebendige Farbe. Indifferente, jugendliche Nase, verschlossen. Dicht, straff, tief und schmelzig der Auftakt im Mund, sehr gute Struktur, in sich total stimmig, mit ausgezeichneter Tiefe, viel Saft und frischer Säure. Fein abgeschmolzene Gerbstoffe runden den positiven Eindruck ab.

93 – 95 | LES ASTÉRIES | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 91 – 92 |
Les Astéries ist eine ein Hektar große Einzellage auf Kalkstein bei Fonroque. Hier gab es keinen Frost, 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc wurden in 80 % neuen Fässern ausgebaut. Leuchtende, etwas hellere Farbe. Gereifte, seidige Nase, sehr schmelzig, mit leicht konfiertem, delikatem Aromenspiel. Satt und schmelzig auch im Mund, mit feinkörnigen Gerbstoffen, abgerundet und saftig, enorm dicht gestaffelt und weit verteilt, sehr mineralisch, salzig und lang. 300 Kisten Produktion.

93 – 95 | MOULIN ST. GEORGES | St.-Emilion | Parker 87 – 89 | Suckling 89 – 90 |
Auf den sieben Hektar des Moulin St.-Georges wurden 80 % Merlot am 26. und 20 % Cabernet Franc am 29. September gelesen und in 100 % neuen Fässern ausgebaut. Großartige, dunkelbeerige, tiefe und vielschichtig Art, mit schokoladigen Reflexen, feinstem Holz und Graphit. Viel Saft und Fülle, sehr viel Frucht dabei, ausgezeichnete Rasse und finessenreiche, kristalline Säure, sehr konzentriert, mit distinguierten, geschliffenen Gerbstoffen und feiner Süße im langen Nachhall. Wie immer ist das Schwestergut vom Ausone einer der besten Werte in St.-Emilion!

93 – 95 | PÉBY-FAUGÈRES | St.-Emilion | Parker 93 – 95 | Suckling 95 – 96 |
Wie immer ist der Peby-Faugères eine »tour de force« mit großer Extraktion: 22 hl/ha reiner Merlot, 40 Tage Maischestandzeit, 65 % neues Holz. Dicht, massig und breit, etwas derbe, überkonzentrierte Frucht, viel Holz, aber auch viel Saft, hinten wirkt er stumpf. Rotbeerige, intensive Extraktion, körperreich, mit kalkigen Noten darin, stark verdichtet, tief und lang. Zum Steak.

93 – 95 | PETIT CHEVAL | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 92 – 93 |
Die Produktion des Petit Cheval wird mit 4-5.000 Flaschen in diesem Jahr sehr klein ausfallen. Er besteht aus 52 % Merlot und 48 % Cabernet Franc. Dicht und rassig, mit viel Saft und stoffiger Textur. Sehr vielschichtig, mit kühler Frucht, puristisch, floral, leichtfüßig und dennoch dicht gewoben. Viel Kraft, mit etwas rauen Gerbstoffen und sehr gutem Druck. Engmaschig und fleischig, mit guter Würze und Eleganz, leicht grünliche Note im Nachhall. Feiner Petit Cheval.

92 – 94 | BARDE-HAUT | St.-Emilion | Parker 91 – 93 | Suckling 93 – 94 |
Leider bei einem Négociant nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Barde-Haut einige interessante Ansätze. Schwarze Farbe. Dicht und kraftvoll, mit sehr schöner Würze, kernig und extraktreich, wirkt der Barde-Haut etwas trocken und leicht scharfkantig, mit sehr guter Länge und likörigem Nachhall.

92 – 94 | BERLIQUET | St.-Emilion | Parker 91 – 93 | Suckling 90 – 91 |
Etwas hellere Farbe. Ganz reif und dennoch schlank, besitzt der Berliquet viel Frucht und eine gute Terroirprägung. Rund und schmelzig, benötigt er noch etwas Zeit, um mehr Ausdruck zu finden.

92 – 94 | CAP DE MOURLIN | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Die 12,8 Hektar des Cap de Mourlin sind mit 65 % Merlot, 25 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon bepflanzt, der Ausbau erfolgt in 50 % neuen Barriques. Leider bei der Union Grand Cru nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Cap de Mourlin einige interessante Ansätze. Dicht und straff, viel Frucht und Stoff im Mund, dunkelbeerig und mit viel Kraft ausgestattet.

92 – 94 | CLOS DE L’ORATOIRE | St.-Emilion | Parker 90 – 92 |
Nach 65 % Frostschaden hat man sich auf Clos de l’Oratoire mit größtem Aufwand um die Triebe der 2. Generation bemüht und in den Grand Vin integriert. Am Ende wurde vom 26. September bis 2. Oktober geerntet mit einem spärlichen Ertrag von 11 hl/ha. 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc wurden bei 13,5 % Alkohol in 50 % neuen Fässern gereift. Dunkler Kern, etwas heller als sonst. Rotbeeriger Fruchtkern in der Nase mit dunkelbeerigen Akzenten. Viel Saft und schmelzige Süße im Mund, mit straffer Struktur und leicht roh wirkenden Gerbstoffen bringt der Clos de l’Oratoire viel Druck auf die Zunge, mit Rasse und guter Transparenz. Extrakt, Frucht und Struktur müssen noch zusammen wachsen.

92 – 94 | CLOS DES JACOBINS | St.-Emilion | Parker 87 – 89 | Suckling 90 – 91 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Clos des Jacobins einige interessante Ansätze. Dicht und saftig, mit viel Kraft und Würze, bringt der Clos des Jacobins eine kompakte Struktur mit Kaffee, Schokolade und guter Extraktsüße hervor, etwas trocken, jedoch mit viel Stoff und Schmelz im Fond.

92 – 94 | CLOS DUBREUIL | St.-Emilion | Parker 87 – 89 |
Auf Clos Dubreuil wachsen auf 6,5 Hektar 70 % Merlot, 25 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon. Massive, dichte Farbe. Süßlich und intensiv im Duft, mit Blüten und Kräuterwürze, tief und finessenreich. Satt strukturiert im Mund, korpulent, mit viel Druck und Fülle. Er zeigt viel Spiel von Saft und Frucht, sowie rassige Gerbstoffe ohne den ultimativen Schliff.

92 – 94 | COUVENT DES JACOBINS | St.-Emilion | Suckling 92 – 93 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Couvent des Jacobins einige interessante Ansätze. Dicht, intensiv, sehr likörig und kraftvoll, mit balsamischer Süße, sehr konzentriert, vollmundig, leicht unpräzise im Abgang mit sehr guter Würze.

92 – 94 | CROIX CANON | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 91 – 92 |
Der Croix Canon ist der Zweitwein von Canon. Dicht und fruchtig, mit schöner, schmelziger Struktur, tief und trocken, mit feinkörnigen, distinguierten Gerbstoffen und kristalliner, eleganter Säure, sehr animierend.

92 – 94 | DAUGAY | St.-Emilion | Parker 87 – 89 | Suckling 89 – 90 |
Daugay gehört zu den Besitzerfamilien vom Château Angélus Grenié und de Boüard. Er besteht aus 74 % Merlot, 17 % Cabernet Franc und 9 % Cabernet Sauvignon. Dunkle Farbe. Dicht und offen, mit schöner, rassiger Struktur, dicht gewebten Gerbstoffen und viel Druck, tiefgründig und lang.

92 – 94 | FAUGÈRES | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Bei Faugères wurden 85 % Merlot mit 10 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon 50 % neuen Fässern ausgebaut. Dicht und fleischig, satt am Gaumen, mehr auf Gerbstoff gebaut, die mit Kraft und Fülle dennoch etwas rau bleiben, rassige Säure, lang und sehr rund, mit süßem Schmelz.

92 – 94 | FONROQUE | St.-Emilion | Parker 87 – 89 | Suckling 90 – 91 |
Der biodynamisch geführte Fonroque ist mit dem klassischen Rebsortenschnitt von 80/20 Merlot zu Cabernet Franc bestückt. Dunkler Farbkern, gereifter Rand. Süße, jugendlich indifferente Nase mit balsamischer Süße. Dichte, süßliche Attacke im Mund, mit guten, rassigen Gerbstoffen und sich ausdehnender Fülle, wieder balsamische Aromen im Rückaroma, Graphit, Lakritze, trocken und würzig im Nachhall.

92 – 94 | GRACIA | St.-Emilion | Parker 90 – 92+ | Suckling 91 – 92 |
Die anhaltenden Cabernet-Jahrgänge sind für den reinsortigen Merlot des Gracia die falsche Bühne, nun kamen 80 % Frost dazu. Nur 1.200 Flaschen wird es geben, die in 100 % neuen Fässern gereift werden. Dicht, massiv und voll, mit feiner, kristalliner Säure und teerartigen Gerbstoffen, die sich mit der dunkelbeerigen Frucht in einem fülligen Körper verbinden. Feine rotbeerige Reflexe darin, feinkörnig, monolithisch und fest.

92 – 94 | GRAND MAYNE | St.-Emilion | Parker 89 – 91+ |
Der Grand Vin von Grand Mayne wurde vom Frost verschont. 85 % Merlot, 10 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon reifen in 70 % neuen Fässern mit 14,5 % Alkohol. Dicht und stoffig, viel Kraft und gute Frucht mit saftiger Säure, wirkt etwas hohl und stumpf, braucht Zeit.

92 – 94 | GRAND PONTET | St.-Emilion | Parker 86 – 88+ | Suckling 91 – 92 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Grand Pontet einige interessante Ansätze. Dunkel, dicht und fleischig, sehr voll, mit massiver Extraktion und guter Fülle, die feinen, weit verteilten Gerbstoffe zeigen sich derzeit etwas rau, stumpf und trocken.

92 – 94 | HAUT SARPE | St.-Emilion |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Haut Sarpe einige interessante Ansätze. Dicht, weit gefasst und offen, mit viel Struktur und traditionellen, schönen Gerbstoffen, ein aufrechter und charaktervoller St.-Emilion.

92 – 94 | LA SERRE | St.-Emilion | Parker 86 – 88 | Suckling 89 – 90 |
Auf den sieben Hektar von La Serre sind 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc gepflanzt. Dunkle Farbe. Feine, offene, rotbeerig vielschichtige Frucht in der Nase. Üppig, vollmundig und mit rassigen Gerbstoffen ausgestattet, besitzt der La Serre einen sehr aromatischen Auftritt im Mund, mit schokoladiger Nussigkeit und karamelliger Süße. Tiefgründig strukturiert, lang und kompakt, zeigt sich sein hervorragendes Terroir in seinem weit gefassten Rahmen und der nachhaltigen, reichhaltigen Fülle.

92 – 94 | LAFON LA TUILERIE | St.-Emilion |
Der Lafon la Tuilerie schwimmt auf einer Welle der Begeisterung bei vielen Genießern. Die aktuelle Merlot-Flaute der letzten Jahrgänge bekommt allerdings auch dieser Wein zu spüren. Das wird man in ein paar Jahren sehen. Süß, vordergründig, simpel und voll, mit hohler Mitte und weich geklopfter Frucht. Dahinter verbirgt sich eine harte Säure, die vom süßen Extrakt abgepuffert wird. Wenig Tiefe, aufgeraute Gerbstoffe ohne große Delikatesse.

92 – 94 | LAFORGE | St.-Emilion | Parker 88 – 90 | Suckling 90 – 91 |
Laforge ist ein Blend aus verschiedenen Lagen von Jonathan Maltus von Château Teyssier. Beim Laforge wurde etwa 1/3 durch Frost verloren. Die Assemblage besteht aus 92 % Merlot und 8 % Cabernet Franc. Dunkle Farbe. Offensive, fruchtig füllige Nase mit sattem, speckigem Holz, etwas simpel und weniger typisch. Satt und rassig im Mund, sehr vielschichtig, mit kristalliner Säure und stoffiger rotbeeriger Frucht, raue Gerbstoffe, süßer Nachhall.

92 – 94 | LE CARRÉ | St.-Emilion | Parker 89 – 91 |
Le Carré ist eine ein Hektar umfassende Einzellage, die keinen Frost erlitten hatte. 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc wurden in 80 % neuen Fässern ausgebaut, die Produktion beträgt 300 Kisten. Dunkle Farbe. Süße, satte, feine Frucht im Geruch, etwas marmeladig, dunkelbeerig und pflaumig. Satt und stumpf im Mund, mit viel Frucht und massiver Struktur mit viel Saft. Er wirkt etwas aufgeweicht und abgerundet schmelzig. Dahinter kommt eine recht trockene Struktur zum Vorschein mit rauen Gerbstoffen. Das muss noch zusammenwachsen.

92 – 94 | LE CONTE | St.-Emilion |
Der Le Conte wurde 2017 erstmals als St.-Emilion Grand Cru aus 100 % Merlot erzeugt. Kühl und stumpf, mit viel Stoff und süßer Frucht erscheint er leicht überextrahiert, dennoch mit feinen Gerbstoffen, etwas viel Holz, guter Dichte und Konzentration.

92 – 94 | LE DRAGON DE QUINTUS | St.-Emilion | Suckling 89 – 90 |
Der Zweitwein von Quintus zeigt viel Stil und Klasse. 87 % Merlot und 13 % Cabernet Franc reifen in 30 % neuen Fässern. Dunkel, dicht und stoffig, sehr vollmundig und rassig strukturiert, mit satter Fruchtextraktion und fleischiger Fülle. Viel Stoff und große Spannung, bei denen man die 14,3 % Alkohol nicht spürt.

92 – 94 | LE PRIEURÉ | St.-Emilion | Parker 84 – 86 | Suckling 90 – 91 |
Paul Goldschmidt verkaufte im Frühjahr 2014 einen Anteil seiner Weingüter an die Artemis Gruppe von Francois Puinault, zu der auch Château Latour und die Domaine d’Eugenie gehören. Seither wurde die Stilistik deutlich präziser, die Weine fülliger. Der 2017er besteht aus 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc. Verschlossene Nase, straffes Gerbstoffgerüst, sehr frisch, noch wenig Frucht, viel Saft, Extrakt und Kraft, etwas trocken. Dicht gewoben, kompakt und distinguiert.

92 – 94 | LYNSOLENCE | St.-Emilion | Suckling 91 – 92 |
Der Lynsolence von Denis Barraud ist ein reiner Merlot. Dicht und stoffig, mit dunkelbeeriger, fast schwarzer, undurchdringlicher Fruchtaromatik, leicht stumpfe Gerbstoffe und spitze Säure, Graphit und Zartbitterschokolade. Sehr jugendlicher Auftritt, braucht Zeit.

92 – 94 | MARTINET | St.-Emilion |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Martinet einige interessante Ansätze. Er besteht aus 65 % Merlot und 35 % Cabernet Franc, ausgebaut wurde er in 50 % neuen Fässern. Dicht, stoffig, frisch und kraftvoll, mit viel Struktur und Körper, sowie distinguierten Gerbstoffen.

92 – 94 | QUINAULT L’ENCLOS | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 92 – 93 |
Quinault liegt innerhalb der Stadtgrenzen von Libourne und hatte daher keinen Frost. 62 % Merlot, 22 % Cabernet Sauvignon und 15 % Cabernet Franc kamen in die Assemblage mit 50 % neuen 500-Liter-Fässern und großen Fudern. Dunkle, satte Farbe. Dunkle, dichte Nase in der der Cabernet Sauvignon mit feiner Cassisfrucht hervorsticht, weit und mit cremiger Fülle. Sehr konzentriert und dicht am Gaumen, mit viel Druck und sehr feinen, geschmeidigen Gerbstoffen, viel Frucht und seidiger Textur. Gereifte Aromen, superfrisch und knackig, etwas Amarenakirschen, tief, füllig, cremig und lang.

92 – 94 | ROCHEYRON | St.-Emilion | Suckling 94 – 95 |
Château Rocheyron ist ein Gemeinschaftsprojekt von Silvio Denz (Faugères) und Peter Sisseck (Pingus, Ribera del Duero) mit acht Hektar Rebfläche. Geerntet wurden vom 25. September bis 2. Oktober, 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc reifen in 40 % neuen Fässern. Süßlich, vordergründig, cremig und reif, zeigt der Rocheyron einen abgerundeten Charakter, süß-sauer, Kraft und gutem Zug. Guter, trinkiger St.-Emilion mit viel winemaking in internationalem Stil.

92 – 94 | ROYLLAND | St.-Emilion | Parker 86 – 88 | Suckling 87 – 88 |
Auf den 5,5 Hektar von Roylland sind 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc gepflanzt. Dunkler Farbkern, transparent. Zarte, süßliche, feine Frucht im Duft, recht offen und von duftigem Holz flankiert. Dicht und offensiv im Mund, gutes Spiel und Frische, konzentriert und vielschichtig, ausgewogener, kühler Typ mit guter Struktur und reifen, straffen Gerbstoffen.

92 – 94 | SOUTARD | St.-Emilion | Parker 91 – 93 | Suckling 91 – 92 |
Leider bei einem Négociant nur auf die Schnelle verkostet. Schwarze Farbe. Dicht und straff, mit linearer Struktur, viel Druck und Würze, wenig Primärfrucht und viel Sekundäraromen, tief, holzbetont und klar.

92 – 94 | TOUR BALADOZ | St.-Emilion | Suckling 90 – 91 |
Tour Baladoz gehört der Familie De Schepper und besteht aus 78 % Merlot, 10 % Cabernet Franc, 5 % Cabernet Sauvignon und 7 % Petit Verdot. Dunkler Farbkern. Offensiv, mit süßlichem Extrakt und schwungvoller, rassiger Säure, viel Schmelz, gute, feste, reife Gerbstoffe mit Stil, viel Spiel und Würze, etwas glatt, aber gut gebaut. Dunkelbeerig, fleischig, körperreich und kraftvoll mit sattem Extrakt.

92 – 94 | TOUR SAINT CHRISTOPHE | St.-Emilion | Parker 89 – 91+ | Suckling 93 – 94 |
Von vier Verkostungen konnte der Tour St. Christophe nur einmal vollends überzeugen und diese Bewertung abrufen. Dicht, straff und kompakt, mit viel Druck, sehr kernigen Gerbstoffen und extraktreicher Süße. Bei den anderen Proben wirkte er etwas stumpf und roh, sowie leicht überextrahiert.

92 – 94 | VIEUX CHÂTEAU MAZERAT | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 90 – 91 |
Vieux Château Mazerat ist eine Einzellage bei Angélus. Der 2017er besteht aus 65 % Merlot und 35 % Cabernet Franc, er wird in 80 % neuen Fässern ausgebaut. Dunkler Farbkern. Feine, dunkelbeerige Kopfnote mit rotbeeriger Fülle dahinter, viel Saft und Würze. Dicht und extraktreich cremig im Mund, fein und sehr elegant, mit schmelzigen Gerbstoffen, weit gefasst am Gaumen, tiefgründig und komplex. Leicht hohle Mitte, etwas rau und stumpf im Nachhall.

91 – 93 | ARÔMES DE PAVIE | St.-Emilion | Parker 91 – 93 | Suckling 92 – 93 |
Der Arômes de Pavie wurde mit 22 hl/ha geerntet und erreichte stattliche 14,59 % Alkohol. Er besteht aus 65 % Merlot, 18 % Cabernet Franc und 17 % Cabernet Sauvignon und wird in 50 % neuen Fässern ausgebaut. Massive Farbe. Dichte, süße Frucht, offensiv, sehr konzentriert und stoffig, mit stumpfen Gerbstoffen, trockenem Verlauf und dezent rotbeerigem, likörigem Nachhall.

91 – 93 | BALESTARD LA TONNELLE | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 91 – 92 |
Die 9,5 Hektar des Balestard la Tonnelle sind mit 70 % Merlot, 25 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon bepflanzt, der Ausbau erfolgt in 50 % neuen Barriques. Massive, rassige Struktur, leicht strenge, harte Säure, gereift, süßliche Frucht, üppig, wenig Schmelz, druckvoll und leer. Etwas breit geklopft. Muss man mal abwarten, wie er sich auf der Flasche zeigt.

91 – 93 | DU PARC | St.-Emilion | Suckling 89 – 90 |
Die fünf Hektar des du Parc sind mit 80 % Merlot und 20 % Cabernet Franc bepflanzt. Dunkle Farbe, viskos. Indifferente, jugendliche Nase. Satte, dichte, stoffige Struktur im Mund, Graphit, viel Holz, wenig Schmelz, stumpfe Gerbstoffe mit süßem Extrakt im Finale.

91 – 93 | FOMBRAUGE | St.-Emilion | Parker 92 – 94 | Suckling 91 – 92 |
Die 58 Hektar von Fombrauge sind mit 89 % Merlot, 8 % Cabernet Franc, 2 % Malbec und 1 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. In den Grand Vin schafften es 93 % Merlot und 7 % Cabernet Franc. Bei vier Verkostungen konnte sich Fombrauge konstant behaupten. Dunkle Farbe. Offen, weit und locker präsentiert sich die Nase sehr vielschichtig. Dicht, süß, rund und schmelzig im Mund. Mit viel Saft und Fülle, sehr reif und mit viel Spiel, kraftvoll und lang mit likörigem, fülligem Nachhall.

91 – 93 | FONPLÉGADE | St.-Emilion | Parker 93 – 95 | Suckling 92 – 93 |
Fonplégade besitzt eine grandiose Hanglage direkt neben dem ehemaligen l’Arrosée, dem heutigen Quintus von Haut-Brion. Dicht und stoffig, viel Kraft, und guter Schmelz, viel Frucht und Fülle, jedoch nicht ganz so feine Gerbstoffe, wie es die ausgezeichnete Lage zulassen würde. Leichter Hang zur Strenge.

91 – 93 | L’IF | St.-Emilion |
Auf l’If gab es keinen Frost, 91 % Merlot und 9 % Cabernet Franc wurden in 50 % neuen Fässern ausgebaut und erreichten 14,2 % Alkohol. Dunkle, viskose, natürliche Farbe. Schöne, satte Frucht im Geruch, dunkelbeerig und kompakt. Dicht und stoffig im Mund, mit viel Druck und Finesse trotz etwas stumpfer Gerbstoffe. Seine massiven, reifen, dichten Aromen fangen das auf, sehr konzentriert und ausgewogen mit viel Saft und Spiel.

91 – 93 | LA CROIZILLE | St.-Emilion |
La Croizille gehört der Familie de Schepper und verfügt über 5,05 Hektar mit 70 % Merlot und 30 % Cabernet Sauvignon. Dunkle, massive Farbe. Süß und schokoladig in der Nase, mit viel Stoff, üppig, intensiv und wenig Tiefe. Spät gelesen? Dicht und intensiv auch auf der Zunge, sehr voll und reif, opulent, voluminös, etwas konstruiert spielt er mit Süße und Extrakt. Obwohl er eher glatt und beliebig wirkt, ist er in sich stimmig, könnte aber auch aus Ribera del Duero kommen.

91 – 93 | LA MARZELLE | St.-Emilion | Suckling 89 – 90 |
Die knapp 17 Hektar von La Marzelle sind mit 74 % Merlot, 17 % Cabernet Franc und 9 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. Schwarze, massive Farbe. Verhaltene Nase mit Kaffee und balsamischer Süße, sowie einer likörigen Kopfnote, wenig Kernaroma oder Frucht. Dicht und cremig im Mund, Bananenschalen, stumpfe Gerbstoffe, wieder wenig Frucht, nur süßer Extrakt. Dieser Wein ist ein exemplarisches Anschauungsmuster , um den Begriff Extraktsüße zu erklären!

91 – 93 | LA TOUR FIGÉAC | St.-Emilion | Parker 93 – 95 | Suckling 89 – 90 |
Süß, likörig, breit und cremig, zeigt sich der saturierte La Tour Figéac in sehr guter Verfassung. Etwas vordergründig und leicht dumpf, jedoch mit ausgezeichneten Anlagen.

91 – 93 | LALANDE DE GRAVET | St.-Emilion |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Dicht, rassig, straff und würzig, etwas trocken aber mit guter Tiefe und Charakter.

91 – 93 | LOUIS | St.-Emilion | Parker 86 – 88 | Suckling 90 – 91 |
Der Louis besteht aus 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc, wird in 50 % neuen Fässern ausgebaut und erreichte 14,5 % Alkohol. Dicht und intensiv, viel Schokolade, breit und kernig, mit sehr stoffiger Struktur. Etwas karamellig und simpel, findet das feine Terroir dennoch seinen Ausdruck.

91 – 93 | MONBOUSQUET | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 92 – 93 |
Monbousquet besteht aus 60 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon, wird in 50 % neuen Fässern ausgebaut und erreichte 13,4 % Alkohol. Schwarze Farbe. Schokolade, Kirsche und massive Intensität springen einen im Duft an. Bitter, stumpf, trocken und hart im Mund, enorm zupackender Gerbstoffpanzer, wenig Schmelz oder Charme. Für Konzentrationsfans, denen Gerbstoffe nichts ausmachen oder Zigarrenraucher.

91 – 93 | PAS DE L’ANE | St.-Emilion |
Die drei Hektar des Pas de l’Ane sind mit 55 % Merlot und 45 % Cabernet Franc bepflanzt. Massive Farbe. Süß, offensiv und mit viel Holz im Duft, große Fülle und dunkelbeerige Frucht. Im Mund besitzt er wie immer eine satte Extraktion, dunkelbeerig, schokoladig, mit dichten, stumpfen Gerbstoffen, aber auch Süße vom Extrakt im Hintergrund. Lang, geradlinig, feinkörnig, extraktreich mit Schokolade, Grillkohle, Graphit und balsamischer Süße im Nachhall.

91 – 93 | PIERRE 1ER | St.-Emilion | Parker 87 – 89 | Suckling 91 – 92 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Dichter St.-Emilion mit viel Schokolade und Kraft. Etwas stumpf, körperreich und mit gutem Zug und Länge, sehr sauber gearbeitet.

91 – 93 | POESIA | St.-Emilion | Parker 91 – 93 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Massiv, viskos, süß und offensiv bleibt der Poesia eher weniger poetisch, sondern im vordergründigen Prosa verhaftet mit rotbeerigem Nachhall. Nach hinten wird er etwas schlanker, mit stumpfen Gerbstoffen und kristalliner Säure.

91 – 93 | ROL VALENTIN | St.-Emilion | Parker 88 – 90+ | Suckling 91 – 92 |
Der Rol Valentin kann nicht mehr an die großen Erfolge unter Eric Prissette aus den 90ern anschließen. Die 7,3 Hektar sind mit 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc bepflanzt. Massive, dunkle Farbe. Süßlich aufgesetzte, likörige Kopfnote in der Nase, wenig Fülle und Kernaroma. Satt und reichhaltig im Mund, wenig Schmelz, roh und angestrengt, simple Gerbstoffe, gute Struktur, lang und sauber.

91 – 93 | SAINTAYME | St.-Emilion | Parker 87 – 89 |
Bei Saintayme gab es ein wenig Frost. Er besteht aus reinem Merlot und wird in gebrauchten Barriques ausgebaut. Dicht und stoffig, mit viel Saft und rassigem Tiefgang. Satt im Mund, mit enormer Frucht und Würze, sehr ausdrucksstarkes Kernaroma mit frischen und leicht gereiften, sowie konfierten Nuancen. Hochreif und konzentriert, ausgewogene Gerbstoffe mit sehr guter Länge. Toller einfacher St.-Emilion für sehr adäquates Geld.

91 – 93 | SANCTUS | St.-Emilion | Parker 91 – 93 | Suckling 90 – 91 |
Leider bei einem Négociant nur auf die Schnelle verkostet. Dunkle Farbe, dicht und kraftvoll, mit rosiniger Süße und einem Hauch Cognac-Fass, sehr eigenwillig. Stoffige Mitte, große Kraftreserven, druckvoll, körperreich, rassig und intensiv. Nicht sehr viel Charakter aber sauber gemacht.

91 – 93 | SOUTARD CADET | St.-Emilion | Parker 89 – 91 |
Soutard Cadet gehört zu Sansonnet und verfügt über 2,1 Hektar mit 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc. Schwarze, viskose Farbe. Offensiver Duft mit wenig Kernaroma. Süß-sauer im Mund, wirkt irgendwie italienisch, wie ein hochkonzentrierter Sangiovese mit balsamischer Süße und Kakao. Leicht adstringent, dichte Gerbstoffe, würzig und kompakt. Gut gemachter, moderner Wein mit limitiertem Charakter.

91 – 93 | TAUZINAT L’HERMITAGE | St.-Emilion | Parker 87 – 89 |
Tauzinat l’Hermitage gehört Catherine Moueix und verfügt über 8,63 Hektar, die mit 70 % Merlot, 20 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon bepflanzt sind. Massive, viskose Farbe. Süß, opulent und rotbeerig fruchtig im Duft, mit guter Extraktfülle, feiner Kräuterwürze und leicht grünlichem touch. Dicht, intensiv und weit gefasst im Mund, mit viel Struktur und sattem Extrakt. Gut verpackte, saftige Gerbstoffe, leicht hohle Mitte, helltöniger Nachhall.

91 – 93 | VIRGINIE DE VALANDRAUD | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 89 – 90 |
Dicht, süß, breit und offensiv, körperreich und etwas stumpf, mit guter Struktur, dunkelbeerig und süß. In puncto Charakter und eigenem Aroma lässt er etwas vermissen. Lebt von den reifen, weit verteilten Gerbstoffen.

89 – 91 | BADETTE | St.-Emilion | Suckling 91 – 92 |
Der Badette wurde in einer besonders schweren Flasche präsentiert. Süß, offensiv, mit viel neuem Holz, schokoladig, üppig, rund und weich, etwas Amarena-Kirschen und viel Saft. Bitter und stumpf, mit harter Säure, wirkt konstruiert und wenig lebendig.

89 – 91 | BEL-AIR-OUŸ | St.-Emilion |
Bel-Air-Ouÿ ist eines der Schwestergüter von Jean-Luc Thunevins Valandraud. Massive, schwarze, vordergründige Frucht mit wenig Tiefe, Schokolade, Graphit. Viel Holz und Extraktschmelz, etwas stumpf und trocken.

89 – 91 | BELLEVUE-MONDOTTE | St.-Emilion | Parker 99 – 98 | Suckling 92 – 93 |
Bellevue-Mondotte ist das Schwestergut von Gérard Perses Pavie. Von zwei Hektar wurden 90 % Merlot und je 5 % Cabernet Franc und Sauvignon mit 14,5 % Alkohol in 100 % neuen Barriques verarbeitet. Schwarze Farbe. Massiv, dicht und stoffig, extrem viel Schokolade und viel Amarena-Würze. Stumpfe, dumpfe Frucht, deutlich überextrahiert, trocken, bitter, kein Fluss, Absenz von Eleganz, brachiale Gerbstoffe. Steak und Zigarre können helfen.

89 – 91 | BELLISLE MONDOTTE | St.-Emilion |
Dicht und stoffig, mit viel Kraft und Körper, leicht spitze Säure, Graphit und Schokolade. Wirkt etwas simpel, viel winemaking.

89 – 91 | BOUTISSE | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 91 – 92 |
Die 25 Hektar des Boutisse sind mit 85 % Merlot, 10 % Cabernet Sauvignon, 3 % Cabernet Franc und 2 % Carmenere bepflanzt. Dichte, viskose, lebendige Farbe. Konzentriert, verdichtet, rotbeerig und reif in der Nase. Stimmiger, kompakter Auftakt, etwas massiv, am Limit extrahiert, daher nicht sehr elegant, vollmundig und fleischig, mit kristalliner Säure.

89 – 91 | CADET BON | St.-Emilion | Parker 88 – 90 | Suckling 89 – 90 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Dicht und voll, stumpfe Struktur, trocken, viel Süße, wenig Spiel.

89 – 91 | CANDALE | St.-Emilion | Parker 89 – 91 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Dicht, stumpf, süß und mit cremigem Extraktschmelz, satt am Gaumen, harte Säure, simpel, gute, feste Statur.

89 – 91 | CARILLON DE ANGÉLUS | St.-Emilion |
Im Carillon gab es deutlich mehr Frost als im Grand Vin von Angélus. Dunkle, massive Farbe. Satt, süß und üppig im Duft. Sehr stoffig mit leicht strengen Gerbstoffen im Mund, viel Saft, Frucht und Frische, etwas hart.

89 – 91 | CLOS BADON THUNEVIN | St.-Emilion | Parker 89 – 91 |
Clos Badon Thunevin ist eines der Schwestergüter von Jean-Luc Thunevins Valandraud. Dicht, satt und süß, mit viel Kraft und schöner, runder Fülle. Wenig Tiefe, etwas simpel und mit spitzer Säure, sowie äpfeligen Noten. Braucht noch Zeit.

89 – 91 | CLOS DE SARPE | St.-Emilion | Parker 93 – 95 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet, offenbarte der Clos de Sarpe einige interessante Ansätze trotz oxidiertem Muster. Daher zeigte sich der Wein dumpf, mit Schokolade und guter Intensität. Das Potenzial dahinter war klar zu erkennen, es handelt sich daher um eine Potenzialwertung.

89 – 91 | CLOS LA MADELEINE | St.-Emilion | Parker 88 – 90 |
Die 2,3 Hektar des Clos la Madeleine sind mit 76 % Merlot und 24 % Cabernet Franc bepflanzt. Dicht und würzig, sehr straff, etwas Karamell. Dicht gewachsene Gerbstoffe, sehr natürlich und geschliffen, kraftvoll und klar.

89 – 91 | EDMUS | St.-Emilion | Parker 88 – 90 | Suckling 90 – 91 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Dicht und stoffig, mit viel Druck, trocken, kraftvoll und mit viel Klasse. Ein vielversprechender Wein, der auch in den vergangen Jahren bereits Qualität bewiesen hat.

89 – 91 | ETOILE DE CLOTTE | St.-Emilion |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Dicht, süß, offensiv und fruchtig, mit guter Struktur, wirkt etwas simpel, aber mit Potenzial.

89 – 91 | FRANC MAYNE | St.-Emilion | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Massive Farbe. Süß-sauer, mit viel Amarenakirschen im Duft, extrem voll, mandelige Töne. Süß und dicht im Mund, extrem trockene Gerbstoffe, roh und grob, wenig Eleganz. Sehr gute Grundstatur mit Potenzial.

89 – 91 | GODEAU | St.-Emilion | Parker 88 – 90 | Suckling 90 – 91 |
Die sieben Hektar von Godeau sind mit 95 % Merlot und 5 % Cabernet Franc bepflanzt. Massive, schwarze Farbe. Dunkelbeerige, likörige Kopfnote in der Nase. Stumpf, viel Extrakt, guter Schliff, satter Extrakt, gut gebautes Gerbstoffgerüst, Schokolade und Karamell, süß-sauer, mit viskoser Fülle im Nachhall. Braucht noch Zeit, um sich zu entwickeln.

89 – 91 | JEAN VOISIN | St.-Emilion | Suckling 90 – 91 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Stumpf, trocken und hart, jedoch viel Rückgrat, gute Konzentration und viel Extrakt.

89 – 91 | LA CONFESSION | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 91 – 92 |
Schwarze Farbe. Massive, verdichtete Nase, wenig Aroma und Tiefe. Dicht und teerig im Mund, mit liköriger Süße, breit und schmelzig, etwas stumpf, kompakt, wenig Intensität und Weite, metallischer Nachhall.

89 – 91 | LA COUSPAUDE | St.-Emilion | Suckling 90 – 91 |
Dichte Farbe, etwas hellerer Rand. Dunkle Frucht, viel rotbeerige Süße, dicht, erinnert an einen Twix-Schokoriegel, dennoch weniger offensiv schokoladig als gewohnt, stumpfes, kerniges Finale, kristalline Säure, harte Ausstrahlung.

89 – 91 | LA FLEUR D’ARTHUS | St.-Emilion |
Die 2,5 Hektar des Fleur d’Arthus sind mit reinem Merlot bepflanzt. Dunkle Farbe. Massiver, liköriger Oberton im Duft, wenig Dichte und Kernaroma. Kraftvoll, hohl und stumpf im Mund, wenig Frucht, metallische, stumpfe Säure, trockene Gerbstoffe, wenig Fluss, dennoch gute Substanz.

89 – 91 | LA GAFFELLIÈRE | St.-Emilion | Parker 95 – 97+ | Suckling 94 – 95 |
Bei zwei Proben besaß der La Gaffelière eine süße, likörige Nase mit viel Saft und Intensität. Dicht, süß, offensiv und breit im Mund, mit massiven Gerbstoffen, ohne Frucht, viel Extraktsüße, aber kein Fluss, guter Nachhall. Bei einer weiteren Probe zeigte er sich weniger extraktreich, eher schmelzig und mit dezenten Gerbstoffen. Schau’n mer mal.

89 – 91 | LAPLAGNOTTE-BELLEVUE | St.-Emilion |
Die 6,09 Hektar sind mit 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc bepflanzt. Lebendige Farbe, unfertige Nase mit viel Frucht im Fond, indifferent. Süß, holzig und auch unklar im Mund, junges, reduktives Verkostungsmuster mit viel Potenzial. Gerne mal nach der Füllung ausprobieren.

89 – 91 | LE MERLE DE PEBY | St.-Emilion | Suckling 92 – 93 |
Der Merle ist der Zweitwein von Peby-Faugères, er besteht aus 90 % Merlot und 10 % Cabernet Sauvignon, gereift in 35 % neuen Fässern. Schwarze Farbe. Süß, schokoladig und fett, mit balsamischen Aromen, breit und dicht am Gaumen, hohle Mitte, stoffig, stumpf, wenig Tiefe.

89 – 91 | LUSSEAU | St.-Emilion | Suckling 90 – 91 |
Von den 1,5 Hektar wurden 70 % Merlot, 20 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon für den Lusseau verwendet. Satte, rohe, kühle Frucht mit kirschigem Hintergrund. Sehr strukturiert und fest am Gaumen, etwas abweisend, mit stumpfen Gerbstoffen, dumpfes Finale, süßer Nachhall.

89 – 91 | PATRIS | St.-Emilion |
Die 11,4 Hektar sind mit 95 % Merlot und 5 % Cabernet Franc bepflanzt. Massiver Farbkern. Gereifte, offene Aromen in der Nase, mit Kräuterwürze und etwas Tiefe. Dicht, kernig und straff im Mund, gute, füllige Struktur, voller Körper, hinten total trocken und stumpf.

89 – 91 | PAVIE-DECESSE | St.-Emilion | Parker 95 – 97 | Suckling 95 – 96 |
Der Pavie-Decesse wurde aus 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc bei 14 hl/ha mit 14,51 % Alkohol in 100 % neuen Fässern ausgebaut. Dicht, dunkel, straff, massive Gerbstoffe, viel Körper, Schokolade, breit, wenig Frucht, weniger trocken als der Monbousquet aus gleichem Haus.

89 – 91 | PETIT FAURIE DE SOUTARD | St.-Emilion | Suckling 91 – 92 |
Leider beim Syndicat nur auf die Schnelle verkostet. Dicht und stoffig, viel Kraft, hohle Mitte, modern, langweilig und glatt, aber doch mit solider Qualität.

89 – 91 | SANSONNET | St.-Emilion | Parker 90 – 92 | Suckling 92 – 93 |
Die sieben Hektar von Sansonnet sind mit 85 % Merlot, 8 % Cabernet Franc und 7 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. Schwarze Farbe. Neutrale Nase mit angetönter Extraktsüße. Stumpfe Gerbstoffe im Mund, viel Druck, mit fülliger Extraktsüße im Hintergrund, dennoch wirkt er karg in der Mitte. Wenig Finesse, hohl, roh, stumpf und hart. Dennoch gute, solide Statur.

89 – 91 | SOL BENI | St.-Emilion |
Dumpfe, dunkle Frucht, leicht äpfelige Noten im Geruch, unfertig. Stoffig im Mund mit deftigen Gerbstoffen, viel Kraft und Körper, mit süßem Schmelz im Finale und etwas Banane im Nachhall.

89 – 91 | TEYSSIER | St.-Emilion | Parker 88 – 90 | Suckling 90 – 91 |
Etwa zwei Drittel hat man auf Teyssier durch den Frost verloren. 70 % Merlot und 30 % Cabernet Franc kamen in die Assemblage. Dunkle Farbe, aufhellender Rand. Neutrale Nase mit wenig Tiefe, verschlossen. Dicht und schlank am Gaumen, passt nicht ganz zum sonst so runden, voluminösen Stil, wirkt angestrengt, mit rassiger Struktur und leicht strengen Gerbstoffen. Sehr klar und tief, gute Dichte im Nachhall, mit weniger Fülle wie gewohnt.

89 – 91 | VILLEMAURINE | St.-Emilion | Parker 91 – 93+ |
Rotbeerig, holzig, vollfruchtig und breit, stilvolle Gerbstoffe, dicht am Gaumen, süßlich, cremig, etwas simpler Charakter der gefallen will.

88 – 90 | BARRAIL ST.-ANDRÉ | St.-Emilion | Suckling 87 – 89 | CARTEAU CÔTE DAUGAY | CROQUE MICHOTTE | DAME DE TROTTE VIEILLE | LA DOMINIQUE | L’EVÊCHÉ | LES GRAVIÈRES | HAUT SEGOTTES | HAUT-BRISSON | LASSÈGUE | MONTLABERT | PUY BLANQUET | LA RESERVE DE LOUIS | ST. GEORGES CÔTE PAVIE | SAINT HUBERT | DE SET | TOUR DE YON | VIRGINIE DE VALANDRAUD | St.-Emilion |

87 – 89 | II DE SAINT PIERRE | AMELISSE | JUGUET | MILON | MUSE DE VAL | LA RENOMMÉE | ROC DE BOISSEAUX | St.-Emilion |

86 – 88 | ANGELIQUE DE MONBOUSQUET | Suckling 88 – 89 | CAPET GUILLER | HAUT ROCHER | YON FIGÉAC | St.-Emilion |

85 – 87 | LA CROIX YOUNAN | St.-Emilion |

 

Satelliten: Bourg, Blaye, Canon-Fronsac, Castillon, Francs, Fronsac, Lalande de Pomerol, Lussac-St.-Emilion, Montagne-St.-Emilion, Premières Côtes de Bordeaux, Puisseguin-St.-Emilion, St.-Georges-St.-Emilion

93 – 95 | ROC DE CAMBES | Bourg | Parker 90 – 92 |
Auf Roc de Cambes gab es keinen Frost. Die Böden ähneln sehr denen des Schwestergutes Tertre-Rôteboeuf in St.-Emilion. 80 % Merlot, 15 % Malbec und 5 % Cabernet Sauvignon werden jedes Jahr in 100 % neuen Fässern ausgebaut. Schwarze Farbe. Dichte, verschlossene Nase, etwas reservierter und zurückhaltender als sonst, mehr auf Distinktion und Rasse ausgelegt in 2017. Daher kommt die feine Terroirwürze mehr zum Vorschein. Rassige Gerbstoffe mit Klasse und Stil, sehr tief und lang, mit feinem Säurespiel. Er besitzt die gleiche Fruchtkomponente wie immer, nur etwas weniger reichhaltig und üppig, etwas kühler und differenzierter, mit viel Würze, immer noch voll und körperreich. So zeigt sich der Roc de Cambes in diesem Jahr weniger fleischig und massiv, eher ewig lang und drahtig. Ganz natürlich und wie üblich mit grandioser Intensität.

92 – 94 | AURAGE | Castillon |
Wieder ist Aurage gemeinsam mit Montlandrie der beste Wein aus Castillon in 2017. Grandiose, dichte, stoffige Art. Enorm voll und reichhaltig, ein wirklich überwältigender, beeindruckender Castillon. Nicht ganz so voll und schokoladig wie 2016, aber sehr gut und dadurch sogar ein wenig differenzierter am Gaumen, lang, rassig und traumhaft strukturiert.

92 – 94 | CLOS DE BOÜARD | Montagne-St.-Emilion | Parker 88 – 90 | Suckling 89 – 90 |
Carolie de Boüard de Laforest, Tochter von Angélus-Besitzer Hubert de Boüard de Laforest, betreibt auf 30 Hektar das Château Clos de Boüard in Montagne-St.-Emilion. 2016 war der gelungene Debut-Jahrgang und 2017 ist wieder sehr erfolgreich, denn wieder ist es der beste Montagne-St.-Emilion. Dunkle, viskose Farbe. Satte, üppige Nase mit verschlossener Fruchtaromatik. Kraftvoll stimmig im Mund, sehr energiereich und dicht am Gaumen mit hoher Konzentration und massiven, runden Gerbstoffen, Graphit und Schokolade im tiefen Nachhall.

92 – 94 | LA FLEUR DE BOÜARD | Lalande de Pomerol | Parker 84 – 86 | Suckling 91 – 92 |
Der Fleur de Boüard ist der Lalande de Pomerol der Familie Boüard vom Château Angélus. Schwarze Farbe. Dicht und massiv in der Nase, mit Graphit und Cassis, fast erinnert er an frische Grenache-Süße in der Kopfnote. Satt, dicht und stoffig, mit viel Druck und Fülle im Mund, sehr schmelzig süß und rund gemacht. Toller Trinkwein mit wenig Bordeaux-Charakter.

92 – 94 | LA PRADE | Francs | Parker 90 – 92+ | Suckling 90 – 91 |
Auf La Prade sind von sieben Hektar nur 4,5 nicht erfroren. 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc wurden vom 27. September bis 3. Oktober mit 35 hl/ha geerntet und reifen in 50 % neuen Fässern. Dunkle Farbe, reservierte Nase mit massiver Konzentration. Dicht, frisch und cremig im Mund, ganz feine Gerbstoffe mit gutem Schmelz und perfekter Verbindung zu Frucht, Säure und Struktur, viel Saft und gute Länge. Ein hervorragender La Prade.

92 – 94 | MONTLANDRIE | Castillon | Parker 91 – 93 | Suckling 90 – 91 |
Der Montlandrie ist neben dem Aurage der beste Wein aus Castillon. 75 % Merlot, 20 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon reifen in 40 % neuen Fässern. Tief, dicht und stoffig, mit viel Druck und Konzentration, sehr reif und likörig, straff und vielschichtig, mit ausgezeichnetem Extraktschmelz und guten, feinkörnigen Gerbstoffen. Ein Wein, der einen sofort begeistert und mit seiner Fülle und Aromatik beeindruckt.

91 – 93 | CÔTE MONTPEZAT COMPOSTELLE | Castillon |
Die 29 Hektar sind mit 70 % Merlot, 20 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. Dunkle, dichte Farbe. Satte, lebendig schmelzige Nase, ganz offen und locker. Rund, schmelzig und reif im Mund, nicht zu stark extrahiert, mit liköriger Süße, sehr stimmig, mit schönen, runden Gerbstoffen, viel Spiel und Länge.

91 – 93 | D’AIGUILHE | Castillon | Parker 88 – 90 | Suckling 89 – 90 |
Das Castillon wurde hart vom Frost getroffen. Statt der üblichen 300.000 werden auf Aiguilhe nur 100.000 Flaschen erzeugt, denn auf den 80 Hektar wurden 10 hl/ha geerntet. 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc, reifen in 30 % neuen Fässern mit 13,8 % Alkohol. Der Aiguilhe wirkte noch nicht sehr zugänglich. Breit, süß, satt und mit viel Stoff, wirkte er ein wenig »spanisch« und vordergründig. Die rassige Säure wirkt noch leicht spitz, die Gerbstoffe dezent trocken. Das muss sich alles noch ein wenig richten, hat jedoch gute Anlagen. Abwarten.

91 – 93 | DOMAINE DE CAMBES | Bourg | Parker 88 – 90 |
Auf der Domaine de Cambes sind 85 % Merlot und 2-3 % Malbec, der Rest ist mit Cabernet Franc bepflanzt. Dunkle Farbe. Offensiver Duft, superfruchtig, mit roten und schwarzen Beeren, etwas Kaffee vom neuen Holz, ganz feine elegante, vielschichtige Struktur mit Gewürzen, rassigen Gerbstoffen und delikater, kirschiger, frischer Aromatik, lang und erfüllend.

91 – 93 | DOMAINE DE L’A | Castillon | Parker 88 – 90 |
Dicht, rund und sehr kompakt, in sich geschlossen und stimmig. Cremige, füllige Struktur, etwas Karamell, viel frisches Kernaroma mit Graphit und dunkelbeerigem Schmelz. Sehr gut.

91 – 93 | HAUT-CARLES | Fronsac | Parker 85 – 87 | Suckling 91 – 92 |
Die sieben Hektar des Haut-Carles sind mit 90 % Merlot und je 5 % Cabernet Franc und Malbec bepflanzt. Massive, viskose, lebendige Farbe. Dunkle, offensive Nase. Satte und massive Extraktion auch im Mund, mit viel Druck, monolithisch, mit stumpfen, trocknen Gerbstoffen und wenig Spiel.

91 – 93 | LA VIEILLE CURE | Fronsac | Suckling 89 – 90 |
Die 18 Hektar von La Vieille Cure sind mit 75 % Merlot, 20 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. Nach dem ausgezeichneten 2016er kann auch der Nachfolgejahrgang überzeugen. Schwarze, dichte Farbe. Dunkelbeerig und fleischig in der Nase, limitierte Tiefe. Dicht und kompakt im Mund, fleischig und voll, aus einem Guss, mit körperreichen, stimmigen Gerbstoffen, die der großen Fülle das Rückgrat geben. Korpulenter, üppiger Charakterwein, sehr voll und massiv, mit guter Frische und Länge.

91 – 93 | LES CRUZELLES | Lalande de Pomerol | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Der Les Cruzelles wird aus dem klassischen Rebsortenschnitt mit 80/20 von Merlot und Cabernet Franc erzeugt. Tief, sehr intensiv und fein, besitzt er mehr Zug und Rasse als der La Chenade aus gleichem Hause, vielschichtig am Gaumen, immer frisch, differenziert und lang. Etwas mehr auf Struktur und Tiefe gebaut.

91 – 93 | MARSAU | Francs | Suckling 92 – 93 |
Dunkle, dichte, lockere Farbe. Offene, lockere Nase, sehr sauber, mit etwas Grenache-Aroma. Dicht, schmelzig und ganz präzise im Mund, feine, gereifte Frucht mit frischen Akzenten, sehr tief und lang, feine, vielschichtige Gerbstoffe. Ein hervorragender Wein von der Côte de Francs.

91 – 93 | MESSILE AUBERT | Montagne-St.-Emilion | Suckling 88 – 89 |
Die 5,7 Hektar des Messile Aubert sind mit 65 % Merlot und 35 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. Dichte, satte Farbe. Süße Altreben-Konzentration im Duft, feines Holz, tief, satt und intensiv. Würzig, rassig und kompakt im Mund, trockene Gerbstoffe mit viel Druck und schokoladigem Extrakt, Amarenakirschen und Graphit im Nachhall.

91 – 93 | PUYGUÉRAUD | Francs | Parker 84 – 86 | Suckling 89 – 90 |
Von 30 Hektar wurden 16 vom Frost zerstört. Geerntet wurde vom 21. September bis 5. Oktober mit 35 hl/ha. In der Assemblage sind 63 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 7 % Malbec mit 25 % neuen Fässern. Dicht, satt und stoffig, sehr kernig und mit viel Druck. Kompakt, reif und massiv, mit viel Frische und klarer Struktur, fleischig, dunkelbeerig, etwas trocken.

89 – 91 | ALCÉE | Castillon | Parker 90 – 92+ | Suckling 91 – 92 |
Von fünf Hektar gab es auf drei Frost, geerntet wurde der reine Merlot vom 27. bis 29. September. Satt, dicht und kernig, mit viel Stoff, sowie gutem Zug und Frische. Ausgezeichneter Merlot.

89 – 91 | CAP ST. GEORGES | St.-Georges-St.-Emilion | Parker 84 – 86 |
Dicht und massiv, mit viel Druck und enormer Extraktion. Wirkt etwas streng und lässt Schmelz und Eleganz vermissen.

89 – 91 | DALEM | Fronsac |

89 – 91 | JOANIN-BÉCOT | Castillon | Parker 85 – 87 | Suckling 89 – 90 |
Recht helle Farbe für Joanin-Bécot. Sehr schmelzig und fein, mit guter Tiefe, reicher Fülle und weit gefassten Gerbstoffen, rotbeerig, frisch und etwas trocken.

89 – 91 | LA CHENADE | Lalande de Pomerol | Parker 88 – 90 | Suckling 86 – 89 |
Der La Chenade wird aus dem klassischen Rebsortenschnitt mit 80/20 von Merlot und Cabernet Franc erzeugt und in gebrauchten Fässern ausgebaut. Rassig, tief und vielschichtig, etwas frischer als der Saintayme, mit weniger Frucht und konfierten Nuancen. Sehr ausgewogene Gerbstoffe, würzig und kompakt.

89 – 91 | LA DAUPHINE | Fronsac |
Die 53 Hektar von La Dauphine sind mit 90 % Merlot und 10 % Cabernet Franc bepflanzt. Dunkle, dichte Farbe. Likörige, kühle, stoffige Nase, etwas roh und stumpf. Drahtig im Mund, mit viel Kraft und Würze, erscheint leicht überextrahiert, mit saftiger, liköriger Fülle und sandigen, rauen Gerbstoffen. Viel Volumen, harte Ausstrahlung.

89 – 91 | LA RIVIÈRE | Fronsac |
Für den roten La Rivière sind 67 Hektar mit 84 % Merlot, 8 % Cabernet Franc und 6 % Cabernet Sauvignon bepflanzt. Massiver, dunkler Farbkern. Tiefe, reife Nase mit satter Frucht und liköriger Kopfnote, Teer, Lakritz und Süßholz, sehr differenziert. Gute, stimmige Extraktion im Mund mit der typischen, dunkelbeerigen Frucht und fleischig, voller Struktur. Sehr balanciert in diesem Jahr, nicht überextrahiert, gute, reife Gerbstoffe, satte Intensität und Länge. Ein stilvoller Fronsac.

89 – 91 | MOULIN HAUT LAROQUE | Fronsac | Parker 87 – 89 | Suckling 88 – 89 |
Die 16 Hektar des Moulin Haut Laroque sind mit 65 % Merlot, 20 % Cabernet Franc, 10 % Cabernet Sauvignon und 5 % Malbec bepflanzt. Schwarzer Farbkern, lebendig. Likörig, offen und weit gefasst. Viel Würze und gute Tiefe in der Nase, locker und einladend. Saftiger Auftakt im Mund mit schmelziger Fülle, viel Kraft und Druck. Weit gefasst und druckvoll am Gaumen. Sattes Mittelstück, gutes Spiel, würzige Gerbstoffe.

89 – 91 | REYNON | Cadillac | Parker 83 – 85 | Suckling 87 – 89 |
Für den roten Reynon sind 20,5 Hektar mit 81 % Merlot, 6 % Cabernet Sauvignon und 13 % Petit Verdot bepflanzt. Dunkle Farbe, lila Reflexe. Dunkelbeeriger, fleischiger Ansatz im Duft, tief, frisch und lebendig. Dicht am Gaumen, mit viel Saft und Fleisch, schmelzige Struktur mit voller Frucht und sattem Kernaroma, kühl und beherrscht, mit sehr gutem Druck und Charakter.

89 – 91 | VEYRY | Castillon | Suckling 89 – 90 |
Die vier Hektar von Veyry sind mit 95 % Merlot und 5 % Cabernet Franc bepflanzt. Dunkle, dichte Farbe. Dumpf und indifferent in der Nase, leicht oxidierte Aromen und spanische Süße. Viel Stoff im Mund, sehr gute Fülle, stimmig am Gaumen, teeartige Gerbstoffe, kirschige Extraktsüße, kraftvoll und kompakt. Leider nur ein Mal beim Grand Cercle verkostet. Das Muster scheint nicht optimal gewesen zu sein. Sehr gutes Potenzial.

89 – 91 | VIEUX CHÂTEAU PALON | Montagne-St.-Emilion | Parker 86 – 88 | Suckling 84 – 85 |
Schwarze Farbe. Offensiv, likörig und rotbeerig in der Nase. Massiv, süß-sauer und etwas hefig im Mund, enorm salzig. Muss sich noch mit dem weiteren Ausbau finden.

88 – 90 | MONT-PÉRAT | 1ER CÔTES | CARAT DE RÉAUT | HAUT COLON | RÉAUT | Cadillac | VRAI CANON BOUCHÉ | Canon-Fronsac | CAP DE FAUGÈRES | CLOS LUNELLES | FOUGAS MALDOROR | Castillon | FONTENIL | TOUMALIN | Fronsac | JEAN DE GUÉ | Lalande de Pomerol | DAME DE BOÜARD | RECLOS LA COURONNE | Montagne-St.-Emilion | LA MAURIANE | Puisseguin-St.-Emilion |

87 – 89 | HAUT BERTINERIE | BLAYE | CLOS CHAUMONT | LAFITTE | PRIMA CHÂTEAU CARIGNAN | Cadillac | CLOS PUY ARNAUD | Castillon | DE FRANCS LES CÉRISIERS | FRANCS | DE CARLES | CARLMAGNUS | LA ROUSSELLE | LES TROIS CROIX | VILLARS | Fronsac | CHAMBRUN | Lalande de Pomerol | FLAUNYS | Montagne-St.-Emilion | CLARISSE | Puisseguin-St.-Emilion | HOSTENS PICANT | Sainte Foy |

86 – 88 | GABY | Fronsac | MONCETS | PERRON LA FLEUR | Lalande de Pomerol | TOUR BAYARD | Montagne-St.-Emilion |

85 – 87 | TOURNEFEUILLE | Lalande de Pomerol | LA ROSE PERRIÈRE | Lussac-St.-Emilion |

 

Bordeaux, Graves und Péssac-Léognan – Weißweine

98 – 100 | HAUT-BRION | Péssac-Léognan blanc | Parker 97 – 100 | Suckling 94 – 95 |
Ob man nun dem weißen Haut-Brion oder dem La Mission den Vorzug gibt, ist im Jahrgang 2017 eine reine Stilfrage. Für uns war der Haut-Brion etwas länger und rassiger. Frost war nicht das Gesprächsthema auf Haut-Brion, denn schon alleine aufgrund der Nähe zur Stadt, ist es hier bedeutend wärmer als um Léognan. 56,2 % Sauvignon und 43,8 % Sémillon kamen in den großartigen Grand Vin. Nur 520 Kisten wird es davon geben, obwohl der Ertrag bei 46,5 hl/ha lag. Zu rigoros war die Selektion zugunsten der Qualität. Geerntet wurde bereits vom 22. bis 30. August, der Most erreichte 14,3 % Alkohol, was für Haut-Brion eher ein mittlerer Wert und ohnehin nicht schmeckbar ist. Leuchtend gelbe Farbe mit grünlichen Reflexen. Ganz tiefe und aristokratisch anziehende Nase mit ganz feinem Hauch von Akazienhonig und frischen Kräutern, verhaltene Frucht mit Citrus, dabei auch exotische Akzente wie Ananas, delikat und vielschichtig. Im Mund zeigt er sich sehr weit gefasst, dicht und stoffig, cremig und komplex, ohne dabei schwer oder breit zu sein. Hinten packt der Säuregrip mineralisch beißend zu, ganz lang, mit grandioser Spannung und berauschender Fülle im Nachhall. Ganz locker und leicht wirkt er bei all seiner Kraft, kein Holz ist spürbar, obwohl knapp 50 % neu zum Einsatz gelangt waren. Dieser weiße Haut-Brion ist einfach ewig lang und einfach grandios.

97 – 99 | LA MISSION HAUT-BRION | Péssac-Léognan blanc | Parker 96 – 98 | Suckling 96 – 97 |
Nur der weiße La Mission hatte minimale Frostschäden erlitten, nicht der Rede wert. Der kompakt körperreiche La Mission Haut-Brion gefiel manchem Verkoster besser als der spannungsreich schlankere Haut-Brion. In der Assemblage dominiert wie gewohnt der Sémillon mit 76,2 % gegenüber 23,8 % Sauvignon. Mit 14,3 % erreichte La Mission den gleichen Alkoholgrad wie Haut-Brion. Geerntet wurde vom 22.-31. August mit 46,5 hl/ha und resultierte in 480 Kisten. Vom grandiosen gemeinsamen Zweitwein von La Mission und Haut-Brion, dem La Clarté (94 – 96), wurden erstaunliche 1.700 Kisten produziert. Würzige, füllige Nase mit reifer Sémillionfrucht, enorm viel Stoff mit großartiger, puristischer Klarheit. Offensiv im Mund, mit gelbfruchtiger Fülle, sehr kompakt und vielschichtig, groß strukturiert, mit grandiosem Biss und extraktreich schmelziger Fülle. Rund, weich, fruchtig und ewig lang, wirkt der La Mission deutlich molliger als der schlanker angelegte Haut-Brion. Grandioser, süßer Nachhall, straff, langlebig und salzig mineralisch im würzig strukturierten, langen Abgang.

96 – 98 | PAVILLON BLANC | Bordeaux blanc | Parker 93 – 95 | Suckling 97 – 98 |
Mit dem Jahrgang 2017 ist einer der besten Pavillon Blanc aller Zeiten gelungen. Dieser reinsortige Sauvignon erreichte 14 % Alkohol, etwa 12.000 Flaschen wird es davon geben. Tiefe, reduktive Fruchtaromen im Geruch, sehr fein und vielschichtig, extrem frisch und klar, was den puristischen Sauvignon-Charakter monumental empor hebt. Sehr komprimiert und grandios spannungsgeladen am Gaumen, mit Limetten und Citrusaromen besitzt er eine bebende Säure und vollmundig weit gefasste Struktur mit grünlich beißenden Noten und enormem Grip. Ewig weit gespannt und lang mineralisch anhaltend. Nach 17 Jahren Testphase hat man sich nun entschlossen diesen Jahrgang erstmals mit einem Diam-Korken zu verschließen, da er bei längerer Lagerung bessere Ergebnisse erzielt hat als Naturkorken.

95 – 97 | PAPE-CLÉMENT | Péssac-Léognan blanc | Parker 94 – 96+ | Suckling 94 – 96 |
Während es bei La Mission und Haut-Brion kaum Frost gab, musste man auf dem nah gelegenen Pape-Clément ganze 40 % Schäden hinnehmen. Bei fünf Verkostungen erreichte der weiße Pape-Clément dreimal nur 93 – 95 Punkte, weil die Muster weniger frisch gewirkt hatten. Auf dem Weingut rückte er sich ins rechte Licht. 55 % Sauvignon Blanc und 45 % Sémillon erreichten 13,5 % Alkohol, 90 % der Produktion wurde für den Grand Vin verwendet. Neben Barriques wurden auch 15 % des Mostes in Zementeiern vergoren und gereift. Deutlich frischer als bei den anderen Verkostungen besitzt er viel Saft und eine vollmundige, weite und offene Struktur, sehr mineralisch, schmelzig und spannungsgeladen. Extraktreich, mit feiner Citrusaromatik und exotischen Nuancen, besitzt er eine beißende Säure und lang nachsaftende Struktur. In diesem Jahrgang geht der Pape-Clément mit großer Durchschlagskraft mehr in die Breite und Fülle.

95 – 97 | SMITH HAUT LAFITTE | Péssac-Léognan blanc | Parker 96 – 98 | Suckling 94 – 97 |
Der beeindruckende, weiße Smith Haut Lafitte besteht aus 90 % Sauvignon Blanc und je 5 % Sémillon und Sauvignon Gris. Die Hälfte reift in neuen Fässern der gutseigenen Tonnellerie. Frost gab es nur in den Lagen für den Zweitwein. Tief und kompakt, jugendlich verschlossen, mit ausgezeichneter, hoher Konzentration und grandioser Tiefe, bleibt er immer frisch und mit großer Strahlkraft präsent. Ewig lang am Gaumen, mit sehr fokussierten, vielschichtigen Aromen und ausgezeichneter Spannung. Nach Haut-Brion, La Mission Haut-Brion und Pavillon Blanc der beste weiße 2017er Bordeaux, auf Augenhöhe mit Pape-Clément. Bravo!

94 – 96 | COS D’ESTOURNEL | Bordeaux blanc | Parker 90 – 92 | Suckling 96 – 97 |
Der weiße Cos d’Estournel war einer der beeindruckendsten Weißweine des Jahrgangs. Seine Natürlichkeit, innere Spannung und packende Aromatik ließ einen nach der morgendlichen Probe bis zum Abendessen nicht mehr los und wurde zum Gesprächsthema. Stephan Attmann vom Weingut Von Winning wertete ihn noch deutlich höher als ich. Gespannt darf man sein, wie sich dieser große Wein von der Flasche präsentiert. Geerntet wurde er mit 26 hl/ha bei 12,9 % Alkohol aus 80 % Sauvignon Blanc und 20 % Sémillon, vergoren wurde er in 60 % neuen Fässern. Tief, saftig und frisch, unglaublich knackig, mit einer grandiosen saftigen Stoffigkeit und fleischiger Fülle mit exotischer Limettenfrucht. Ganz vielschichtig, poliert, wie aus einem Guss gehoben mit irrer Spannung und cremigem Extrakt am Gaumen. Im ewig langen, immer nachsaftenden Nachhall kommen reife Mango und delikate Minzaromen hervor. Wirklich beeindruckend, tief und lang.

94 – 96 | DOMAINE DE CHEVALIER | Péssac-Léognan blanc | Parker 91 – 93 | Suckling 96 – 97 |
Der weiße Domaine de Chevalier besteht aus 55 % Sauvignon Blanc und 45 % Sémillon. Er reift in 100 % neuen Fässern. Helle, zarte, leuchtende Farbe. Feine Citrusnase, zurückhaltender, distinguierter Ansatz, weniger bombastisch als in einigen Jahren zuvor. Schlank und dicht gebaut, mit etwas Honig dabei, mit zartgliedriger, rassiger Säure, die nach hinten deutlich an Präsenz und Fahrt aufnimmt. Gute Tiefenstaffelung, sehr lang und immer mit Citrus-Aromen durchwoben, enorme Spannung am Gaumen, schlank gebaut, mit viel Zug. Sehr gute Voraussetzung für eine großen Domaine de Chevalier.

94 – 96 | LA CLARTÉ | Péssac-Léognan blanc | Parker 90 – 92 | Suckling 93 – 94 |
Der weiße Zweitwein La Clarté von La Mission und Haut-Brion ist in 2017 absolut überragend, wenn nicht der beste bislang. Normalerweise werden 1.000 Kisten produziert, in diesem Jahr sind es erfreuliche 1.700 Kisten geworden, von den beiden Grand Vins gibt es jeweils nur rund 500 Stück. Geerntet wurde vom 22. bis 31. August mit 30,6 % Sauvignon Blanc und 69,4 % Sémillon bei 14 % Alkohol, ausgebaut in 20 % neuen Fässern. Fruchtig, tief und finessenreich, mit delikater Citrus-Frucht, ganz fein in sich verdichtet und straff, mit finessenreicher Kräuterwürze. Feine exotische Frucht im Hintergrund mit beißender Säure und massivem Extrakt gepuffert, ewig lang. Dieser spannungsgeladene Weißwein ist selbst für deutsche Riesling-Winzer ein beeindruckendes Erlebnis!

94 – 96 | LATOUR-MARTILLAC | Péssac-Léognan blanc | Suckling 92 – 93 |
Der weiße Latour-Martillac konnte in den vergangenen Jahren zuverlässig zu den besten Péssacs aufschließen. Der 2017er besteht aus je 50 % Sauvignon und Sémillon, ausgebaut wurde er in 25 % neuen Fässern bei 13,3 % Alkohol. Leuchtend, dichte, gelbe Farbe. Tief, reif und gelbfruchtig in der Nase, animierend und fleischig. Schmelzig und reif im Mund, mit viel Druck und Körper, sehr füllig und klar, abgerundet und frisch. Sehr gute, tiefe, rassige Citrussäure, die großen Zug, satte Spannung und Länge erzeugt.

93 – 95 | AILE D’ARGENT | Bordeaux blanc | Parker 91 – 93 | Suckling 95 – 96 |
Von fünf Parzellen Aile d’Argent sind zwei dem Frost zum Opfer gefallen, die in einer kühleren Lage gepflanzt wurden, um dem Wein mehr Frische zu verleihen. Er besteht aus 53 % Sauvignon Blanc inklusive etwas Sauvignon Gris, 46 % Sémillon und 1 % Muscadelle. Ganz rassig und tief, satt und saftig, mit krokanter Säure und runder Struktur, exotisch, cremig und lang. Die Frische und der üppige Extrakt zeigt einmal mehr, welch grandiose Qualitäten die Weißweine 2017 im Médoc erreicht haben.

93 – 95 | CARBONNIEUX | Péssac-Léognan blanc | Parker 89 – 91 | Suckling 90 – 91 |
Auf Caronnieux wurde vom 28. August bis 11. September geerntet, der Ertrag lag bei nur 25 hl/ha. 55 % Sauvignon und 45 % Sémillon wurden zu 80 % in Barriques ausgebaut (25 % neu), der Rest in 400-Liter-Tonneaux und 50 Hektoliter-Fuder. Ganz zarte Citrusnase, Limetten und frische Kräuter, mit sehr guter Tiefenstaffelung. Rassiger Auftakt im Mund, sehr stimmig, ganz dicht und engmaschig fest am Gaumen. Enorm würzig und lang, vielschichtig und fett im Finale, mit großer Distinktion und Säurespannung, das Holz ist nicht zu schmecken. Carbonnieux ist seit einigen Jahren deutlich im Aufwind.

93 – 95 | LES CHAMPS LIBRES | Bordeaux blanc | Parker 90 – 92 |
Der Les Champs Libres ist aus reinem Sauvignon von einem Loire-Klon aus Sancerre. Er wächst auf lehmhaltigem Kalkstein und gehört der Familie Ginaudeau vom Château Lafleur und Grand Village. Ganz kompakt und verschlossen, sehr tief und würzig, unglaublich rassig und verdichtet. Von den 100 % neuen Taransaud-Fässern ist nichts zu spüren. Ganz frisch und spannungsgeladen, mit viel Zug und polierter, superklarer Sauvignon-Frucht. Beerig frisch, mit feiner Kräuterwürze, tiefgründig und lang. Großer, kleiner Bordeaux blanc!

93 – 95 | MALARTIC-LAGRAVIÈRE | Péssac-Léognan blanc | Parker 90 – 92+ | Suckling 91 – 94 |
Die 80 % Sauvignon und 20 % Sémillon wurden von 5. bis 12. September geerntet. Leuchtend dichte Farbe. Feine Citrusfrucht mit guter Fülle in der Nase. Kompakt und kraftvoll im Mund, sehr stoffig, etwas schlank für den Jahrgang, mit guter Konzentration und rassiger Struktur. Viel Zug am Ende, nicht ganz so fett wie sonst, dafür mehr Säurespannung und Limettenaroma.

92 – 94 | LE NARDIAN TEYSSIER | Bordeaux blanc | Parker 92 – 94 |
Der Nardian vom Château Teyssier besteht aus je 40 % Sémillon und Sauvignon Blanc, sowie 20 % Muscadelle. Dicht, satt und schmelzig, mit angenehmem Holz, Citrus und Limette, trotz des recht hohen Anteils bleibt die Aromatik der Muscadelle eher im Hintergrund und verleiht ein wenig Exotik. Viel Spannung und Frische, sehr fruchtbetont und jugendlich.

92 – 94 | LE PETIT HAUT-LAFITTE | Péssac-Léognan blanc | Parker 89 – 91 | Suckling 92 – 93 |
Fabien Teitgen hat die beste Kollektion des Jahres präsentiert, denn die Grand Vins waren ebenso perfekt gelungen wie die Deuxième Vins in blanc und rouge. Der weiße Petit Haut Lafitte ist die absolute Schau! 80 % Sauvignon Blanc und 20 % Sémillon reifen in 50 % neuen Fässern. Dicht, satt und stoffig, mit feiner, straffer Struktur und viel Schmelz vom dicht gepackten Extrakt. Ganz frisch und satt, mit großer Spannung und Tiefe. Das ist wie ein kleiner Clarté von Haut-Brion zu einem extrem günstigen Preis. Kaufen!

92 – 94 | LUNE D’ARGENT – CLOS DES LUNES | Bordeaux blanc |
Feine, distinguierte, cremige Nase, tief und reif, mit schöner Fülle und geradliniger Struktur mit Citrusaromen. Melone und Honig, vielschichtig, mit viel Schliff und Schmelz, lang und dicht gewoben, rassiges Spiel, feine Exotik und süßliches Extrakt bilden den Nachhall, ewig lang und tolle Spannung.

92 – 94 | OLIVIER | Péssac-Léognan blanc | Suckling 92 – 93 |
Der Olivier zeigte sich in weiß und rot beider maßen sehr erfolgreich. 75 % Sauvignon Blanc, 23 % Sémillon und 2 % Muscadelle sind in dem ausgezeichneten Olivier vereint. In der noch sehr jugendlichen, reduktiven Nase zeigte er sich helltönig und vordergründig, irgendwie noch etwas indifferent. Im Mund explodierte er geradezu mit Wahnsinnsspannung, viel Würze, großer Tiefe und exotischer Frucht. Könnte auch noch eine höhere Bewertung erreichen.

92 – 94 | PICQUE CAILLOU | Péssac-Léognan blanc | Suckling 91 – 92 |
Picque Caillou konnte in rot und weiß überzeugen. Der blanc besteht aus 70 % Sauvignon und 30 % Sémillon mit 25 % neuen Fässern. Ganz knackig, dicht und straff, zeigt der Picque Caillou eine sehr gute Struktur und Tiefe mit spannungsreichem Säurezug und ausgezeichneter Saftigkeit, sehr geradlinig und klar. Ausgezeichneter Péssac-Léognan.

91 – 93 | BOUSCAUT | Péssac-Léognan blanc | Suckling 92 – 93 |
Der reizvolle Bouscaut besitzt eine reduktive Note im Geruch wie man es von großen Weißweinen aus dem Burgund kennt. Die 68 % Sauvignon Blanc und 32 % Sémillon wirken ungewöhnlich Chardonnay-haft. Rund, saftig, weit gefasst, mit ausgezeichneter, klarer Linienführung, schmelzig, füllig und animierend. Sehr gute Länge und Transparenz mit lebendiger Säure.

91 – 93 | CLÉMENTIN DE PAPE-CLÉMENT | Péssac-Léognan blanc | Suckling 92 – 93 |
Der weiße Clementin ist aus 60 % Sauvignon und 40 % Sémillon komponiert. Exotisch und voll, mit stoffiger Frucht, abgerundet und finessenreich, üppig, voll und sehr frisch. Offensiv und eher breit als lang für den, der Fülle mag.

91 – 93 | GRAND ENCLOS DE CÉRONS | Graves blanc |
Der Grand Enclos besteht aus etwa 47 % Sémillon und 43 % Sauvignon. Ausgebaut wird er zu 40 % in Stahltanks, der Rest in gebrauchten Barriques. Distinguiert und tief, schmelzig, extraktreich und intensiv, besitzt der Grand Enclos viel Citruswürze und etwas Exotik, mit guter, fester Struktur. Unglaublich dicht gewoben und lang am Gaumen. Ein hervorragender, preiswerter weißer Bordeaux.

91 – 93 | GRAND VILLAGE | Bordeaux blanc | Parker 88 – 90 |
Der weiße Grand Village besteht zu 70 % aus Sauvignon Blanc und 30 % Sémillon. Rassig, klar, tief und weit, sehr puristisch, mit exotischer Frucht in der Nase. Ananas und Limette im Mund, ganz rassig und lang, mit großer Spannung und salziger Mineralität.

91 – 93 | LA GARDE | Graves blanc |
Der weiße La Garde ist aus 90 % Sauvignon Blanc und 10 % Sémillon komponiert. Dicht und fleischig, sehr frisch und klar, mit guter Spannung und Körper. Feiner Sauvignon-Druck mit grünlichen Akzenten, frischen Kräutern und Biss, tief und lang.

91 – 93 | LA LOUVIÈRE | Péssac-Léognan blanc | Suckling 90 – 91 |
Der 2017er La Louvière besteht aus reinem Sauvignon und wird wegen der geringen Erntemenge nur in gebrauchten Fässern ausgebaut. Dicht und rassig, mit guter, schlanker Struktur, aromatisch und kernig, mit guter extraktreicher Art, fülliger Mitte und anständiger Länge mit reichhaltigem Nachhall.

91 – 93 | LA SÉMILLANTE DE SIGALAS | Bordeaux blanc |
Leider bei einem Négociant nur auf die Schnelle verkostet. Rassig, weich und mit viel Saft, schöne Würze, schmelzig, gelbfruchtig und mit cremiger Fülle. Hochintensiv, mit guter Länge, etwas unklar.

91 – 93 | LA TOUR CARNET | Bordeaux blanc | Suckling 90 – 91 |
Auf den 1,4 Hektar stehen 75 % Sauvignon Blanc und 25 % Sémillon, in die Assemblage kamen jedoch 40 % Sauvignon Blanc und 60 % Sémillon! Dichter Auftakt, exotisch und satt, mit Pfirsich und rassiger Struktur, druckvoll und mit guter Länge. Sehr guter Tour Carnet, aber eigentlich kann der mehr.

91 – 93 | LUNE D’OR – CLOS DES LUNES | Bordeaux blanc |
Eigentlich ist der Lune d’Or die Selektion und der Lune d’Argent der einfache Wein. In diesem Jahr und in diesem jugendlichen Stadium besaß der kleinere einfach mehr Spiel, Balance und Frische. Dicht und stoffig, viel Saft, sehr fruchtig mit goldgelber Aromatik und enormer Rasse, sowie viel Säuredruck, aber es fehlt ein wenig die Harmonie. Die große Saftigkeit und enorme Säure finden keinen gemeinsamen Weg.

91 – 93 | MONBOUSQUET | Bordeaux blanc | Parker 90 – 92 | Suckling 91 – 92 |
Der weiße Monbousquet erlitt keinen Frost. Er kommt von einer ein Hektar-Parzelle und besteht aus 60 % Sauvignon Blanc, 30 % Sauvignon Gris und je 5 % Sémillon und Muscadelle. Letztere macht sich aromatisch ziemlich breit, viel Rasse, sehr straff am Gaumen, wenig Holz, exotisch, fruchtbetont, mit schöner Tiefe und Frische im Abgang.

91 – 93 | PUYGUÉRAUD | Bordeaux blanc | Parker 86 – 88 |
Der weiße Puygueraud besteht aus 85 % Sauvignon Blanc und 15 % Sauvignon Gris. Dicht und stoffig, mit viel Saft und Frucht, ganz frisch, mit viel Rasse und Säuregrip, dicht am Gaumen, lang, mit fettem Mittelstück, immer nachsaftend und komplex. Langer Nachhall, mittelgewichtig, mineralisch.

91 – 93 | TALBOT | Bordeaux blanc |
Der weiße Talbot ist in diesem Jahr etwas dicht und stumpf ausgefallen, mit süßer Kopfnote, breit, Bananen und Orangenzesten, wenig Finesse, körperreich, mit viel Kraft und Schub. Etwas mehr Vertikalität wäre gut.

91 – 93 | VALANDRAUD | Bordeaux blanc | Parker 92 – 94 | Suckling 94 – 95 |
Weich und mit voller Attacke zu Beginn, hinten schöne Citruswürze und etwas schlanker, gute feste Art, limitierte Tiefe und Intensität, etwas einfach gestrickt, Citrus im Nachhall, gut.

89 – 91 | CHANTEGRIVE | Graves blanc |
Grün und dumpf, wenig Tiefe, leicht reduktiv in der Nase. Stumpfe Aromen im Mund, füllig, mit sehr gutem, leicht hartem Säurezug und großem Spannungsbogen mit Citrus-haftem Spiel.

89 – 91 | CLOS FLORIDÈNE | Graves blanc | Parker 89 – 91 |
Der Clos Floridène ist ein unglaublich animierender, saftiger, weißer Bordeaux. Rassige Citrus-Frucht, gute Fülle, sehr lang, gelbfruchtig und exotisch, mit feinem Holz und großer Spannung.

89 – 91 | DE CÉRONS | Graves blanc |
Der ausgezeichnete, weiße de Cérons besitzt eine feine Reduktion in burgundischer Manier. Sehr ernsthaft, strukturiert, tief und würzig, mit ausgezeichneter, klarer Frucht, viel Saft und guter Vielschichtigkeit. Noch jugendlich roh.

89 – 91 | DOISY-DAENE SEC | Bordeaux blanc | Parker 89 – 91 |
Der trockene Weißwein von Doisy-Daene ist sehr dicht und rassig, mit etwas Zitronengras und frischer Citrus-Frucht. Lang, mineralisch, salzig und kraftvoll. Ein hochattraktiver, weißer Bordeaux.

89 – 91 | FERRAN | Péssac-Léognan blanc |
Der Ferrand besteht aus 48 % Sémillon, 29 % Sauvignon Gris und 23 % Sauvignon Blanc. Frisch und fruchtig, mit leichtem Sauternes-Aroma, wenig Frucht, schmelzig, viel Saft und gute Säurespannung.

89 – 91 | GIROLATE | Bordeaux blanc | Parker 87 – 89 | Suckling 88 – 89 |
Satter, exotischer Ausdruck, Melone, sehr viskos und schmelzig, körperreich, intensiv, mit guter fester Struktur, sowie großer Präzision und Sauberkeit.

89 – 91 | RAHOUL | Péssac-Léognan blanc |
Rahoul wurde aus 60 % Sémillon und 40 % Sauvignon Blanc mit 10 % neuem Holz erzeugt. Dicht, rassig, sauber und klar, etwas simpel in der Frucht, aber die Struktur ist vielschichtig, rau, trocken, leicht phenolisch, mit interessanter Würze.

89 – 91 | ROCHEMORIN | Péssac-Léognan blanc |
Rassig, dicht und straff, mit schöner Struktur. Sehr gut gebauter Rochemorin, dem nur ein wenig Länge fehlt.

88 – 90 | G DE GUIRAUD | PENIN | CHARDONNERET DE PEYREDON LAGRAVIÈRE | REYNON SAUVIGNON | Bordeaux blanc | CAROLINE DE CHANTEGRIVE | Graves blanc | Brown | CLOS MARSALETTE | COUHINS | COUHINS-LURTON | LESPAULT-MARTILLAC | Péssac-Léognan blanc |
87 – 89 | MARJOSSE | SAINTE MARIE VIEILLES VIGNES | Bordeaux blanc | CRUZEAU | FERRAN | Péssac-Léognan blanc |

 

Bordeaux, Graves und Péssac-Léognan – Weißweine

98 – 100 | D’YQUEM | Sauternes | Parker 97 – 99 |
105 Hektar Reben von 113 sind auf d’Yquem in Produktion, davon gab es auf nur drei Hektar Frost. Der Ertrag war mit 17 hl/ha eigentlich recht hoch, doch für die Selektion des Grand Vin wurden über 50 % der Ernte deklassiert. Statt der üblichen 100.000 Flaschen werden voraussichtlich nur 80.000 produziert. Da sich die Botrytis nach der Feuchtigkeit in der ersten Septemberhälfte rasch ausgebreitet hatte, konnte die Ernte in nur zwei Lesegängen vollzogen werden. Sonst sind meist drei bis vier »tries« erforderlich. Da auf d’Yquem seit 1896 die Wetterdaten erfasst werden, sieht Weinmacherin Valérie Lailheugue die Daten am ehesten mit 1947 in Übereinstimmung. Geschmacklich vergleicht sie 2017 lieber mit dem legendären 2001er! Da der Sauvignon zum Ende der Vegetationsphase etwas müde wurde, wie Madame Lailheugue erläuterte, kam er mit einer kleineren Proportion in die Assemblage. Der Grand Vin erreichte 13,9 % Alkohol und 148 Gramm Restzucker, gereift wurde er in 100 % neuen Fässern. Vollgelbe, hochintensive Farbe. Sehr frisch und reif im Duft, mit intensiver Fruchtaromatik in Richtung Mango, Pfirsich und Aprikose. Ganz fein und tief, verschwenderisch und verdichtet, mit explosiver Fülle im Geruch. Reichhaltig, cremig und offensiv im Mund, besitzt er viel Säurespannung und eine dichte, viskose Struktur, puristisch, vielschichtig und körperreich. Kraftvoller d’Yquem mit großartiger Stoffigkeit, die mich an den 1998er erinnert. Dennoch schwebt er irgendwie, ist nicht schwer, mit lebendiger Säure in der Zungenmitte und ewig langem Nachhall. Einzig die Säurespannung hielt der 2001er damals noch länger bis in den Abgang und sticht in diesem Punkt den 2017er knapp aus. Vielleicht hatte damals der Sauvignon etwas mehr auf der Pfanne?!

95 – 97 | COUTET | Barsac | Parker 95 – 97 | Suckling 93 – 94 |
Vielschichtig, delikat, ewig weit und mit feiner Kräuterwürze ausgestattet, besitzt der grandiose Coutet eine hervorragende Transparenz mit vibrierender Säure und übertrifft mit seiner Konzentration und Charakterstärke viele der großen Sauternes.

95 – 97 | DE FARGUES | Sauternes |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Goldgelb und massiv in der Farbe. Reichhaltig und weit gefasst, sehr viskos und intensiv im Mund, massiv und üppig. Viel Botrytis verleiht ihm einen großen Extrakt und breit angelegte Fülle.

95 – 97 | DOISY-VÉDRINES | Sauternes | Parker 92 – 94 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Der Doisy-Védrines besitzt eine unglaublich offensive, verführerisch duftige Nase mit exotisch reifer Frucht, großer Tiefe und viel Saft. Sehr fein, einladend und animierend, mit viel Frucht, cremiger Fülle und lebendiger Säure.

95 – 97 | GUIRAUD | Sauternes | Parker 91 – 93 | Suckling 94 – 95 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. 2017 entstand ein typischer, hedonistisch einladender Guiraud. Dicht, stoffig und intensiv, mit kompakter Struktur und großer Rasse und Spannung in der Säure. Weniger verführerisch duftig als Doisy Védrines, dafür voller und konzentrierter.

95 – 97 | L’EXTRAVAGANT DE DOISY-DAENE | Sauternes | Parker 95 – 97 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Wie immer spiegelt der Extravagant mit unglaublichen Zuckerwerten die maximal mögliche Intensität eines Süßweins wieder. Enorm satt und voll, mit viel Druck, extrem süß und dennoch mit guter Frische von einer intensiven Säure, die sich durch den Extrakt kämpft und Spannung erzeugt. Beeindruckend.

94 – 96 | BASTOR-LAMONTAGNE | Sauternes | Parker 89 – 91 | Suckling 89 – 90 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Bastor-Lamontagne gehört der Familie Cathiard von Smith Haut Lafitte, die in 2017 eine ganz hervorragende Produktpalette hervorgebracht hat. Sehr klar, fruchtig, leicht äpfelig und saftig, besitzt er eine cremige Fülle mit großer Tiefe und feiner Extraktsüße. Sehr sauber, mit rassiger Säure und zurückhaltendem Botrytis-Charakter, lang und ausgewogen.

94 – 96 | LA TOUR BLANCHE | Sauternes | Parker 92 – 94 | Suckling 92 – 93 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Exotisch, voll und klar in der Fruchtkomponente, zeigt sich der La Tour Blanche sehr tief und fruchtbetont rassig, mit viel Saft und sehr lebendiger, straffer Säure.

94 – 96 | LAFAURIE-PEYRAGUEY | Sauternes | Parker 92 – 94 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Viel Stoff, sehr cremig, extraktreich und klar in der Aromatik. Feine Botrytisnote, recht fett und füllig, sehr lang, mit viel Citruswürze, sowie großer Spannung und Frische.

94 – 96 | RAYMOND-LAFOND | Sauternes | Parker 92 – 94 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Rassige, klare Citrus-Frucht mit exotischer Extraktsüße, tief und lang. Bei einer weiteren Probe zeigte sich das Muster wesentlich weniger fein, mit harter Säure und pilzig stumpfem Ton. Vielleicht erst mal nach der Füllung probieren.

94 – 96 | RAYNE-VIGNEAU | Sauternes | Parker 92 – 94 | Suckling 92 – 93 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Leicht stumpfe, impulsiv fruchtbetonte Nase, dicht am Gaumen, massiv, viel Druck und Würze, enorm körperreich, mir sehr guter Säurespannung.

94 – 96 | RIEUSSEC | Sauternes | Parker 96 – 98 | Suckling 97 – 98 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Ganz saubere, klare Nase, satt, dicht und fruchtbetont. Tief und saftig im Mund, mit beißender, vibrierender Säure und guter Fülle. Dicht am Gaumen, mit ausgezeichneter Länge.

94 – 96 | SUDUIRAUT | Sauternes | Parker 93 – 95 | Suckling 97 – 98 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Dicht und stoffig, intensiv und kompakt, mit großer Rasse und Spannung in der Säure. Üppige Frucht mit viel Botrytis, kraftvoll und körperreich.

93 – 95 | CLOS HAUT PEYRAGUEY | Sauternes | Parker 90 – 92 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Der Clos Haut Peyraguey wirkte noch nicht sehr ausdrucksstark, die Frucht leicht stumpf, allerdings sehr frisch, mit guter, fester Struktur, aber noch wenig Tiefe und etwas glatt. Braucht Zeit. 95 % Sémillon und 5 % Sauvignon.

93 – 95 | DOISY-DAENE | Sauternes | Parker 92 – 94 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Exotisch, dicht, schmelzig und fett, mit viel Kraft und Fülle, satter Frucht und sehr guter Rasse. Nach hinten wird er rational und beherrscht, guter, dichter Abgang.

93 – 95 | SIGALAS-RABAUD | Sauternes | Parker 93 – 95 | Suckling 89 – 90 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Ganz fette, reife Frucht mit viel Botrytis, tiefgründig und animierend, ausgereifte, feine Struktur, etwas simpel im Kernaroma, mit weniger Spannung als es die der Duft erwarten lässt.

92 – 94 | DE MALLE | Sauternes |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet. Dicht, satt, rund und stoffig, viel Saft und Tiefe, sehr ausgewogen und mit sauberer, klarer Frucht.

91 – 93 | CANTEGRIL | Sauternes |
Leider beim Grand Cercle nur auf die Schnelle verkostet zeigte der Cantegril einige interessante Ansätze. Massive Süße, enorm voll und intensiv, viel Frucht, viskose Textur, sehr animierend und lang.

91 – 93 | D‘ARCHE | Sauternes | Parker 89 – 91 |
Leider bei der Union Grand Cru Classé nur auf die Schnelle verkostet zeigte der d’Arche einige interessante Ansätze. Rund, saftig und fruchtig, mit schmelziger Art und feiner Botrytis, ist die Aromatik mehr auf Primärfrucht gearbeitet. Delikate Citrussäure und gute Länge.

89 – 91 | DE MYRAT | Sauternes |
Dumpf, wenig Finesse, derbe Frucht, äpfelige Aromen, etwas stumpf und deftig, großartiger, extraktreicher Abgang. Besser nachverkosten, wenn der Wein in der Flasche ist.

89 – 91 | RABAUD-PROMIS | Sauternes | Parker 92 – 94 | Suckling 88 – 89 |
Etwas dumpf, Brot, äpfelige Säure, etwas derb, aber mit viel Struktur und kompakter Fülle. Nach der Füllung noch einmal verkosten.

88 – 90 | DE CÉRONS | Cérons (liquoreux) |

Bewertungen in rot und alle Beschreibungen von Thomas Boxberger © 2018. Weitere Bewertungen: Suckling = James Suckling | Parker = Robert Parker Wine Advocate


2017er Bordeaux – Unser Jahrgangsbericht

Thomas Boxberger-von Schaabner verkostete an 8 Tagen in Bordeaux 955 Weine, hier sein Jahrgangsbericht.
(10 Seiten)

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BORDEAUX 2017

WARMES HERZ UND KALTE FÜSSE

Verheerender Frost, Trockenheit und ein kühler Sommer klingen nicht nach dem optimalen Drehbuch für den 2017er Jahrgang in Bordeaux. Dennoch wurden einige außergewöhnliche Weine erzeugt, die in der Spitze fast an die Vorgänger aus 2015 und 2016 heran reichen und klar über den Gewächsen von 2012, 2013 und 2014 rangieren. Machen Sie sich auf Überraschungen gefasst: Auf Cos d’Estournel konnte man einen Grand Vin bestaunen, der mit geschlossenen Augen eigentlich schmeckt wie ein Lafite-Rothschild! Einer
der überragenden Weine des Jahres. Vieles ist also wirklich richtig gut und manches eben groß, vor allem wenn Cabernet beteiligt ist. 2017 ist ein wahrhaft interessanter Jahrgang mit vielen Schattierungen. Daher lohnt es durchaus, sich damit zu beschäftigen.


ÜBERBLICK

Die Befürchtungen vor meiner achttägigen Reise nach Bordeaux in diesem Frühjahr waren groß. Nach einem frühen Wachstumsbeginn durch einen warmen Winter und Frühjahr erlebte Bordeaux Ende April 2017 den heftigsten Frost seit 1991, mit teilweise enormen Schäden in den niederen Lagen. Die Kälte machte auch den nicht erfrorenen Trieben zu schaffen. Ausgeprägte Trockenheit und ein kühler Sommer setzte den Reben weiter zu. Dennoch wurden auch 2017 einige überragende Weine erzeugt, vornehmlich in den besseren, klassifizierten Lagen. Die Temperaturen lagen übers Jahr etwa ein bis zwei Grad über dem Durchschnittswert, nicht zuletzt deshalb präsentiert sich die reichhaltige Gerbstoffstruktur eher wie aus einem warmen Jahrgang. Frost und kühle Witterung von Juni bis August sorgen für die kühlen, frischen Fruchtaromen und knackige Säure, was insbesondere den gelungenen Weißweinen sehr zuträglich war. Die erste Septemberhälfte war sehr feucht, was den erntereifen Merlots etwas zu schaffen machte. Die später reifenden Cabernets konnten dann bei guten Konditionen eingebracht werden. Für die Süßweine waren die erwähnten Niederschläge wiederum optimal, denn so konnte sich die Edelfäule Botrytis schnell ausbreiten. Château d’Yquem erntete in Folge dessen in nur zwei, statt der sonst üblichen drei bis vier Lesegängen, mit, für einen Spitzen-Sauternes, erfreulich hohen Erträgen. Am Ende der Reise hatte ich wieder über 950 weitgehend erfreuliche Fassmuster verkostet und die Befürchtungen hatten sich glücklicherweise nicht bestätigt.


TERROIR ZAHLT SICH AUS

Wieder einmal haben die berühmtesten und besten Lagen in Bordeaux hervorragende Weine in 2017 erzeugt. Das ist kein Wunder. Schließlich wurden die Weinberge in früheren Jahrhunderten dann für gut befunden, wenn sie zuverlässig reife Trauben erzeugten und Frost nur selten auftrat. Daher kamen folgerichtig eher die wärmeren, frühreifen Lagen in der Klassifikation auf die oberen Ränge. Den größten Vorteil hatten im Jahr 2017 die Weinberge nahe der Gironde. Denn dieses große Gewässer dämpft so manche Temperaturspitze ab, da es die direkte Umgebung bei massiver Kälte wärmt und bei extremer Hitze kühlt. Außerdem sorgt die Gironde für eine gute Belüftung, sodass kalte oder heiße Luft nur sehr schwer »sitzen bleiben« kann. Terroirs wie Château Latour hatten beispielsweise nur in den niedrigeren Lagen am Rande des Kieselstein-Plateau um das Weingut leichte Frostschäden zu beklagen. Die niedrig gelegenen Weinberge im Landesinneren hatten es wiederum deutlich schwerer. Während die berühmten Lagen auf und an den Hängen des Kalkstein-Plateau von St.-Emilion nur wenig Frost erlitten, wurde die Produktion vieler einfacher Grand Crus in der Ebene des Dordogne-Tals komplett zerstört. Hier bot sich am Tag nach dem Frost ein verheerendes Bild, das mit den braunen Blättern und Trieben an einen Flächenbrand erinnerte. Auch die von Frost verschonten Triebe wurden von den »kalten Füßen« in der Frostphase nachhaltig »geschockt«. So erzählten manche Winzer, dass viele Pflanzen danach nur langsam wieder in Gang kamen und sich irgendwie merkwürdig verhielten. Um die frostgeschädigten Pflanzen auch beim weiteren Wachstumsverlauf besser von den verschonten Gewächsen unterscheiden zu können, wurden die Rebstöcke vielfach einzeln mit Bändern markiert. Mancher Betrieb kennzeichnete auf diese Weise über 150.000 Rebstöcke. Nur wenige Betriebe nutzten die Triebe der zweiten Generation für die Weinbereitung, die sich bei den geschädigten Reben nach dem Frost üblich bilden. Auf Château Cheval-Blanc ist man besonders stolz darauf, dass es ein Teil der Trauben der zweiten Generation sogar in den Grand Vin geschafft hat. Da ein Großteil der alten Cabernet Franc-Reben auf schwerem Lehm stehen, wurden diese besonders vom Frost betroffen. Ohne diesen Cabernet Franc hätte sich der Charakter des 2017er Cheval Blanc grundlegend in Richtung Merlot verändert. Also nahm man die Herausforderung mit großem Pflegeaufwand der Pflanzen an und erntete 16 Tage nach Abschluss der Lese der ersten Generation. Während der anhaltenden Trockenheit im Sommer hatten die Reben auf Lehm wiederum weniger Wassermangel, was den Reifeabstand zwischen ersten und zweiten Generation etwas kompensierte. Natürlich sind die Erträge der zweiten Generation generell sehr gering, weshalb sich den Arbeitsaufwand auch nur die besten Châteaux überhaupt leisten konnten.


DER JAHRGANGSCHARAKTER

Den besten Weinen des Jahrgangs merkt man keinerlei negativen Einfluss an. Sie sind unglaublich präsent und intensiv, mit feinkörnigen Gerbstoffen und guter Struktur ausgestattet, dabei dennoch nicht schwer. Wenn man überhaupt von einem flächendeckenden Vorteil der einen oder anderen Appellation sprechen kann, dann wären es wohl eher die Orte des nördlichen Médoc: St.-Estèphe, Pauillac und St.-Julien. Einerseits sind die wasserdurchlässigen Kieselböden etwas weniger frostanfällig, andererseits spielten der Wachstumszyklus und die niederschlagsfreie zweite Septemberhälfte den Cabernet-geprägten Weinen in die Hände. Jedes Mikroklima hatte seine ganz eigene Problematik mit Frost und Trockenheit. Tendenziell besitzen die 2017er niedrige Alkoholwerte. Lafite-Rothschild kam beispielsweise nur auf 12,6 % und hat dennoch einen sehr kraftvollen, ungewöhnlich rotbeerigen Wein erzeugt. Die mächtige Gerbstoffstruktur in den Weinen spiegelt die Wärme des Jahrgangs wieder, ihre leicht raue Textur ist geprägt von Frost und kühlem Sommer. Letzterer brachte auch die allumfassende Frische in den Rot- und Weißweinen. Die Fruchtaromen sind reif, sehr klar und kühl, bisweilen auch jugendlich roh und pikant. Höchst variabel zeigt sich die Säure der 2017er. Bei den besten Weinen ist sie hervorragend integriert, wirkt knackig und projiziert Transparenz und Vielschichtigkeit an den Gaumen. Manchmal wirkt sie etwas hart und steht solitär, ohne Verbindung mit den Gerbstoffen und dem Extrakt aufzubauen. Allerdings hatte man auch oft den Eindruck, dass sich die Weine noch in einem sehr jugendlichen, fast rückständigen Stadium befanden. Der weitere Ausbau wird vielen Weinen sicherlich gut tun. Bereits gesichert ist jedenfalls, dass der Jahrgang 2017 eher geeignet ist, länger gelagert zu werden. Nur wenige Weine werden so schnell zugänglich sein wie die breiter und fülliger angelegten 2016er. Die 2017er Weine bezeichnen die Erzeuger als »droit«, also vertikal geradlinige Weine mit Durchzug. Gepaart mit kühler Frucht und mächtigen Gerbstoffen braucht das eben Zeit. Dafür werden die Weine aber auch sehr lange frisch und knackig bleiben. Im Jahrgangsvergleich mit dem ebenfalls frostgeschädigten 1991er, ist der 2017er weitaus aromatischer und präziser. Die Spitzenweine aus 1991 sind allerdings auch heute noch sehr frisch und klar!


WACHSTUMSVERLAUF

Nach der Ernte von 2016 stiegen die Temperaturen kontinuierlich an. Der Dezember war 2,2° C über der Normaltemperatur, Weihnachten konnte man in Bordeaux auf der Terrasse feiern. Nach dem Trockenstress des Vegetationszyklus in 2016 hätten die Reben gerne einmal in einer kalten Phase eine »Atempause« eingelegt. Auch als Vorbeugung gegen Krankheiten und Ungeziefer wäre eine Kaltwetterfront wünschenswert gewesen. Im Januar gab es dann den willkommenen harten Frost über 15 Tage, dieser Monat wurde letztlich der kälteste Januar der letzten 30 Jahre. Die frühe Wärme folgte kurz darauf, Februar lag 2,5° C und März 2,9° C über der Durchschnittstemperatur, begleitet von ebenso willkommenen, normalen Niederschlägen, denn Dezember und Januar waren sehr trocken geblieben. Mit der Wärme und dem Regen Mitte März konnte der Vegetationszyklus in diesem Jahr sehr früh beginnen, sodass bereits am 16. März die ersten Knospen austrieben und sich bei den Erzeugern Optimismus für eine frühe Ernte breit machte begleitet von der latenten Angst vor Frost. Bill Blatch erwähnte, dass mancher biodynamische Erzeuger bereits zu diesem Zeitpunkt davon sprach, dass die Kombination aus Neumond und Erdnähe am 27. April zum Problem werden könne. Wie auch immer. Mit dem Juni-artigen Wetter mit Spitzen über 25° C erreichten die Triebe Mitte April ein Wachstum von 30 cm mit mindestens fünf bis sechs voll ausgebildeten Blättern. Regen gab es wenig im April und die Feuchtigkeit war niedrig. Am Morgen des 20. April kam eine erste Frostwelle, die allerdings unter den trockenen Konditionen weniger Schaden anrichtete. Wenige Tage später kamen dann feuchte Luft und Schauer und dann in der Nacht des 26. April, ähnlich wie damals am 21. April 1991, gab es keinen Wind mehr und die Temperaturen fielen am Morgen des 27. erst auf 0° C und in einigen Gegenden bis zu - 4° C und - 6° C. Dabei sind große Teile der jungen Triebe erfroren. An manchen Stellen verbrannte die frühe Morgensonne zusätzlich die Blätter durch die Prismen der Eiskristalle. Der Schaden war sofort sichtbar und auch in den folgenden beiden Nächten fiel das Barometer abermals in den Minusbereich. Der Anblick der erfrorenen Reben war teilweise grauenvoll, mit braun herabhängenden Trieben sah es aus wie nach einem Flächenbrand. Die Schäden waren enorm: Entre-Deux-Mers 50 – 100 %, Lalande de Pomerol 50 – 80 %, in St.-Emilion durchschnittlich 50 %, Graves 50 – 80 % und Barsac 60 – 100 %. Einige Bereiche blieben verschont, wie das östliche Médoc (Listrac und Moulis) oder die Orte nahe der Gironde St.-Estèphe, Pauillac und St.-Julien. In St.-Emilion und Pomerol wurden die Lagen auf den Plateaus und an deren Hängen ebenso verschont. Zu diesem Zeitpunkt ging das CIVB davon aus, dass 60 – 70 % der Weinberge betroffen waren, mit einer durchschnittlichen Ernteeinbuße von 40 %. Winzer deren Weinberge komplett erfroren waren, konnten dem weiteren Jahrgangsverlauf nun nur noch zuschauen. Erzeuger, die keinen Frostschaden erlitten hatten konnten weitgehend normal weiter arbeiten. Problematisch wurde die Lage für Betriebe, die zum Teil Frost erlitten hatten. Sie mussten die frostgeschädigten Rebstöcke kenntlich machen, um im weiteren Wachstumsverlauf die Arbeit an den Reben entsprechend zu adaptieren. Bei den geschädigten Reben bildeten sich nach dem Frost die Triebe der zweiten Generation, die im Wachstum natürlich hinter den Trieben der ersten Generation weit zurück hingen. Diese Trauben der zweiten Generation benötigten viel Pflege, um sie einheitlich auf einen befriedigenden Reifegrad zu bringen.

Gleich nach dem Frost wurde es wieder warm und der Mai wurde mit 4°C über normal der wärmste seit 1950 mit Temperaturspitzen über 30°C. Der Juni wurde mit 5,5°C über normal sogar noch wärmer und blieb trocken. Unter diesen Bedingungen konnte die Blüte schnell und effizient von statten gehen, benötigte am Ende dennoch drei bis vier Wochen, wegen des Reifeunterschieds zwischen der ersten und zweiten Trauben-Generation. Mai und Juni waren sehr trocken, erst Ende des Monats kam heftiger Regen mit 100 mm Niederschlag. Im Juli gab es ein paar Temperaturspitzen, dennoch blieb er ein eher kühler Monat. Nach dem frühen, trockenen Sommerbeginn blieb der Juli weitgehend niederschlagsfrei und die Reben litten unter Wassermangel. Die ersten Generation begann den Farbwechsel (véraison) um den 20. Juli, die Erntemengen waren sehr vielversprechend. Was auch bei den teilweise frostgeschädigten Betrieben am Ende dazu führte, dass der große Ertrag des ungefrosteten Rebmaterials die Schäden kompensieren konnte. Bei den frostgeschädigten Reben dauerte die véraison bis in den August und viele Trauben sahen auch nicht gut aus. Im südlichen Graves-Gebiet wütete am 27. Juli ein schwerer Hagelschaden und erzeugte weitere Schäden. Der August brachte wechselnde Temperaturen von Anfang 20° C bis über 30° C. Die meisten Tage des August blieben allerdings kühl und gaben den Winzern ein unsommerliches Gefühl. Erst im letzten Drittel des Monats kam der Sommer zurück, sodass die Durchschnittstemperatur des August eher normal ausschaut. Ende August gab es ein wenig Regen, und die erste Hälfte des September wurde feucht und kühl mit Sprühregen. Die ersten weißen Trauben wurden in der warmen Phase Ende August geerntet, aber auch in den September hinein zwischen den gelegentlichen Niederschlägen. Durch die unregelmäßige Reife der Trauben waren mehrere Lesegänge für die meisten Parzellen notwendig. Nun waren die Merlots reif zur Lese, die ersten begannen am 11. September und um den 20. wurde er überall eingebracht, nachdem der Regen am 16. September endete. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt auch Fäulnis nicht weit, daher wurden manche Partien schon gelesen auch wenn sie noch nicht optimal ausgereift waren. Ungewöhnlich knapp nach den Merlots wurden auch die Cabernets früh reif, die Lese begann um den 22. September. Die meisten Betriebe ernteten bis Ende September, manche bis in den Oktober hinein, dann mit etwas festeren Traubenschalen. Die Ernte der zweiten Generation war gemeinhin sehr schwierig, denn in jeder Parzelle, an jedem Rebstock und auch innerhalb der Traubenhenkel gab es unterschiedliche Reifegrade. Das Traubenmaterial musste daher drakonisch selektiert werden, was den ohnehin niedrigen Ertrag nochmals eingeschränkt hat. Bei der Vinifikation gab es keinerlei Regeln. Dennoch hatten viele Erzeuger den Weg einer sanfteren Extraktion eingeschlagen. Jeder Kellermeister musste die Qualität jeder Traubenpartien analysieren und entsprechend behandeln.


VINIFIKATION

Nur wenige Betriebe, die keinerlei Frostschaden erlitten, konnten bei der Vinifkation ganz normal agieren. Da jedoch die meisten Reben Ende April »kalte Füße« bekamen, Trockenstress erlitten und im kühlen Sommer nur langsam ausreifen konnten, mussten die Trauben nach der Lese sehr akribisch selektiert werden. Auf Haut-Bailly wurde ein hochinteressanter Prototyp getestet, bei dem die entrappten Beeren auf einen Förderband gescannt werden und die unreifen Elemente dahinter mit flinken Saugarmen von oben einzeln abgesaugt wurden. Diese »Alien« genannte Maschine muss weniger häufig gereinigt werden als die bislang verfügbaren optischen Sortiermaschinen, die die aussortierten Beeren wegblasen.

Die Extraktion der Traubenschalen musste sanft erfolgen. Fabien Teitgen von Smith Haut Lafitte erklärte, dass die Traubenkerne nicht ganz reif waren, was dem Most schnell Bitterkeit verleihen konnte. Viele Weingüter verkürzten den Maischekontakt und reduzierten die Häufigkeit des Überschwallens oder Untertauchens des Tresterhutes. Bei zu starker Extraktion besitzen die Weine zwar viel Frucht, die Gerbstoffe übertönen dann allerdings mit ihrer rauen, stumpfen Prägung das Geschmacksbild und die Säure kann spitz hervorstechen. Durch langen Hefeausbau wurden einige Verkostungsmuster etwas »gefälliger« und geschmeidiger gemacht. Wichtig war es dabei, bei der Verkostung auf die optische Viskosität der Weine zu achten. Hatten die Weine eine »natürliche« Farbe und dennoch große Fülle, kann man davon ausgehen, dass sich dieses auf der Flasche wiederfindet. Viskose, massive Farbeindrücke wiesen auf Kontakt mit aufgerührter Hefe hin, die Weine schmecken während des Ausbaus dadurch deutlich fülliger und intensiver, mit cremiger Konsistenz am Gaumen. Da die meisten Weine von Bordeaux vor der Füllung filtriert werden, geht dieses dichte Mundgefühl vom Hefekontakt dabei verloren, die Weine schmecken dann wesentlich schlanker, als es die Fassmuster suggeriert hatten. Daher durfte dieser Effekt des Hefekontaktes die Verkoster bei der Beurteilung der Primeur-Weine nicht zu positiv beeinflussen, außer der Wein würde unfiltriert abgefüllt werden. Bei manchem Wein war zu beobachten, dass die Gerbstoffe im Nachhinein »weich gemacht« wurden. Welche Methoden angewendet wurden, ob Microbullage oder eine andere Form der gezielten Oxidation, wurde nicht kommuniziert. Meist hat ein solcher Vorgang dann auch die Frucht aufgeweicht, wodurch Frische und Präzision etwas verloren gingen. Holz wurde bei manchen Betrieben ebenfalls als »Schminke« eingesetzt, um den Weinen eine zusätzliche Süße und Stoffigkeit zu verleihen. Wichtig ist dabei, ob das Extraktgerüst dahinter ausreicht, um nicht auf lange Sicht vom Holz ausgetrocknet zu werden. All diese Aspekte führten dazu, dass die Jungweinverkostungen wesentlich schwieriger waren als im Vorjahr. Große Aufmerksamkeit und Erfahrung waren gefragt, um die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Qualitäten entsprechend zu bewerten. Differierende Beurteilungen unterschiedlicher Verkoster sind entsprechend zu erwarten.


WEISSWEINE

Die Weißweine sind durchweg sehr gut gelungen. Sie besitzen eine brillante, klare, kühle und frische Frucht. Die Struktur ist reichhaltig und der Alkohol nicht übermächtig. Der Sauvignon brilliert mit seiner intensiven, teils exotischen Frucht und grünlich schimmernden Citrusaromen. Der Sémillon konnte dezente Fülle und feine, gelbfruchtige Nuancen entwickeln. In der Spitze sind die Weißweine hervorragend, hier lohnen sich bei den berühmten Erzeugern durchaus auch die Zweitweine, wie dem Clarté von Haut-Brion und La Mission. Im Mittelfeld und einfachen Bereich gibt es einen breiten Fundus von ausgezeichneten Weinen mit guter Frische und explosiver Würze.


SÜSSWEINE

Die Süßweine sind sehr gelungen und frisch. Einerseits gab es schnell genug Botrytis, um Tiefe und Komplexität zu erreichen. Das Kernaroma der Primärfrucht ist wiederum sehr klar und eindeutig, mit guter Fülle und Saftigkeit. Restzucker, Extrakt, Alkohol und Säure stehen in einem sehr ausgewogenen Verhältnis zueinander. Die Weine sind sofort zugänglich und haben gleichzeitig ein sehr gutes Alterungspotenzial. Auch hier findet man in allen Preisbereichen ausgezeichnete Qualitäten. Allerdings besitzen die Weine nicht ganz die Spannung und Länge eines ganz großen Jahrgangs wie 2001.


ROTWEINE

Die Qualitäten der roten Bordeaux’ sind in 2017 sehr heterogen, daher sollte man sich unbedingt vor dem Kauf umfassend informieren. Abgesehen von einzelnen Ausnahmen, ist 2017 kein Jahrgang, in dem man sich mit einfachen Weinen wie Bordeaux Supérieurs oder ähnlichem in Subskription eindecken sollte. Falls noch verfügbar, empfehlen sich im Einstiegsbereich die homogen gelungenen 2016er. In jeder Appellation gibt es in allen Preisbereichen außergewöhnliche Überraschungen und Entdeckungen. Manches erfolgreiche Cru Bourgeois wie Capbern (94 – 96), wird vermutlich genau wie im letzten Jahr sehr schnell vergriffen sein. Von manch anderem, wie Meyney (94 – 96), wird man sich in zehn Jahren ärgern, warum man heuer nicht mehr davon gekauft hat. Und bei den echten Trouvaillen wie dem grandiosen Cos d’Estournel (97 – 99) wird man später stolz verkünden, dass dieser schon als Jungwein wie ein echter Lafite-Rotschild (95 – 97) geschmeckt hat. Sie merken, die drei Beispiele entsprangen aller der Gemeinde St.-Estèphe, womit wir bei den Appellationen der Rotweine wären:

Wie bereits erwähnt sind eher die nördlichen Appellationen des Médoc in der Nähe zur Gironde mit Cabernet-geprägten Cuvées begünstigt. In St.-Estèphe, Pauillac und St.-Julien findet man viele der besten Weine des Jahrgangs. Margaux ist sehr fein und delikat, doch meist etwas weniger ausdrucksstark und intensiv ausgefallen, außer Palmer (96 – 98). Im Médoc und Haut-Médoc sind die Qualitäten sehr uneinheitlich ausgefallen, Moulis und Listrac sind gut gelungen. Die wärmeren Lagen in Péssac-Léognan sind sehr gut bis hervorragend, die restlichen Graves wiederum sehr unterschiedlich.

In St.-Emilion und Pomerol waren die Merlot-geprägten Weine im vierten Jahr in Folge weniger ausdrucksstark, da die Rebsorte in vielen Fällen wenig aromatische Intensität und Ausdruckskraft besaß. Daher waren generell gesehen Weine mit einem höheren Cabernet Franc-Anteil deutlich besser. Die Weine auf dem Plateau und an dessen Hängen haben teilweise hervorragende Qualitäten erzeugt. Bei allen anderen Gewächsen, auch von den Randappellationen in den Satelliten sind die Qualitäten sehr uneinheitlich.


DIE MERLOT-VERSCHWÖRUNG

Im nunmehr vierten Jahr in Folge zeigt sich die Sorte Merlot deutlich weniger aromatisch als gewohnt: In 2014 war der kalte Sommer schuld, in 2015 und 2016 litten die Merlots unter Trockenheit und Hitze. In 2017 gab es nun Frost, kalte Füße, Trockenheit und Regen zur Ernte. Wie in 2016, erhielt derjenige, er in 2017 etwas später geerntet hatte statt der rotbeerig-kirschigen Merlot-Komponente mit fleischiger Fülle einen intensiv strukturierten Wein mit wenig Kernaroma und dunkelbeeriger Extraktsüße im Hintergrund … oder Fäulnis. Daher wurde der Merlot teilweise etwas früher gelesen, im Bewusstsein, dass man auf Aroma verzichtet. Auch in 2017 waren in St.-Emilion und Pomerol Merlot-geprägte Weine dann besser, wenn sie eine höhere Cabernet-Beimischung erfuhren. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Denn es gibt auch einige hervorragende, reinsortige Merlots. So konnte Axelle Courdurié von Croix de Labrie (95 – 97) in St.-Emilion trotz Frostschadens einen der besten Merlots des Jahrgangs erzeugen. Und auch auf Pétrus (97 – 99) wurde ein hervorragender, hochfeiner Wein mit viel Kraft produziert.


DIFFERIERENDE BEWERTUNGEN

Während der Primeur-Verkostungen zeigten sich die Muster vielfach nicht sehr stabil. Um den Weinen mehr aromatische Fülle zu verleihen, wurden die Muster geringer geschwefelt. Das machte sie anfälliger für Oxidation. Häufige Luftdruckschwankungen und wechselhaftes Wetter belasteten die Ausdruckskraft der Fassmuster zusätzlich. Einige Weine schmeckten bei häufigeren Verkostungen durchaus unterschiedlich. Daher ist es nicht erstaunlich, wenn viele Verkoster zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen bei der Beurteilung der 2017er Bordeaux’ gelangen. Tatsächlich gab es auch einige schwache Weine in 2017, die von stumpfen Gerbstoffen, harter, metallischer Säure und hohler Mitte geprägt waren. Einige wenige Muster wiesen gar Restzucker und Äpfelsäure auf! Als mit Abstand bester Verkostungstag entpuppte sich Freitag, der 13. (ohne April-Scherz), als viele Verkoster bereits abgereist waren.


ZWEITWEINE

2017 ist qualitativ ein sehr heterogener Jahrgang mit sehr guten Spitzenqualitäten. Generell gab es allerdings nur wenige Zweitweine, die einen Kauf lohnen. Denn beim Aussortieren der weniger gelungenen Partien kamen eben die Mängel stärker zum Vorschein als in einem homogen sehr guten Jahrgang. Somit sind die meisten Zweitweine eine echte Negativselektion. Zu den empfehlenswerten Zweitweinen gehören: Les Forts de Latour, der rote Le Clarence und der weiße La Clarté von Haut-Brion, Chapelle d’Ausone, Croix de Canon, Pagodes de Cos, La Petite Eglise, Dragon de Quintus, Lacoste-Borie und Le Petit Haut Lafitte in weiß und rot sind alle hervorragend.


DIE BESTEN …


WEIN DES JAHRGANGS
CHÂTEAU COS D’ESTOURNEL
St.-Estèphe
97 – 99/ 100 | Der beste Jungwein von Cos d’Estournel, den ich in den vergangenen 25 Jahren vom Fass verkosten durfte. Schmeckt wie ein ausgezeichneter Lafite-Rothschild!

BESTER WEISSWEIN DES JAHRES
CHÂTEAU HAUT-BRION
Péssac-Léognan
98 – 100/100 | Der Haut-Brion überragt alle anderen trockenen Weißweine des Jahrgangs 2017 und kann fast an den großen 2001er anschließen. Nur 520 Kisten wird es geben!

WEINMACHER DES JAHRES
FABIEN TEITGEN
CHÂTEAU SMITH HAUT LAFITTE
Gemeinsam mit dem Außenbetriebsleiter Nicolas Poumeyrau erzeugte Fabien Teitgen in biodynamischer Bewirtschaftung trotz Frost großartige, authentische Qualitäten.

BESTER ROTWEIN DES JAHRES
CHÂTEAU LATOUR
Pauillac
98 – 100/100 | Auf Latour gab es kaum Frost. Wer den überragenden Grand Vin haben möchte, muss sich voraussichtlich 10 bis 12 Jahre in Geduld üben. Nicht in Subskription erhältlich.

BESTER SÜSSWEIN DES JAHRES
CHÂTEAU D’YQUEM
Sauternes
98 – 100/100 | Der grandiose d’Yquem wurde in nur zwei Lesegängen eingebracht und besitzt eine unglaubliche Präsenz und Kraft, bei gleichzeitiger Säurespannung und Tiefe.

KOLLEKTION DES JAHRES
SMITH HAUT LAFITTE
Péssac-Léognan
Auf Smith Haut Lafitte hatte man mit Frost zu kämpfen und dennoch sind die weißen und roten Grand Vins ebenso wie die Zweitweine überragende Kaufempfehlungen.

ÜBERFLIEGER WEISSWEIN DES JAHRES
CHÂTEAU COS D’ESTOURNEL
Bordeaux blanc
94 – 96/100 | In den weißen Cos haben sich all meine Begleiter, inklusive Stephan Attmann, unsterblich verliebt: Natürlichkeit, innere Spannung und packende Aromatik pur.

NEWCOMER DES JAHRES
CHÂTEAU QUINTUS
St.-Emilion
95 – 97/100 | Quintus ist der St.-Emilion von Haut-Brion. Er thront auf einer 270° Panoramalage auf dem westlichen Ausläufer des Kalksteinplateau. Grandios in 2016 und 2017!

ZWEITWEIN DES JAHRES
LA CLARTÉ DE HAUT-BRION
Péssac-Léognan
94 – 96/100 | Der Clarté ist der gemeinsame weiße Zweitwein von Haut-Brion und La Mission Haut-Brion. In 2017 schmeckt er wie ein Grand Vin, kostet jedoch nur einen Bruchteil!

ÜBERFLIEGER ROTWEIN DES JAHRES
CHÂTEAU CROIX DE LABRIE
St.-Emilion
95 – 97/100 | Der Croix de Labrie ist einer der besten, reinsortigen Merlots des Jahrgangs, und das war nicht ganz einfach! Puristisch, saftig fein und unglaublich aromatisch.

REVIVAL DES JAHRES
CHÂTEAU KIRWAN
Margaux
94 – 96/100 | Durch den neuen Gärkeller konnten seit 2015 die Qualitäten auf Kirwan dramatisch gesteigert werden, so auch in 2017. Bislang weitgehend unbemerkt … Tipp!

CRU BOURGEOIS DES JAHRES
CHÂTEAU CAPBERN
St.-Estèphe
94 – 96/100 | Der Capbern ist nun mehrere Jahre in Folge das beste Cru Bourgeois! Vincent Millet erzeugt einen hochpräzisen St.-Estèphe, der viele Grand Crus aussticht.

BESTE SMART-BUYS ROTWEIN
D’AGASSACA
BEAUMONT
BELLEFONT-BELCIER
CAMBON LA PELOUSE
CAPBERN
COS D’ESTOURNEL
CROIX DE LABRIE
FEYTIT-CLINET
FONBADET
GOULÉE by COS D'ESTOURNEL
KIRWAN
LACOSTE BORIE
LARCIS-DUCASSE
LATOUR MARTILLAC BLANC
MAYNE-LALANDE
MEYNEY
MOULIN ST. GEORGES
DE PRESSAC
SMITH HAUT LAFITTE BLANC & ROUGE
SOCIANDO-MALLET

 


2017er Bordeaux – Bewertungen nach Punkten sortiert

Unsere Bewertungen der 2017er Bordeaux Weine nach Punkten sortiert.
(3 Seiten)


2017er Bordeaux – Bewertungen alphabetisch sortiert

Unsere Bewertungen der 2017er Bordeaux Weine alphabetisch sortiert.
(3 Seiten)


2017er Bordeaux – nach Appellationen sortiert

Unsere Bewertungen der 2017er Bordeaux Weine nach Appellationen sortiert.
(3 Seiten)